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03.08.2015 - 06:36 Uhr  
Abteilung für Human Evolution
 

Aktuelles

03. Juli 2015
Komplexität vor Größe: Altweltaffe hatte ein winziges aber komplexes Gehirn

The brain hidden inside the oldest known Old World monkey skull has been visualized for the first time. Victoriapithecus hatte ein im Verhältnis zur Körpergröße kleines Gehirn mit einem etwa dreimal so großen „Riechlappen“ wie vergleichbar große heute lebende Affenarten

Der älteste Vertreter der Altweltaffen, der Victoriapithecus, machte im Jahre 1997 erstmals Schlagzeilen, als sein versteinerter Schädel auf einer Insel innerhalb des Viktoriasees in Kenia gefunden wurde, wo das Äffchen vor 15 Millionen Jahren lebte. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem University College London (UCL) in Großbritannien machten jetzt erstmals sein Gehirn sichtbar: Das winzige aber erstaunlich faltenreiche Gehirn verdeutlicht, dass sich im Stammbaum der Primaten die Komplexität des Gehirns vor dessen Größe entwickelt haben könnte. Besonders auffallend war die Größe des Riechlappens: Er war bei Victoriapithecus etwa dreimal so groß wie bei heute lebenden Affenarten.

Link zur Pressemitteilung

L. Gonzales, B. Benefit, M. McCrossin and F. Spoor
Cerebral Complexity Preceded Enlarged Brain Size and Reduced Olfactory Bulbs in Old World Monkeys
Nature Communications, 3 July 2015. DOI: 10.1038/ncomms8580

 

 

 

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Die Abteilung für Human Evolution wurde 2004 als Teil des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) gegründet. Unter der Leitung von Jean-Jacques Hublin untersucht sie in erster Linie fossile Hominine mit dem Ziel, deren Biologie, Verhalten und kulturelle Evolution nachzuvollziehen. Hominine sind eine außerordentlich erfolgreiche Gruppe von mehreren Spezies, die sich auf der ganzen Erde ausgebreitet und praktisch jede ökologisch-geographische Nische besetzt haben. Hominine veränderten ihre Umwelt in ungeheurem Ausmaß. Sie verursachten eines der größten Massenaussterben der Erdgeschichte und gewannen zu einem gewissen Grad Einfluss auf ihr eigenes Genom und das anderer Arten. Während der ersten drei bis vier Millionen Jahre ihrer Evolution konkurrierten Homininen, wie auch andere Säugetiere, mit anderen Arten und passten sich den Umweltveränderungen in erster Linie durch biologische Adaption an, also durch die Änderung ihrer Körpergröße, ihres Nahrungsspektrums, ihrer Fortbewegung und ihres Fortpflanzungsverhaltens. Mit der Entwicklung komplexer Verhaltensmuster in Verbindung mit der Enstehung von Technik und allgemeiner menschlicher Kultur begann in den letzten zwei Millionen Jahren ein neues Kapitel der Primatenevolution. Die Evolutionsgeschichte des Menschen ist als bio-kultureller Prozess einmalig in der Geschichte des Lebens. Die zunehmende Bedeutung von Kultur als Teil der Adaptationsstrategie, und mehr noch das verstärkte Zusammenspiel von Kultur und Biologie machen diesen Prozess einzigartig.

Die Auseinandersetzung mit Fragen, wie z. B.: “Welche Faktoren führten zur Entstehung des Menschen?”, “Welche Unterschiede bestehen zwischen Menschen und anderen Primaten?” oder “Was ist anatomische und kulturelle Modernität?” erfordert eine interdisziplinäre Perspektive von Forschern mit unterschiedlichem Hintergrund. Von ebenso großer Wichtigkeit ist die Erforschung von rezenten und fossilen Menschenaffen, um Zugang zum gesamten Spektrum der Anpassungen unserer nächsten Verwandten zu erhalten.

 

Forschungsgruppen der Abteilung für Humanevolution:

Max-Planck-Forschungsgruppe für Pflanzliche Nahrungsstoffe und Nahrungsökologie von Homininen

Max Planck Weizmann Center for Integrative Archaeology and Anthropology (MPWC)

 

Über die Forschung hinaus ist das MPI EVA stark in der Ausbildung engagiert. Interessierte Doktoranden können sich bei der Leipzig School of Human Origins (IMPRS – International Max Planck Research School) bewerben, die 2005 ihre Arbeit aufgenommen hat.