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Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


15. Dezember 2014: Bildung und alternative Proteinquellen könnten dabei helfen, die Biodiversität im tropischen Afrika zu schützen

Um Artenschutzbemühungen noch effektiver zu gestalten, sollten zukünftig auch Daten zu sozio-ökonomischen Entwicklungsprozessen und deren Auswirkungen auf die Biodiversität im tropischen Afrika in die Strategieplanungen mit einbezogen werden. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt Zusammenhänge zwischen den Lebensbedingungen der Menschen und dem Schutz der Biodiversität in Liberia (Westafrika) erforscht.

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31. Oktober 2014: Bloß kein Außenseiter sein!
Zweijährige Kinder

Kleinkinder imitieren Gleichaltrige, um dazuzugehören, während Menschenaffen eher bei ihren eigenen Vorlieben bleiben

Kinder und Schimpansen richten sich oft nach der Mehrheit, wenn sie etwas Neues lernen möchten. Aber geben sie, um sich Gleichaltrigen anzupassen, auch eigene Vorlieben auf? Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Jena hat jetzt im direkten Vergleich zwischen Menschenaffen und Kindern herausgefunden, dass die Bereitschaft, eigene Vorlieben zugunsten Anderer aufzugeben, beim Menschen besonders stark ausgeprägt ist – und das bereits bei Kleinkindern im Alter von zwei Jahren. Interessanterweise schien die Anzahl derjenigen, die eine alternative Problemlösung präsentierten, keinen Einfluss darauf zu haben, ob die Kinder sie imitierten.

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27. Oktober 2014: Frühaufsteher erhalten die besten Früchte
Junger Schimpanse

Frei lebende Schimpansen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste planen Zeit, Ort und Art ihres Frühstücks voraus

Wie beschaffen sich unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, auch in kargen Zeiten ausreichend Nahrung, um ihre großen, komplexen Gehirne mit Nährstoffen zu versorgen? Dieser Frage ging jetzt ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nach. Karline Janmaat und ihre Kollegen fanden heraus, dass Schimpansen ihre Schlafnester entlang der Strecke zum nächsten Frühstücksbaum bauen, wenn dieser besonders kurzlebige Früchte enthält, die ihnen andere Fruchtfresser tagsüber gern streitig machen. Darüber hinaus zeigen die Forscher, dass die Schimpansen für den Erwerb dieser Früchte ihre Nester morgens früher verlassen (oft noch im Dunkeln, wenn Leoparden auf der Jagd sind), um vor allen anderen am Frühstücksort anzukommen. Dabei gingen sie früher los, je weiter dieser von ihren Schlafnestern entfernt lag.

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22. Oktober 2014: Erbgut des bisher ältesten modernen Menschen entschlüsselt
Pääbo und Peristov

Forscher entdecken Anteile von Neandertaler-DNA im Erbgut eines 45.000 Jahre alten modernen Menschen aus Sibirien

Ein Forscherteam unter der Leitung von Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Gesamtgenom eines 45.000 Jahre alten modernen Menschen aus Westsibirien entziffert und mit dem Erbgut von später in Europa und Asien lebenden Menschen verglichen. Dabei zeigte sich, dass dieser Mann zu einer Zeit lebte, als die Vorfahren heute lebender Europäer und Asiaten gerade begannen, sich getrennt voneinander weiterzuentwickeln. Wie es bei allen heute außerhalb von Afrika lebenden Menschen der Fall ist, enthielt auch das Erbgut des Mannes aus Ust‘-Ishim Anteile von Neandertaler DNA. Diese Segmente waren jedoch viel länger als bei heute lebenden Menschen und belegen, dass die Vermischung von modernen Menschen mit Neandertalern vor etwa 50.000 bis 60.000 Jahren stattfand.

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06. Oktober 2014: Kernwortschatz von Sprachen bleibt langfristig stabil

Gesellschaftliche Ereignisse und Umwelteinflüsse können die Wortschatzentwicklung einer Sprache aber trotzdem beschleunigen

Wie häufig wir bestimmte Wörter verwenden, ändert sich ständig. Neue Wörter erscheinen, andere verschwinden. Doch wie sich die Dynamik dieser Veränderungen in verschiedenen Sprachen gestaltet, ist nur wenig erforscht. Wissenschaftler der Kazan Federal University in Russland und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt mithilfe des Google Books Ngram Korpus die Evolution des englischen Wortschatzes im Vergleich zum russischen, deutschen, französischen, spanischen und italienischen untersucht. Sie stellten fest, dass Kriege und andere gesellschaftliche Veränderungen die Evolution des Wortschatzes beschleunigen können, während sich in Zeiten der Stabilität das Vokabular einer Sprache weniger schnell verändert. Weitere Analysen ergaben, dass sich das britische und das amerikanische Englisch auseinander entwickelten, seit Mitte des 20. Jahrhunderts aber wieder einander annähern, vermutlich aufgrund der Massenmedien. Abgesehen von diesen Besonderheiten konnten die Forscher aber auch universelle Trends bei der Wortschatzentwicklung feststellen, denn über längere Zeiträume hinweg betrachtet ändert sich das Vokabular verschiedener Sprachen in einem ähnlichen Maße.

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22. September 2014: Frühe Besiedlung Zentraleuropas durch moderne Menschen
Ausgrabungsarbeiten in Willendorf II

Moderne Menschen besiedelten Österreich vor etwa 43.000 Jahren während einer kalten steppenähnlichen Klimaperiode

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Philip Nigst von der University of Cambridge und vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und Bence Viola am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie hat Steinwerkzeuge untersucht, die sie während einer Neuausgrabung in der Fundstätte der Venus von Willendorf in Österreich entdeckt hatten. Die Forscher konnten diese Werkzeuge der archäologischen Kultur des Aurignacien zuordnen, die generell als Indiz für die Präsenz moderner Menschen gilt. Sie datierten die Werkzeuge auf ein Alter von etwa 43.500 Jahren, also älter als andere bekannte Fundstücke aus dieser Kultur. Eine Untersuchung des Bodens ergab, dass damals ein kühles Klima vorherrschte und in der steppenähnlichen Landschaft Nadelholzwälder entlang der Flusstäler wuchsen. Das Alter der Fundstücke belegt, dass moderne Menschen Zentraleuropa früher besiedelten und sich die Region über einen längeren Zeitraum hinweg mit den Neandertalern teilten als bisher angenommen. Darüber hinaus zeigen die Forscher, dass frühe moderne menschliche Siedler, die aus den wärmeren Landschaften Südeuropas kamen, gut an verschiedene klimatische Bedingungen angepasst waren.

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17. September 2014: Tödliche Gewalt betrifft meist Schimpansen-Männchen
Schimpansen

Auseinandersetzungen mit Todesfolge unter frei lebenden Schimpansen und Bonobos sind Anpassungen an die Umwelt und nicht Folge menschlicher Einflüsse.

Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, der University of Minnesota, der Harvard University und weiteren Institutionen hat untersucht, weshalb frei lebende Schimpansen und Bonobos manchmal Artgenossen in Auseinandersetzungen töten. Dafür verglichen die Feldforscher ihre in den vergangenen 50 Jahren gesammelten Daten zu 18 Schimpansen- und vier Bonobo-Gesellschaften. Die Forscher ermittelten, dass Tötungen bei Schimpansen häufiger vorkommen als bei Bonobos. Dabei geht die Aggression stärker von den Männchen aus und richtet sich gegen andere nicht verwandte Männchen. Meist sind die Angreifer den Tötungsopfern zahlenmäßig überlegen. Überraschenderweise kommen die Tötungen in Gebieten, in denen der Mensch in den Lebensraum der Tiere stärker eingegriffen hat, nicht häufiger vor. Die Forscher folgern daraus, dass die Tötung eines Artgenossen dem Angreifer möglicherweise Vorteile durch den Zugewinn von Territorium, Nahrung und potenziellen Paarungspartnern verschafft.

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28. Juli 2014: Bonobo-Weibchen pubertieren früher
Bonobo und Schimpanse

Pubertät setzt bei weiblichen Bonobos früher ein als bei weiblichen Schimpansen

Die Pubertät ist die Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenen-Alter. Verhalten und Aussehen verändern sich in dieser Phase noch einmal sehr stark – nicht nur beim Menschen, auch bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen. In einer aktuellen Studie haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersucht, in welchem Alter Bonobos und Schimpansen pubertieren. Um den Beginn der Pubertät zu bestimmen, analysierten die Forscher die Konzentration des Hormons Testosteron, das mit der eintretenden Geschlechtsreife bei männlichen und weiblichen Bonobos und Schimpansen wie beim Menschen sprunghaft ansteigt. Dabei fanden sie heraus, dass sich bei den Männchen beider Arten die im Urin gemessenen Testosteron-Konzentrationen im Alter von etwa acht Jahren erhöhen. Während Schimpansinnen ein wenig später als ihre männlichen Artgenossen pubertieren, setzt die Pubertät bei weiblichen Bonobos bereits im Alter von fünf Jahren ein. Das ist überraschend, denn Bonobos gelten als Spätzünder, deren Entwicklungsprozesse im Vergleich zu Schimpansen verzögert sind oder länger andauern.

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07. Mai 2014: Hunde folgen der Stimme des Menschen zum Futter
Studienaufbau

Hunde und Welpen können die Sprechrichtung des Menschen als Hinweis verwenden und so verstecktes Futter aufspüren

Hunden und Welpen fällt es leicht, kommunikative Hinweise des Menschen richtig zu deuten. So nutzen sie beispielsweise ihre Augen, um der Zeigegeste oder Blickrichtung eines Menschen zu folgen und verstecktes Futter aufzuspüren. Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt untersucht, ob Hunden dies auch mit Hörinformationen gelingt. Dazu ließen sie erwachsene Hunde und Welpen zwischen zwei identischen Schachteln wählen, von denen aber nur eine Futter enthielt. Hinter einer Barriere und für den Hund nicht sichtbar befand sich die Studienleiterin, die in Richtung der Schachtel mit dem Futter blickend verbal ihre Freude zum Ausdruck brachte. Die meisten Hunde und sozialisierten Welpen konnten die richtige Futterquelle anhand der akustischen Hinweise erfolgreich identifizieren; einige Welpen schnitten sogar besser ab als die erwachsenen Tiere. Hunde verlassen sich also nicht nur auf visuelle Hinweise, sondern kombinieren verschiedene kommunikative Signale des Menschen miteinander. Diese sozialen Fertigkeiten könnten im Laufe der Domestizierung Teil des genetischen Bauplans von Hunden geworden sein.

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24. April 2014: Albert Maucher-Preis 2013

Preisträgerin Kathryn E. Fitzsimmons leitet Arbeitsgruppe zur Lumineszenzdatierung am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig

Dr. Kathryn E. Fitzsimmons heißt die Preisträgerin des Albert Maucher-Preises für Geowissenschaften 2013 der DFG. Sie arbeitet seit 2010 in der Abteilung Humanevolution am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Ihr Forschungsinteresse gilt dem Umweltwandel und Mensch-Umwelt-Interaktionen. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis stiftete der Münchner Geologe Albert Maucher, der zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn durch die DFG gefördert wurde. Nach dem Willen Mauchers würdigt die Auszeichnung ausdrücklich auch unkonventionelle Forschungsansätze und -methoden. Sie erhält den Preis am 23. September 2014.

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Weitere Informationen zu Dr. Fitzsimmons Forschung

16. April 2014: Verwandtschaft im Sprachen-Dschungel

Max-Planck-Forscher entschlüsseln Beziehungen zwischen seltenen Sprachen im kolumbianischen Amazonasgebiet

Nur 50 Wörter sind von der Sprache der Carabayo bekannt, eines völlig isoliert lebenden Volkes im Amazonas-Gebiet. Diese Wortliste wurde im Jahre 1969 während eines kurzen Zusammentreffens mit einer Carabayo-Familie erstellt. Frank Seifart vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Juan Alvaro Echeverri von der Universidad Nacional de Colombia in Leticia, Kolumbien, haben jetzt diese historischen Daten analysiert und sie mit verschiedenen Sprachen verglichen, die in der Region gesprochen werden oder wurden. Dabei fanden die Forscher Gemeinsamkeiten von Carabayo zu der bereits ausgestorbenen Sprache Yurí und zu Tikuna, einer lebenden Sprache der Region. Den Ergebnissen zufolge scheinen die Carabayo also direkt oder indirekt von den Yurí abzustammen, deren Sprache und Bräuche im 19. Jahrhundert von Entdeckern beschrieben wurden, bevor sich diese Menschen in eine freiwillige Isolation zurückzogen.

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15. April 2014: Lebensweise bestimmt Darmflora
Hadza-Frauen

Ein internationales Forscherteam analysiert erstmals Darmbakterien heute lebender Jäger und Sammler

Die Darmflora beeinflusst zahlreiche Aspekte der Gesundheit und Nährstoffaufnahme beim Menschen, doch bisher konzentrierte sich die Forschung hauptsächlich auf „westliche“ Bevölkerungsgruppen. Ein internationales Forscherteam, dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig angehören, hat nun erstmals die Darmflora einer modernen Jäger- und Sammlergesellschaft, der in Tansania lebenden Hadza, untersucht. Dabei fanden die Forscher heraus, dass sich das Mikrobenprofil der Hadza von denen aller anderen bisher untersuchten Menschengruppen unterscheidet. Die Bakterien im Verdauungstrakt der Hadza spielen also möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an ihre spezielle Ernährungs- und Lebensweise. Die Studie zeigt auch, wie die Darmflora bereits unseren Vorfahren dabei geholfen haben könnte, sich an die Lebensbedingungen während der Steinzeit anzupassen und zu überleben.

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09. April 2014: Eine der letzten Hochburgen des Westlichen Schimpansen
Logistik

In Liberia lebt die zweitgrößte Schimpansen-Population Westafrikas

Wenn es Liberia in die Nachrichten schafft, dann meist im Zusammenhang mit Bürgerkrieg, Wirtschaftskrise, Armut und Krankheiten, wie kürzlich wieder mit dem Auftreten von Ebola in Westafrika. Weniger mediale Aufmerksamkeit erhalten hingegen sein Status als Biodiversitäts-Hotspot und die Tatsache, dass einige der letzten überlebensfähigen und bedrohten Wildtierpopulationen Westafrikas dort beheimatet sind. Wegen der gewalttätigen Konflikte in Liberia zwischen 1989 und 1997 sowie zwischen 2002 und 2003 konnten Wissenschaftler lange Zeit keine biologische Datenerhebungen durchführen. Nun hat ein internationales Forscherteam, darunter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, die in Liberia lebenden Schimpansen und anderen großen Säugetiere gezählt. Der Zensus hat ergeben, dass das Land mit rund 7000 Schimpansen die zweitgrößte Population der westlichen Unterart des Schimpansen beherbergt. Da Liberia große Waldflächen zur Abholzung frei gegeben hat, können die Entscheidungsträger vor Ort die Ergebnisse nutzen, um die Schimpansen besser zu schützen.

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01. April 2014: Der Neandertaler steckt in unseren Genen
Neandertaler und moderner Mensch

Europäer besitzen dreimal mehr Neandertaler-Varianten in ihren am Fettabbau beteiligten Genen als Asiaten und Afrikaner

Obwohl die Neandertaler ausgestorben sind, finden sich Fragmente ihres Erbguts im Genom heute lebender Menschen wieder. Diese Fragmente sind aber nicht gleichmäßig über das Genom verteilt. Stattdessen sind einige Bereiche im Genom stärker mit Neandertaler-Varianten angereichert als andere. Ein internationales Forscherteam um Philipp Khaitovich vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und vom CAS-MPG Partner Institute for Computational Biology in Shanghai hat jetzt herausgefunden: DNA-Sequenzen, die sowohl beim modernen Menschen als auch beim Neandertaler vorkommen, waren vor allem in den am Stoffwechselabbau von Fetten beteiligten Genen reichlich vorhanden. Besonders häufig fanden die Forscher sie im Erbgut von heute lebenden Menschen europäischer Abstammung, denen sie möglicherweise einen selektiven Vorteil verschafften.

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13. Februar 2014: Vermischte Gene
Interaktive Website

Interaktive Weltkarte zur genetischen Geschichte des Menschen enthüllt genetische Auswirkungen historischer Ereignisse

Wenn Eltern aus verschiedenen ethnischen Gruppen sich miteinander fortpflanzen, ist das Erbgut ihrer Nachkommen eine Mischung aus der DNA dieser beiden Gruppen. Stücke dieser DNA werden dann an darauf folgende Generationen weitergegeben und gelangen so bis in die heutige Zeit. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der Oxford University und dem University College London erstellte jetzt eine Weltkarte, die die genetische Geschichte von 95 verschiedenen Populationen aus aller Welt über vier Jahrtausende hinweg beleuchtet.

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05. Februar 2014: Neue Schimpansenpopulation entdeckt
Schimpansen

Im Norden der Demokratischen Republik Kongo leben mehrere Tausend Schimpansen in einem unzugänglichen Waldgebiet

Die Anzahl der großen Menschenaffen in Afrika nimmt stetig ab. Daher ist es wichtig, Daten hinsichtlich ihrer Verbreitung und Populationsgröße zu erheben, um Schutzmaßnahmen gezielt dort einsetzen zu können, wo sie am dringendsten benötigt werden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Amsterdam in den Niederlanden haben über mehrere Hundert Kilometer Datenerhebungen zu Schimpansen in der Region Uele im Norden der Demokratischen Republik Kongo durchgeführt. Dabei entdeckten sie eine große Population von Östlichen Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii), einer Unterart des Schimpansen. Die 2005 und 2012 erhobenen Daten deuten darauf hin, dass die Populationsgröße der Tiere im entlegenen Bili-Gangu Wald innerhalb dieses Zeitraums stabil geblieben ist. Insgesamt erschlossen die Forscher ein Gebiet von etwa 50.000 Quadratkilometern, in dem mehrere Tausend Schimpansen beheimatet sind. Den Forschern zufolge sollte dieses Gebiet Priorität für den Schutz der Östlichen Schimpansen erhalten.

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05. Februar 2014: Freund oder Feind
Schimpansen

Schimpansen kennen die Kooperationspartner anderer Gruppenmitglieder und nutzen dieses Wissen in Konfliktsituationen

In Konfliktsituationen sollte man besser wissen, wer zur Familie und zum Freundeskreis des Gegners gehört. Menschen beschäftigen sich intensiv mit den sozialen Beziehungen ihrer Mitmenschen. Bisher noch nicht bekannt war aber, ob andere Tiere ebenfalls in der Lage sind, die sozialen Beziehungen ihrer Artgenossen über die engsten familiären Grenzen hinweg im Auge zu behalten. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun mit frei lebenden Schimpansen aus dem Budongo-Wald in Uganda eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Zwei Stunden nachdem ein Schimpanse ein anderes Gruppenmitglied angegriffen hatte oder selbst angegriffen wurde, spielten ihm die Forscher über einen Lautsprecher eine Tonaufnahme mit aggressiven Schreien eines dritten Tiers vor. Wenn es sich bei der Aufnahme um die Schreie eines engen Freundes oder Verwandten des Gegners handelte, blickte er länger in Richtung Lautsprecher und bewegte sich häufiger von diesem weg. Schimpansen wissen, wer mit wem in der Gruppe auch jenseits von Verwandtschaftsverhältnissen kooperiert, und dass sich das Verhalten Anderer auf sie selbst auswirken kann.

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15. Januar 2014: Neues Publikationsmodell für wissenschaftliche Fachbücher

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Open-Access Buchveröffentlichung mit mehr als 500 000 Euro

Ein Publikationsvorhaben unter der Leitung der Sprachwissenschaftler Martin Haspelmath vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Stefan Müller von der Freien Universität Berlin wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit mehr als 500 000 Euro gefördert. Bei dem Projekt „Language Science Press“ sollen bis 2016 bis zu 100 Bücher aus verschiedenen Bereichen der Linguistik in mehreren Buchreihen kostenlos im Internet veröffentlicht werden. Hinter dem Vorhaben steht eine Gemeinschaft von einigen hundert renommierten Linguisten aller Kontinente, die sich zusammengeschlossen haben, um sich von traditionellen Wissenschaftsverlagen unabhängig zu machen.

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15. Januar 2014: Freundschaft geht durch den Magen
Schimpansen

Schimpansen, die ihre Nahrung mit anderen teilen, haben mehr Oxytocin-Hormon im Urin

Soziale Beziehungen tragen maßgeblich zum biologischen Erfolg des Menschen bei. Über ihre Entstehung und die ihnen zugrunde liegenden Mechanismen ist jedoch wenig bekannt. Das Hormon Oxytocin spielt dabei aber eine Schlüsselrolle. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Oxytocin-Werte im Urin frei lebender Schimpansen gemessen. Die Hormonkonzentration ist nach dem Teilen von Nahrung bei Spender und Empfänger höher als nach einer Nahrungsaufnahme in Gesellschaft, bei der nicht geteilt wurde. Der Oxytocinspiegel war sogar höher als nach der gegenseitigen Fellpflege, was darauf hindeutet, dass das Teilen von Nahrung für den Auf- und Ausbau sozialer Beziehungen sogar noch wichtiger sein könnte. Den Forschern zufolge sind beim Futterteilen möglicherweise dieselben neurobiologischen Mechanismen beteiligt, die die Mutter-Kind-Bindung während des Stillens bilden und fördern. Nahrung mit anderen zu teilen könnte also kooperative Beziehungen unter nicht miteinander verwandten erwachsenen Schimpansen sogar erst auslösen.

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