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Für die Analyse von homininen Verhalten gibt es in der Abteilung für Humanevolution mehrere Wissenschaftler, die sich auf die Analyse von materieller Kultur aus archäologischen Fundstellen spezialisiert haben. Steinwerkzeuge und Tierknochen bilden bei Fundstellen aus dem Paläolithikum die zwei Hauptgruppen von Funden, in Fundstellen aus relativ späten Kontexten werden manchmal auch Ornamente und Pigmente geborgen.

SteinwerkzeugSteinwerkzeuge stellen eine wichtige Quelle dar, weil sie einerseits sehr widerstandsfähig sind und andererseits einen so langen Zeitraum der menschlichen Evolution abdecken. Die ersten Steinwerkzeuge stammen aus Fundschichten in der Afar-Region in Äthiopien (siehe auch Dikika Forschungsprojekt), die auf ein Alter von 2,6 bis 2,5 Millionen Jahren datiert werden. Unsere Forschungen reichen von Untersuchungen dieser ältesten kulturellen Hinterlassensschaften bis zu Analysen der Steinwerkzeuge von anatomisch modernen Menschen. Sie geben uns Aufschluss über die Entwicklung dieser entscheidenden Technologie und ihrer Bedeutung für den Nahrungserwerb von Homininen, über ihre Mobilität, ihre manuellen Fertigkeiten, ihre kognitive Entwicklung, ihre sozialen Netzwerke, ihre Landschaftsnutzung und anderes. Der Schwerpunkt unserer Abteilung liegt hauptsächlich auf der Rekonstruktion der Faktoren (geographisch, physiologisch, technologisch, kognitiv, etc.), die diese frühen technischen Traditionen beeinflussten. Diese Rekonstruktion geschieht in erster Linie mittels technotypologischer Analysen von Steinartefakten und Analysen der Rohmaterialien. Im Augenblick konzentrieren wir uns auf sehr frühe Steinwerkzeuge aus Ostafrika (Oldowan) und auf Steingerätetraditionen in Afrika und Europa unmittelbar vor und unmittelbar nach Ankunft des anatomisch modernen Menschen (siehe Artifaktanalyse)

 

KnochenObwohl Knochen in archäologischen Fundkontexten nur selten erhalten sind, liefern sie entscheidende Hinweise zum Verständnis der menschlichen Evolution, denn sie geben direkt Aufschluss darüber, wie wir uns ernährt haben und welche Stellung wir in der lokalen Ökologie innehatten. Indirekt erhalten wir so Hinweise über die Paläoumgebung, in der unsere Vorfahren lebten. In unserer Abteilung gibt es mehrere Zooarchäologen, die sich mittels der Untersuchung von Knochen aus archäologischen Fundstellen auf die Rekonstruktion homininer Verhaltensmuster spezialisiert haben. Zur Zeit ist das Ziel unserer Zooarchäologen die Rekonstruktion der spätpleistonzänen Humanökologie durch die Analyse der Variationsmuster, die sich in Knochen und deren Verarbeitung zeigen. Letztlich versuchen wir herauszufinden, welche Rolle Subsistenzstrategien bei der Verbreitung des modernen Menschen auf der ganzen Welt spielten (siehe Zooarchäologie)

 

Forscherin im LaborNeben der traditionellen Analyse von archäologischem Material wie Knochen und Steinen hat sich unsere Abteilung auf neue Labormethoden spezialisiert, die einen molekularbiologischen Ansatz zur Erforschung einiger dieser evolutionären Fragen bezüglich der Ernährung, der Mobilität und der Landschaftsnutzung verfolgen. Im Einzelnen entwickeln wir verbesserte Methoden zur Proteinextraktion hauptsächlich aus Knochen (siehe Proteomik) und zur Messung von Anteilen stabiler Isotope in Kohlenstoff und Stickstoff, um die Ernährung von Homininen rekonstruieren zu können (siehe Paläoernährungsforschung).

 

 

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