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10.12.2016 - 07:53 Uhr  
Abteilung für Human Evolution
 

Aktuelles

November 23, 2016
9,500-year-old funerary rituals involving the reduction of fresh corpses discovered in east central Brazil

Findings from Lapa do Santo show oldest evidence in the continent of humans performing elaborated funerary rituals based on the manipulation and reduction of fresh corpses and the reorganization of body parts

In eastern South America skeletal remains dating to 10,000 years ago are rare, precluding the proper study of their ritual dimensions. In a study published this week in the journal Antiquity an international research team led by the Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology in Leipzig, Germany, and the University of Sao Paulo, Brazil, present their new findings on 26 human burials that date to this period and had been discovered at the archaeological cave site Lapa do Santo in east central Brazil.

Link to Max Planck Press Release

André Strauss, Rodrigo Elias Oliveira, Ximena S. Villagran, Danilo V. Bernardo, Domingo C. Salazar-García, Marcos César Bissaro, Francisco Pugliese, Tiago Hermenegildo, Rafael Santos, Alberto Barioni, Emiliano Castro de Oliveira, João Carlos Moreno de Sousa, Klervia Jaouen, Max Ernani, Mark Hubbe, Mariana Inglez, Marina Gratão, H. Rockwell, Márcia Machado, Gustavo de Souza, Farid Chemale, Koji Kawashita, Tamsin C. O'Connell, Isabel Israde, James Feathers, Claudio Campi, Michael Richards, Joachim Wahl, Renato Kipnis, Astolfo Araujo and Walter Neves
Early Holocene ritual complexity in South America: the archaeological record of Lapa do Santo (east-central Brazil)
ANTIQUITY, 21 November 2016, DOI: 10.15184/aqy.

 

 

26. September 2016
Gehörknöchelchen im Vergleich: andere Gestalt, ähnliche Funktion

Forscher haben die bisher größte Anzahl von Neandertaler-Gehörknöchelchen entdeckt und sie mit denen von modernen Menschen verglichen

Ein Forscherteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hat die Schädel von Neandertalern gescannt und dabei die erhalten gebliebenen, für das Hören wichtigen Mittelohrgehörknöchelchen gefunden. Überraschenderweise unterschieden sich diese in ihrem Aussehen von denen moderner Menschen. Den Autoren zufolge sind diese Unterschiede darin begründet, dass die Zunahme des Gehirnvolumens bei Neandertalern und modernen Menschen während der Evolution unterschiedlich verlaufen ist, dennoch funktioniert das Mittelohr bei beiden Menschenarten trotz dieser Unterschiede ähnlich. Moderne Menschen und Neandertaler könnten also über eine ähnliche Lautkommunikation verfügt haben. Die Ergebnisse der aktuellen Studie können auch dazu beitragen, den Ursprung von menschlicher gesprochener Sprache indirekt zu rekonstruieren.

Link zur Pressemitteilung

Stoessel, Alexander, Romain David, Philipp Gunz, Tobias Schmidt, Fred Spoor, and Jean-Jacques Hublin.
Morphology and Function of Neandertal and Modern Human Ear Ossicles

PNAS
(October 11, 2016 2016)

 

 

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Die Abteilung für Human Evolution wurde 2004 als Teil des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) gegründet. Unter der Leitung von Jean-Jacques Hublin untersucht sie in erster Linie fossile Hominine mit dem Ziel, deren Biologie, Verhalten und kulturelle Evolution nachzuvollziehen. Hominine sind eine außerordentlich erfolgreiche Gruppe von mehreren Spezies, die sich auf der ganzen Erde ausgebreitet und praktisch jede ökologisch-geographische Nische besetzt haben. Hominine veränderten ihre Umwelt in ungeheurem Ausmaß. Sie verursachten eines der größten Massenaussterben der Erdgeschichte und gewannen zu einem gewissen Grad Einfluss auf ihr eigenes Genom und das anderer Arten. Während der ersten drei bis vier Millionen Jahre ihrer Evolution konkurrierten Homininen, wie auch andere Säugetiere, mit anderen Arten und passten sich den Umweltveränderungen in erster Linie durch biologische Adaption an, also durch die Änderung ihrer Körpergröße, ihres Nahrungsspektrums, ihrer Fortbewegung und ihres Fortpflanzungsverhaltens. Mit der Entwicklung komplexer Verhaltensmuster in Verbindung mit der Enstehung von Technik und allgemeiner menschlicher Kultur begann in den letzten zwei Millionen Jahren ein neues Kapitel der Primatenevolution. Die Evolutionsgeschichte des Menschen ist als bio-kultureller Prozess einmalig in der Geschichte des Lebens. Die zunehmende Bedeutung von Kultur als Teil der Adaptationsstrategie, und mehr noch das verstärkte Zusammenspiel von Kultur und Biologie machen diesen Prozess einzigartig.

Die Auseinandersetzung mit Fragen, wie z. B.: “Welche Faktoren führten zur Entstehung des Menschen?”, “Welche Unterschiede bestehen zwischen Menschen und anderen Primaten?” oder “Was ist anatomische und kulturelle Modernität?” erfordert eine interdisziplinäre Perspektive von Forschern mit unterschiedlichem Hintergrund. Von ebenso großer Wichtigkeit ist die Erforschung von rezenten und fossilen Menschenaffen, um Zugang zum gesamten Spektrum der Anpassungen unserer nächsten Verwandten zu erhalten.

 

Forschungsgruppen der Abteilung für Humanevolution:

Max-Planck-Forschungsgruppe für Pflanzliche Nahrungsstoffe und Nahrungsökologie von Homininen

Max Planck Weizmann Center for Integrative Archaeology and Anthropology (MPWC)

 

Über die Forschung hinaus ist das MPI EVA stark in der Ausbildung engagiert. Interessierte Doktoranden können sich bei der Leipzig School of Human Origins (IMPRS – International Max Planck Research School) bewerben, die 2005 ihre Arbeit aufgenommen hat.