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Aktuelles: 24. April 2014 - Albert Maucher-Preis 2013 - Dr. Kathryn Fitzsimmons

Dr. Kathryn E. Fitzsimmons heißt die Preisträgerin des Albert Maucher-Preises für Geowissenschaften 2013 der DFG. Sie arbeitet seit 2010 in der Abteilung Humanevolution am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Ihr Forschungsinteresse gilt dem Umweltwandel und Mensch-Umwelt-Interaktionen. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis stiftete der Münchner Geologe Albert Maucher, der zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn durch die DFG gefördert wurde. Nach dem Willen Mauchers würdigt die Auszeichnung ausdrücklich auch unkonventionelle Forschungsansätze und -methoden. Sie erhält den Preis am 23. September 2014.

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Dr. Kathryn Fitzimmons - Forschung und Lebenslauf

 

12. August 2013: Neandertaler schufen die ersten Spezialwerkzeuge Europas aus Knochen

Uraltes Erbe: Heutige Schleifwerkzeuge zur Lederbearbeitung wurden in ähnlicher Form schon von den Neandertalern gefertigt

Lissoir

Noch heute, 50.000 Jahre nach den Neandertalern und der Ankunft der ersten anatomisch modernen Menschen in Europa, werden sogenannte Lissoirs zur Verarbeitung von Tierhäuten benutzt. Die aus den Rippen von Rehwild hergestellten Schleifgeräte machen Leder weicher, glatter und wasserbeständiger. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und von der Universität Leiden in den Niederlanden haben in zwei einander benachbarten altsteinzeitlichen Ausgrabungsstätten im Südwesten Frankreichs Neandertaler-Werkzeuge aus Knochen entdeckt, die solchen Lissoirs sehr ähnlich sind. Die Werkzeuge unterscheiden sich von allen zuvor in Neandertaler-Stätten gefundenen Geräten.

Soressi, M., McPherron, S.P., Lenoir, M., Dogandzic, T., Goldberg, P., Jacobs, Z., Maigrot, Y., Martisius, N.L., Miller, C.E., Rendu, W., Richards, M., Skinner, M.M., Steele, T.E., Talamo, S. and J.P. Texier (2013) Neandertals made the first specialized bone tools in Europe. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. doi: 10.1073/pnas.1302730110. Link zur PNAS Full Text (Open Access)

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29. Oktober 2012: Der moderne Mensch inspirierte den Neandertaler kulturell

Neue außerordentlich präzise 14C-Daten deuten auf einen kulturellen Austausch zwischen modernen Menschen und Neandertalern vor etwa 40.000 Jahren hin.

Ob die archäologische Kultur des Châtelperronien (CP) am Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum von Neandertalern oder modernen Menschen stammt, darüber streiten Fachleute seit Langem. Unter der Leitung von Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam fossile Knochen aus der Grotte du Renne und aus Saint Césaire in Frankreich analysiert. Mit Hilfe eines Beschleuniger-Massenspektrometers konnten die Wissenschaftler deren Alter äußerst präzise bestimmen. Die neuen 14C-Daten zeigen, dass Neandertaler die anspruchsvollen Werkzeuge und den Körperschmuck aus der CP-Kultur hergestellt haben. Da sie dies aber erst taten, nachdem vor etwa 40.000 Jahren moderne Menschen in benachbarten Regionen eingetroffen waren, vermuten die Forscher, dass zwischen diesen beiden Menschengruppen ein kultureller Austausch stattgefunden hat.

Hublin, J.-J., Talamo, S., Julien, M., David, F., Connet, N., Bodu, P., Vandermeersch, B. and M.P. Richards (In press) Radiocarbon dates from the Grotte du Renne and Saint-Césaire support a Neandertal origin for the Châtelperronian. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. (PDF)

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Fossilienfunde aus Kenia bringen neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Gattung Homo

Aufregende neue Fossilien, die im Osten des Turkana-Sees in Kenia entdeckt wurden, bestätigen nun, dass dort vor zwei Millionen Jahren neben unserem direkten Vorfahren Homo erectus zwei weitere Arten der Gattung Homo lebten. Die Funde – ein Gesichtsschädel, ein bemerkenswert vollständiger Unterkiefer und der Teil eines zweiten Unterkiefers – werden in der renommierten Fachzeitschrift Nature am 9. August 2012 beschrieben. Ausgegraben wurden die Fossilien zwischen 2007 und 2009 im Rahmen des von Meave und Louise Leakey geleiteten Koobi Fora Forschungsprojekts (Koobi Fora Research Project, KFRP). Fred Spoor, KFRP-Mitglied und Wissenschaftler der Abteilung Humanevolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie koordinierte die wissenschaftlichen Untersuchungen der Fossilien. Zahlreiche Analysen wurden in Leipzig durchgeführt, darunter auch die virtuelle Rekonstruktion der neuen Funde mittels modernster Computertechnologie.

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Zähne verraten viel über den Lebensradius früher Vorfahren

Vor etwa drei Millionen Jahren verlieäen Frauen häufiger als ihre männlichen Artgenossen ihre Geburtsgruppe und schlossen sich einer neuen sozialen Gruppe an.

Bisher haben Wissenschaftler indirekt auf den Lebensbereich früher Vormenschen (Homininen) geschlossen: Der Körperbau, der Herkunftsort des Rohmaterials ihrer Steinwerkzeuge oder beispielsweise der Vergleich mit lebenden Primaten half ihnen dabei weiter. Sandi Copeland, Vaughan Grimes und Michael Richards vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig entwickelten nun eine neue Methode. Sie analysierten die Strontiumisotope im Zahnschmelz von A. africanus und P. robustus und konnten dadurch genaue Aussagen treffen, wie groä der Lebensradius dieser menschlichen Vorfahren war. (Nature, 2. Juni 2011)

Copeland, S.R., Sponheimer, M., de Ruiter, D.J., Lee-Thorp, J.A., Codron, D., le Roux, P.J., Grimes, V. and M.P. Richards (2011) Strontium isotope evidence for landscape use by early hominins. Nature. 474:76-78. doi:10.1038/nature10149.

Veröffentlichungen

 

Unterschiedliche Gehirnentwicklung bei Neandertalern und modernen Menschen

Eine Studie des Max Planck Institutes für Evolutionäre Anthropologie dokumentiert Speziesunterschiede im Entwicklungsmuster des Gehirns, die vermutlich zu kognitiven Unterschieden zwischen modernen Menschen und Neandertalern beitragen. Ob es zwischen Neandertalern und modernen Menschen Unterschiede in geistigen und sozialen Fähigkeiten gab, ist eines der großen Streitthemen in der Anthropologie und Archäologie. Da Neandertaler und moderne Menschen ähnlich große Gehirne hatten, waren Forscher bisher davon ausgegangen, dass auch die kognitiven Fähigkeiten dieser Spezies ähnlich waren. Bei lebenden Menschen ist aber die innere Struktur des Gehirns wichtiger für Intelligenz als dessen Größe. Dieses Muster der Vernetzung im Gehirn wird in den ersten Lebensjahren angelegt. Anhand von Abdrücken des Gehirns in den Schädelknochen (sogenannte Endocasts) untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig die Gestaltveränderung des Gehirns von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Das Wachstumsmuster der modernen Menschen unterscheidet sich von dem der Neandertaler im ersten Lebensjahr, einer kritischen Phase für die kognitive Entwicklung. (Current Biology, 9. November 2010)

Gunz, P., Neubauer, S., Maureille, B., Hublin, J.-J. (2010). Brain development after birth differs between Neanderthals and modern humans. Current Biology 20(21):R921-922.

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afarensis tool useIm Januar 2009 entdeckte ein internationales Forscherteam um Zeresenay Alemseged von der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften in San Francisco und Shannon McPherron vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig in der äthiopischen Afar-Region zwei Knochen, die eindeutige Schnitt- und Schlagspuren tragen. Diese Funde belegen, dass menschliche Vorfahren Steinwerkzeuge benutzten und dass sie sich von Fleisch und Knochenmark größerer Säugetiere ernährten und dies bereits fast 1 Million Jahre früher als bisher angenommen. Die gefundenen Knochen sind etwa 3,4 Millionen Jahre alt - und liefern damit sowohl den ersten Beweis für den Gebrauch von Steinwerkzeugen als auch für die Rolle von Fleisch als Bestandteil der Ernährung von "Lucy's" Artgenossen - Australopithecus afarensis. Beide Knochen stammten von größeren Säugetieren. Einerseits handelt es sich um ein Fragment der Rippe und andererseits um ein Schaftfragment des Oberschenkelknochens. Beide Knochenfragmente weisen zahlreiche Schnitt- und Schlagspuren auf. Die Veröffentlichung dieser Entdeckungen erfolgte im renommierten Wissenschaftsjournal "Nature" vom 12. August 2010).

Shannon P. McPherron, Zeresenay Alemseged, Curtis W. Marean, Jonathan G. Wynn, Denné Reed, Denis Geraads, René Bobe & Hamdallah A. Béarat, Evidence for stone-tool-assisted consumption of animal tissues before 3.39 million years ago at Dikika, Ethiopia. Nature 466:857-860.

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The origin of Neandertals

Im westlichen Eurasien wurde eine groäe Anzahl fossiler Funde des Mittleren und Oberen Pleistozäns entdeckt, welche die Evolution der Neandertaler dokumentiert. Diese kann mit Hilfe neuer paläogenetischer Daten, unzählig vieler archäologischer Nachweise und dem gut bekannten Kontext über die Umwelt der Fundstelle analysiert werden. Diese Funde stammen wahrscheinlich aus einer Zeit, in der das westliche Eurasien erneut von Homininen afrikanischen Ursprungs besiedelt wurde, die die Acheulean Technologie vor ca. 600.000 Jahren nach Europa brachten. Zunehmende glaziale und interglaziale Perioden spielten dabei und auch für die Evolution nachfolgender Populationen im westlichen Eurasien sehr wahrscheinlich eine entscheidende Rolle. Neben Anpassungen an die klimatischen Verhältnisse sowie der Vergrößerung des Gehirns kommt auch Gendrift eine besondere Bedeutung während deren Evolution zu. Bisher konnte man keine klare Artenentstehung nachweisen. Das wahrscheinlichste Szenario für die Fixierung von Neandertalermerkmalen scheint eine Zunahme dieser Merkmale während der zweiten Hälfte des Mittleren Pleistozäns zu sein. Auch wenn es äußerst schwierig ist, die Trennung afrikanischer und eurasischer Populationen zeitlich abzugrenzen, so liegt sie zweifellos vor OIS 11, da phenotypische Merkmale des Neandertalers aus dieser und wahrscheinlich von noch früherer Zeit bekannt sind. Der Begriff Homo rhodesiensis wird für Hominine vorgeschlagen, die große Gehirne haben und Vorfahren des Homo sapiens in Afrika und des Neandertalers in Europa sind. Der Begriff Homo neanderthalensis sollte für alle Individuen verwendet werden, die abgeleitete metrische sowie auch nichtmetrische Merkamle aufweisen, die für die Definition der Neandertaler des oberen Pleistozäns benutzt werden.

Hublin, J.-J. (2009). The origin of Neandertals. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, Early Edition.

Sie können den Artikel hier als PDF-Datei herunterladen.

 

Mai 2009: Neue wissenschaftliche Veröffentlichung (Fachbuch):

book coverJean-Jacques Hublin and Michael P. Richards (2009)

The Evolution of Hominin Diets:
Integrating Approaches to the Study of Palaeolithic Subsistence

Springer
ISBN: 978-1-4020-9698-3

weitere Informationen zum Buch

 

Der Ursprung der Diversität beim modernen Menschen

Die Interpretation genetischen Materials in Bezug auf den Ursprung des modernen Menschen hängt u. a. auch davon ab, in welchem Maße man genauere Informationen zu Struktur und Variation früherer Populationen gewinnen kann. Mittels unserer morphometrischen Studie konnten wir feststellen, dass die Gruppe des frühen modernen Menschen mehr Variation aufweist als jede andere Populationsgruppe in unseren Daten, die Vormenschen eines Zeitraums von 1,8 Mio. Jahren abdecken. Es zeigte sich, dass frühe moderne Menschen in ihrer Morphologie den heutigen modernen Menschen aus geographisch weit verbreiteten Populationen sehr ähnlich waren, jedoch nicht archaischen Gruppen glichen. Einige der derzeit diskutierten Modelle über den Ursprung des modernen Menschen stehen im Widerspruch mit unseren Ergebnissen. Auf der Grundlage dieser gehen wir davon aus, dass anstelle einer einzigen Out-of-Africa Verbreitung der frühe moderne Mensch bereits im pleistozänen Afrika in mehrere Populationen aufgeteilt war und es erst anschließend zu komplexen Migrationsbewegungen kam.

Gunz et al. (2009) "Early modern human diversity suggests subdivided population structure and a complet out-of-Africa scenario."
(Bevölkerungsdiversität beim frühen modernen Menschen: komplexe Bevölkerungsstruktur und Erstellen einer vollständigen Out-of-Afrika-Hypothese.)

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Schwere Geburt auch beim Neandertaler

book coverDie 3D-Rekonstruktion des Geburtskanals einer Neandertalerfrau gibt Einblicke in die Evolution des menschlichen Geburtsvorgang

Forscher der University of California in Davis (USA) und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig haben ein virtuelles Abbild des Beckens eines weiblichen Neandertalers aus Tabun (Israel) in 3D erstellt. Der Größe des Beckens nach zu schließen, muss die Geburt eines Neandertalerkindes etwa ebenso schwer gewesen sein, wie die eines heute lebenden menschlichen Kindes. Die virtuelle Rekonstruktion wird erstmals allen, die sich für die Evolution der Menschheit interessieren, online zum Download zur Verfügung gestellt. (PNAS, 20. April 2009)

Weaver, T.D., Hublin, J.-J. (2009). Neandertal birth canal shape and the evolution of human childbirth. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, 106(20), 8151-8156.

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17. November 2008: Neue wissenschaftliche Veröffentlichung (Fachbuch):

book cover Jean-Jacques Hublin with Bernard Seytre (2008)

Quand D'Autres Hommes Peuplaient La Terre:
Nouveaux Regards Sur Nos Origines

Éditions Flammarion
ISBN: 978-2-0812-0584-0


 

08. Februar 2008: Dental Tissue Studies Special Issue of Journal of Human Evolution Published
(Ergebnisse aus Zahnuntersuchungen in Sonderausgabe des Journal of Human Evolution veröffentlicht)

Die Februarausgabe des Journal of Human Evolution co-editiert von Tanya Smith und Jean-Jacques Hublin ist nunmehr verfügbar. In dieser Ausgabe findet man Beiträge zu 2 D und 3 D Untersuchungen auf dem Forschungsgebiet zur menschlichen Evolution, die im Rahmen des Dental Tissues Workshops (http://www.eva.mpg.de/evolution/dental_workshop/index.htm) vom 20. bis 23. September 2006 mit über 30 internationalen wissenschaftlichen Teilnehmern am MPI EVA präsentiert wurden.

Download Vorwort (pdf)

 

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