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Zielstellung - Hominine Lebenszyklen

Zahn Mikrostruktur

Studien über Lebenszyklen, die sich mit Wachstum Fortpflanzung, Tod und deren zeitlicher Koordinierung und Investition von Energie beschäftigen, sind entscheidend, um evolutionäre Prozesse während der menschlichen Evolution zu verstehen. Analysen der Zahnentwicklung, des Durchbruchs der Backenzähne und des Todesalters basierend auf Wachstumsmerkmalen des Gebisses sind die zuverlässigsten Methoden, um Entwicklungsveränderungen in menschlichen fossilen Belegen zu identifizieren. Die Zahnentwicklung beginnt bei Menschen und Menschenaffen schon vor der Geburt und dauert während der Adoleszenz weiter an. Wie viele andere biologische Systeme, ist die Entstehung von Hartgewebe durch einen zirkadianen Rhythmus geprägt. Entwicklungsrate und –zeit werden ständig durch Wachstumslinien im Zahnschmelz und im Dentin dokumentiert und bleiben dann für Millionen von Jahren unverändert in diesem Gewebe erhalten.

Untersuchungen an plio-pleistozänen Homininen und Neandertaler deuten darauf hin, dass die relativ langsame Entwicklungsrate und das längere Zahnkronenwachstum, bei Menschen eine vergleichsweise rezente und einzigartige Entwicklung darstellen.

Neben einer verlängerten Wachstumsperiode weisen Menschen einen außergewöhnlichen Wachstumsverlauf des Gehirns auf. Wegen der Anpassung an den aufrechten Gang und der physiologischen Kosten für die Ausbildung eines großen ausgewachsenen Gehirns findet der größte Teil des Hirnwachstums beim Menschen nach seiner Geburt statt.

Diese Anpassungen haben wichtige Folgen für unser Verständnis der homininen Evolution und der Entstehung des anatomisch modernen Menschen. Die verlängerte Zahnentwicklung und die verlängerte Kindheit stehen in Zusammenhang mit sozialen, biologischen und kulturellen Voraussetzungen, die für die Verlängerung des sozialen Lernens in der frühen Kindheit notwendig sind.  Das Gehirn selbst und die kognitiven Fähigkeiten werden in dieser langen Entwicklungszeit geprägt. Aktuelle Studien der Abteilung für Human Evolution haben gezeigt, dass dieses moderne Entwicklungsmuster bereits für die ersten Vertreter unserer eigenen Art (Homo sapiens) Geltung besaß.