21.12.2014 - 15:27
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Pressemitteilungen (Archiv)

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18. Dezember 2013: Neandertaler-Genomprojekt am Ziel
Zehenknochen eines Neandertalers

Hochwertiges Neandertaler-Genom gibt detaillierte Einblicke in die gemeinsame Geschichte unserer Vorfahren

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Kay Prüfer und Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Genom einer Neandertalerfrau in sehr hoher Qualität entziffert. Das Genom gibt den Forschern jetzt detaillierte Einblicke in die Verwandtschaftsverhältnisse und Populationsgeschichte der Neandertaler und anderer bereits ausgestorbener Menschengruppen. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Genfluss zwischen diesen Gruppen durchaus üblich war, wenn auch in kleinem Umfang. Zusätzlich präsentieren die Forscher eine endgültige Liste von DNA-Sequenzänderungen, die alle heute lebenden Menschen von unseren nächsten ausgestorbenen Verwandten unterscheiden.

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12. Dezember 2013: Bonobos bleiben länger jung
Bonobos

Im Gegensatz zu Menschen und Schimpansen sinken die Schilddrüsenhormone bei Bonobos erst im späten Erwachsenenalter ab

Schimpansen und Bonobos entwickeln sich trotz ähnlicher Startbedingungen bei der Geburt ganz unterschiedlich. Ursache dafür könnten Unterschiede im Hormonspiegel sein. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Royal Zoological Society of Antwerp in Belgien haben die Schilddrüsenhormone im Urin von im Zoo lebenden Tieren analysiert. Demnach bleiben die Hormone, die bei uns Menschen nur in der Kindheit und Jugend hohe Werte aufweisen und nach der Pubertät absinken, bei Bonobos bis weit ins Erwachsenenalter hinein auf dem hohen Jugendniveau. Bei Schimpansen hingegen nehmen sie nach der Geburt stetig ab. Der spätere Abfall der Schilddrüsenhormone bei Bonobos hat möglicherweise Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere und ist darüber hinaus ein Indiz für die verzögerte Entwicklung ihrer geistigen Fähigkeiten.

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4. Dezember 2013: Älteste menschliche DNA entziffert
Skelett aus Sima de los Huesos, Spanien

Max-Planck-Forscher entziffern das mitochondriale Erbgut eines 400.000 Jahre alten Homininen aus Spanien

Mithilfe neuester Extraktions- und Analysetechniken ist es Forschern vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gelungen, eine nahezu vollständige mitochondriale Genomsequenz eines 400.000 Jahre alten Homininen aus Sima de los Huesos, Spanien, zu bestimmen. Anhand dieser Sequenz konnten die Forscher eine Verwandtschaft dieses Vertreters der Gattung Homo mit den Denisova-Menschen aufdecken, einem ausgestorbenen Verwandten des Neandertalers aus Asien. So alte DNA konnte bis vor kurzem nur von Fossilien aus Permafrostgebieten gewonnen werden.

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4. November 2013: Grammatik als Fenster in die Vergangenheit
Stellung von Fragewörtern

Neuer Weltatlas zu Mischsprachen aus der Kolonialzeit lässt deutliche sprachliche Spuren afrikanischer und pazifischer Sprachen erkennen

Ein Wissenschaftlerteam unter Federführung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat einen neuen Atlas zusammen mit der ihm zugrundeliegende Datenbank zu den wichtigsten Struktureigenschaften von Mischsprachen aus Süd- und Nordamerika, Afrika und dem asiatisch pazifischem Raum veröffentlicht. Die Forscher koordinierten gemeinsam mit der Universität Gießen und der Universität Zürich ein Konsortium von mehr als 80 international renommierten Sprachspezialisten, ein bisher einmaliges Projekt in der vergleichenden Linguistik. Entstanden sind diese Mischsprachen zum großen Teil aus Kontakten zwischen europäischen Händlern und Kolonisten auf der einen Seite und indigenen Völkern und Sklaven aus Afrika auf der anderen Seite. Der Atlas of Pidgin and Creole Language Structure, der bei Oxford University Press und als freie Online-Publikation veröffentlicht wurde, gibt detaillierte Vergleichsdaten zu den syntaktischen und phonologischen Strukturen von 76 Kontaktsprachen. Während die meisten dieser Sprachen das Vokabular aus den Sprachen der europäischen und auch arabischen Kolonisatoren übernommen haben, lassen sich ihre grammatischen Strukturen oft auf die von den Sklaven gesprochenen afrikanischen und pazifischen Sprachen zurückführen. Diese Tendenzen zeigt der Atlas deutlicher als je zuvor.

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23. Oktober 2013: Langzeitgedächtnis hilft Schimpansen bei der Futtersuche
Schimpansenweibchen

Auf der Suche nach ertragreichen Obstbäumen im Regenwald erinnern sich Schimpansen an Vergangenes

Wohin begeben sich Schimpansen, deren Lieblingsobstbaum leer gefressen ist, wenn sie nicht wissen, welche anderen Bäume bereits Früchte tragen? Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat untersucht, warum Schimpansen auf der Suche nach Früchten ganz bestimmte Bäume im Regenwald ansteuern und wie sie besonders ertragreiche Bäume finden. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass Schimpansen dafür ihr Langzeitgedächtnis nutzen: Sie merken sich über eine Dauer von mindestens zwei Monaten die Größe und geografische Lage bestimmter Bäume, von denen sie bereits in einer vergangenen Saison Früchte genascht haben.

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01. Oktober 2013: Krankheitsrisiko für wildlebende Menschenaffen wird untersucht
Tai-Schimpanse

Zoo Leipzig, Robert Koch-Institut, WWF Deutschland und Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie werben EAZA Fördermittel ein

Die Übertragung menschlicher Atemwegserkrankungen wie Husten und grippale Infekte kann eine Gefahr für wildlebende Menschenaffen, die mit Menschen in Kontakt kommen, darstellen – sie können an diesen „Allerweltskrankheiten“ sterben. Der Kontakt von Mensch und Menschenaffe kann durch Forschungsprojekte, Tourismus und Kontakt mit Bewohnern rund um Schutzgebiete zustande kommen. Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA), das seit 2001 auch Verhalten und kognitive Fähigkeiten der Menschenaffen in Pongoland erforscht, betreibt ein Langzeit-Feldforschungsprojekt mit Schimpansen im Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste, Westafrika, und untersucht dort auch diese Problematik.

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12. August 2013: Neandertaler schufen die ersten Spezialwerkzeuge Europas aus Knochen
Lissoirs aus Abri Peyrony

Uraltes Erbe: Heutige Schleifwerkzeuge zur Lederbearbeitung wurden in ähnlicher Form schon von den Neandertalern gefertigt

Noch heute, 50.000 Jahre nach den Neandertalern und der Ankunft der ersten anatomisch modernen Menschen in Europa, werden sogenannte Lissoirs zur Verarbeitung von Tierhäuten benutzt. Die aus den Rippen von Rehwild hergestellten Schleifgeräte machen Leder weicher, glatter und wasserbeständiger. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und von der Universität Leiden in den Niederlanden haben in zwei einander benachbarten altsteinzeitlichen Ausgrabungsstätten im Südwesten Frankreichs Neandertaler-Werkzeuge aus Knochen entdeckt, die solchen Lissoirs sehr ähnlich sind. Die Werkzeuge unterscheiden sich von allen zuvor in Neandertaler-Stätten gefundenen Geräten.

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23. Juli 2013: Evolutionärer Kompromiss für einen langen Zahnerhalt
Gorillazähne

Im Laufe des Lebens ändern sich die biomechanischen Anforderungen an die Zähne

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt am Main haben Belastungsanalysen an unterschiedlich verschlissenen Vorbackenzähnen von Gorillas durchgeführt. Dabei konnten sie zeigen, dass einzelne Bereiche der Kaufläche Zugspannungen entgegenwirken, die während des Kauvorgangs auftreten. Durch einen fortschreitenden Zahnverschleiß, der mit dem Verlust an Zahnmaterial und dem Abbau des Kauflächenreliefs einhergeht, werden Zugspannungen im Zahn reduziert. Der Preis ist aber, dass die Nahrung dann nicht mehr so effektiv zerkleinert wird. Verändert sich also im Laufe des Lebens durch Abnutzung die Beschaffenheit der Kaufläche, ändern sich damit auch die biomechanischen Anforderungen an das vorhandene Zahnmaterial – ein evolutionärer Kompromiss  zugunsten eines möglichst langen Zahnerhalts.

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15. Juli 2013: Schön und erfolgreich
bonobos

Attraktive Bonobo-Weibchen gewinnen häufiger Konflikte mit Männchen

Weibliche Dominanz über Männchen ist bei Säugetieren ein seltenes Phänomen. Bonobos scheinen zu diesen Ausnahmen zu gehören. Das ist erstaunlich, da auch bei dieser Art ausgewachsene Männchen meist größer und stärker sind als die Weibchen. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Dominanzverhältnisse zwischen männlichen und weiblichen frei lebenden Bonobos untersucht. Sie hat dabei besonders die hohe Stellung einiger Weibchen im Dominanzgefüge interessiert. Das Ergebnis: Es sind nicht die weiblichen Allianzen, mit denen Weibchen Konflikte gewinnen können. Auch scheint der Kontext des Konflikts für dessen Ausgang irrelevant zu sein. Stattdessen spielt die Attraktivität der Weibchen eine wichtige Rolle. Wenn diese eine sexuelle Bereitschaft zeigen, gewinnen sie Konflikte mit Männchen leichter. Die Männchen verhalten sich dann weniger aggressiv.

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27. Juni 2013: Die Macht des Nachahmens

Imitation fördert schon bei Kleinkindern soziales Verhalten

Imitation ist nicht nur ein Hilfsmittel, um von anderen zu lernen. Erwachsene kopieren regelmäßig und ganz automatisch den Bewegungsablauf, die Haltung und den Gesichtsausdruck anderer Menschen. Wenn uns jemand nachahmt, verhalten wir uns hilfsbereiter und großzügiger. Ein Wissenschaftlerteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat nun den Einfluss von Imitation auf das Sozialverhalten von Kindern untersucht. Demnach helfen schon anderthalb Jahre alte Kleinkinder lieber den Erwachsenen, von denen sie zuvor imitiert wurden. In einer weiteren Studie fanden die Forscher heraus, dass fünf- bis sechsjährige Kinder eher den Menschen vertrauen, die sie zuvor imitiert hatten. Durch Nachahmen können Erwachsene also die Entwicklung von Vorschulkindern beeinflussen.

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19. Juni 2013: Verheerender als bisher angenommen
Ausgrabungsstätte Urluia

Leipziger Forscher haben neue Daten zur Verteilung der Vulkanasche veröffentlicht, die als „Kampanischer Ignimbrit“ weite Teile Osteuropas bedeckte

Vor etwa 40.000 Jahren wurde ein großer Teil Europas durch einen Vulkanausbruch verwüstet, der in den pflegräischen Feldern (Campi Flegrei) westlich von Neapel stattfand. Vor Ort zeugen noch Ablagerungen von dem Ereignis, die als „Kampanischer Ignimbrit“ bekannt sind. Durch den Vulkanausbruch wurde Asche in die höheren Bereiche der Atmosphäre geschleudert und weit nach Osteuropa getragen. Computermodelle gingen bislang von Ascheschichten von zirka fünf bis zehn Zentimetern Mächtigkeit aus. Neue Daten aus Urluia, Rumänien, zeigen jedoch, dass die Vulkanasche-Ablagerungen in der Steppenlandschaft der Unteren Donau bis zu zehn Mal mächtiger sind als bisher angenommen. Der Ausbruch des Supervulkans, der folglich viel stärker war als berechnet, hatte Auswirkungen auf die Evolution des Menschen in einer Zeit, als moderne Menschen Europa besiedelten und die Neandertaler-Populationen zu schrumpfen begannen.

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29. Mai 2013: Malaria-Schutz bei Schimpansen
Schimpansengruppe

Auch frei lebende Schimpansen verfügen im fortgeschrittenen Alter über einen besseren Immunschutz gegenüber Malaria-Erregern

Frei lebende Menschenaffen sind häufig von Plasmodien befallen, einem Erreger, der bei Menschen Malaria verursacht. Über die biologischen Hintergründe dieser Infektionen bei Wildtieren ist bisher aber wenig bekannt. Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und vom Robert Koch-Institut in Berlin hat jetzt anhand von Kotproben frei lebender Schimpansen untersucht, wie sich das Alter der Tiere auf die Erkennungsrate des Malaria-Erregers auswirkt. Die Wissenschaftler entdeckten einen engen Zusammenhang zwischen dem Alter der Tiere und dem Vorhandensein von Malaria-Parasiten, wobei sich bei erwachsenen Tieren wesentlich weniger Erreger nachweisen ließen als bei Jungtieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schimpansen beim Eintritt ins Erwachsenenalter eine schützende Immunität gegenüber Malaria auslösenden Parasiten aufgebaut haben, wie das auch beim Menschen der Fall ist.

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30. April 2013: Und die Geschichte ist eben nicht erfunden

"Schimpansen" ist kein Dokumentarfilm und liefert trotzdem faszinierende Fakten über unsere nächsten Verwandten

In der kommenden Woche läuft der Disneynature-Film "Schimpansen" in den deutschen Kinos an. Ein Artikel in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL sorgt nun für Irritationen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle Folgendes klarstellen: Bei dem Film handelt es sich nicht um einen Dokumentarfilm. Trotzdem sind die Inhalte des Films nicht erfunden. Sie beruhen tatsächlich auf den Ergebnissen von über 30 Jahren Freilandforschung, in der diese überaus spannenden Aspekte aus dem Leben unserer nächsten Verwandten in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen wurden. Aus technischen Gründen konnte das Filmteam die Geschichte nicht immer in der chronologisch richtigen Reihenfolge aufnehmen. Dies ist bei Tierfilmen durchaus üblich.

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24. April 2013: Materialverlust schützt Zähne gegen Ermüdungsbruch
Prämolar nach Segmentierung

Computersimulationen zeigen: Die Reduktion der natürlichen Zahnabnutzung könnte die Hauptursache für weit verbreitete Zahnhalsdefekte sein

Wissenschaftler am Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt haben gemeinsam mit Zahntechnikern Belastungsanalysen an menschlichen Vorbackenzähnen durchgeführt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die sehr häufig auftretenden Schmelzabsprengungen am Zahnhals mit der in industrialisierten Gesellschaften reduzierten Zahnabnutzung im Zusammenhang stehen können.

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23. April 2013: Max-Planck-Forschung ganz groß bei Disney
Disneynature "Schimpansen"

Der Film „Schimpansen“, der am 9. Mai in die deutschen Kinos kommt, ist mehr als ein Familienvergnügen, er bringt auch die Wissenschaft auf die Leinwand

Die beiden Regisseure und Produzenten Alastair Fothergill und Mark Linfield ("Unsere Erde") haben für Disneynature im Taï Forest im Westen der Elfenbeinküste einen anrührenden Film gedreht. Aber „Schimpansen“, ist mehr als ein charmanter Familienfilm – es ist tatsächlich ein spannender Blick auf die Forschung von Christophe Boesch und seinem Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

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Tai-Schimpansen - die Wissenschaft zum Film

Im Dschungelcamp - Feldforschung in der Elfenbeinküste

Schimpansen in Gefahr

Vortragsabend - die Wissenschaft hinter dem Film (03. Mai 2013)

15. April 2013: Die Grenzen der Objektivität
Collagenraum

Der Künstler und Fotograf Emanuel Mathias ist Artist in residence am Bauhaus Dessau - am 24. April lädt er zu einem Wahrnehmungsexperiment.

Seit Februar ist der in Halle geborene Künstler und Fotograf Emanuel Mathias Gast am Bauhaus Dessau. Mit einem Stipendium der SYN Kunst Design Wissenschaft erforscht der 32-Jährige zur Frage, ob es eine angemessene Distanz zum Forschungsgegenstand gibt. Mathias vergleicht das mit der Arbeitsweise von Verhaltensforschern in der Primatologie.

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10. April 2013: Botaniker im Regenwald
Blick in die Baumkronen

Schimpansen nutzen botanische Kenntnisse beim Auffinden von Früchten

Schimpansen und andere Tiere nutzen zum Wiederauffinden von Früchten im Regenwald ihr räumliches Gedächtnis. Wie sie diese aber überhaupt erst ausfindig machen, war bisher ungeklärt. Jetzt untersuchten Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie im Taï-National Park an der Elfenbeinküste (Westafrika), welche Strategien die Schimpansen bei ihrer Suche nach den süßen Leckereien anwenden und stellten fest: Die Tiere wissen, dass manche Baumarten zeitgleich Früchte tragen und nutzen diese botanischen Kenntnisse bei ihrer täglichen Nahrungssuche. Wenn also die Früchte eines bestimmten Baums reif sind, inspizieren sie auch andere Bäume besonders aufmerksam, ob sie ebenfalls schon Früchte tragen.

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25. März 2013: Bei Schimpansen sind Jagd und Fleischkonsum Männersache

Max-Planck-Forscher bestätigen Freilandbeobachtungen zum Jagdverhalten und Fleischkonsum erwachsener männlicher Schimpansen mittels Isotopenanalyse

Der regelmäßige Fleischgenuss ist nicht nur für menschliche Primaten charakteristisch. Das zeigten Freilandbeobachtungen unserer nächsten lebenden Verwandten, der Schimpansen, die Wirbeltiere jagen und ihre Beute verspeisen. Welchen Stellenwert Fleisch auf dem Speiseplan der Tiere einnimmt, ist jedoch größtenteils noch ungeklärt, denn Verhaltensbeobachtungen allein können den Fleischkonsum nicht beziffern. Ein interdisziplinäres Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig analysierte jetzt stabile Isotope aus den Haaren und Knochen wilder Schimpansen und verglich das Ergebnis mit den Verhaltensbeobachtungen: Jagd und Fleischkonsum sind bei Schimpansen Männersache. Diese Ergebnisse bestätigen Belege aus Freilandbeobachtungen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste.

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19. März 2013: Neandertalergenom vollständig entschlüsselt

Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat die Genomsequenz des Neandertalers jetzt vervollständigt und stellt diese der Wissenschaftsgemeinschaft heute zur Verfügung.

Im Jahre 2010 präsentierten Svante Pääbo und Kollegen eine erste Arbeitsversion des Neandertalergenoms. Die dazu benötigte DNA hatten die Forscher aus drei Neandertalerknochen aus einer Höhle in Kroatien gewonnen. Jetzt verwendeten sie einen im Jahre 2010 in der Denisova-Höhle in Südsibirien ausgegrabenen Zehenknochen und generierten aus der darin enthaltenen DNA ein hochwertiges Genom dieses Neandertalers.

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23. Januar 2013: Soziales Hormon ist eng mit der Beziehungspflege verbunden
Schimpansen bei der Fellpflege

Oxytocin spielt Schlüsselrolle bei der Pflege kooperativer Beziehungen zu befreundeten Artgenossen

Kooperative Tiere leben länger, und ihr Nachwuchs besitzt bessere Überlebenschancen. Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, welche kognitiven und hormonellen Mechanismen Kooperation erst ermöglichen. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt herausgefunden, dass das Hormon Oxytocin eng mit der Pflege kooperative Beziehungen bei Schimpansen verbunden ist. Den Forschern zufolge war der Oxytocinspiegel im Urin höher, wenn Schimpansen mit einem befreundeten Tier Fellpflege betrieben hatten. Eine genetische Verwandtschaft oder sexuelle Interessen spielten dabei keine Rolle. Das Hormon Oxytocin, das mittels neuronaler Belohnungssysteme einen positiven Einfluss auf das soziale Gedächtnis hat, spielt also bei Schimpansen eine Schlüsselrolle bei der Pflege sozialer Beziehungen jenseits genetischer Bande. Möglicherweise hilft es ihnen dabei, den Überblick über ihre kooperativen Beziehungen zu mehreren Artgenossen zu behalten.

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21. Januar 2013: Ein Verwandter aus der Tianyuan-Höhle
Bein eines frühen modernen Menschen

DNA-Analyse enthüllt Verwandtschaft zwischen heute lebenden Asiaten und amerikanischen Ureinwohnern mit frühen modernen Menschen aus Peking

Ein internationales Forscherteam um Svante Pääbo und Qiaomei Fu vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Erbgut eines frühen modernen Menschen aus der Tianyuan-Höhle bei Peking entschlüsselt. Die Analyse von DNA aus dem Zellkern und den Mitochondrien dieses Menschen zeigt, dass er eine gemeinsame Herkunft mit den Vorfahren heute lebender Asiaten und amerikanischer Ureinwohner teilt. Ein weiteres Ergebnis: Das Erbgut dieses frühen modernen Menschen enthält keinen größeren Anteil an Neandertaler- oder Denisova-DNA als das von heute in der Region lebenden Menschen.

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17. Januar 2013: Vermischung im Süden Afrikas
Verbreitung Khoisan-Völker

Uralte Khoisan-Abstammungslinien überdauerten in heute lebenden Bantu-Gruppen

Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Lyon untersuchten das Erbgut von 500 Menschen, die verschiedenen Khoisan- und Bantu-Völkern angehören. Die Analyse mitochondrialer DNA zeigt, dass die Khoisan eine größere genetische Diversität besitzen als bisher angenommen. Dabei haben mitochondriale DNA-Abstammungslinien bereits ausgestorbener Khoisan-Gruppen in heute lebenden Bantu-Gruppen überdauert. Grund dafür ist möglicherweise eine Vermischung von Bantu-Immigranten mit Khoisan-Frauen vor etwa 2.000 bis 1.200 Jahren.

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14. Januar 2013: Genfluss von Indien nach Australien vor 4.000 Jahren
by boat

Lange vor der europäischen Besiedlung wanderten Menschen vom indischen Subkontinent in Australien ein

Bisher ging man davon aus, dass Australien zwischen seiner ursprünglichen Besiedlung vor etwa 40.000 Jahren und der Ankunft von Europäern im späten 18. Jahrhundert größtenteils isoliert geblieben war. In einer neuen Studie belegen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig jetzt einen substanziellen Genfluss zwischen indischen Populationen und Australiern vor etwa 4.000 Jahren. Darüber hinaus belegen die Forscher eine gemeinsame Herkunft von Populationen aus Australien, Neuguinea und den auf den Philippinen lebenden Mamanwa. Diese Populationen waren einer frühen südlichen Migrationsroute aus Afrika heraus gefolgt, während andere Populationen die Region erst zu einem späteren Zeitpunkt besiedelten.

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09. Januar 2013: Partikel aus kristallinem Quarz schleifen Zähne ab
Zahnoberfläche

Studie stellt Aussagekraft von Zahnverschleiß zu Ernährungsgewohnheiten ausgestorbener Arten in Frage

Der Zahnverschleiß mit Mustern winzigster Spuren auf abgenutzten Zahnoberflächen hilft Wissenschaftlern, die Ernährungsweise fossiler Säugetiere, einschließlich unserer menschlichen Vorfahren, besser zu verstehen. Mithilfe der Nanoforschung konnte ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig jetzt einige der Gründe für den Zahnverschleiß aufdecken. Die Forscher fanden heraus, dass Quarz-Staub hauptverantwortlich für die Abnutzung von Zahnschmelz ist. In pflanzlichen Nahrungsstoffen enthaltene Silica-Phytolithe hingegen verursachen zwar einen Abrieb am Zahnschmelz, verschleißen dessen Oberfläche aber nur geringfügig. Den neuen Ergebnissen zufolge müssen Wissenschaftler neu überdenken, was Zahnverschleiß tatsächlich über die Ernährungsgewohnheiten von Säugetieren verraten kann. Weiterhin zeigen die Analysen, dass sich Umweltfaktoren wie Dürren und Staubstürme stark auf die Lebensdauer der Zähne auswirken. Die ostafrikanischen Homininen könnten dabei ganz besonders unter Staubstürmen und Partikeln gelitten haben, die von der Arabischen Halbinsel nach Afrika getragen wurden.

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21. Dezember 2012: Spitzenforschung im Jahr 2012

Max-Planck-Wissenschaftler haben dieses Jahr wieder mehrere wissenschaftliche Durchbrüche erzielt

Zum Jahresende veröffentlicht das Fachmagazin Science seine Auswahl der bedeutendsten Veröffentlichungen im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr sind Max-Planck-Forscher auf der Liste vertreten. Zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2012 kürte das Magazin die Entdeckung des Higgs-Teilchens am Cern in Genf. Weitere ausgezeichnete Projekte ist die Entschlüsselung des Genoms einer ausgestorbenen Menschenform sowie die Strukturanalyse eines medizinisch wichtigen Proteins.

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29. Oktober 2012: Der moderne Mensch inspirierte den Neandertaler kulturell
Körperschmuck

Neue außerordentlich präzise 14C-Daten deuten auf einen kulturellen Austausch zwischen modernen Menschen und Neandertalern vor etwa 40.000 Jahren hin.

Ob die archäologische Kultur des Châtelperronien (CP) am Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum von Neandertalern oder modernen Menschen stammt, darüber streiten Fachleute seit Langem. Unter der Leitung von Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam fossile Knochen aus der Grotte du Renne und aus Saint Césaire in Frankreich analysiert. Mit Hilfe eines Beschleuniger-Massenspektrometers konnten die Wissenschaftler deren Alter äußerst präzise bestimmen. Die neuen 14C-Daten zeigen, dass Neandertaler die anspruchsvollen Werkzeuge und den Körperschmuck aus der CP-Kultur hergestellt haben. Da sie dies aber erst taten, nachdem vor etwa 40.000 Jahren moderne Menschen in benachbarten Regionen eingetroffen waren, vermuten die Forscher, dass zwischen diesen beiden Menschengruppen ein kultureller Austausch stattgefunden hat.

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16. Oktober 2012: Khoisan-Völker entwickelten sich teilweise getrennt
Taa-Sprecher

Genetische Untersuchungen decken die biologische Geschichte der im südlichen und östlichen Afrika lebenden Jäger und Sammler auf

In Fachkreisen ist umstritten, ob im östlichen und südlichen Afrika lebende Völker, die sogenannte „Khoisan-Sprachen“ mit Schnalzkonsonanten sprechen, von gemeinsamen Vorfahren abstammen. Die bislang umfangreichste von einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Brigitte Pakendorf erstellte Studie zur genetischen Diversität dieser Populationen liefert nun aussagekräftige Nachweise dafür, dass eine biologisch-genetische Verbindung zwischen dem östlichen und südlichen Afrika tatsächlich besteht. Darüber hinaus dokumentiert die Studie, dass Jäger- und Sammlerpopulationen im nordwestlichen und südöstlichen Kalahari-Gebiet im südlichen Afrika innerhalb der letzten 30.000 Jahre teilweise genetisch voneinander getrennt waren. Außerdem konnten die Forscher ermitteln, dass vor etwa 1.200 Jahren eine Vermischung dieser Populationen mit Einwanderern aus dem Norden begonnen hat.

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25. September 2012: Immer weniger Platz für Afrikas Menschenaffen
African great apes

Eine erste den gesamten afrikanischen Kontinent übergreifende Studie belegt, dass die Lebensräume dieser Tiere in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft sind.

In den vergangenen 30 Jahren nahm die Anzahl der in Afrika lebenden Menschenaffen stetig ab. Gründe dafür sind die kommerzielle Jagd auf die Tiere, die Zerstörung ihrer Lebensräume und Krankheiten. Die jetzt von der Kommission für Artenerhalt der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) erstellte A.P.E.S. Datenbank (http://apes.eva.mpg.de), an der auch ein Forscherteam am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie mitgewirkt hat, vereint die Erhebungen von über 60 Standorten und vermittelt einen Überblick über die Habitate der Menschenaffen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Diese Informationen werden einen entscheidenden Beitrag zur Ausrichtung weltweiter politischer Entscheidungen und der Verteilung von Spendengeldern leisten. Darüber hinaus können aktuelle und zukünftige Bedrohungen vorhergesagt und abgemildert werden. Zu diesen Bedrohungen gehören neben der Lebensraumzerstörung auch große Infrastrukturvorhaben, Ressourcenverwertungsprojekte, der steigende Jagddruck und die Folgen des Klimawandels.

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30. August 2012: Uraltes Genom enthüllt seine Geheimnisse
Denisova Fingerknochen

Max-Planck-Wissenschaftler beschreiben das Erbgut des Denisova-Menschen und beleuchten dessen Beziehungen zu modernen Menschen

Die Analysen eines internationalen Forscherteams um Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigen, dass die Denisova-Menschen eine geringe genetische Vielfalt aufwiesen. Obwohl sie in weiten Teilen Asiens lebten, scheint ihre Population nie über eine längere Zeit sehr groß gewesen zu sein. Ein umfassender Katalog dokumentiert darüber hinaus die genetischen Veränderungen, durch die sich moderne Menschen von ihren ausgestorbenen, archaischen Verwandten unterscheiden. Einige dieser Veränderungen betreffen Gene, die mit Gehirnfunktionen und der Entwicklung des Nervensystems in Verbindung stehen.

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Interview mit Dr. Matthias Meyer

08. August 2012: Evolution des Menschen
3D-Rekonstruktion des Unterkiefers KNM-ER 60000

Fossilienfunde aus Kenia bringen neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Gattung Homo

Aufregende neue Fossilien, die im Osten des Turkana-Sees in Kenia entdeckt wurden, bestätigen nun, dass dort vor zwei Millionen Jahren neben unserem direkten Vorfahren Homo erectus zwei weitere Arten der Gattung Homo lebten. Die Funde – ein Gesichtsschädel, ein bemerkenswert vollständiger Unterkiefer und der Teil eines zweiten Unterkiefers – werden in der renommierten Fachzeitschrift Nature am 9. August 2012 beschrieben. Ausgegraben wurden die Fossilien zwischen 2007 und 2009 im Rahmen des von Meave und Louise Leakey geleiteten Koobi Fora Forschungsprojekts (Koobi Fora Research Project, KFRP). Fred Spoor, KFRP-Mitglied und Wissenschaftler der Abteilung Humanevolution am Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie koordinierte die wissenschaftlichen Untersuchungen der Fossilien. Zahlreiche Analysen wurden in Leipzig durchgeführt, darunter auch die virtuelle Rekonstruktion der neuen Funde mittels modernster Computertechnologie.

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Fragen und Antworten zu den neuen Fossilienfunden

06. Juli 2012: Gehirnevolution - Menschliche Nervenstammzellen stimulieren sich selbst
Menschliches Gehirn

Max-Planck-Forscher entdecken eine neue Grundlage für Nervenstammzell-Aktivität

Die Großhirnrinde, also der Teil des Säugetier-Gehirns, der für höhere kognitive Leistungen verantwortlich ist, weist bei verschiedenen Spezies drastische Unterschiede in ihrer relativen Größe auf. So ist die Großhirnrinde der Maus relativ klein und ungefaltet, während die Großhirnrinde des Menschen – bezogen auf die Körpergröße – um ein Vielfaches größer ist und nur gefaltet in die Schädelhöhle passt. Diese Größenunterschiede sind das Ergebnis der höchst unterschiedlichen Aktivität von Nervenstammzellen, also jener Zellen, die die Nervenzellen unseres Gehirns produzieren. So durchlaufen die Nervenstammzellen in der sich entwickelnden Großhirnrinde des Menschen deutlich mehr Zellteilungen als die der Maus, und produzieren entsprechend sehr viel mehr Nervenzellen. Was aber liegt dieser Fähigkeit zur wiederholten Zellteilung zugrunde?

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27. Juni 2012: Speiseplan des Australopithecus sediba enthielt auch Pflanzen
Zahnstein am vorderen Prämolar

Forscher finden erstmals Pflanzenreste in dem zwei Millionen Jahre alten Zahnbelag unserer frühen menschlichen Vorfahren

Amanda Henry vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und ein internationales Forscherteam untersuchten die Abnutzungsmuster an den Zähnen und winzigste Pflanzenfragmente im Zahnstein zweier Vertreter der Art Australopithecus sediba aus Malapa, Südafrika, und fanden heraus, dass diese zu Lebzeiten auch pflanzliche Nahrung zu sich genommen hatten. Bestätigt wurde diese Annahme durch Isotopenanalysen der Skelette. Die Forscher fanden in den Zähnen der beiden Homininen hauptsächlich Reste von Baumrinde und holzigen Geweben; dies konnte bisher bei anderen frühen Homininen nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Ernährung von Australopithecus sediba im Vergleich zur Ernährung anderer ähnlich alter afrikanischer Homininen überraschend anders war. Geleitet wurde die Studie von Lee Berger von der University of the Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika.

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13. Juni 2012: Forscher entschlüsseln das Bonobo-Genom
Das Bonobo-Weibchen Ulindi im Zoo Leipzig

Etwa drei Prozent des menschlichen Genoms sind näher mit dem Bonobo- oder dem Schimpansen-Genom verwandt als die Genome von Schimpanse und Bonobo miteinander

Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hat  das Genom des Bonobo-Weibchens Ulindi aus dem Zoo Leipzig untersucht und es mit dem von Schimpansen und Menschen verglichen. Das Ergebnis überraschte: Etwa drei Prozent des menschlichen Genoms ähnelt mehr dem Bonobo- beziehungsweise dem Schimpansen-Genom. Die Ähnlichkeiten sind in diesen Bereichen deutlich größer als zwischen den Affenarten.

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Webseite: The Bonobo Genome

10. Mai 2012: Eine Frage der Kultur
Schimpanse

Benachbarte Schimpansengruppen benutzen trotz ähnlicher ökologischer Bedingungen in ihrem Lebensraum verschiedene Hämmer zum Nüsseknacken

Im Taï- Nationalpark an der westafrikanischen Elfenbeinküste knacken Schimpansen Nüsse der Art Coula edulis mithilfe von Stein- und Holzhämmern und verwenden dabei Baumwurzeln als Ambosse. Jetzt untersuchte ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erstmals, ob benachbarte Schimpansengruppen unterschiedliche Hämmer zum Nüsseknacken verwenden und fanden heraus: Material und Größe der benutzten Hämmer richteten sich bei zwei der drei untersuchten Gruppen nach ökologischen Besonderheiten, wie der abnehmenden Nusshärte im Laufe der Saison, unterschieden sich aber dennoch maßgeblich von Gruppe zu Gruppe. Die Auswahl eines bestimmten Werkzeugs ist demnach nicht nur eine Anpassung an sich verändernde Umweltbedingen sondern auch ein kulturell erlerntes Verhalten, das innerhalb der Gruppe von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

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Nüsseknacken mit einem Holzhammer (mp4-Datei)

Nüsseknacken mit einem Steinhammer (mp4-Datei)

10. Mai 2012: Stress bei den Bonobos
Bonobo

Auch Tiere können gestresst sein: Eine neue Studie an Bonobos zeigt, dass das Leben im Regenwald durchaus anstrengend sein kann

Ergebnisse der Forschungsarbeit ergaben, dass erwachsene Bonobo-Männchen vor allem dann gestresst waren, wenn sie sich in der Nähe von  attraktiven Weibchen aufhielten.  Attraktive Bonoboweibchen sind solche, welche nah am Eisprung sind. Da sich hochrangige Männchen häufiger um die Nähe dieser Weibchen bemühen, hatten solche Männchen auch höhere Stresswerte als ihre niederrangigen Geschlechtsgenossen. Martin Surbeck und seine Kollegen am Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben herausgefunden, dass den Männchen in der Nähe der Weibchen zum Einen weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme bleibt und zum Anderen ein erhöhtes Risiko besteht, von Gruppenmitgliedern attackiert zu werden.

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27. April 2012: Mitteldeutschland wird Zentrum der deutschen und internationalen Biodiversitätsforschung
iDiv

Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie ist einer der Kooperationspartner des heute von der DFG bewilligten Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung

Der Universitätsverbund Halle-Jena-Leipzig hat am Freitag die letzte Hürde zur Einrichtung eines nationalen Forschungszentrums im Bereich Biodiversität erfolgreich gemeistert. Der Forschungsverbund erhielt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Zuschlag für iDiv, das Deutsche Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung. „Damit wurde die exzellente Forschung zur Biodiversität in Leipzig, Halle und Jena belohnt", sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Sprecheruniversität Leipzig. Die DFG fördert das Zentrum mit Sitz in Leipzig mit jährlich sieben Millionen Euro – und das bis zu zwölf Jahre. Die von Prof. Dr. Christophe Boesch geleitete Abteilung für Primatologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist einer der Kooperationspartner.

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26. April 2012: Taï Schimpansen als Hollywoodstars
Freddy mit Sohn.

Die Disney-Produktion “Chimpanzee” zeigt faszinierende Bilder aus dem Leben unserer nächsten Verwandten, der Schimpansen

Oscar, Freddy und Isha sind die Stars des neuen Disneynature Films “Chimpanzee”, der am Freitag, dem 20. April 2012, in Nordamerika seine Premiere feierte. Dies ist der erste Film, der vollständig im afrikanischen Regenwald gefilmt wurde und auf bewegte Bilder von frei lebenden Schimpansen zurückgreift, die im Taï National Park an der Elfenbeinküste und in Ngogo im Kibale Nationalpark in Uganda beheimatet sind. Die drei Hauptdarsteller Oscar, Freddy und Isha gehören Gruppen von Schimpansen an, die Max-Planck-Direktor Christophe Boesch und sein Team an der Elfenbeinküste bereits seit 33 Jahren erforschen.

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12. April 2012: Lernen nach dem Mehrheitsprinzip
Kinder lernen

Menschen und Schimpansen folgen bei der Weitergabe von Kultur der Mehrheit

Die Weitergabe kultureller Errungenschaften an die nächste Generation ist eine Schlüsselkomponente der menschlichen Evolution. Menschen übernehmen dabei vor allem solche Verhaltensweisen, die auch von vielen anderen Individuen praktiziert werden. Auch die nächsten lebenden Verwandten des Menschen, Schimpansen und Orang-Utans, geben traditionelles Verhalten und Kultur an ihre Nachfahren weiter. Ob und wie dieser Prozess dem des Menschen ähnelt, ist noch größtenteils unbekannt. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben nun herausgefunden, dass Schimpansen dazu neigen eher die Handlung zu kopieren, die von einer größeren Anzahl Individuen vorgemacht wird, als die am häufigsten ausgeführte Handlung. Zweijährige Kleinkinder richten sich sowohl nach der Anzahl der Individuen als auch nach der Häufigkeit. Für Orang-Utans spielt dagegen keines von beidem eine Rolle.

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07. Februar 2012: Gesamtes Genom einer ausgestorbenen Menschenform aus einem Fossil entschlüsselt
Denisova-Höhle

Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das komplette Genom eines Denisova-Menschen entschlüsselt.

Im Jahre 2010 veröffentlichten Svante Pääbo und seine Mitarbeiter die vorläufige Fassung des Genoms, das sie einem winzigen Teil eines fossilen Fingerknochens aus der Denisova-Höhle in Südsibirien entnommen hatten. Den DNA-Sequenzen zufolge gehört dieser Knochen der Vertreterin einer zuvor unbekannten ausgestorbenen Menschenform, jetzt als Denisova-Mensch bekannt. Zusammen mit den Neandertalern sind die Denisova-Menschen die nächsten ausgestorbenen Verwandten heute lebender Menschen.

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16. Januar 2012: Ungewöhnliches Erfolgsrezept bei Bonobos
Bonobos

Dominante Affenmänner investieren in freundschaftliche Paarbeziehungen

Bei vielen Tierarten konkurrieren die Männer um weibliche Individuen. Während der Paarungszeit steigt ihr Testosteronspiegel, der aggressives Verhalten und maskulines Aussehen fördert. Bei den Bonobos hingegen wird viel in freundschaftliche Beziehungen zu den Weibchen investiert. Ein erhöhter Testosteronspiegel oder gesteigerte Aggressivität würden mit dem gesteigerten Paarbindungsverhalten kollidieren. 

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05. Januar 2012: Auf den Spuren menschlicher Evolution
Jean Jacques Hublin

Gründung des Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot/Israel

Der bereits gut ausgebauten und vielfältigen Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und dem israelischen Weizmann Institut wird ein neuer Baustein hinzugefügt: Am 11. Januar 2012 unterzeichnen Max-Planck-Präsident Peter Gruss und Weizmann-Präsident Daniel Zajfman den Gründungsvertrag für das neue Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot. 

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04. Januar 2012: Menschenaffen wägen Risiken ihrer Entscheidungen ab
Schimpanse

Max-Planck-Forscher zeigen, dass Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans bei der Wahl zwischen zwei Alternativen durchdacht vorgehe 

Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas und Bonobos treffen durchdachtere Entscheidungen als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen sowie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gelangt. Wie die Forscher in Verhaltensexperimenten herausgefunden haben, wägen Menschenaffen detailliert ab, wenn sie zwischen einer gewinnträchtigen, aber riskanten Alternative wählen müssen oder einer, die zwar sicher ist, dafür aber weniger Gewinn verspricht. Schimpansen und Orang-Utans sind dabei offenbar risikofreudiger als Gorillas und Bonobos. 

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29. Dezember 2011: Schimpansen wissen um die Informationen anderer
Männlicher Schimpanse

Frei lebende Schimpansen warnen unwissende Gruppenmitglieder häufiger vor einer Gefahr als solche, die bereits alarmiert sind.

Viele Tiere stoßen in Gegenwart von Raubtieren oder anderen Gefahren Alarmrufe aus. Dies  geschieht häufiger bei Anwesenheit von verwandten oder befreundeten Tieren. Bisher gab es jedoch keine Belege dafür, dass Schimpansen dabei auch den Wissensstand anderer Gruppenmitglieder  berücksichtigen. Jetzt haben Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of St. Andrews in Großbritannien frei lebende Schimpansen in Uganda beobachtet und dabei herausgefunden, dass diese erkennen, wer über welches Wissen verfügt. Die Schimpansen gaben Alarmrufe zur Warnung vor einer Giftschlange häufiger in Gegenwart von unwissenden als in Gegenwart von bereits informierten Gruppenmitgliedern. Neue Informationen mit anderen zu teilen, ist ein wichtiger Schritt auf dem evolutiven Weg zur Sprache, den der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse vermutlich bereits vor sechs Millionen Jahren beschritten hat. 

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23. Dezember 2011: Forschung zum Denisova-Menschen auf Platz 3
Map of South East Asia

Fachzeitschrift SCIENCE kürt wissenschaftliche Erkenntnisse des Jahres 2011

Es war eine Sensation als ein Team um Svante Pääbo vom  Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Dezember 2010 das Kerngenom eines mindestens 30.000 Jahre alten  Fingerknochens aus der sibirischen Denisova-Höhle sequenzierte und eine  neue Urmenschenart identifizierte. Analysen zufolge teilte der Denisova-Mensch eine gemeinsame Herkunft mit dem Neandertaler, schlug  aber danach einen anderen evolutionären Weg ein. Weitere Untersuchungen von einem internationalen Forscherteam um Max-Planck-Wissenschaftler  Mark Stoneking im Jahre 2011 zeigten: Der Denisova-Mensch hat Erbgut an heute lebende Populationen auf Neuguinea, an australische Ureinwohner  und philippinische Populationen weitergegeben und war über ein großes ökologisches und geographisches Gebiet verbreitet, das von Sibirien bis ins tropische Südostasien reichte.

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13. Dezember 2011: Immer der Nase nach
Neandertaler und moderner Mensch

Im Vergleich zum Neandertaler verfügt der moderne Mensch über einen besseren Geruchssinn 

Unterschiede an Schläfen- und Riechlappen deuten darüber hinaus auf eine kombinierte Verwendung der Gehirnfunktionen hin, die in Verbindung mit Kognition und Geruchssinn stehen. Das haben Forscher vom Spanischen Museum für Naturgeschichte (CSIC) in Madrid und vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. (Nature Communications, 13. Dezember 2011) 

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8. Dezember 2011: Die Strafverfolgung von Wilderern schützt Menschenaffen effektiv
Deo Kujirakwinja

Eine Langzeitstudie beziffert erstmalig den relativen Einfluss von Artenschutz in 16 afrikanischen Ländern und zeigt, wie entscheidend die langfristige Präsenz von Strafverfolgung, Tourismus, Forschung und NROs für das Überleben von Schimpansen, Bonobos und Gorillas ist.

Aktuellen Studien zufolge verringert sich die Anzahl der afrikanischen Menschenaffen rasant. Viele Gebiete, in denen die Tiere vorkommen, werden kaum verwaltet und geschützt. In Zusammenarbeit mit Feldforschern und Verwaltern afrikanischer Nationalparks untersuchten Leipziger Max-Planck-Wissenschaftler, wie sich das Fehlen von Artenschutz-Bemühungen auf  Menschenaffen  auswirkt. Hierfür wurden während der letzten 20 Jahre Daten aus 109 Verwaltungsdistrikten in 16 ost-, west- und zentralafrikanischen Ländern erhoben. Eine langfristige Präsenz von lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und von Strafverfolgungsbehörden hatte einen messbar positiven Effekt auf Schimpansen, Bonobos und Gorillas.  Die nationale Entwicklung, die häufig als Motor für den Artenschutz bezeichnet wird, und eine hohe Bevölkerungsdichte haben sich hingegen negativ auf das Überleben der gefährdeten Menschenaffen ausgewirkt

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05. Dezember 2011: Forscher datieren Sprachfamilien der Welt
Sprachen und Dialekte

Internationales Konsortium entwickelt automatische Methode um zu bestimmen, wann prähistorische Sprachen gesprochen wurden

Das internationale Forscherkonsortium ASJP (Automated Similarity Judgment Program) hat eine Methode entwickelt, mit der automatisch der Zeitpunkt bestimmt werden kann, an dem eine prähistorische Sprache gesprochen wurde. Das Konsortium ist in der Abteilung Linguistik des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ansässig.

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29. November 2011: Geboren um zu kooperieren
Michael Tomasello

Der Klaus J. Jacobs Forschungspreis wird 2011 an Michael Tomasello vom Leipziger Max‐Planck‐Institut für evolutionäre Anthropologie verliehen.

Die Auszeichnung, die mit einer Million Schweizer Franken (rund 815 000 Euro) dotiert ist, würdigt außergewöhnliche Forschungsleistungen im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung.

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27. Oktober 2011: Verhaltensforscher und Neurowissenschaftlerin gewinnen DPZ-Förderpreis
Martin Surbeck

Martin Surbeck und Stephanie Westendorff gewinnen jeweils 1000 Euro und ein sechsmonatiges Stipendium an einem Institut eigener Wahl

Eine herausragende Forschungsarbeit mit oder über nicht-menschliche Primaten abgeschlossen zu haben – das ist die Voraussetzung, um eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland zu gewinnen, den Förderpreis des Deutschen Primatenzentrums (DPZ). In diesem Jahr wird der Preis ausnahmsweise zwei Mal vergeben, an Martin Surbeck vom MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und an Stephanie Westendorff vom DPZ in Göttingen. Sie erhalten jeweils 1000 Euro (mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Göttingen) und ein sechsmonatiges Stipendium, um an einem Institut eigener Wahl ein primatenbezogenes Forschungsprojekt durchzuführen.

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25. Oktober 2011: Gruppenzwang schon im Vorschulalter
Kindergartenkind

Bereits Vierjährige richten ihre öffentliche Meinung an der Mehrheit aus

Erwachsene und Jugendliche richten ihr Verhalten und ihre Meinung oft entgegen besseren Wissens an ihrer jeweiligen Bezugsgruppe aus. Gilt dies auch schon für Vorschulkinder? Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und für Psycholinguistik in Nijmegen, Niederlande, haben dieses Phänomen bei Vierjährigen untersucht und herausgefunden, dass auch diese bereits einem Gruppenzwang unterliegen. Die Kinder orientierten sich in ihren öffentlichen Äußerungen an der Mehrheitsmeinung Gleichaltriger. (Child Development, 25. Oktober 2011)

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13. Oktober 2011: Kinder bevorzugen Kooperation
Kinder lösen eine Aufgabe

Menschen lösen Aufgaben lieber gemeinsam, Schimpansen dagegen nicht

Schimpansen besitzen viele der geistigen Voraussetzungen zu einer menschenähnlichen Zusammenarbeit mit Anderen. Diese Fähigkeiten sind aber möglicherweise nicht alles, was Schimpansen und Menschen unterscheidet, wenn es um Kooperation geht. Wissenschaftler von den Max-Planck-Instituten für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und für Psycholinguistik in Nijmegen, Niederlande, fanden nun heraus: Kinder lösten ein Problem lieber gemeinsam als allein, während Schimpansen keine solche Vorliebe zeigten. In der aktuellen Studie hatten die Forscher dreijährige Kindergartenkinder und Schimpansen zwischen einer kooperativen und einer nicht-kooperativen Lösungsvariante wählen lassen.

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22. September 2011: Viele Wege führen nach Asien
Fingerglieds eines Denisova-Menschen

Moderne Menschen könnten Asien anders als bislang angenommen in mehr als einer Migrationswelle besiedelt haben

Der Fund war eine wissenschaftliche Sensation: 2008 gruben russische Archäologen die Überreste eines ausgestorbenen Urmenschen in der Denisova-Höhle im südlichen Sibirien aus. Die Sequenzierung des Kerngenoms, das einem mehr als 30.000 Jahre alten Fingerknochen entnommen wurde, ergab, dass der Denisova-Mensch weder Neandertaler noch moderner Mensch war, sondern eine neue Homininenform. Geringste Spuren des Denisova-Erbgutes finden sich auch heute noch in einigen lebenden Individuen. Die DNA-Vergleiche von modernen Menschen und Urmenschen geben jetzt neue Hinweise darauf, wie menschliche Populationen vor mehr als 44.000 Jahren Asien besiedelten. (American Journal of Human Genetic, 22. September 2011)

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14. September 2011: Gründungstreffen der “European Society for the study of Human Evolution”, Leipzig, 23-24 September 2011

Von 23. bis 24. September 2011 findet in Leipzig das Gründungstreffen der ESHE („European Society for the study of Human Evolution“) statt. Zum Auftakt veranstaltet die Gesellschaft eine wissenschaftliche Konferenz. Ziel der ESHE ist es, die wissenschaftliche Forschung zur biologischen und kulturellen Evolution des Menschen zu fördern. In einem öffentlichen Festvortrag in englischer Sprache stellt Professor Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie die jüngsten Ergebnisse seiner Forschungsgruppe vor. Der Vortrag "Exploring the Genomes of Archaic Humans" findet am 23. September 2011, 19:00 im Hörsaal 9 der Universität Leipzig, Universitätsstraße 3, statt. Der Eintritt ist frei.

Ausrichter des diesjährigen Treffens der ESHE ist das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anhtropologie.

Link zur Pressemitteilung der ESHE

Link zur Website der ESHE

08. September 2011: Geschickter als Homo habilis?
Au. sediba Handknochen

Die vielseitige Hand des Australopithecus sediba ist ein besserer Kandidat für die Hand des ersten Werkzeug herstellenden Menschen

Handknochen, die man einem einzigen Individuum zu- und auch taxonomisch eindeutig einordnen kann, findet man im Fossilbericht der Homininen selten. Ein internationales Forscherteam um Tracy Kivell vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig beschreibt in einer aktuellen Studie die älteste und vollständigste Hand eines Homininen nach dem Auftauchen von Steinwerkzeugen, die Hand eines 1,98 Millionen Jahre alten Australopithecus sediba aus Malapa, Südafrika. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Au. sediba seine Hände noch zur Fortbewegung in Bäumen nutzte, gleichzeitig aber bereits über die Fähigkeit des menschlichen Präzisionsgriffes verfügte, eine Voraussetzung zur Werkzeugherstellung. Die Hand von Au. sediba ist daher ein besserer Kandidat für die Hand eines frühen Werkzeugherstellers als die von Homo habilis. Aus ihr könnte sich später sogar die Hand anderer Homininen der Gattung Homo entwickelt haben.

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23. August 2011: Domestikation reduziert genetische Vielfalt des väterlichen Chromosoms
Wildpferd

Moderne Hauspferde besitzen variables Mitochondrienerbgut und konserviertes Y-Chromosom

Unsere heutigen Hauspferde unterscheiden sich wesentlich in den geschlechtsspezifischen Abschnitten ihres Erbgutes: Im Gegensatz zur Variabilität im mütterlich vererbten Mitochondrium ist die Vielfalt im männlichen vererbten Y-Chromosom bei Hauspferden weitgehend verloren gegangen. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchten nun gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam das Y-Chromosom von acht fossilen Wildpferden aus der Eiszeit und einem 2.800 Jahre alten frühdomestizierten Pferd und verglichen sie mit dem Erbgut heutiger Pferde. Dabei fanden sie heraus, dass die wilden Vorfahren des Hauspferdes eine ansehnliche Y-Chromosom-Vielfalt zeigten.

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03. August 2011: Michael Tomasello mit Wiley-Preis für Psychologie ausgezeichnet
Psychologe Michael Tomasello

Der Direktor der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Michael Tomasello, wird mit dem Wiley Preis für Psychologie 2011 ausgezeichnet. Der mit 5000 Britischen Pfund dotierte Preis würdigt das ‚Lebenswerk eines herausragenden internationalen Forschers’.

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20. Juli 2011: Kinderleicht: Gerechtes Teilen nach gemeinsamer Anstrengung
Dreijährige teilen nach gemeinsam gelöster Aufgabe.

Kinder im Alter von gerade einmal drei Jahren teilen ihre Spielzeugbelohnungen bereitwillig mit einem anderen Kind – aber nur, wenn beide diese zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Aktivität verdient haben. Ein internationales Forscherteam um Katharina Hamann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig fand nun heraus, dass es sich um ein rein kollaboratives Phänomen handelt, wenn so junge Kinder miteinander teilen: Wenn Kinder nicht aufgrund kooperativer Handlungen, sondern ohne ersichtlichen Grund oder für eine selbständig gelöste Aufgabe belohnt wurden, behielten sie den Großteil der Belohnung für sich. Bei Schimpansen, den nächsten Verwandten des Menschen, gibt es hingegen keine Verbindung zwischen dem Teilen von Beute und gemeinsamen Anstrengungen. (Nature, 20. Juli 2011)

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14. Juni 2011: Wie die Wissenschaft das Bild von uns selbst verändert
Podiumsdiskussion

Max-Planck-Forum thematisiert zum Jubiläumsjahr die Verantwortung der Wissenschaft

Grundlagenforschung hat oft weitreichende gesellschaftliche Folgen. Die großen Umbrüche der Kulturgeschichte wären ohne Wissenschaftler nie geschehen – von Kopernikus bis Darwin. Ob auch heute Wissenschaftler das Bild vom Menschen derart revolutionieren werden, ist Thema des Max-Planck-Forums, das am 22.6.2011 in Leipzig gastiert. Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Diskussionsreihe zur Verantwortung der Wissenschaft, mit der die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) an ihre Gründung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) vor hundert Jahren erinnert. 1948 ging aus der KWG die moderne MPG hervor. Die KWG selbst wurde aufgrund ihrer Verstrickungen mit dem Dritten Reich nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst – eine Geschichte, die der MPG heute besondere ethische Verpflichtungen auferlegt.

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01. Juni 2011: Zähne verraten viel über den Lebensradius früher Vorfahren
Schädel

Vor etwa drei Millionen Jahren verließen Frauen häufiger als ihre männlichen Artgenossen ihre Geburtsgruppe und schlossen sich einer neuen sozialen Gruppe an.

Bisher haben Wissenschaftler indirekt auf den Lebensbereich früher Vormenschen (Homininen) geschlossen: Der Körper­bau, der Herkunftsort des Rohmaterials ihrer Steinwerkzeuge oder beispielsweise der Vergleich mit lebenden Primaten half ihnen dabei weiter. Sandi Copeland, Vaughan Grimes und Michael Richards vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig entwickelten nun eine neue Methode. Sie analysierten die Strontiumisotope im Zahnschmelz von A. africanus und P. robustus und konnten dadurch genaue Aussagen treffen, wie groß der Lebensradius dieser menschlichen Vorfahren war. (Nature, 2. Juni 2011)

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30. Mai 2011: „Du bist, was Du isst“
bonobo

Sozialer Status beeinflusst den Zugang zu hochwertiger Nahrung bei Bonobos

Bei wildlebenden Bonobo-Männchen bestimmt der soziale Rang, ob sie von Nahrung, die höher in der komplexen Nahrungskette des Waldes steht, ausgeschlossen werden. Zu dieser Erkenntnis gelangt ein Team von Primatenforschern und Anthropologen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig mithilfe von Isotopenanalysen von Haarproben freilebender Bonobos.

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01. April 2011: Die Rolle des Klimas bei der Evolution des Westlichen Gorillas
Cross-River-Gorilla

Westliche Flachlandgorillas und Cross-River-Gorillas gehen erst seit dem Pleistozän in Folge von Klimaveränderungen getrennte evolutionäre Wege.

Zwei Arten von Gorillas sind in Äquatorialafrika beheimatet. Westliche Gorillas (Gorilla gorilla) und Östliche Gorillas (Gorilla beringei) begannen sich vor 0,9 bis 1,6 Millionen Jahren getrennt voneinander weiterzuentwickeln. Beide Arten leben heute mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt. Ein internationales Forscherteam um Olaf Thalmann von der Universität Turku in Finnland und Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig fand nun heraus, dass die beiden Unterarten des Westlichen Gorillas, der Westliche Flachlandgorilla und der vom Aussterben bedrohte Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli) erst im Zeitalter des Pleistozäns vor etwa 17.800 Jahren begannen, getrennte evolutionäre Wege zu gehen. (BMC Evolutionary Biology, 01. April 2011)

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30. März 2011: Preis "Biochemische Analytik" für Aufklärung menschlichen Erbguts
Svante Pääbo

Preisträger entschlüsselte "Ötzi"/Vom Neandertaler zu "Volks­krankheiten" des modernen Menschen/Frühere Preisträger erhielten Nobelpreise

Wenn sich die Welt der Laboratoriumsmedizin zu ihrem 21. Kongress (der IFCC WorldLab) vom 15. bis 19. Mai in Berlin trifft, steht am 17. Mai auch eine international mit Spannung erwartete Wissenschaftsauszeichnung auf dem Programm: die Verleihung des Preises für "Biochemische Analytik" der deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL) der von der Deutschen Gesellschaft für Biochemie mitgetragen wird. Eine Auszeichnung von außergewöhnlichem Rang – schließlich erhielten fünf der bisher 30 Preisträger später einen Nobelpreis.

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29. März 2011: Zehn Jahre "Pongoland"
Orang- Utans

Max-Planck-Forscher und Zoo-Mitarbeiter laden am Sonnabend, dem 2. April 2011 von 10:00 bis 16:00 Uhr ins Wolfgang-Köhler-Zentrum für Primatenforschung ein.

Das Wolfgang-Köhler-Zentrum für Primatenforschung – bekannt als "Pongoland" – feiert am 2. April 2011 sein 10-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit den Kollegen vom Zoo Leipzig geben Mitarbeiter der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie von 10:00 bis 16:00 Uhr spielerisch Einblick in den Alltag von Forschern und Menschenaffen.

Das Forschungszentrum entstand als Gemeinschaftsprojekt des Zoos und der Max-Planck-Gesellschaft. Hier versuchen Wissenschaftler aus aller Welt herauszufinden, wie Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans ihre Umwelt wahrnehmen und verstehen. In der mit 30.000 m² größten Menschenaffenanlage der Welt leben mittlerweile fast 50 Tiere.

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18. Februar 2011: Newcomb Cleveland Preis für "Entwurf der Genomsequenz des Neandertalers"
Neandertalerforschungsgruppe

Die Veröffentlichung des Forscherteams um Svante Pääbo vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie gewinnt den mit 25.000 Dollar dotierten Newcomb Cleveland Preis 2010 der Amerikanischen Gesellschaft zur För­derung der Wissenschaften. Die Preisverleihung findet am Sonnabend, den 19. Februar 2011 um 18:00 Uhr in Washington D.C. statt.

Der aus 4 Milliarden Nukleotiden bestehende Entwurf der Genomsequenz des Neandertalers gewann nun den Newcomb Cleveland Preis 2010 der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (American Association for the Advancement of Science, AAAS). Als ältester Preis der Gesellschaft würdigt der Newcomb Cleveland Preis jährlich den Autor bzw. die Autoren einer bahnbrechenden Veröffentlichung der Fachzeitschrift Science. Die von Richard E. Green, David Reich, Svante Pääbo und Kollegen in Science am 7. Mai 2010 veröffentlichte Studie "A Draft Sequence of the Neandertal Genome" ("Entwurf der Genomsequenz des Neandertalers") erhält nun den AAAS Preis für 2010.

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03. Februar 2011: Umweltbildung zum Schutz des Regenwaldes an der Elfenbeinküste
Club P.A.N.

Der mit 3.000 € dotierte 3. Preis der "Trophée de femmes 2011" der Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" geht an die Primatologin Julia Riedel vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

Am 03. Februar 2011 zeichnete die Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" in Stuttgart drei Frauen aus Deutschland mit dem Umweltpreis "Trophée de femmes 2011" aus. Marianne Dötzer aus München, Eva Klebelsberg aus Stuttgart und Julia Riedel aus Leipzig wurden jetzt im Rahmen einer bewegenden Zeremonie für ihr außer­gewöhnliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz geehrt. "Wir wollen mit dieser Auszeichnung Frauen ehren, die sich nachhaltig für die Natur engagieren und die sich beispielhaft für Umweltschutz einsetzen – ob national oder weltweit", erläuterte Sabine Fesenmayr von der Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" im Rahmen der offiziellen Preisverleihung.

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01. Februar 2011: Nachdenken über das Denken

Schimpansen ziehen Rückschlüsse aus dem Verhalten anderer Schimpansen und richten ihr eigenes Verhalten entsprechend aus

In einer jetzt veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gezeigt, dass Schimpansen wissen, dass andere Schimpansen über direkte Sinneswahrnehmung hinaus auch Rückschlüsse ziehen – und somit nachdenken – und ihre Entscheidungen diesen Rück­schlüssen anpassen können (Proceedings of the National Academy of Sciences, Februar 2011).

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22. Dezember 2010: Weder Neandertaler noch moderner Mensch
Denisova-Hoehle

Das Genom eines ausgestorbenen Urmenschen liefert neue Erkenntnissen über die Ursprünge des modernen Menschen

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Kerngenom eines mindestens 30.000 Jahre alten Fingerknochens sequenziert. Dieser stammt von einem ausgestorbenen Urmenschen, dessen Überreste von Archäologen der Russischen Akademie der Wissenschaften 2008 in der Denisova-Höhle im südlichen Sibirien ausgegraben wurden. Demnach war der Mensch aus Denisova weder Neandertaler noch moderner Mensch, sondern eine neue Homininenform. (Nature, 23. Dezember 2010)

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16. November 2010: Kleinkinder nehmen Verhalten und Absichten Anderer wahr

Die Bereitschaft kleiner Kindern zu helfen nimmt ab, wenn sie beobachten wie die Person, die ihre Hilfe benötigt, zuvor einer anderen Person Schaden zugefügt hat. Auch im Falle, dass diese Person nur die Absicht hatte, jemandem zu schaden und kein tatsächlicher Schaden entstanden ist, nahm die Hilfsbereitschaft der Kinder ab. Dies ist das Ergebnis zweier neuer Studien mit Dreijährigen, die von ForscherInnen der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie durchgeführt wurden. (Child Development, November/Dezember 2010)

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15. November 2010: Diplomatie bei Schimpansen

Vermittelt nach einem Streit der Freund des Gegners, so bewirkt das oft eine Versöhnung der beiden Kontrahenten

Das Leben in sozialen Gruppen bringt Schimpansen zahlreiche Vorteile: Gemeinsam lassen sich Nahrungsressourcen besser verteidigen, Raubtiere vertreiben und Informationen kombinieren. Sogar der Fortpflanzungserfolg scheint bei Primaten zum Teil von der Intensität der Freundschaften eines Weibchens abzuhängen. Aber beim Zusammenleben in der Gruppe ist auch Diplomatie gefragt. Wie Schimpansen mit gruppeninternen Konflikten und Aggressionen umgehen dokumentierten nun Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of St. Andrews (Großbritannien) im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste. Die
Wissenschaftler fanden heraus, dass Schimpansen die Beziehung zum Gegner reparieren indem sie sich wieder mit ihm versöhnen. Dabei muss häufig ein unbeteiligter Dritter als Vermittler auftreten, weil ein direkter Kontakt zwischen den Gegnern aufgrund der beiderseitigen Angst vor weiteren Aggressionen unmöglich erscheint. (PLoS One, November 15, 2010)

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15. November 2010: Lange Kindheit ist von Vorteil
Gebiss

Homo sapiens-Kinder entwickeln sich langsamer als früher Neandertaler-Kinder

Kinder werden viel zu schnell erwachsen. Diese Ansicht können evolutionäre Anthropologen nicht teilen: Denn beim Menschen dauert die Kindheit wesentlich länger als zum Beispiel beim Schimpansen, unserem nächsten Verwandten unter den Menschenaffen. Ein internationales Forscherteam vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, der Harvard University und der "European Synchrotron Radiation Facility" (ESRF) in Grenoble hat jetzt beim Vergleich von Menschen- und Neandertalerkindern ein ähnliches Muster entdeckt: Mithilfe von Synchrotron-Strahlen, einem präzisen Röntgenverfahren, konnten die Forscher das Wachstum von zehn jungen Neandertaler- und Homo sapiens-Fossilien nachvollziehen und sichtbar machen. Abgesehen von einer Überlappung, die für nahe miteinander verwandte Arten typisch ist, entdeckten die Forscher auch signifikante Unterschiede in deren Entwicklung. Moderne Menschen werden, indem sie ihren Reifeprozess ausdehnen, im Vergleich zu Schimpansen und Neandertalern als Letzte "flügge", was ihnen einen einzigartigen evolutionären Vorteil verschafft hat. (PNAS, 15. November, 2010).

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8. November 2010: Unterschiedliche Gehirnentwicklung bei Neandertalern und modernen Menschen
Gehirne

Anthropologen in Leipzig haben Speziesunterschiede im Entwicklungsmuster des Gehirns entdeckt, die vermutlich zu kognitiven Unterschieden zwischen modernen Menschen und Neandertalern beitragen

Ob es zwischen Neandertalern und modernen Menschen Unterschiede in geistigen und sozialen Fähigkeiten gab, ist eines der großen Streitthemen in der Anthropologie und Archäologie. Da Neandertaler und moderne Menschen ähnlich große Gehirne hatten, waren Forscher bisher davon ausgegangen, dass auch die kognitiven Fähigkeiten dieser Spezies ähnlich waren. Bei lebenden Menschen ist aber die innere Struktur des Gehirns wichtiger für Intelligenz als dessen Größe. Dieses Muster der Vernetzung im Gehirn wird in den ersten Lebensjahren angelegt. Anhand von Abdrücken des Gehirns in den Schädelknochen (sogenannte Endocasts) untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig die Gestaltveränderung des Gehirns von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Das Wachstumsmuster der modernen Menschen unterscheidet sich von dem der Neandertaler im ersten Lebensjahr, einer kritischen Phase für die kognitive Entwicklung. (Current Biology, 9. November 2010)

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1. November 2010: Die Vorteile eines guten räumlichen Langzeitgedächtnisses
Mangabenäffchen

Affen sind bei der Futtersuche weniger effizient, wenn sie unbekanntes Terrain betreten

Wenn Mangaben-Affen auf Futtersuche gehen während sie gerade einen neuen Lebensraum erschließen, wird es für die Forscher interessant, denn sie können neue Erkenntnisse zur Anpassungsfähigkeit des räumlichen Langzeitgedächtnisses der Tiere gewinnen. Die Wissenschaftler Karline Janmaat vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und Rebecca Chancellor von der University of California (Davis, USA) erforschten eine Gruppe von Mangaben beim Durchstreifen ihres Reviers im Kibale Nationalpark in Uganda. Während der Studie begann die Gruppe, neues Terrain zu betreten und legte dabei pro Tag größere Entfernungen zurück als im alten Gebiet, da sie die Orte, an denen sich im neuen Revier z.B. die von ihnen bevorzugten Feigenbäume befanden, noch nicht kannten. Diese Studie zeigt, dass Primaten, die unbekanntes Terrain betreten, vorübergehend weniger effizient bei der Futtersuche sind, da sie nicht auf ihr räumliches Langzeitgedächtnis zurückgreifen können. (International Journal of Primatology, September 14, 2010)

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1. September 2010: Erfolgreiche Muttersöhnchen
Bonobo

Hoher sozialer Rang und Unterstützung der Mütter sind entscheidend für den Paarungserfolg von Bonobo-Männchen

Erfolg macht sexy - dies gilt nicht nur beim Menschen sondern auch bei vielen Tieren. Bonobo-Männer profitieren offenbar davon. Ein Team von Wissenschaftlern um Gottfried Hohmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat herausgefunden: Je weiter oben ein Bonobo-Männchen in der sozialen Hierarchie steht, desto erfolgreicher kann es sich mit Weibchen paaren. Aber auch wer selbst nicht so erfolgreich ist, kann bei den Weibchen punkten. Die Forscher berichten in ihrer Studie erstmalig über mütterliche Unterstützung von erwachsenen Söhnen bei ihren kämpferischen Auseinandersetzungen um den Zugang zu attraktiven Frauen. Martin Surbeck fand heraus, dass die Anwesenheit der jeweiligen Mütter den Paarungserfolg der Söhne verbessert und dazu führt, dass die Paarungen gleichmäßiger unter den Männchen verteilt sind. Da die Männer in der Gruppe verbleiben, in der sie geboren wurden und erwachsene Frauen bei Konflikten zwischen Männern intervenieren, reicht die mütterliche Fürsorge bis ins Erwachsenenalter ihrer Söhne und kann sogar deren Fortpflanzungserfolg beeinflussen. (Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences. 01.09.2010)

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11. August 2010: Lucys Artgenossen nutzten Werkzeuge und aßen Fleisch
Knochen

Etwa eine Million Jahre früher als gedacht nutzten unsere menschlichen Vorfahren Steinwerkzeuge, um Fleisch und Knochenmark zu verzehren

Neue Funde aus Dikika in Äthiopien zeigen, dass bereits "Lucys" Artgenossen - Australopithecus afarensis - dieses Verhalten an den Tag legten. Ein internationales Forscherteam um Zeresenay Alemseged von der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften in San Francisco und Shannon McPherron vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben in der Afar-Region Knochen entdeckt, die eindeutige Schnitt- und Schlagspuren von Steinwerkzeugen trugen. Unsere Vorfahren trennten damit das Fleisch vom Knochen ab oder brachen den Knochen auf, um an das Knochenmark zu gelangen. Die gefundenen Knochen sind etwa 3,4 Millionen Jahre alt - und damit der erste Beweis für ein neues Jagd- und Essverhalten von Australopithecus afarensis. (Nature, 12. August 2010)

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06. Mai 2010: Der Neandertaler in uns
Svante Pääbo

Die Analyse des Neandertaler-Genoms ergibt: Menschen und Neandertaler haben sich doch vermischt

Erstmals liegt eine Version der Genomsequenz einer ausgestorbenen Menschenart vor. Forscher des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie in Leipzig präsentieren gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam einen ersten Entwurf der Gensequenz des vor rund 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertalers. Erste Analysen von vier Milliarden Basenpaaren weisen darauf hin, dass Neandertaler im Genom einiger moderner Menschen Spuren hinterlassen haben.
(Science, 7. Mai 2010)

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24. April 2010: Schütteln Bonobos mit dem Kopf um “Nein” zu sagen?
Bonobomutter

Dass Bonobos und andere Menschenaffen, wie zum Beispiel Schimpansen, mit dem Kopf schütteln um miteinander zu kommunizieren, ist bereits seit längerem bekannt. Bisher wurde dieses Verhalten jedoch hauptsächlich in Interaktionen beobachtet, in denen sich zwei Individuen einander annähern, zum Beispiel um miteinander ein Spiel zu beginnen. Die Beobachtungen der Forscher Christel Schneider und Katja Liebal von der Freien Universität Berlin und der University of Portsmouth (Großbritannien) sowie Josep Call vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie zeigen jedoch einen ganz anderen Gebrauch der Kopfschüttelgeste. In der in der Fachzeitschrift Primates (24.04.2010) veröffentlichten Studie berichten die Forscher, dass die Tiere mit dem Kopf schüttelten um eine Aktion ihres Gegenübers zu unterbinden. Schütteln Bonobos also mit dem Kopf um „Nein“ zu sagen?

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30. März 2010: Die Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V. tagt vom 6.-10. April 2010 in Leipzig

Die 52. Jahrestagung der Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V. findet vom 6.-10. April 2010 in Leipzig statt. Gastgeber ist in diesem Jahr die Abteilung für Humanevolution des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie. Der
Direktor der Abteilung, Professor Jean-Jacques Hublin, wird am 7. April 2010 einen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache zum Thema „Neanderthals Revisited“ halten. Interessenten aus Leipzig und Umgebung sind ab 19:00 Uhr in der Alten Handelsbörse herzlich willkommen.

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24. März 2010: Neue Menschenform entdeckt
Archäologen

Max-Planck-Forscher entschlüsselten das mitochondriale Genom eines bisher unbekannten Homininen aus den Bergen Zentralasiens

Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat uralte mitochondriale DNA aus einem in Südsibirien gefundenen Fingerknochen sequenziert. Sie stammt von einer bislang unbekannten Menschenform, die vor etwa 48.000 bis 30.000 Jahren im Altai-Gebirge in Zentralasien gelebt hat. Dieses mitochondriale Erbgut, das von der Mutter an die Nachfahren vererbt wurde, ist ein Hinweis auf eine neue Auswanderungswelle aus Afrika. Sie unterscheidet sich von derjenigen, die Homo erectus, Vorfahren der Neandertaler und des Homo sapiens beschritten haben (Nature, 24. März 2010).

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02. März 2010: Auf den Spuren menschlicher Evolution

Timothy George Bromage vom New York University College of Dentistry und Michael Tomasello vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erhalten in diesem Jahr den Max-Planck-Forschungspreis, der mit je 750.000 Euro dotiert ist. "Die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft ehren damit zwei Wissenschaftler, die wesentlich dazu beigetragen haben, die Evolution des Menschen besser zu verstehen", sagt Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. "Sie schlagen eine Brücke zwischen naturwissenschaftlich-evolutionsbiologischer Forschung und den Kulturbeziehungsweise Geisteswissenschaften."

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27. Januar 2010: Auch Schimpansen adoptieren Jungtiere
Schimpansen

Auch bei Schimpansen gibt es Adoptionen. Dies steht im Widerspruch zu den Erfahrungen, die bislang mit Zootieren gemacht wurden

Sind Schimpansen zu altruistischem Verhalten, beziehungsweise uneigennütziger Hilfsbereitschaft gegenüber nicht verwandten Grup­penmitgliedern in der Lage? Diese Fähigkeit wird seit einigen Jahren ausschließlich dem Menschen zugestanden. Doch diese Vermutung, die durch experimentelle Studien mit Zootieren unterstützt wurde, muss jetzt revidiert werden. Ein Forscherteam um Christophe Boesch, Direktor der Abteilung Primatologie am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, berichtet von 18 Fällen, in denen verwaiste Jungtiere von Gruppenmitgliedern im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste adoptiert wurden. Die Hälfte davon wurde von Männchen aufgenommen, die - außer in einem Fall - nicht der Vater waren. Die erwachsenen Tiere adoptierten die Waisen über mehrere Jahre hinweg und kümmerten sich intensiv um sie. Schimpansen tragen demnach in freier Wildbahn durchaus Sorge für das Wohl anderer nicht verwandter Gruppenmitglieder. Altruismus ist bei ihnen sehr viel weiter verbreitet, als es Studien mit Zootieren bisher nahegelegt hatten (PLoS ONE, 26. Januar, 2010).

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15. Dezember 2009: Mehr als ein Sprung nach links
Kinder

Eine Gedächtnisstudie zu Tanzbewegungen entdeckt grundsätzliche interkulturelle Unterschiede

Wenn Ihr Tanzlehrer Sie bittet, "einen Schritt nach links" zu machen, würden Sie seiner Instruktion umgehend folgen. Wie aber würden Sie reagieren, wenn Sie stattdessen "einen Schritt nach Süden" machen sollen? In einer neuen Studie hat ein interdisziplinäres Forscherteam der Max-Planck-Institute für Psycholinguistik (Nijmegen, Niederlande) und evolutionäre Anthropologie (Leipzig) herausgefunden, dass sich Menschen verschiedener Kulturen sehr unterschiedlich an die Bewegungen ihrer eigenen Körper erinnern. (Current Biology, 14. Dezember 2009)

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02. Oktober 2009: Genforscher ausgezeichnet
Svante Pääbo

Bundespräsident Horst Köhler verleiht am 5. Oktober 2009 Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, im Schloss Bellevue das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

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Pressemitteilung Max-Planck-Gesellschaft

17. September 2009: "Ich lerne jeden Tag dazu"
Philipp Khaitovich

Er fahndet nach den Unterschieden zwischen menschlichem Gehirn und dem von Menschenaffen. Philipp Khaitovich (36), Nachwuchsgruppenleiter am CAS-MPG Partnerinstitut für Computational Biology (PICB), spricht über die Faszination, in Shanghai zu forschen, und über nötigen Qualifikationen, die junge Forscher mitbringen sollten

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16. September 2009: Gruppenzugehörigkeit steigert prosoziales Verhalten bei Kleinkindern
Abbildung

In der Fachzeitschrift Psychological Science berichten Harriet Over und Malinda Carpenter vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie über ihre neue Studie, in der Kleinkinder, die subtile Hinweise auf eine bestehende soziale Bindung bekamen, ihre Tendenz zu helfen steigerten

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13. August 2009: Zukunftszug für drei Tage in Leipzig
Science Express

Auf seiner Reise durch Deutschland macht der Ausstellungszug
„Expedition Zukunft“ vom 13. bis 15. August Station in Leipzig. Der multimedial ausgebaute Eisenbahnzug präsentiert auf über 300 Metern Forschung und Technologie zum Anfassen und Staunen. Zwölf Themenwagen zeigen Trends, die unser Leben über das Jahr 2020 hinaus prägen werden. Im Rahmen der „Forschungsexpedition Deutschland“ des „Wissenschaftsjahres 2009“ tourt die mobile Ausstellung bis Ende November durch 62 deutsche Städte. Der Eintritt ist frei.

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5. August 2009: Max-Planck-Themenabende zum Ausstellungszug „Expedition Zukunft“
bild

Vom 13. bis 15. August 2009 macht der Wissenschaftszug "Expedition Zukunft" Station in Leipzig. Aus diesem Anlass laden Forscher der drei Leipziger Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie, Kognitions und  Neurowissenschaften sowie Mathematik in den Naturwissenschaften am 13. und 14. August 2009 zu zwei öffentlichen Themenabenden ein. Eingeladen sind alle interessierten Besucher und Besucherinnen aus Leipzig und Umgebung.

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7. Juli 2009: Fisch auf dem Speiseplan unserer Vorfahren
Unterkiefer

Bereits vor 40 000 Jahren haben sich Menschen größtenteils von Fischen ernährt

Dies hat ein internationales Team von Forschern jetzt nachgewiesen. Die Wissenschaftler analysierten dazu Kollagen aus einem Knochen des Skeletts eines der ältesten Menschen Asiens, das in der Tianyuan-Höhle in der Region Zhoukoudian nahe Peking gefunden worden war. (PNAS, 7. Juli 2009)

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01. Juli 2009: Kooperationsvereinbarung unterzeichnet
Kooperation

Am 30.06.2009 wurde in Leipzig eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Sächsischem Landesamt für Archäologie und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie unterzeichnet. Diese schafft nun einen offiziellen Rahmen für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Planern des Projektes „Haus der Archäologie“ in Chemnitz und Forschern der Abteilung Humanevolution unter der Leitung von Professor Jean-Jacques Hublin. Dr. Eva-Maria Stange, Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst: "Mit dieser wissenschaftlichen Kooperation werden neueste Forschungsergebnisse in das Haus der Archäologie einfließen".

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17. Juni 2009: „Eine Million Menschen für die Menschenaffen"
apes

Bereits mehr als 20 000 Menschen aus aller Welt haben mit ihrer Unterschrift das am 04. April 2008 in Neuchâtel (Schweiz) veröffentlichte Manifest für die Menschenaffen und die Natur (mAn) unterstützt. Um noch zahlreiche weitere Stimmen für dieses so wichtige Arten- und Naturschutzprojekt zu sammeln, wenden sich die Initiatoren, zu denen auch Forscher der Abteilung für Primatologie des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie um Professor Christophe Boesch gehören, nun mit einem eindrucksvollen Clip an die Öffentlichkeit.

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29. Mai 2009: Was uns Mäuse über die Evolution von Sprache verraten
Nervenzellen

Auch wenn sie nicht sprechen können - ein Mausmodell verrät Neues über mögliche Funktionen von FOXP2

Unter der Leitung von Wolfgang Enard vom Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam eine wichtige Grundlage für das Verständnis der menschlichen Evolution geschaffen: Erstmals entwickelten die Forscher ein Mausmodell, mit dem sich Aspekte der Evolution von Sprache rekonstruieren lassen könnten. Die Forscher untersuchten Mäuse, die die menschliche Variante des FOXP2-Gens trugen. Die Tiere zeigten Änderungen in den neuronalen Schaltkreisen der Basalganglien, die beim Menschen vermutlich für die Evolution des Sprechens wichtig waren. (CELL, 29. Mai 2009)

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21. April 2009: Schwere Geburt auch beim Neandertaler
Beckens einer Neandertalerfrau

Die 3D-Rekonstruktion des Geburtskanals einer Neandertalerfrau gibt Einblicke in die Evolution des menschlichen Geburtsvorgangs.

Forscher der University of California in Davis (USA) und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig haben ein virtuelles Abbild des Beckens eines weiblichen Neandertalers aus Tabun (Israel) in 3D erstellt. Der Größe des Beckens nach zu schließen, muss die Geburt eines Neandertalerkindes etwa ebenso schwer gewesen sein, wie die eines heute lebenden menschlichen Kindes. Die virtuelle Rekonstruktion wird erstmals allen, die sich für die Evolution der Menschheit interessieren, online zum Download zur Verfügung gestellt. (PNAS, 20. April 2009).

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08. April 2009: Geschenke fördern die Beziehung
Schimpansen

Männliche Schimpansen, die regelmäßig ihre Beute mit Weibchen teilen, paaren sich deutlich häufiger als "geizige" Artgenossen
Primatenforscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig haben herausgefunden, dass Schimpansenweibchen häufiger mit den Männchen kopulieren, die sie über längere Zeit mit erbeutetem Fleisch versorgen (PLoS ONE, 8. April 2009).

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20. März 2009: Architekturstudenten entwerfen Orang-Utan-Auffangstation

Am 26. Februar 2009 fand am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) das Preisgericht zum Studentenwettbewerb Orang-Utan-Auffangstation auf Borneo statt. Ausgelobt wurde der Wettbewerb von Daniel Haun, einem Wissenschaftler der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie des MPI-EVA. Studierende der Universität Kassel und der Technischen Universität Berlin reichten ihre Entwürfe ein, von denen vier Arbeiten ausgezeichnet wurden.

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12. Februar 2009: Eine erste Version des Neandertaler-Genoms
Neandertaler-Forschungsteam

Gemeinsame Pressekonferenz des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der 454 Life Sciences Corporation am 12. Februar 2009

Es ist eine der spannendsten Fragen zur Menschheitsgeschichte: Welche genetischen Veränderungen haben zur Entwicklung des modernen Menschen beigetragen und schließlich dazu geführt, dass er sich vor etwa 100.000 Jahren von Afrika ausgehend über die gesamte Welt verbreiten konnte? Die Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hoffen, dass sie im Genom unseres ausgestorbenen Verwandten, des Neandertalers, Antworten auf diese Fragen finden. Deshalb startete Svante Pääbo, Direktor der Abteilung für Evolutionäre Genetik, vor drei Jahren mit der Sequenzierung des Neandertaler Genoms. Mit finanzieller Unterstützung durch die Max-Planck-Gesellschaft konnten Pääbo und seine Kollegen mittels speziell für dieses Projekt entwickelter Methoden mehr als eine Milliarde DNA-Fragmente sequenzieren, welche aus drei verschiedenen kroatischen Neandertaler-Fossilien extrahiert wurden. Auf der Pressekonferenz am 12. Februar in Leipzig wird das internationale Forscherteam weitere Details vorstellen.

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09. Januar 2009: Guter Schlaf schützt vor Parasiten

Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, an der Durham University (Großbritannien) und der Boston University School of Medicine (USA) haben herausgefunden, dass Tierarten, die länger schlafen, weniger unter Parasitenbefall leiden und eine höhere Konzentration von Immunzellen im Blut haben als Kurzschläfer (BMC Evolutionary Biology, 09. Januar 2009).

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