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Field Projects
 

Feldstudie - Neue archäologische Ausgrabungen des Abri Peyrony und in Roc de Combe-Capelle

 

Die paläolithischen Fundstellen von Combe-Capelle, nahe der Stadt Saint-Avit-Sénieur (Dordogne, Frankreich), bestehen aus vier nahe beieinander gelegenen Lokalitäten: Combe-Capelle Bas, Abri Peyrony, Roc de Combe-Capelle und dem Plateau de Ruffet, wobei jede dieser Lokalitäten eine eigene archäologische Sequenz aufweist. Dabei findet man Schichten aus dem späten Mittlelpaläolithikum, der sogenannten Übergangszeit sowie dem Jungpaläolithikum. In Combe-Capelle Bas wurde in den 1980’ern und Anfang der 1990er Jahre Ausgrabungen durch Dibble und Lenoir durchgeführt. In diesem Jahr sollen neue Test-Ausgrabungen in Roc de Combe Capelle und in Abri Peryony erfolgen.

 

Abri Peyrony (auch bekannt unter dem Namen: Haut de Combe-Capelle) wurde durch D. Peyrony im Jahre 1925 erforscht. Hierbei wurden zahlreiche Funde aus der Industrie des Mousterien Tradition Acheuleen (MTA) sowie Faunenreste geborgen. Vor 1987 wurde ein Teil dieser Fundstelle mit Schutt aus einem nahe gelegenen Steinbruch abgedeckt, um sie zu schützen. Schließlich erfolgte im Jahre 1990 eine kleine Test-Ausgrabung durch Lenoir und Dibble, wobei eine archäologische Schicht freizulegen, in der sich auch einige Steinwerkzeuge befanden, darunter auch vier bifazielle Geräte .

 

Im Jahre 2009 wurde gegenüber dem Felsen ein Schnitt ausgehoben, um ein neues Profil zu öffnen und um die in situ Ablagerungen zu lokalisieren. Im Jahre 2010 sollen die Arbeiten in dieser Fundstelle vom 15. August bis zum 11. September fortgesetzt werden. Langfristig soll dabei ein Inventar von Steinwerkzeugen des MTA und der Fauna aus kontrollierter moderner Grabung gewonnen, und anschließend auch datiert werden. Als eine der letzten Manifestationen des Neandertalers im Südwesten von Europa ist das MTA von großer Bedeutung und ist möglicherweise der Ursprung des Châtelperroniens. Diese ist in erster Linie aus Altgrabungen bekannt. Neuere Grabungen der letzten Jahren wie z.B. in Pech de l'Azé I and IV, Jonzac sowie an nahe der Autobahn bei Bergerac gelegenen Fundorten, haben neue Erkenntnisse zum MTA geliefert. In diesem Zusammenhang werden auch die neuen Funde aus dem Abri Peyrony weitere Daten für einen Vergleich der Funde aus dieser Zeit liefern.

 

Roc de Combe-Capelle liegt entlang derselben Felsenlinie wie das Abri Peyrony in etwa 60 m Entfernung. Berühmt wurde diese Fundstelle 1909 durch die Entdeckung eines fast vollständig erhaltenen Skeletts eines Homo sapiens durch Hauser. Er selbst sowie spätere Forscher assoziierten diesen Fund mit dem Châtelperronien im unteren Teil der Sequenz. Darüber befanden sich zudem Schichten des Aurignacien, Gravettien und Solutreen. Unsere im Jahre 2009 durchgeführten Ausgrabungsarbeiten haben indes bestätigt, dass von dieser Sequenz nichts mehr erhalten ist und dass diese Fundstelle bereits im Rahmen früherer Ausgrabungsarbeiten vollständig ergraben wurde. Bei dem heute noch vorhandenen Sediment handelt es sich um Aushubmaterial. Dennoch ist es auch denkbar, dass sich darunter Taschen von in situ-Material, insbesondere der unteren Schichten erhalten haben, und dass somit durchaus in situ-Material vor oder neben der Altgrabung erhalten sein könnten, jedoch sind von unserer Seite aus keine weiteren Ausgrabungen an dieser Fundstelle vorgesehen.

 

 

Dieses Jahr analysieren wir die Materialen, die 2009 und 2010 ausgegraben wurden, als Vorbereitung der Veröffentlichung. Deshalb wird es keine Feldsaison geben.

 

Bei Interesse oder Rückfragen kontaktieren Sie bitte direkt einen der Projektverantwortlichen:

  • Shannon McPherron: mcpherron@eva.mpg.de
  • or

  • Michel Lenoir: m.lenoir@ipgq.u-bordeaux1.fr

 

 

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