30.04.2016 - 17:02
A  A

Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


27. April 2016: Frühmenschen bei Raubtieren auf dem Speiseplan
Oberschenkelknochen

Zahnspuren auf einem 500.000 Jahre alten Oberschenkelknochen aus Marokko deuten darauf hin, dass große Raubtiere einst Menschen jagten oder deren Aas verspeisten

Ein internationales Forscherteam um Camille Daujeard vom Muséum National D'Histoire Naturelle in Paris und Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat Zahnspuren auf dem 500.000 Jahre alten Oberschenkelknochen eines Homininen aus einer Höhle in Marokko analysiert. Dabei fanden die Forscher heraus, dass dieser von großen Fleischfressern, wahrscheinlich von Hyänen, verspeist worden war.

Link zur Pressemitteilung

04. April 2016: Genetik offenbart den Einfluss der Lebensweise auf die Evolution
Khoisan

Forscher finden Unterschiede zwischen Jäger- und Sammlerkulturen und bäuerlich lebenden Volksgruppen

Bislang ging man davon aus, dass die Zahl der Veränderungen im Genom nicht durch kulturelle Faktoren beeinflusst wird. Dem entgegen steht nun das Ergebnis einer aktuellen Studie. Ein Forscherteam aus Deutschland und Frankreich analysierte mehr als 500 Sequenzen des männlichen Y-Chromosoms bei Landwirtschaft treibenden Ethnien und bei traditionell als Jäger und Sammler lebenden Bevölkerungsgruppen im südlichen Afrika. Dabei zeigte sich in den Abstammungslinien der bäuerlichen Bevölkerung eine vergleichsweise hohe Veränderungsrate. Die Forscher erklären das mit dem deutlich höheren Durchschnittsalter der Väter. Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: Der letzte gemeinsame Urahn des menschlichen Y-Chromosoms ist offenbar sehr viel älter als bislang angenommen.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

18. März 2016: Jäger und Sammler der Steinzeit trugen zur besseren Anpassung der Europäer bei

Umweltanpassungen in den Genen der Europäer stammen größtenteils eher von Jägern aus der Steinzeit als von Bauern

Moderne Menschen haben sich im Laufe von vielen Tausend Jahren an ihre Umwelt angepasst. Doch wie genau verschiedene Varianten des Erbguts zu dieser Anpassung beigetragen haben, war lange umstritten. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun das Erbgut von Menschen analysiert, die vor 45.000 bis 7.000 Jahren gelebt haben. Die Analysen zeigen, dass die Anpassung an lokale Umweltbedingungen zu einem gehäuften Vorkommen bestimmter Genvarianten in Europäern geführt hat. Interessanterweise traten die meisten dieser adaptiven Varianten bereits bei frühen Jägern und Sammlern auf, jedoch nicht bei frühen Bauern. Jäger und Sammler, die mehrere Tausend Jahre vor Auftreten der Bauern in Europa lebten, waren also an die Umweltbedingungen vor Ort angepasst und haben diese Genvarianten an heute lebende Europäer weitergegeben.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

14. März 2016: Frühester Nachweis von Neandertaler-DNA in 400.000 Jahre alten Hominiden aus Spanien
Hominidenknochen

Analyse des Erbguts von Hominiden aus der Fundstätte Sima de los Huesos in Spanien belegt Verwandtschaft mit Neandertalern

Frühere Untersuchungen des mütterlich vererbten mitochondrialen Genoms eines Hominiden aus der „Knochengrube“ Sima de los Huesos aus dem Jahre 2013 hatten ergeben, dass die Mitochondriengenome dieser Frühmenschen entfernt mit denen der Denisova-Menschen verwandt waren, ausgestorbenen Verwandten des Neandertalers aus Asien. Dieses Ergebnis überraschte, denn äußerlich weisen die Fossilien einige Neandertaler-Merkmale auf. Um die Verwandtschaftsverhältnisse näher zu beleuchten, sequenzierten Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nun Erbgut aus dem Zellkern dieser Fossilien – eine technische Herausforderung, denn von der extrem alten DNA waren nur noch sehr kurze Fragmente übrig. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sima-Hominiden frühe Neandertaler waren.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

04. März 2016: Mehr Sumatra-Orang-Utans als bisher angenommen
Sumatra Orang-Utan

Auf Sumatra leben mehr Orang-Utans als erwartet, doch die fortschreitende Abholzung könnte ihre Zahl künftig wesentlich verringern

Der Sumatra Orang-Utan, eine der zwei existierenden Orang-Utan-Arten, lebt ausschließlich im Norden der indonesischen Insel Sumatra und ist vom Aussterben bedroht. Gründe dafür sind Wilderei, Abholzung und die Umwandlung des Lebensraums dieser Menschenaffen in Ackerfläche. Ein internationales Forscherteam hat jetzt umfangreiche Datenerhebungen durchgeführt, um die Zahl der Sumatra Orang-Utans neu zu schätzen. Die Wissenschaftler haben dabei festgestellt, dass noch 14.600 Sumatra Orang-Utans in freier Wildbahn leben – 8.000 mehr als bisher gedacht. Eine gute Nachricht, doch ist nicht ein Populationswachstum der Grund, sondern die größere Reichweite der Erhebung. Darüber hinaus könnten bis 2030 bis zu 4.500 Orang-Utans verschwinden, sollte die Abholzung ihres Lebensraums wie geplant fortschreiten. Deshalb mahnen die Forscher die nationalen und lokalen Gesetzgeber Sumatras, Maßnahmen umzusetzen, um negative Auswirkungen auf die Wälder, in denen Orang-Utans leben, zu vermeiden.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

29. Februar 2016: Warum werfen Schimpansen Steine gegen Bäume?
Schimpanse Westafrika

Neu entdecktes Verhalten und Steinanhäufungen frei lebender Schimpansen erinnern an vom Menschen geschaffene Steinhaufen

Schimpansen nutzen häufig Werkzeuge, um damit an Nahrung zu kommen oder um diese aufzunehmen. Die Tiere unterscheiden sich jedoch regional, welche Werkzeuge sie für welchen Zweck benutzen. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben deshalb das „Pan African Programme: The Cultured Chimpanzee“ ins Leben gerufen. In diesem Programm haben sie seit 2010 standardisiert in ganz Afrika Daten zum Verhalten von Schimpansen, zur Demografie und Ressourcenverfügbarkeit gesammelt. Dabei sind die Wissenschaftler jetzt auf eine bislang gänzlich unbekannte Verhaltensweise gestoßen: In Westafrika häufen Schimpansen Steine an, wenn sie diese gegen Bäume werfen. Warum die Tiere dies tun, wissen die Forscher noch nicht. Das Verhalten weist aber kulturelle Elemente auf.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

25. Februar 2016: Vermischung von Orang-Utan-Unterarten beunruhigt Forscher
Borneo Orang-Utans

Auswilderung verschiedener Unterarten führte zur Hybridisierung einer vom Aussterben bedrohten Wildtierpopulation

Weil ihre Lebensräume zunehmend zerstört werden, gelangen weltweit immer mehr vom Aussterben bedrohte Tierarten in Pflege- und Auffangstationen. Oberstes Ziel ist oft die Auswilderung und Integration der Tiere in frei lebende Populationen. In einer neuen Studie warnen Graham L. Banes und Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig davor, dass es dabei unter Umständen zu einer ungewollten Einschleppung von nicht einheimischen Unterarten kommen kann. Mithilfe von DNA-Analysen bewerteten die Forscher vergangene Auswilderungen in den Tanjung Puting Nationalpark in Indonesien und stellten fest: Orang-Utans einer nicht einheimischen und genetisch verschiedenen Unterart wurden unwissentlich in den Nationalpark entlassen und haben sich mit frei lebenden Populationen vermischt. Bereits vor etwa 176.000 Jahren trennten sich die evolutionären Wege beider Unterarten, die sich in den letzten 80.000 Jahren auch stark voneinander differenziert haben. Die Vermischung könnte negative Auswirkungen auf die Überlebensfähigkeit der ohnehin schon bedrohten Populationen haben, so die Forscher.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

24. Februar 2016: Zähne sagen menschliche Evolution voraus

Forschern zufolge ist die Evolution menschlicher Zähne viel einfacher als bisher angenommen

Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Biologen Alistair Evans von der Monash Universität in Australien hat die Zähne von Menschen und fossilen Homininen unter einem neuen Blickwinkel untersucht. Die Forscher konnten belegen, dass die Größe der Backenzähne, einschließlich der Weisheitszähne, einer Regel folgt, die besagt, dass die Größe eines Zahns die Größe des Nachbarzahns beeinflusst. Die Evolution menschlicher Zähne war also sehr viel einfacher, als Wissenschaftler bisher angenommen haben. Dem internationalen Team gehörten auch Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an: Die Analyse der von der Abteilung für Humanevolution generierten Daten machte diese groß angelegte Studie zur Entwicklung von Zähnen erst möglich.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

17. Februar 2016: Früher Genfluss vom modernen Menschen zum Neandertaler
Moderner Mensch im Neandertaler

Wissenschaftler finden den ersten genetischen Beleg für menschliche DNA in einem Neandertaler

Ein internationales Forscherteam hat mithilfe verschiedener DNA-Analysemethoden entdeckt, dass Neandertaler und moderne Menschen sich vor etwa 100.000 Jahren und damit mehrere Zehntausend Jahre früher als bisher bekannt vermischt haben. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass einige moderne Menschen bereits früh aus Afrika auswanderten und sich mit Neandertalern vermischten. Diese modernen Menschen starben aber später aus, gehören also nicht zu den Vorfahren heute lebender Nicht-Afrikaner, vermischten.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

21. Januar 2016: Obstmangel im Regenwald
Schimpansen und Früchte

Für Schimpansen ist es schwierig, sich mit energiereichen Nahrungsmitteln wie tropischen Früchten zu versorgen

In unseren Supermärkten kaufen wir Himbeeren im Winter und Esskastanien im Sommer. Wie wäre es aber, wenn wir uns vor allem von Obst ernähren würden und dieses von heimischen Bäumen selbst pflücken müssten? Eine größtenteils pflanzliche Ernährung, ein einfacher Magen und ein relativ großes Gehirn, das extra Energie verbraucht, stellen Schimpansen bei der täglichen Nahrungssuche vor Herausforderungen. Ein Konsortium von Wissenschaftlern des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie, der Harvard University, der McGill University, der University of St. Andrews und der Université Félix Houphouët Boigny hat in drei Regenwäldern in Ost-, Zentral- und Westafrika gesammelte Daten ausgewertet. Mit ihrer Analyse zur monatlichen Verfügbarkeit junger Blätter und unreifer sowie reifer Früchte können sie jetzt abschätzen, wie schwierig es für Schimpansen ist, diese Nahrung zu finden, und vorauszusagen, wo, wann und in welcher Menge sie an einzelnen Bäumen verfügbar ist. Schimpansen können daher verschiedene Strategien einsetzen, um sich den Zugang zu den energiereichsten aber kurzlebigen Nahrungsquellen zu sichern.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

14. Januar 2016: Freundschaften zwischen Schimpansen basieren auf Vertrauen
Schimpansen in Kenia

Vertrauen und Freundschaft gehören nicht nur beim Menschen eng zusammen

Dass eine echte Freundschaft unter Menschen sich durch gegenseitiges Vertrauen auszeichnet, scheint uns selbstverständlich. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt herausgefunden, dass dies auch auf befreundete Schimpansen zutrifft. Auf Vertrauen basierende Freundschaften scheinen also im Laufe der Evolution sehr viel früher entstanden zu sein, als bisher angenommen, und sind kein Alleinstellungsmerkmal des Menschen.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung

07. Januar 2016: Neandertaler-Gene stärkten das Immunsystem moderner Menschen

Vermischung verschiedener Menschenformen spielte wichtige Rolle für das Immunsystem des Menschen

Als moderne Menschen vor vielen Tausend Jahren in Europa auf Neandertaler trafen und sich mit ihnen fortpflanzten, erbten einige Nachkommen Genvariationen, deren Träger Infektionen besser abwehren konnten. Dieses Neandertaler-Erbe könnte aber auch dafür verantwortlich sein, dass einige Menschen anfälliger für Allergien sind. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und vom Institut Pasteur und dem CNRS in Paris belegen jetzt in zwei voneinander unabhängigen Artikeln die wichtige Rolle artübergreifender Beziehungen für die Evolution des Menschen und insbesondere für die Evolution des angeborenen Immunsystems, das uns vor Infektionen schützt.

Link zur Pressemitteilung

Originalveröffentlichung