25.10.2014 - 15:26
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Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie

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22. Oktober 2014: Erbgut des bisher √§ltesten modernen Menschen entschl√ľsselt
Pääbo und Peristov

Forscher entdecken Anteile von Neandertaler-DNA im Erbgut eines 45.000 Jahre alten modernen Menschen aus Sibirien

Ein Forscherteam unter der Leitung von Svante P√§√§bo vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig hat das Gesamtgenom eines 45.000 Jahre alten modernen Menschen aus Westsibirien entziffert und mit dem Erbgut von sp√§ter in Europa und Asien lebenden Menschen verglichen. Dabei zeigte sich, dass dieser Mann zu einer Zeit lebte, als die Vorfahren heute lebender Europ√§er und Asiaten gerade begannen, sich getrennt voneinander weiterzuentwickeln. Wie es bei allen heute au√üerhalb von Afrika lebenden Menschen der Fall ist, enthielt auch das Erbgut des Mannes aus Ust‚Äė-Ishim Anteile von Neandertaler DNA. Diese Segmente waren jedoch viel l√§nger als bei heute lebenden Menschen und belegen, dass die Vermischung von modernen Menschen mit Neandertalern vor etwa 50.000 bis 60.000 Jahren stattfand.

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06. Oktober 2014: Kernwortschatz von Sprachen bleibt langfristig stabil

Gesellschaftliche Ereignisse und Umwelteinfl√ľsse k√∂nnen die Wortschatzentwicklung einer Sprache aber trotzdem beschleunigen

Wie h√§ufig wir bestimmte W√∂rter verwenden, √§ndert sich st√§ndig. Neue W√∂rter erscheinen, andere verschwinden. Doch wie sich die Dynamik dieser Ver√§nderungen in verschiedenen Sprachen gestaltet, ist nur wenig erforscht. Wissenschaftler der Kazan Federal University in Russland und des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig haben jetzt mithilfe des Google Books Ngram Korpus die Evolution des englischen Wortschatzes im Vergleich zum russischen, deutschen, franz√∂sischen, spanischen und italienischen untersucht. Sie stellten fest, dass Kriege und andere gesellschaftliche Ver√§nderungen die Evolution des Wortschatzes beschleunigen k√∂nnen, w√§hrend sich in Zeiten der Stabilit√§t das Vokabular einer Sprache weniger schnell ver√§ndert. Weitere Analysen ergaben, dass sich das britische und das amerikanische Englisch auseinander entwickelten, seit Mitte des 20. Jahrhunderts aber wieder einander ann√§hern, vermutlich aufgrund der Massenmedien. Abgesehen von diesen Besonderheiten konnten die Forscher aber auch universelle Trends bei der Wortschatzentwicklung feststellen, denn √ľber l√§ngere Zeitr√§ume hinweg betrachtet √§ndert sich das Vokabular verschiedener Sprachen in einem √§hnlichen Ma√üe.

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22. September 2014: Fr√ľhe Besiedlung Zentraleuropas durch moderne Menschen
Ausgrabungsarbeiten in Willendorf II

Moderne Menschen besiedelten √Ėsterreich vor etwa 43.000 Jahren w√§hrend einer kalten steppen√§hnlichen Klimaperiode

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Philip Nigst von der University of Cambridge und vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie und Bence Viola am Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie hat Steinwerkzeuge untersucht, die sie w√§hrend einer Neuausgrabung in der Fundst√§tte der Venus von Willendorf in √Ėsterreich entdeckt hatten. Die Forscher konnten diese Werkzeuge der arch√§ologischen Kultur des Aurignacien zuordnen, die generell als Indiz f√ľr die Pr√§senz moderner Menschen gilt. Sie datierten die Werkzeuge auf ein Alter von etwa 43.500 Jahren, also √§lter als andere bekannte Fundst√ľcke aus dieser Kultur. Eine Untersuchung des Bodens ergab, dass damals ein k√ľhles Klima vorherrschte und in der steppen√§hnlichen Landschaft Nadelholzw√§lder entlang der Flusst√§ler wuchsen. Das Alter der Fundst√ľcke belegt, dass moderne Menschen Zentraleuropa fr√ľher besiedelten und sich die Region √ľber einen l√§ngeren Zeitraum hinweg mit den Neandertalern teilten als bisher angenommen. Dar√ľber hinaus zeigen die Forscher, dass fr√ľhe moderne menschliche Siedler, die aus den w√§rmeren Landschaften S√ľdeuropas kamen, gut an verschiedene klimatische Bedingungen angepasst waren.

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17. September 2014: Tödliche Gewalt betrifft meist Schimpansen-Männchen
Schimpansen

Auseinandersetzungen mit Todesfolge unter frei lebenden Schimpansen und Bonobos sind Anpassungen an die Umwelt und nicht Folge menschlicher Einfl√ľsse.

Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie, der University of Minnesota, der Harvard University und weiteren Institutionen hat untersucht, weshalb frei lebende Schimpansen und Bonobos manchmal Artgenossen in Auseinandersetzungen t√∂ten. Daf√ľr verglichen die Feldforscher ihre in den vergangenen 50 Jahren gesammelten Daten zu 18 Schimpansen- und vier Bonobo-Gesellschaften. Die Forscher ermittelten, dass T√∂tungen bei Schimpansen h√§ufiger vorkommen als bei Bonobos. Dabei geht die Aggression st√§rker von den M√§nnchen aus und richtet sich gegen andere nicht verwandte M√§nnchen. Meist sind die Angreifer den T√∂tungsopfern zahlenm√§√üig √ľberlegen. √úberraschenderweise kommen die T√∂tungen in Gebieten, in denen der Mensch in den Lebensraum der Tiere st√§rker eingegriffen hat, nicht h√§ufiger vor. Die Forscher folgern daraus, dass die T√∂tung eines Artgenossen dem Angreifer m√∂glicherweise Vorteile durch den Zugewinn von Territorium, Nahrung und potenziellen Paarungspartnern verschafft.

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28. Juli 2014: Bonobo-Weibchen pubertieren fr√ľher
Bonobo und Schimpanse

Pubert√§t setzt bei weiblichen Bonobos fr√ľher ein als bei weiblichen Schimpansen

Die Pubert√§t ist die Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenen-Alter. Verhalten und Aussehen ver√§ndern sich in dieser Phase noch einmal sehr stark ‚Äď nicht nur beim Menschen, auch bei unseren n√§chsten Verwandten, den Menschenaffen. In einer aktuellen Studie haben Forscher des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig untersucht, in welchem Alter Bonobos und Schimpansen pubertieren. Um den Beginn der Pubert√§t zu bestimmen, analysierten die Forscher die Konzentration des Hormons Testosteron, das mit der eintretenden Geschlechtsreife bei m√§nnlichen und weiblichen Bonobos und Schimpansen wie beim Menschen sprunghaft ansteigt. Dabei fanden sie heraus, dass sich bei den M√§nnchen beider Arten die im Urin gemessenen Testosteron-Konzentrationen im Alter von etwa acht Jahren erh√∂hen. W√§hrend Schimpansinnen ein wenig sp√§ter als ihre m√§nnlichen Artgenossen pubertieren, setzt die Pubert√§t bei weiblichen Bonobos bereits im Alter von f√ľnf Jahren ein. Das ist √ľberraschend, denn Bonobos gelten als Sp√§tz√ľnder, deren Entwicklungsprozesse im Vergleich zu Schimpansen verz√∂gert sind oder l√§nger andauern.

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07. Mai 2014: Hunde folgen der Stimme des Menschen zum Futter
Studienaufbau

Hunde und Welpen k√∂nnen die Sprechrichtung des Menschen als Hinweis verwenden und so verstecktes Futter aufsp√ľren

Hunden und Welpen f√§llt es leicht, kommunikative Hinweise des Menschen richtig zu deuten. So nutzen sie beispielsweise ihre Augen, um der Zeigegeste oder Blickrichtung eines Menschen zu folgen und verstecktes Futter aufzusp√ľren. Forscher am Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig haben jetzt untersucht, ob Hunden dies auch mit H√∂rinformationen gelingt. Dazu lie√üen sie erwachsene Hunde und Welpen zwischen zwei identischen Schachteln w√§hlen, von denen aber nur eine Futter enthielt. Hinter einer Barriere und f√ľr den Hund nicht sichtbar befand sich die Studienleiterin, die in Richtung der Schachtel mit dem Futter blickend verbal ihre Freude zum Ausdruck brachte. Die meisten Hunde und sozialisierten Welpen konnten die richtige Futterquelle anhand der akustischen Hinweise erfolgreich identifizieren; einige Welpen schnitten sogar besser ab als die erwachsenen Tiere. Hunde verlassen sich also nicht nur auf visuelle Hinweise, sondern kombinieren verschiedene kommunikative Signale des Menschen miteinander. Diese sozialen Fertigkeiten k√∂nnten im Laufe der Domestizierung Teil des genetischen Bauplans von Hunden geworden sein.

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24. April 2014: Albert Maucher-Preis 2013

Preistr√§gerin Kathryn E. Fitzsimmons leitet Arbeitsgruppe zur Lumineszenzdatierung am Max-Planck-Institut f√ľr Evolution√§re Anthropologie in Leipzig

Dr. Kathryn E. Fitzsimmons hei√üt die Preistr√§gerin des Albert Maucher-Preises f√ľr Geowissenschaften 2013 der DFG. Sie arbeitet seit 2010 in der Abteilung Humanevolution am Max-Planck-Institut f√ľr Evolution√§re Anthropologie in Leipzig. Ihr Forschungsinteresse gilt dem Umweltwandel und Mensch-Umwelt-Interaktionen. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis stiftete der M√ľnchner Geologe Albert Maucher, der zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn durch die DFG gef√∂rdert wurde. Nach dem Willen Mauchers w√ľrdigt die Auszeichnung ausdr√ľcklich auch unkonventionelle Forschungsans√§tze und -methoden. Sie erh√§lt den Preis am 23. September 2014.

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Weitere Informationen zu Dr. Fitzsimmons Forschung

16. April 2014: Verwandtschaft im Sprachen-Dschungel

Max-Planck-Forscher entschl√ľsseln Beziehungen zwischen seltenen Sprachen im kolumbianischen Amazonasgebiet

Nur 50 W√∂rter sind von der Sprache der Carabayo bekannt, eines v√∂llig isoliert lebenden Volkes im Amazonas-Gebiet. Diese Wortliste wurde im Jahre 1969 w√§hrend eines kurzen Zusammentreffens mit einer Carabayo-Familie erstellt. Frank Seifart vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig und Juan Alvaro Echeverri von der Universidad Nacional de Colombia in Leticia, Kolumbien, haben jetzt diese historischen Daten analysiert und sie mit verschiedenen Sprachen verglichen, die in der Region gesprochen werden oder wurden. Dabei fanden die Forscher Gemeinsamkeiten von Carabayo zu der bereits ausgestorbenen Sprache Yur√≠ und zu Tikuna, einer lebenden Sprache der Region. Den Ergebnissen zufolge scheinen die Carabayo also direkt oder indirekt von den Yur√≠ abzustammen, deren Sprache und Br√§uche im 19. Jahrhundert von Entdeckern beschrieben wurden, bevor sich diese Menschen in eine freiwillige Isolation zur√ľckzogen.

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15. April 2014: Lebensweise bestimmt Darmflora
Hadza-Frauen

Ein internationales Forscherteam analysiert erstmals Darmbakterien heute lebender Jäger und Sammler

Die Darmflora beeinflusst zahlreiche Aspekte der Gesundheit und N√§hrstoffaufnahme beim Menschen, doch bisher konzentrierte sich die Forschung haupts√§chlich auf ‚Äěwestliche‚Äú Bev√∂lkerungsgruppen. Ein internationales Forscherteam, dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig angeh√∂ren, hat nun erstmals die Darmflora einer modernen J√§ger- und Sammlergesellschaft, der in Tansania lebenden Hadza, untersucht. Dabei fanden die Forscher heraus, dass sich das Mikrobenprofil der Hadza von denen aller anderen bisher untersuchten Menschengruppen unterscheidet. Die Bakterien im Verdauungstrakt der Hadza spielen also m√∂glicherweise eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an ihre spezielle Ern√§hrungs- und Lebensweise. Die Studie zeigt auch, wie die Darmflora bereits unseren Vorfahren dabei geholfen haben k√∂nnte, sich an die Lebensbedingungen w√§hrend der Steinzeit anzupassen und zu √ľberleben.

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09. April 2014: Eine der letzten Hochburgen des Westlichen Schimpansen
Logistik

In Liberia lebt die zweitgrößte Schimpansen-Population Westafrikas

Wenn es Liberia in die Nachrichten schafft, dann meist im Zusammenhang mit B√ľrgerkrieg, Wirtschaftskrise, Armut und Krankheiten, wie k√ľrzlich wieder mit dem Auftreten von Ebola in Westafrika. Weniger mediale Aufmerksamkeit erhalten hingegen sein Status als Biodiversit√§ts-Hotspot und die Tatsache, dass einige der letzten √ľberlebensf√§higen und bedrohten Wildtierpopulationen Westafrikas dort beheimatet sind. Wegen der gewaltt√§tigen Konflikte in Liberia zwischen 1989 und 1997 sowie zwischen 2002 und 2003 konnten Wissenschaftler lange Zeit keine biologische Datenerhebungen durchf√ľhren. Nun hat ein internationales Forscherteam, darunter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig, die in Liberia lebenden Schimpansen und anderen gro√üen S√§ugetiere gez√§hlt. Der Zensus hat ergeben, dass das Land mit rund 7000 Schimpansen die zweitgr√∂√üte Population der westlichen Unterart des Schimpansen beherbergt. Da Liberia gro√üe Waldfl√§chen zur Abholzung frei gegeben hat, k√∂nnen die Entscheidungstr√§ger vor Ort die Ergebnisse nutzen, um die Schimpansen besser zu sch√ľtzen.

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01. April 2014: Der Neandertaler steckt in unseren Genen
Neandertaler und moderner Mensch

Europäer besitzen dreimal mehr Neandertaler-Varianten in ihren am Fettabbau beteiligten Genen als Asiaten und Afrikaner

Obwohl die Neandertaler ausgestorben sind, finden sich Fragmente ihres Erbguts im Genom heute lebender Menschen wieder. Diese Fragmente sind aber nicht gleichm√§√üig √ľber das Genom verteilt. Stattdessen sind einige Bereiche im Genom st√§rker mit Neandertaler-Varianten angereichert als andere. Ein internationales Forscherteam um Philipp Khaitovich vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig und vom CAS-MPG Partner Institute for Computational Biology in Shanghai hat jetzt herausgefunden: DNA-Sequenzen, die sowohl beim modernen Menschen als auch beim Neandertaler vorkommen, waren vor allem in den am Stoffwechselabbau von Fetten beteiligten Genen reichlich vorhanden. Besonders h√§ufig fanden die Forscher sie im Erbgut von heute lebenden Menschen europ√§ischer Abstammung, denen sie m√∂glicherweise einen selektiven Vorteil verschafften.

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13. Februar 2014: Vermischte Gene
Interaktive Website

Interaktive Weltkarte zur genetischen Geschichte des Menschen enth√ľllt genetische Auswirkungen historischer Ereignisse

Wenn Eltern aus verschiedenen ethnischen Gruppen sich miteinander fortpflanzen, ist das Erbgut ihrer Nachkommen eine Mischung aus der DNA dieser beiden Gruppen. St√ľcke dieser DNA werden dann an darauf folgende Generationen weitergegeben und gelangen so bis in die heutige Zeit. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig, der Oxford University und dem University College London erstellte jetzt eine Weltkarte, die die genetische Geschichte von 95 verschiedenen Populationen aus aller Welt √ľber vier Jahrtausende hinweg beleuchtet.

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05. Februar 2014: Neue Schimpansenpopulation entdeckt
Schimpansen

Im Norden der Demokratischen Republik Kongo leben mehrere Tausend Schimpansen in einem unzugänglichen Waldgebiet

Die Anzahl der gro√üen Menschenaffen in Afrika nimmt stetig ab. Daher ist es wichtig, Daten hinsichtlich ihrer Verbreitung und Populationsgr√∂√üe zu erheben, um Schutzma√ünahmen gezielt dort einsetzen zu k√∂nnen, wo sie am dringendsten ben√∂tigt werden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig und der Universit√§t Amsterdam in den Niederlanden haben √ľber mehrere Hundert Kilometer Datenerhebungen zu Schimpansen in der Region Uele im Norden der Demokratischen Republik Kongo durchgef√ľhrt. Dabei entdeckten sie eine gro√üe Population von √Ėstlichen Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii), einer Unterart des Schimpansen. Die 2005 und 2012 erhobenen Daten deuten darauf hin, dass die Populationsgr√∂√üe der Tiere im entlegenen Bili-Gangu Wald innerhalb dieses Zeitraums stabil geblieben ist. Insgesamt erschlossen die Forscher ein Gebiet von etwa 50.000 Quadratkilometern, in dem mehrere Tausend Schimpansen beheimatet sind. Den Forschern zufolge sollte dieses Gebiet Priorit√§t f√ľr den Schutz der √Ėstlichen Schimpansen erhalten.

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05. Februar 2014: Freund oder Feind
Schimpansen

Schimpansen kennen die Kooperationspartner anderer Gruppenmitglieder und nutzen dieses Wissen in Konfliktsituationen

In Konfliktsituationen sollte man besser wissen, wer zur Familie und zum Freundeskreis des Gegners geh√∂rt. Menschen besch√§ftigen sich intensiv mit den sozialen Beziehungen ihrer Mitmenschen. Bisher noch nicht bekannt war aber, ob andere Tiere ebenfalls in der Lage sind, die sozialen Beziehungen ihrer Artgenossen √ľber die engsten famili√§ren Grenzen hinweg im Auge zu behalten. Forscher des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig haben nun mit frei lebenden Schimpansen aus dem Budongo-Wald in Uganda eine Studie zu diesem Thema durchgef√ľhrt. Zwei Stunden nachdem ein Schimpanse ein anderes Gruppenmitglied angegriffen hatte oder selbst angegriffen wurde, spielten ihm die Forscher √ľber einen Lautsprecher eine Tonaufnahme mit aggressiven Schreien eines dritten Tiers vor. Wenn es sich bei der Aufnahme um die Schreie eines engen Freundes oder Verwandten des Gegners handelte, blickte er l√§nger in Richtung Lautsprecher und bewegte sich h√§ufiger von diesem weg. Schimpansen wissen, wer mit wem in der Gruppe auch jenseits von Verwandtschaftsverh√§ltnissen kooperiert, und dass sich das Verhalten Anderer auf sie selbst auswirken kann.

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15. Januar 2014: Neues Publikationsmodell f√ľr wissenschaftliche Fachb√ľcher

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Open-Access Buchveröffentlichung mit mehr als 500 000 Euro

Ein Publikationsvorhaben unter der Leitung der Sprachwissenschaftler Martin Haspelmath vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig und Stefan M√ľller von der Freien Universit√§t Berlin wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit mehr als 500 000 Euro gef√∂rdert. Bei dem Projekt ‚ÄěLanguage Science Press‚Äú sollen bis 2016 bis zu 100 B√ľcher aus verschiedenen Bereichen der Linguistik in mehreren Buchreihen kostenlos im Internet ver√∂ffentlicht werden. Hinter dem Vorhaben steht eine Gemeinschaft von einigen hundert renommierten Linguisten aller Kontinente, die sich zusammengeschlossen haben, um sich von traditionellen Wissenschaftsverlagen unabh√§ngig zu machen.

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15. Januar 2014: Freundschaft geht durch den Magen
Schimpansen

Schimpansen, die ihre Nahrung mit anderen teilen, haben mehr Oxytocin-Hormon im Urin

Soziale Beziehungen tragen ma√ügeblich zum biologischen Erfolg des Menschen bei. √úber ihre Entstehung und die ihnen zugrunde liegenden Mechanismen ist jedoch wenig bekannt. Das Hormon Oxytocin spielt dabei aber eine Schl√ľsselrolle. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig haben die Oxytocin-Werte im Urin frei lebender Schimpansen gemessen. Die Hormonkonzentration ist nach dem Teilen von Nahrung bei Spender und Empf√§nger h√∂her als nach einer Nahrungsaufnahme in Gesellschaft, bei der nicht geteilt wurde. Der Oxytocinspiegel war sogar h√∂her als nach der gegenseitigen Fellpflege, was darauf hindeutet, dass das Teilen von Nahrung f√ľr den Auf- und Ausbau sozialer Beziehungen sogar noch wichtiger sein k√∂nnte. Den Forschern zufolge sind beim Futterteilen m√∂glicherweise dieselben neurobiologischen Mechanismen beteiligt, die die Mutter-Kind-Bindung w√§hrend des Stillens bilden und f√∂rdern. Nahrung mit anderen zu teilen k√∂nnte also kooperative Beziehungen unter nicht miteinander verwandten erwachsenen Schimpansen sogar erst ausl√∂sen.

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