25.06.2017 - 14:20
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


23. Juni 2017: Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
Schimpansen geben Artgenossen Futter ab – aber nur, wenn sich diese zuvor selbst als kooperativ erwiesen haben. © MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Menschenaffen teilen Futter nur mit dem, der ihnen zuvor geholfen hat

Für uns Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wir belohnen andere als Zeichen unserer Dankbarkeit. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie und für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig haben nun ähnliche soziale Verhaltensweisen auch bei Schimpansen nachgewiesen. In einem Verhaltensexperiment belohnt ein Tier ein anderes mit Futter, wenn dieses ihm zuvor geholfen hat. Offenbar hat nicht erst der Mensch aus diesem Grund kooperiert, schon der Vorfahr von Mensch und Schimpanse hat offenbar aus einer ähnlichen Motivation heraus untereinander geteilt. Die Studie zeigt, warum Schimpansen dies tun und bestätigt Ergebnisse aus der Spieltheorie.

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20. Juni 2017: Schimpansen suchen nach Ärger
© Thurston Cleveland Hicks

Territorialstreitigkeiten und Übertritte in fremdes Territorium lohnen sich für Schimpansen

Bei vielen Tierarten kooperieren Gruppenmitglieder miteinander, weil sie gemeinsam mehr erreichen als allein. So schreiten Schimpansen in Kleingruppen die Grenzen ihres Territoriums ab, wobei sie auch in fremdes Territorium vordringen. Treffen sie dort auf Rivalen, greifen sie an, manchmal mit Todesfolge. Forscher der Arizona State University haben jetzt herausgefunden, dass sich das Risiko für die Tiere lohnt, denn langfristig schützt der Patrouillengang die Gruppe und trägt zu ihrem Wachstum bei. Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war an der Studie beteiligt und analysierte die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere.

Originalveröffentlichung

16. Juni 2016: Lebern aus dem Labor ahmen natürliche Entwicklungsabläufe nach

Forscher entschlüsseln, wie Zellen zusammenarbeiten, um sich in menschliches Lebergewebe zu entwickeln

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Barbara Treutlein vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und Takanori Takebe vom Cincinnati Children's Hospital Medical Center, USA, und der Yokohama City University, Japan, hat herausgefunden, wie einzelne Zellen zusammenarbeiten und ihr Genom einsetzen, um sich in menschliches Lebergewebe zu entwickeln. Die Studie ist ein Meilenstein auf dem Weg, mittels Biotechnologie gesundes und anwendbares menschliches Lebergewebe aus menschlichen pluripotenten Stammzellen herzustellen. Den Forschern zufolge müssen jedoch noch einige weitere molekulare Feinabstimmungen erfolgen, bevor die Gewebe in klinischen Studien getestet werden können.

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Originalveröffentlichung

07. Juni 2017: Der Homo sapiens ist älter als gedacht
© Philipp Gunz, MPI EVA Leipzig (License: CC-BY-SA 2.0)

Forscher entdecken in Marokko die bislang ältesten Fossilien unserer Art

Neue Fossilien und Steinwerkzeuge aus Jebel Irhoud (Marokko) belegen den Ursprung des heutigen Menschen vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Diese Fossilien sind rund 100.000 Jahre älter als die ältesten bislang bekannten Homo sapiens-Funde und dokumentieren, dass bereits vor zirka 300.000 Jahren wichtige Veränderungen im Aussehen und Verhalten des modernen Menschen in ganz Afrika stattgefunden haben.

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Originalveröffentlichung (Hublin et al.)

Originalveröffentlichung (Richter et al.)

07. Juni 2017: Elefanten brauchen neuen Stammbaum
© LDA Sachsen-Anhalt

Ausgestorbener Europäischer Waldelefant war naher Verwandter der heute in Afrika lebenden Waldelefanten

Neuen Forschungsergebnissen zufolge ist der ausgestorbene Europäische Waldelefant näher mit dem Afrikanischen Waldelefanten verwandt als dieser mit seinem nächsten lebenden Verwandten, dem Afrikanischen Savannenelefanten. Bisher nahm man an, dass der vor 1,5 Millionen bis 100.000 Jahren in Eurasien lebende Paleoloxodon antiquus näher mit dem Asiatischen Elefanten verwandt war. Die Ergebnisse verdeutlichen darüber hinaus die lange unabhängige Evolutionsgeschichte heute lebender afrikanischer Elefanten, die bis vor einiger Zeit noch der gleichen Art zugerechnet wurden.

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Originalveröffentlichung

10. Mai 2017: Verbesserte Analysemethoden erleichtern Artenschutz
© Paul Cools

Forscher entwickeln Analysemethoden weiter, mit denen sie aus der Ferne die Größe von Wildtierpopulationen schätzen können

Kamerafallen kommen häufig zur Erforschung des Verhaltens von Tieren in freier Wildbahn oder der Artenvielfalt in abgelegenen Gebieten zum Einsatz. Wissenschaftler von der University of St. Andrews in Großbritannien, dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig haben jetzt Analysemethoden weiterentwickelt, sodass auch von Kamerafallen aufgezeichnete Daten weiter verarbeitet werden können. So können die Forscher zukünftig mithilfe von Daten aus Kamerafallen die Populationsgröße zahlreicher Wildtierarten in relativ kurzen Zeitabständen schätzen. Diese Informationen sind für den Artenschutz von äußerster Wichtigkeit.

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Originalveröffentlichung

03. Mai 2017: Kriegerische Auseinandersetzungen könnten unterschiedliche Sozialstrukturen bei Schimpansen und Bonobos erklären
© Zanna Clay (LuiKotale Bonobo Research Project)

Während Schimpansen sich lieber mit Artgenossen des jeweils eigenen Geschlechts umgeben, sind männliche und weibliche Bonobos meist mit Weibchen im Bunde

Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Daten über mehrere frei lebende Schimpansen- und Bonobogruppen miteinander verglichen und herausgefunden, dass Schimpansen sich lieber mit Angehörigen ihres eigenen Geschlechts umgeben. Bonobos beider Geschlechter hingegen suchen am liebsten die Nähe zu weiblichen Tieren. Grund für diese Vorliebe sind die jeweils unterschiedlichen Kooperationsziele beider Tierarten. Ähnlich wie Menschen unterstützen männliche Schimpansen einander bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen. Bonobomännchen, denen solche Konflikte weitestgehend fremd sind, verlassen sich hauptsächlich auf die Hilfe weiblicher Tiere, insbesondere ihrer Mütter, um Konflikte mit anderen Männchen in der Gruppe beizulegen. Bei beiden Arten kooperieren die Weibchen mit Artgenossinnen bei der Aufzucht des Nachwuchses.

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27. April 2017: Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause

Forscher können mit neuer Methode alte DNA aus Höhlensedimenten identifizieren, auch wenn dort keine Skelettüberreste vorhanden sind

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten „fischten“ sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen. In Höhlensedimenten aus vier Fundstätten fanden die Forscher Neandertaler-DNA, sogar in Schichten und Fundstätten, in denen keine Knochenfunde gemacht wurden. Zusätzlich fanden sie in Ablagerungen aus der Denisova-Höhle in Russland Erbgut vom Denisova-Menschen. Dank der neuen Erkenntnisse können Wissenschaftler jetzt herausfinden, wer die ehemaligen Bewohner vieler archäologischer Ausgrabungsstätten waren.

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Originalveröffentlichung

21. April 2017: Leipziger Artenschützerin erhält Preis Goldene Bild der Frau
© Ronny Barr, MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Leipzigerin Julia Cissewski ist eine der fünf diesjährigen Preisträgerinnen der Goldenen Bild der Frau. Die Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie ist Vorsitzende des Leipziger Vereins „Orang-Utans in Not e.V.“. Dieser setzt sich für den Schutz der letzten freilebenden Orang-Utans auf Borneo und Sumatra ein. Damit wird der Preis der größten Frauenzeitschrift Deutschlands erstmals an ein Artenschutzprojekt vergeben. Die Verleihung findet am 21. Oktober 2017 in Hamburg statt.

Pressemitteilung (Orang-Utans in Not e.V.)

Goldene Bild der Frau, Preisträgerinnen 2017

20. März 2017: Genuss von Wildtierfleisch sinkt während der Ebola-Epidemie
© Jessica Junker

Haushaltseinkommen und das Wissen um Gesundheitsrisiken wirkten sich auf den Buschfleischkonsum in Westafrika aus

Neu ausgewertete Umfragedaten aus Liberia zeigen, dass die Menschen während der Ebola-Krise weniger Buschfleisch konsumierten und generell weniger gegessen haben. Wohlhabendere Haushalte haben ihren Buschfleischkonsum jedoch weniger stark reduziert als ärmere Haushalte. Darüber hinaus haben Menschen, die besser über die Risiken des Buschfleischkonsums Bescheid wussten, wesentlich weniger Buschfleisch gegessen.

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14. März 2017: Neu entdeckter fossiler menschlicher Schädel aus Portugal wurde auf ein Alter von 400.000 Jahren datiert
© Elena Santos

Die Uran-Thorium-Datierung (U-Th) von Kalzitformationen, die sich unter und auf dem Schädel aus dem Mittleren Pleistozän gebildet hatten, weisen diesem ein Alter von zwischen 390.000 und 436.000 Jahren zu.

Ein internationales Forscherteam entdeckte kürzlich bei Ausgrabungsarbeiten in der Gruta da Aroeira in Torres Novas in Portugal einen fossilen menschlichen Schädel. Dieser war von Sedimenten umgeben, die sich auf einer Stalagmiten-Säule angesammelt hatten. Eine Kruste aus Kalzit hatte sich nach der Deposition auf dem Schädel gebildet. Dirk Hoffmann aus der Abteilung für Humanevolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie führte die U-Th-Datierung durch. Die Ergebnisse ergaben, dass der Schädel wenigstens 390.000 und höchstens 436.000 Jahre alt ist. Der Fund aus Aroeira ist der westlichste Fund eines Schädels aus dem Mittleren Pleistozän in Europa und einer der am besten datierten Funde aus dieser Epoche. Er könnte die Evolution des Menschen in Europa während des Pleistozäns näher beleuchten, darunter auch den Ursprung der Neandertaler. Die Studie wurde von J. Daura von der Universität Lissabon geleitet. Dem Team gehörten Forscher aus Portugal, Spanien, Deutschland und den USA an.

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24. Februar 2017: „Dass es überhaupt noch Schimpansen gibt, ist ein Wunder“
© Wild Chimpanzee Foundation

Primatenforscher Christophe Boesch im Interview

Christophe Boesch, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, erforscht seit über 35 Jahren die Schimpansen in der Elfenbeinküste. Im Taï-Nationalpark unterhält der Max-Planck-Wissenschaftler drei Forschungscamps, die Wissenschaftler für ihre Forschungsarbeit nutzen können. Durch die jahrelange Beobachtung wilder, an menschliche Anwesenheit gewöhnter Schimpansen haben die Wissenschaftler eine Fülle neue Erkenntnisse über das Leben der Tiere gewonnen.

Interview mit Christophe Boesch

09. Januar 2017: Älteste tibetische Hand- und Fußabdrücke
© Jan-Hendrik May

Die Besiedelungsgeschichte des Tibetischen Hochplateaus lag bis heute weitgehend im Dunkeln. Michael Meyer vom Institut für Geologie an der Uni Innsbruck hat gemeinsam mit seinem Team den bisher ältesten archäologischen Nachweis für dauerhafte Besiedelung des Hochplateaus erbracht und die Ergebnisse im Fachmagazin Science veröffentlicht. Dirk Hoffmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war ebenfalls an der Studie beteiligt.

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