21.05.2012 - 12:17
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Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

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Aktuelle Pressemitteilungen

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10. Mai 2012: Eine Frage der Kultur
Schimpanse

Benachbarte Schimpansengruppen benutzen trotz ähnlicher ökologischer Bedingungen in ihrem Lebensraum verschiedene Hämmer zum Nüsseknacken

Im Taï- Nationalpark an der westafrikanischen Elfenbeinküste knacken Schimpansen Nüsse der Art Coula edulis mithilfe von Stein- und Holzhämmern und verwenden dabei Baumwurzeln als Ambosse. Jetzt untersuchte ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erstmals, ob benachbarte Schimpansengruppen unterschiedliche Hämmer zum Nüsseknacken verwenden und fanden heraus: Material und Größe der benutzten Hämmer richteten sich bei zwei der drei untersuchten Gruppen nach ökologischen Besonderheiten, wie der abnehmenden Nusshärte im Laufe der Saison, unterschieden sich aber dennoch maßgeblich von Gruppe zu Gruppe. Die Auswahl eines bestimmten Werkzeugs ist demnach nicht nur eine Anpassung an sich verändernde Umweltbedingen sondern auch ein kulturell erlerntes Verhalten, das innerhalb der Gruppe von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

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Nüsseknacken mit einem Holzhammer (mp4-Datei)

Nüsseknacken mit einem Steinhammer (mp4-Datei)

10.05.2012: Stress bei den Bonobos
Bonobo

Auch Tiere können gestresst sein: Eine neue Studie an Bonobos zeigt, dass das Leben im Regenwald durchaus anstrengend sein kann

Ergebnisse der Forschungsarbeit ergaben, dass erwachsene Bonobo-Männchen vor allem dann gestresst waren, wenn sie sich in der Nähe von  attraktiven Weibchen aufhielten.  Attraktive Bonoboweibchen sind solche, welche nah am Eisprung sind. Da sich hochrangige Männchen häufiger um die Nähe dieser Weibchen bemühen, hatten solche Männchen auch höhere Stresswerte als ihre niederrangigen Geschlechtsgenossen. Martin Surbeck und seine Kollegen am Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben herausgefunden, dass den Männchen in der Nähe der Weibchen zum Einen weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme bleibt und zum Anderen ein erhöhtes Risiko besteht, von Gruppenmitgliedern attackiert zu werden.

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27. April 2012: Mitteldeutschland wird Zentrum der deutschen und internationalen Biodiversitätsforschung
iDiv

Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie ist einer der Kooperationspartner des heute von der DFG bewilligten Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung

Der Universitätsverbund Halle-Jena-Leipzig hat am Freitag die letzte Hürde zur Einrichtung eines nationalen Forschungszentrums im Bereich Biodiversität erfolgreich gemeistert. Der Forschungsverbund erhielt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Zuschlag für iDiv, das Deutsche Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung. „Damit wurde die exzellente Forschung zur Biodiversität in Leipzig, Halle und Jena belohnt", sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Sprecheruniversität Leipzig. Die DFG fördert das Zentrum mit Sitz in Leipzig mit jährlich sieben Millionen Euro – und das bis zu zwölf Jahre. Die von Prof. Dr. Christophe Boesch geleitete Abteilung für Primatologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist einer der Kooperationspartner.

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26. April 2012: Taï Schimpansen als Hollywoodstars
Freddy mit Sohn.

Die Disney-Produktion “Chimpanzee” zeigt faszinierende Bilder aus dem Leben unserer nächsten Verwandten, der Schimpansen

Oscar, Freddy und Isha sind die Stars des neuen Disneynature Films “Chimpanzee”, der am Freitag, dem 20. April 2012, in Nordamerika seine Premiere feierte. Dies ist der erste Film, der vollständig im afrikanischen Regenwald gefilmt wurde und auf bewegte Bilder von frei lebenden Schimpansen zurückgreift, die im Taï National Park an der Elfenbeinküste und in Ngogo im Kibale Nationalpark in Uganda beheimatet sind. Die drei Hauptdarsteller Oscar, Freddy und Isha gehören Gruppen von Schimpansen an, die Max-Planck-Direktor Christophe Boesch und sein Team an der Elfenbeinküste bereits seit 33 Jahren erforschen.

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12. April 2012: Lernen nach dem Mehrheitsprinzip
Kinder lernen

Menschen und Schimpansen folgen bei der Weitergabe von Kultur der Mehrheit

Die Weitergabe kultureller Errungenschaften an die nächste Generation ist eine Schlüsselkomponente der menschlichen Evolution. Menschen übernehmen dabei vor allem solche Verhaltensweisen, die auch von vielen anderen Individuen praktiziert werden. Auch die nächsten lebenden Verwandten des Menschen, Schimpansen und Orang-Utans, geben traditionelles Verhalten und Kultur an ihre Nachfahren weiter. Ob und wie dieser Prozess dem des Menschen ähnelt, ist noch größtenteils unbekannt. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben nun herausgefunden, dass Schimpansen dazu neigen eher die Handlung zu kopieren, die von einer größeren Anzahl Individuen vorgemacht wird, als die am häufigsten ausgeführte Handlung. Zweijährige Kleinkinder richten sich sowohl nach der Anzahl der Individuen als auch nach der Häufigkeit. Für Orang-Utans spielt dagegen keines von beidem eine Rolle.

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07. Februar 2012: Gesamtes Genom einer ausgestorbenen Menschenform aus einem Fossil entschlüsselt
Denisova-Höhle

Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das komplette Genom eines Denisova-Menschen entschlüsselt.

Im Jahre 2010 veröffentlichten Svante Pääbo und seine Mitarbeiter die vorläufige Fassung des Genoms, das sie einem winzigen Teil eines fossilen Fingerknochens aus der Denisova-Höhle in Südsibirien entnommen hatten. Den DNA-Sequenzen zufolge gehört dieser Knochen der Vertreterin einer zuvor unbekannten ausgestorbenen Menschenform, jetzt als Denisova-Mensch bekannt. Zusammen mit den Neandertalern sind die Denisova-Menschen die nächsten ausgestorbenen Verwandten heute lebender Menschen.

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16. Januar 2012: Ungewöhnliches Erfolgsrezept bei Bonobos
Bonobos

Dominante Affenmänner investieren in freundschaftliche Paarbeziehungen

Bei vielen Tierarten konkurrieren die Männer um weibliche Individuen. Während der Paarungszeit steigt ihr Testosteronspiegel, der aggressives Verhalten und maskulines Aussehen fördert. Bei den Bonobos hingegen wird viel in freundschaftliche Beziehungen zu den Weibchen investiert. Ein erhöhter Testosteronspiegel oder gesteigerte Aggressivität würden mit dem gesteigerten Paarbindungsverhalten kollidieren. 

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05. Januar 2012: Auf den Spuren menschlicher Evolution
Jean Jacques Hublin

Gründung des Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot/Israel

Der bereits gut ausgebauten und vielfältigen Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und dem israelischen Weizmann Institut wird ein neuer Baustein hinzugefügt: Am 11. Januar 2012 unterzeichnen Max-Planck-Präsident Peter Gruss und Weizmann-Präsident Daniel Zajfman den Gründungsvertrag für das neue Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot. 

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04. Januar 2012: Menschenaffen wägen Risiken ihrer Entscheidungen ab
Schimpanse

Max-Planck-Forscher zeigen, dass Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans bei der Wahl zwischen zwei Alternativen durchdacht vorgehe 

Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas und Bonobos treffen durchdachtere Entscheidungen als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen sowie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gelangt. Wie die Forscher in Verhaltensexperimenten herausgefunden haben, wägen Menschenaffen detailliert ab, wenn sie zwischen einer gewinnträchtigen, aber riskanten Alternative wählen müssen oder einer, die zwar sicher ist, dafür aber weniger Gewinn verspricht. Schimpansen und Orang-Utans sind dabei offenbar risikofreudiger als Gorillas und Bonobos. 

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