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Forschungsschwerpunkte
 

Forschungsschwerpunkt - Mikrostrukturanalyse

Analyse von dentalen Mikrostrukturen

Dentale mirkosturkturen

Die Zahnentwicklung beginnt bei Menschen und Menschenaffen vor der Geburt und dauert während der Adoleszenz an. Ebenso wie zahlreiche andere biologische Systeme ist die Bildung von Hartgeweben einem zirkandianem Rhytmus unterworfen. Entwicklungsgeschwindigkeit und -zeit werden fortwährend als Wachstumslinien im Zahnschmelz und im Zahnbein gespeichert und bleiben darin unverändert über Millionen von Jahren erhalten. Angesichts der Tatsache, dass Zahnüberreste die häufigsten und am besten erhaltenen fossilen Belege für ausgestorbene Primatenarten darstellen, kann die Erforschung von Wachstumsprozessen neue Erkenntnisse über die stammesgeschichtliche Entwicklung der frühen Menschen liefern.

 

Die Untersuchung der Hartgewebeentwicklung aus histologischer Perspektive ist, besonders im Bereich phylogenetischer Fragestellungen, ein relativ neuer Bereich der odontologischen Forschung. In jüngerer Zeit gibt es eine enorme Zunahme von Studien über die Wachstumsentwicklung bei Hominoiden. Studien über Hominiden aus dem Plio-Pleistozän und über Neandertaler deuten darauf hin, dass die relativ langsame Entwicklungsgeschwindigkeit und eine zunehmende Dauer der Kronenbildung bei modernen Menschen eine recht junge und einzigartige Entwicklung ist.

 

Eingefärbtes Stück eines ZahnesDie Abteilung für Human Evolution am MPI EVA hat vor kurzem eine hochmoderne Anlage zur Untersuchung der Zahnentwicklung bei fossilen Hominiden eingerichtet (Labor für Dentales Hartgewebe). Die histologische Analyse von Zahnmaterial ermöglicht das Verständnis der Endprodukte dieser Entwicklungs- und Wachstumsprozesse, die man in Hinblick sowohl auf die Makrostruktur (Schmelzdicke) als auch auf die Mikrostruktur des Zahnschmelz betrachten kann. Neue Studien liefern Daten über das Todesalter von Hominiden mit noch anhaltender Zahnentwicklung, über den relativen und absoluten zeitlichen Ablauf der Zahnentwicklung sowie über das Alter beim Durchbruch des ersten Molaren und über Unterschiede hinsichtlich der Entwicklungsverläufe bei der Zahnschmelzbildung. Diese Studien haben wichtige Folgen für unser Verständnis der Homininenevolution und des Ursprungs des anatomisch modernen Menschen.

 

HomininenzahnAbguss eines Hominineneckzahns mit auf der Oberfläche erkennbaren Wachstumslinien (Perikymata). Als Maßstab dient ein menschlicher Zeigefinger.