23.11.2017 - 15:34
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


15. November 2017: Schimpansen passen ihre Kommunikation an den Wissensstand ihrer Artgenossen an
© C. Hobaiter

Forscher zeigen, dass die Produktion von Lautäußerungen bei Schimpansen durch sozial-kognitive Prozesse beeinflusst werden

Menschen berücksichtigen beim Kommunizieren, ob ihrem Gegenüber bestimmte Informationen bereits zur Verfügung stehen und passen den Inhalt ihrer Äußerungen entsprechend an; eine Fähigkeit, die anderen Tieren, zumindest bisher, nicht zuerkannt wurde. Die Wissenschaftler Catherine Crockford und Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Deutschland und Klaus Zuberbühler von der Universität Neuchâtel, Schweiz zeigen jetzt, dass frei lebende Schimpansen aus dem Budongo Forest in Uganda andere Artgenossen nur dann vor einer Gefahr warnen, wenn sie annehmen, dass diese nicht schon von ihr wissen. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die vokale Kommunikation von Schimpansen komplexer ist als bisher angenommen.

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08. November 2017: Schimpansen und Mangaben stören die Beziehungen von Artgenossen
© A. Mielke

Die Tiere beobachten Mitglieder ihrer Gruppe bei der sozialen Fellpflege und mischen sich ein, wenn die Aktion ihren eigenen Status oder ihre sozialen Beziehungen gefährden könnte

Menschen schließen nicht nur komplexe und lang anhaltende soziale Beziehungen mit Freunden, Familie und romantischen Partnern. Sie registrieren auch mögliche Bedrohungen, denen diese Beziehungen ausgesetzt sind, und schützen sie eifersüchtig vor Außenseitern. Menschen beobachten auch Veränderungen im Beziehungsgeflecht um sich herum und versuchen Bündnisse zu verhindern, die ihnen langfristig schaden könnten. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigen, dass Rußmangaben und Schimpansen, die in komplexen sozialen Gruppen leben, ebenfalls die Interaktionen ihrer Artgenossen beobachten und aktiv verhindern, dass Freunde neue Bündnisse bilden.

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Originalveröffentlichung

02. November 2017: Die Regierung von Guinea genehmigt die Errichtung des größten Schutzgebiets für westafrikanische Schimpansen
© MPI-EVA/WCF

Die Schimpansenpopulation in Westafrika ist in den letzten 20 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen und wurde daher im September 2016 von der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) als vom Aussterben bedrohte Unterart eingestuft. Infolge dieses dramatischen Rückgangs hat die Regierung von Guinea beschlossen, ihr Ziel umzusetzen und bis 2020 15 Prozent des Landes unter Naturschutz zu stellen. Am 28. September 2017 unterzeichnete Guineas Ministerin für Umwelt, Gewässer und Wälder einen Erlass zur Errichtung des Moyen-Bafing Nationalparks, der auf einer Fläche von 6.426 Quadratkilometern rund 4.000 Schimpansen beherbergen und somit das größte Schutzgebiet für westafrikanische Schimpansen in Guinea sein wird.

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19. Oktober 2017: Freundlichkeit ist wichtiger als Gruppenzugehörigkeit
© Anne Pisor

Menschen suchen Freunde, die einer anderen ethnischen oder religiösen Gruppe als der eigenen angehören, nach deren individuellen Eigenschaften aus

Obwohl die Schlagzeilen weltweit vor allem von Uneinigkeit und Konflikten beherrscht werden, schließen Menschen seit jeher Freundschaften über Gruppenzugehörigkeiten hinweg. Doch nach welchen Kriterien wählen sie Freunde aus, die einer anderen Gruppe angehören? In Zusammenarbeit mit Gartenbauern aus Bolivien haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of California Santa Barbara herausgefunden, dass Menschen sehr ähnliche Kriterien anwenden wie bei der Auswahl von Freunden innerhalb der eigenen Gemeinschaft: In beiden Fällen zählen vor allem individuelle kooperative Eigenschaften. Nur wenn es darum geht, begrenzte Ressourcen aufzuteilen, beeinflussen Gruppeneigenschaften die Wahl.

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05. Oktober 2017: Forscher entschlüsseln neues Neandertaler-Genom
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause

Mit dem Erbgut eines Neandertalers aus Europa lassen sich noch mehr Neandertaler-Spuren im Genom heute lebender Menschen entdecken

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das Erbgut eines Neandertalers in hoher Qualität entschlüsselt, das 1980 in der Vindija-Höhle in Kroatien entdeckt worden war. Nach dem Erbgut eines Neandertalers aus dem Altai-Gebirge in Sibirien, das die Forscher 2014 entschlüsselt hatten, ist dies das zweite in dieser Qualität analysierte Neandertaler-Genom. Im Vergleich zum Neandertaler aus Sibirien ist das Individuum aus Kroatien näher mit den Neandertalern verwandt, die sich mit den Vorfahren jetzt lebender Menschen vermischten. Dank des nun entschlüsselten Genoms können die Forscher mehr Neandertaler-DNA im Erbgut heutiger Menschen identifizieren.

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05. Oktober 2017: Neandertaler-DNA beeinflusst, wie leicht wir bräunen
© Frank Vinken

Neandertaler-Erbgut beeinflusst Eigenschaften wie Hautton und Haarfarbe heute lebender Menschen

Als Menschen und Neandertaler vor vielen Tausend Jahren aufeinandertrafen, begannen beide Arten, sich miteinander zu vermischen. Daher stammen etwa zwei Prozent der DNA von heute lebenden nicht-afrikanischen Menschen von ihnen. Jüngste Studien haben gezeigt, dass einige dieser Neandertaler-Gene noch heute Einfluss auf das Immunsystem haben und zu modernen Krankheiten beitragen. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt herausgefunden, dass unser Neandertaler-Erbe sich auch auf andere Eigenschaften auswirkt, darunter Hautton, Haarfarbe, Schlaf, Stimmung und sogar, ob eine Person raucht oder nicht.

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19. September 2017: Körpergeruch in der Falle
© Brigitte Schlögl (geb. Weiß)

Wissenschaftler können die Duftsignale von Säugetieren nicht invasiv einfangen und untersuchen

Säugetiere kommunizieren miteinander unter anderem über Gerüche. So erkennen sie verwandte oder befreundete Artgenossen oder finden den passenden Fortpflanzungspartner. Gerüche im Freiland einzufangen, ist jedoch alles andere als einfach. Ein Team von Forschern der Universität Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt eine Methode zur Sammlung von Geruchsproben so angepasst, dass mit ihr zukünftig Geruchsproben von frei lebenden Säugetieren eingefangen werden können.

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07. September 2017: Menschenaffen wissen, wenn sie etwas nicht wissen
© MPI für evolutionäre Anthropologie

Schimpansen und Orang-Utans suchen nach Informationen, um Wissenslücken zu schließen

Sie verlassen das Haus und fragen sich beim Schließen der Tür, ob Sie den Herd ausgeschaltet haben. Die einfache Lösung ist, noch einmal umzukehren und nachzuschauen. Dieses Beispiel veranschaulicht eine wichtige Art des Denkens: Metakognition oder die Fähigkeit, eigene geistige Zustände zu überwachen. Vor dem Umkehren beurteilt der Mensch zunächst, ob er sich an das Ausschalten des Herds erinnert. Falls nicht, sucht er weitere Informationen, indem er nochmal nachschaut. Beim Menschen ist dieser Prozess flexibel gestaltet und auf alle möglichen Gedanken anwendbar. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität St. Andrews in Großbritannien stellten sich nun die Frage, wie sich Menschenaffen in einer ähnlichen Situation verhalten würden.

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23. August 2017: Soziale Erwartungen bei Schimpansen
© Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

Schimpansen zeigen sich enttäuscht, wenn sie von einem Menschen eine weniger attraktive Futter-Belohnung erhalten als erwartet

Aktuelle Forschungsergebnisse des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig deuten darauf hin, dass Schimpansen ihre Gewinne nicht mit den Gewinnen eines Artgenossen vergleichen. Allerdings zeigen Schimpansen eine andere, evolutionär betrachtet ältere Art der Fairness: Sie sind enttäuscht, wenn jemand bei der Verteilung von Ressourcen persönliche Vorlieben des Empfängers absichtlich nicht berücksichtigt.

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18. August 2017: Dem Gespräch der Stammzellen lauschen
© MPI für evolutionäre Anthropologie

Stammzellen kommunizieren auf molekularer Ebene – in sich und mit anderen Zellen. Dieses „Gespräch“ der Zellen verstehen die Stammzellforscher stetig besser, um die Geheimnisse der Zellen zu ergründen. Dieses Jahr verleiht das German Stem Cell Network (GSCN) seine Wissenschaftspreise an drei Forscherinnen und Forscher, darunter Barbara Treutlein und Gray Camp vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, die sich tief in die zelluläre Kommunikation begeben - bei der Leberstammzelle, den epigenetischen Informationen im Alternsprozess und bei Regenerationsprozessen des Axolotl.

Pressemitteilung (PDF, German Stem Cell Network)

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09. August 2017: Affenschädel belegt Ursprung von Menschenaffen und Menschen in Afrika
© Fred Spoor

13 Millionen Jahre altes Fossil „Alesi“ aus Kenia wirft Licht auf die Herkunft der Menschenaffen

Die Entdeckung eines bemerkenswert gut erhaltenen fossilen Affenschädels in Kenia zeigt, wie der gemeinsame Vorfahr aller heute lebenden Menschenaffen und Menschen ausgesehen haben könnte. Der Fund gehört zu einem Affen-Kleinkind, das vor etwa 13 Millionen Jahren lebte. Dem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Isaiah Nengo vom Turkana Basin Institute der Stony Brook University und vom De Anza College, USA, gehörte auch Fred Spoor vom UCL in Großbritannien und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an.

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Entdeckung eines 13 Millionen Jahre alten Affenschädels (Video: Scott Bjelland, Turkana Basin Institute)

03.08.2017: Auszeichnung in Marokko
© Mohamed Maradji

Königliche Ehrung für Max-Planck-Direktor

Der Direktor der Abteilung für Humanevolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig wurde am 30. Juli 2017 im Rahmen des Thronfestes (Fête du Trône) von König Mohamed VI von Marokko als einer von drei Preisträgern mit dem „Wissam Al Kafaa Al Fikria“-Orden geehrt. Diese höchste marokkanische Auszeichnung im Bereich Kultur und Wissenschaft würdigt Hublins Forschungsarbeit im Bereich der Paläoanthropologie und seine neuesten Erkenntnisse zum Ursprung unserer Art Homo sapiens.

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02. August 2017: Milzbrand: Eine unterschätzte Gefahr für Wildtiere in den Tropen
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/L. Samuni

Forscher beleuchten die Epidemiologie eines rätselhaften Krankheitserregers

Der atypische Milzbrand-Erreger Bacillus cereus biovar anthracis ist im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste offenbar weit verbreitet und stellt eine Gefahr für verschiedene Wildtiere dar. Auf lange Sicht könnte das Bakterium sogar dazu führen, dass die lokale Schimpansenpopulation ausstirbt. Das zeigt eine umfassende Studie von Wissenschaftlern des Robert Koch-Instituts, des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie, der Universität Glasgow und des ivorischen Tiergesundheitsinstituts.

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14. Juli 2017: FOXI3-Gen beeinflusst die Höckerbildung der Backenzähne
© MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Zähne von Nackthunden geben Forschern Hinweise über die Entwicklung und Evolution von Säugetierzähnen

Nackthunde unterscheiden sich von anderen Hunden nicht nur durch das fehlende Fell, sondern auch hinsichtlich der Anzahl und Beschaffenheit ihrer Zähne. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben die Schädel und Zähne von haarlosen Rassehunden aus der Sammlung des Phyletischen Museums der Universität Jena untersucht und belegt, dass das Gen FOXI3 an der Entwicklung der Zähne beteiligt ist – nicht nur bei Nackthunden, sondern möglicherweise auch bei anderen Säugetieren, inklusive des Menschen.

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12. Juli 2017: Bei Bonobos ist der Fortpflanzungserfolg ungleichmäßig verteilt
© Zanna Clay/ LuiKotale Bonobo Research Project

Weibliche Bonobos scheinen gehäuft das gleiche attraktive Männchen für die Paarung auszuwählen

Bonobos haben den Ruf, die friedlichen, freiheitsliebenden Hippies der Primatenwelt zu sein. Aber Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Arizona State University in Tempe, USA, haben entdeckt, dass trotz der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Geschlechtern bestimmte Männer einen überraschend starken Vorteil gegenüber anderen haben, wenn es darum geht, Nachkommen zu zeugen. So fanden die Forscher zum Beispiel heraus, dass der Bonobo-Mann mit dem größten Fortpflanzungserfolg mehr als 60 Prozent der nächsten Generation seiner Gruppe gezeugt hatte.

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23. Juni 2017: Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
© MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Menschenaffen teilen Futter nur mit dem, der ihnen zuvor geholfen hat

Für uns Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wir belohnen andere als Zeichen unserer Dankbarkeit. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie und für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig haben nun ähnliche soziale Verhaltensweisen auch bei Schimpansen nachgewiesen. In einem Verhaltensexperiment belohnt ein Tier ein anderes mit Futter, wenn dieses ihm zuvor geholfen hat. Offenbar hat nicht erst der Mensch aus diesem Grund kooperiert, schon der Vorfahr von Mensch und Schimpanse hat offenbar aus einer ähnlichen Motivation heraus untereinander geteilt. Die Studie zeigt, warum Schimpansen dies tun und bestätigt Ergebnisse aus der Spieltheorie.

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20. Juni 2017: Schimpansen suchen nach Ärger
© Thurston Cleveland Hicks

Territorialstreitigkeiten und Übertritte in fremdes Territorium lohnen sich für Schimpansen

Bei vielen Tierarten kooperieren Gruppenmitglieder miteinander, weil sie gemeinsam mehr erreichen als allein. So schreiten Schimpansen in Kleingruppen die Grenzen ihres Territoriums ab, wobei sie auch in fremdes Territorium vordringen. Treffen sie dort auf Rivalen, greifen sie an, manchmal mit Todesfolge. Forscher der Arizona State University haben jetzt herausgefunden, dass sich das Risiko für die Tiere lohnt, denn langfristig schützt der Patrouillengang die Gruppe und trägt zu ihrem Wachstum bei. Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war an der Studie beteiligt und analysierte die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere.

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16. Juni 2016: Lebern aus dem Labor ahmen natürliche Entwicklungsabläufe nach

Forscher entschlüsseln, wie Zellen zusammenarbeiten, um sich in menschliches Lebergewebe zu entwickeln

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Barbara Treutlein vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und Takanori Takebe vom Cincinnati Children's Hospital Medical Center, USA, und der Yokohama City University, Japan, hat herausgefunden, wie einzelne Zellen zusammenarbeiten und ihr Genom einsetzen, um sich in menschliches Lebergewebe zu entwickeln. Die Studie ist ein Meilenstein auf dem Weg, mittels Biotechnologie gesundes und anwendbares menschliches Lebergewebe aus menschlichen pluripotenten Stammzellen herzustellen. Den Forschern zufolge müssen jedoch noch einige weitere molekulare Feinabstimmungen erfolgen, bevor die Gewebe in klinischen Studien getestet werden können.

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07. Juni 2017: Der Homo sapiens ist älter als gedacht
© Philipp Gunz, MPI EVA Leipzig (License: CC-BY-SA 2.0)

Forscher entdecken in Marokko die bislang ältesten Fossilien unserer Art

Neue Fossilien und Steinwerkzeuge aus Jebel Irhoud (Marokko) belegen den Ursprung des heutigen Menschen vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Diese Fossilien sind rund 100.000 Jahre älter als die ältesten bislang bekannten Homo sapiens-Funde und dokumentieren, dass bereits vor zirka 300.000 Jahren wichtige Veränderungen im Aussehen und Verhalten des modernen Menschen in ganz Afrika stattgefunden haben.

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Originalveröffentlichung (Hublin et al.)

Originalveröffentlichung (Richter et al.)

07. Juni 2017: Elefanten brauchen neuen Stammbaum
© LDA Sachsen-Anhalt

Ausgestorbener Europäischer Waldelefant war naher Verwandter der heute in Afrika lebenden Waldelefanten

Neuen Forschungsergebnissen zufolge ist der ausgestorbene Europäische Waldelefant näher mit dem Afrikanischen Waldelefanten verwandt als dieser mit seinem nächsten lebenden Verwandten, dem Afrikanischen Savannenelefanten. Bisher nahm man an, dass der vor 1,5 Millionen bis 100.000 Jahren in Eurasien lebende Paleoloxodon antiquus näher mit dem Asiatischen Elefanten verwandt war. Die Ergebnisse verdeutlichen darüber hinaus die lange unabhängige Evolutionsgeschichte heute lebender afrikanischer Elefanten, die bis vor einiger Zeit noch der gleichen Art zugerechnet wurden.

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10. Mai 2017: Verbesserte Analysemethoden erleichtern Artenschutz
© Paul Cools

Forscher entwickeln Analysemethoden weiter, mit denen sie aus der Ferne die Größe von Wildtierpopulationen schätzen können

Kamerafallen kommen häufig zur Erforschung des Verhaltens von Tieren in freier Wildbahn oder der Artenvielfalt in abgelegenen Gebieten zum Einsatz. Wissenschaftler von der University of St. Andrews in Großbritannien, dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig haben jetzt Analysemethoden weiterentwickelt, sodass auch von Kamerafallen aufgezeichnete Daten weiter verarbeitet werden können. So können die Forscher zukünftig mithilfe von Daten aus Kamerafallen die Populationsgröße zahlreicher Wildtierarten in relativ kurzen Zeitabständen schätzen. Diese Informationen sind für den Artenschutz von äußerster Wichtigkeit.

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03. Mai 2017: Kriegerische Auseinandersetzungen könnten unterschiedliche Sozialstrukturen bei Schimpansen und Bonobos erklären
© Zanna Clay (LuiKotale Bonobo Research Project)

Während Schimpansen sich lieber mit Artgenossen des jeweils eigenen Geschlechts umgeben, sind männliche und weibliche Bonobos meist mit Weibchen im Bunde

Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Daten über mehrere frei lebende Schimpansen- und Bonobogruppen miteinander verglichen und herausgefunden, dass Schimpansen sich lieber mit Angehörigen ihres eigenen Geschlechts umgeben. Bonobos beider Geschlechter hingegen suchen am liebsten die Nähe zu weiblichen Tieren. Grund für diese Vorliebe sind die jeweils unterschiedlichen Kooperationsziele beider Tierarten. Ähnlich wie Menschen unterstützen männliche Schimpansen einander bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen. Bonobomännchen, denen solche Konflikte weitestgehend fremd sind, verlassen sich hauptsächlich auf die Hilfe weiblicher Tiere, insbesondere ihrer Mütter, um Konflikte mit anderen Männchen in der Gruppe beizulegen. Bei beiden Arten kooperieren die Weibchen mit Artgenossinnen bei der Aufzucht des Nachwuchses.

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27. April 2017: Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause

Forscher können mit neuer Methode alte DNA aus Höhlensedimenten identifizieren, auch wenn dort keine Skelettüberreste vorhanden sind

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten „fischten“ sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen. In Höhlensedimenten aus vier Fundstätten fanden die Forscher Neandertaler-DNA, sogar in Schichten und Fundstätten, in denen keine Knochenfunde gemacht wurden. Zusätzlich fanden sie in Ablagerungen aus der Denisova-Höhle in Russland Erbgut vom Denisova-Menschen. Dank der neuen Erkenntnisse können Wissenschaftler jetzt herausfinden, wer die ehemaligen Bewohner vieler archäologischer Ausgrabungsstätten waren.

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21. April 2017: Leipziger Artenschützerin erhält Preis Goldene Bild der Frau
© Ronny Barr, MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Leipzigerin Julia Cissewski ist eine der fünf diesjährigen Preisträgerinnen der Goldenen Bild der Frau. Die Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie ist Vorsitzende des Leipziger Vereins „Orang-Utans in Not e.V.“. Dieser setzt sich für den Schutz der letzten freilebenden Orang-Utans auf Borneo und Sumatra ein. Damit wird der Preis der größten Frauenzeitschrift Deutschlands erstmals an ein Artenschutzprojekt vergeben. Die Verleihung findet am 21. Oktober 2017 in Hamburg statt.

Pressemitteilung (Orang-Utans in Not e.V.)

Goldene Bild der Frau, Preisträgerinnen 2017

20. März 2017: Genuss von Wildtierfleisch sinkt während der Ebola-Epidemie
© Jessica Junker

Haushaltseinkommen und das Wissen um Gesundheitsrisiken wirkten sich auf den Buschfleischkonsum in Westafrika aus

Neu ausgewertete Umfragedaten aus Liberia zeigen, dass die Menschen während der Ebola-Krise weniger Buschfleisch konsumierten und generell weniger gegessen haben. Wohlhabendere Haushalte haben ihren Buschfleischkonsum jedoch weniger stark reduziert als ärmere Haushalte. Darüber hinaus haben Menschen, die besser über die Risiken des Buschfleischkonsums Bescheid wussten, wesentlich weniger Buschfleisch gegessen.

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14. März 2017: Neu entdeckter fossiler menschlicher Schädel aus Portugal wurde auf ein Alter von 400.000 Jahren datiert
© Elena Santos

Die Uran-Thorium-Datierung (U-Th) von Kalzitformationen, die sich unter und auf dem Schädel aus dem Mittleren Pleistozän gebildet hatten, weisen diesem ein Alter von zwischen 390.000 und 436.000 Jahren zu.

Ein internationales Forscherteam entdeckte kürzlich bei Ausgrabungsarbeiten in der Gruta da Aroeira in Torres Novas in Portugal einen fossilen menschlichen Schädel. Dieser war von Sedimenten umgeben, die sich auf einer Stalagmiten-Säule angesammelt hatten. Eine Kruste aus Kalzit hatte sich nach der Deposition auf dem Schädel gebildet. Dirk Hoffmann aus der Abteilung für Humanevolution am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie führte die U-Th-Datierung durch. Die Ergebnisse ergaben, dass der Schädel wenigstens 390.000 und höchstens 436.000 Jahre alt ist. Der Fund aus Aroeira ist der westlichste Fund eines Schädels aus dem Mittleren Pleistozän in Europa und einer der am besten datierten Funde aus dieser Epoche. Er könnte die Evolution des Menschen in Europa während des Pleistozäns näher beleuchten, darunter auch den Ursprung der Neandertaler. Die Studie wurde von J. Daura von der Universität Lissabon geleitet. Dem Team gehörten Forscher aus Portugal, Spanien, Deutschland und den USA an.

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24. Februar 2017: „Dass es überhaupt noch Schimpansen gibt, ist ein Wunder“
© Wild Chimpanzee Foundation

Primatenforscher Christophe Boesch im Interview

Christophe Boesch, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, erforscht seit über 35 Jahren die Schimpansen in der Elfenbeinküste. Im Taï-Nationalpark unterhält der Max-Planck-Wissenschaftler drei Forschungscamps, die Wissenschaftler für ihre Forschungsarbeit nutzen können. Durch die jahrelange Beobachtung wilder, an menschliche Anwesenheit gewöhnter Schimpansen haben die Wissenschaftler eine Fülle neue Erkenntnisse über das Leben der Tiere gewonnen.

Interview mit Christophe Boesch

09. Januar 2017: Älteste tibetische Hand- und Fußabdrücke
© Jan-Hendrik May

Die Besiedelungsgeschichte des Tibetischen Hochplateaus lag bis heute weitgehend im Dunkeln. Michael Meyer vom Institut für Geologie an der Uni Innsbruck hat gemeinsam mit seinem Team den bisher ältesten archäologischen Nachweis für dauerhafte Besiedelung des Hochplateaus erbracht und die Ergebnisse im Fachmagazin Science veröffentlicht. Dirk Hoffmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war ebenfalls an der Studie beteiligt.

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