Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie
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Pressemitteilungen (Archiv)
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Max-Planck-Wissenschaftler haben dieses Jahr wieder mehrere wissenschaftliche DurchbrĂŒche erzielt
Zum Jahresende veröffentlicht das Fachmagazin Science seine Auswahl der bedeutendsten Veröffentlichungen im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr sind Max-Planck-Forscher auf der Liste vertreten. Zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2012 kĂŒrte das Magazin die Entdeckung des Higgs-Teilchens am Cern in Genf. Weitere ausgezeichnete Projekte ist die EntschlĂŒsselung des Genoms einer ausgestorbenen Menschenform sowie die Strukturanalyse eines medizinisch wichtigen Proteins.

Neue auĂerordentlich prĂ€zise 14C-Daten deuten auf einen kulturellen Austausch zwischen modernen Menschen und Neandertalern vor etwa 40.000 Jahren hin.
Ob die archĂ€ologische Kultur des ChĂątelperronien (CP) am Ăbergang vom Mittel- zum JungpalĂ€olithikum von Neandertalern oder modernen Menschen stammt, darĂŒber streiten Fachleute seit Langem. Unter der Leitung von Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam fossile Knochen aus der Grotte du Renne und aus Saint CĂ©saire in Frankreich analysiert. Mit Hilfe eines Beschleuniger-Massenspektrometers konnten die Wissenschaftler deren Alter Ă€uĂerst prĂ€zise bestimmen. Die neuen 14C-Daten zeigen, dass Neandertaler die anspruchsvollen Werkzeuge und den Körperschmuck aus der CP-Kultur hergestellt haben. Da sie dies aber erst taten, nachdem vor etwa 40.000 Jahren moderne Menschen in benachbarten Regionen eingetroffen waren, vermuten die Forscher, dass zwischen diesen beiden Menschengruppen ein kultureller Austausch stattgefunden hat.

Genetische Untersuchungen decken die biologische Geschichte der im sĂŒdlichen und östlichen Afrika lebenden JĂ€ger und Sammler auf
In Fachkreisen ist umstritten, ob im östlichen und sĂŒdlichen Afrika lebende Völker, die sogenannte âKhoisan-Sprachenâ mit Schnalzkonsonanten sprechen, von gemeinsamen Vorfahren abstammen. Die bislang umfangreichste von einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Brigitte Pakendorf erstellte Studie zur genetischen DiversitĂ€t dieser Populationen liefert nun aussagekrĂ€ftige Nachweise dafĂŒr, dass eine biologisch-genetische Verbindung zwischen dem östlichen und sĂŒdlichen Afrika tatsĂ€chlich besteht. DarĂŒber hinaus dokumentiert die Studie, dass JĂ€ger- und Sammlerpopulationen im nordwestlichen und sĂŒdöstlichen Kalahari-Gebiet im sĂŒdlichen Afrika innerhalb der letzten 30.000 Jahre teilweise genetisch voneinander getrennt waren. AuĂerdem konnten die Forscher ermitteln, dass vor etwa 1.200 Jahren eine Vermischung dieser Populationen mit Einwanderern aus dem Norden begonnen hat.

Eine erste den gesamten afrikanischen Kontinent ĂŒbergreifende Studie belegt, dass die LebensrĂ€ume dieser Tiere in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft sind.
In den vergangenen 30 Jahren nahm die Anzahl der in Afrika lebenden Menschenaffen stetig ab. GrĂŒnde dafĂŒr sind die kommerzielle Jagd auf die Tiere, die Zerstörung ihrer LebensrĂ€ume und Krankheiten. Die jetzt von der Kommission fĂŒr Artenerhalt der Internationalen Union fĂŒr die Erhaltung der Natur (IUCN) erstellte A.P.E.S. Datenbank (http://apes.eva.mpg.de), an der auch ein Forscherteam am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie mitgewirkt hat, vereint die Erhebungen von ĂŒber 60 Standorten und vermittelt einen Ăberblick ĂŒber die Habitate der Menschenaffen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Diese Informationen werden einen entscheidenden Beitrag zur Ausrichtung weltweiter politischer Entscheidungen und der Verteilung von Spendengeldern leisten. DarĂŒber hinaus können aktuelle und zukĂŒnftige Bedrohungen vorhergesagt und abgemildert werden. Zu diesen Bedrohungen gehören neben der Lebensraumzerstörung auch groĂe Infrastrukturvorhaben, Ressourcenverwertungsprojekte, der steigende Jagddruck und die Folgen des Klimawandels.

Max-Planck-Wissenschaftler beschreiben das Erbgut des Denisova-Menschen und beleuchten dessen Beziehungen zu modernen Menschen
Die Analysen eines internationalen Forscherteams um Svante PÀÀbo vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig zeigen, dass die Denisova-Menschen eine geringe genetische Vielfalt aufwiesen. Obwohl sie in weiten Teilen Asiens lebten, scheint ihre Population nie ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit sehr groĂ gewesen zu sein. Ein umfassender Katalog dokumentiert darĂŒber hinaus die genetischen VerĂ€nderungen, durch die sich moderne Menschen von ihren ausgestorbenen, archaischen Verwandten unterscheiden. Einige dieser VerĂ€nderungen betreffen Gene, die mit Gehirnfunktionen und der Entwicklung des Nervensystems in Verbindung stehen.

Fossilienfunde aus Kenia bringen neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Gattung Homo
Aufregende neue Fossilien, die im Osten des Turkana-Sees in Kenia entdeckt wurden, bestĂ€tigen nun, dass dort vor zwei Millionen Jahren neben unserem direkten Vorfahren Homo erectus zwei weitere Arten der Gattung Homo lebten. Die Funde â ein GesichtsschĂ€del, ein bemerkenswert vollstĂ€ndiger Unterkiefer und der Teil eines zweiten Unterkiefers â werden in der renommierten Fachzeitschrift Nature am 9. August 2012 beschrieben. Ausgegraben wurden die Fossilien zwischen 2007 und 2009 im Rahmen des von Meave und Louise Leakey geleiteten Koobi Fora Forschungsprojekts (Koobi Fora Research Project, KFRP). Fred Spoor, KFRP-Mitglied und Wissenschaftler der Abteilung Humanevolution am Max-Planck Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie koordinierte die wissenschaftlichen Untersuchungen der Fossilien. Zahlreiche Analysen wurden in Leipzig durchgefĂŒhrt, darunter auch die virtuelle Rekonstruktion der neuen Funde mittels modernster Computertechnologie.

Max-Planck-Forscher entdecken eine neue Grundlage fĂŒr Nervenstammzell-AktivitĂ€t
Die GroĂhirnrinde, also der Teil des SĂ€ugetier-Gehirns, der fĂŒr höhere kognitive Leistungen verantwortlich ist, weist bei verschiedenen Spezies drastische Unterschiede in ihrer relativen GröĂe auf. So ist die GroĂhirnrinde der Maus relativ klein und ungefaltet, wĂ€hrend die GroĂhirnrinde des Menschen â bezogen auf die KörpergröĂe â um ein Vielfaches gröĂer ist und nur gefaltet in die SchĂ€delhöhle passt. Diese GröĂenunterschiede sind das Ergebnis der höchst unterschiedlichen AktivitĂ€t von Nervenstammzellen, also jener Zellen, die die Nervenzellen unseres Gehirns produzieren. So durchlaufen die Nervenstammzellen in der sich entwickelnden GroĂhirnrinde des Menschen deutlich mehr Zellteilungen als die der Maus, und produzieren entsprechend sehr viel mehr Nervenzellen. Was aber liegt dieser FĂ€higkeit zur wiederholten Zellteilung zugrunde?

Forscher finden erstmals Pflanzenreste in dem zwei Millionen Jahre alten Zahnbelag unserer frĂŒhen menschlichen Vorfahren
Amanda Henry vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und ein internationales Forscherteam untersuchten die Abnutzungsmuster an den ZĂ€hnen und winzigste Pflanzenfragmente im Zahnstein zweier Vertreter der Art Australopithecus sediba aus Malapa, SĂŒdafrika, und fanden heraus, dass diese zu Lebzeiten auch pflanzliche Nahrung zu sich genommen hatten. BestĂ€tigt wurde diese Annahme durch Isotopenanalysen der Skelette. Die Forscher fanden in den ZĂ€hnen der beiden Homininen hauptsĂ€chlich Reste von Baumrinde und holzigen Geweben; dies konnte bisher bei anderen frĂŒhen Homininen nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die ErnĂ€hrung von Australopithecus sediba im Vergleich zur ErnĂ€hrung anderer Ă€hnlich alter afrikanischer Homininen ĂŒberraschend anders war. Geleitet wurde die Studie von Lee Berger von der University of the Witwatersrand in Johannesburg, SĂŒdafrika.

Etwa drei Prozent des menschlichen Genoms sind nÀher mit dem Bonobo- oder dem Schimpansen-Genom verwandt als die Genome von Schimpanse und Bonobo miteinander
Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie hat das Genom des Bonobo-Weibchens Ulindi aus dem Zoo Leipzig untersucht und es mit dem von Schimpansen und Menschen verglichen. Das Ergebnis ĂŒberraschte: Etwa drei Prozent des menschlichen Genoms Ă€hnelt mehr dem Bonobo- beziehungsweise dem Schimpansen-Genom. Die Ăhnlichkeiten sind in diesen Bereichen deutlich gröĂer als zwischen den Affenarten.

Benachbarte Schimpansengruppen benutzen trotz Ă€hnlicher ökologischer Bedingungen in ihrem Lebensraum verschiedene HĂ€mmer zum NĂŒsseknacken
Im TaĂŻ- Nationalpark an der westafrikanischen ElfenbeinkĂŒste knacken Schimpansen NĂŒsse der Art Coula edulis mithilfe von Stein- und HolzhĂ€mmern und verwenden dabei Baumwurzeln als Ambosse. Jetzt untersuchte ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig erstmals, ob benachbarte Schimpansengruppen unterschiedliche HĂ€mmer zum NĂŒsseknacken verwenden und fanden heraus: Material und GröĂe der benutzten HĂ€mmer richteten sich bei zwei der drei untersuchten Gruppen nach ökologischen Besonderheiten, wie der abnehmenden NusshĂ€rte im Laufe der Saison, unterschieden sich aber dennoch maĂgeblich von Gruppe zu Gruppe. Die Auswahl eines bestimmten Werkzeugs ist demnach nicht nur eine Anpassung an sich verĂ€ndernde Umweltbedingen sondern auch ein kulturell erlerntes Verhalten, das innerhalb der Gruppe von einer Generation an die nĂ€chste weitergegeben wird.

Auch Tiere können gestresst sein: Eine neue Studie an Bonobos zeigt, dass das Leben im Regenwald durchaus anstrengend sein kann
Ergebnisse der Forschungsarbeit ergaben, dass erwachsene Bonobo-MĂ€nnchen vor allem dann gestresst waren, wenn sie sich in der NĂ€he von attraktiven Weibchen aufhielten. Attraktive Bonoboweibchen sind solche, welche nah am Eisprung sind. Da sich hochrangige MĂ€nnchen hĂ€ufiger um die NĂ€he dieser Weibchen bemĂŒhen, hatten solche MĂ€nnchen auch höhere Stresswerte als ihre niederrangigen Geschlechtsgenossen. Martin Surbeck und seine Kollegen am Max-Planck Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig haben herausgefunden, dass den MĂ€nnchen in der NĂ€he der Weibchen zum Einen weniger Zeit fĂŒr die Nahrungsaufnahme bleibt und zum Anderen ein erhöhtes Risiko besteht, von Gruppenmitgliedern attackiert zu werden.

Das Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie ist einer der Kooperationspartner des heute von der DFG bewilligten Deutschen Zentrums fĂŒr Integrative BiodiversitĂ€tsforschung
Der UniversitĂ€tsverbund Halle-Jena-Leipzig hat am Freitag die letzte HĂŒrde zur Einrichtung eines nationalen Forschungszentrums im Bereich BiodiversitĂ€t erfolgreich gemeistert. Der Forschungsverbund erhielt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Zuschlag fĂŒr iDiv, das Deutsche Zentrum fĂŒr Integrative BiodiversitĂ€tsforschung. âDamit wurde die exzellente Forschung zur BiodiversitĂ€t in Leipzig, Halle und Jena belohnt", sagt Prof. Dr. Beate SchĂŒcking, Rektorin der SprecheruniversitĂ€t Leipzig. Die DFG fördert das Zentrum mit Sitz in Leipzig mit jĂ€hrlich sieben Millionen Euro â und das bis zu zwölf Jahre. Die von Prof. Dr. Christophe Boesch geleitete Abteilung fĂŒr Primatologie am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig ist einer der Kooperationspartner.

Die Disney-Produktion âChimpanzeeâ zeigt faszinierende Bilder aus dem Leben unserer nĂ€chsten Verwandten, der Schimpansen
Oscar, Freddy und Isha sind die Stars des neuen Disneynature Films âChimpanzeeâ, der am Freitag, dem 20. April 2012, in Nordamerika seine Premiere feierte. Dies ist der erste Film, der vollstĂ€ndig im afrikanischen Regenwald gefilmt wurde und auf bewegte Bilder von frei lebenden Schimpansen zurĂŒckgreift, die im TaĂŻ National Park an der ElfenbeinkĂŒste und in Ngogo im Kibale Nationalpark in Uganda beheimatet sind. Die drei Hauptdarsteller Oscar, Freddy und Isha gehören Gruppen von Schimpansen an, die Max-Planck-Direktor Christophe Boesch und sein Team an der ElfenbeinkĂŒste bereits seit 33 Jahren erforschen.

Menschen und Schimpansen folgen bei der Weitergabe von Kultur der Mehrheit
Die Weitergabe kultureller Errungenschaften an die nĂ€chste Generation ist eine SchlĂŒsselkomponente der menschlichen Evolution. Menschen ĂŒbernehmen dabei vor allem solche Verhaltensweisen, die auch von vielen anderen Individuen praktiziert werden. Auch die nĂ€chsten lebenden Verwandten des Menschen, Schimpansen und Orang-Utans, geben traditionelles Verhalten und Kultur an ihre Nachfahren weiter. Ob und wie dieser Prozess dem des Menschen Ă€hnelt, ist noch gröĂtenteils unbekannt. Forscher des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und des Max-Planck-Instituts fĂŒr Psycholinguistik in Nijmegen haben nun herausgefunden, dass Schimpansen dazu neigen eher die Handlung zu kopieren, die von einer gröĂeren Anzahl Individuen vorgemacht wird, als die am hĂ€ufigsten ausgefĂŒhrte Handlung. ZweijĂ€hrige Kleinkinder richten sich sowohl nach der Anzahl der Individuen als auch nach der HĂ€ufigkeit. FĂŒr Orang-Utans spielt dagegen keines von beidem eine Rolle.

Forscher am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig haben das komplette Genom eines Denisova-Menschen entschlĂŒsselt.
Im Jahre 2010 veröffentlichten Svante PÀÀbo und seine Mitarbeiter die vorlĂ€ufige Fassung des Genoms, das sie einem winzigen Teil eines fossilen Fingerknochens aus der Denisova-Höhle in SĂŒdsibirien entnommen hatten. Den DNA-Sequenzen zufolge gehört dieser Knochen der Vertreterin einer zuvor unbekannten ausgestorbenen Menschenform, jetzt als Denisova-Mensch bekannt. Zusammen mit den Neandertalern sind die Denisova-Menschen die nĂ€chsten ausgestorbenen Verwandten heute lebender Menschen.

Dominante AffenmÀnner investieren in freundschaftliche Paarbeziehungen
Bei vielen Tierarten konkurrieren die MĂ€nner um weibliche Individuen. WĂ€hrend der Paarungszeit steigt ihr Testosteronspiegel, der aggressives Verhalten und maskulines Aussehen fördert. Bei den Bonobos hingegen wird viel in freundschaftliche Beziehungen zu den Weibchen investiert. Ein erhöhter Testosteronspiegel oder gesteigerte AggressivitĂ€t wĂŒrden mit dem gesteigerten Paarbindungsverhalten kollidieren.

GrĂŒndung des Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot/Israel
Der bereits gut ausgebauten und vielfĂ€ltigen Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und dem israelischen Weizmann Institut wird ein neuer Baustein hinzugefĂŒgt: Am 11. Januar 2012 unterzeichnen Max-Planck-PrĂ€sident Peter Gruss und Weizmann-PrĂ€sident Daniel Zajfman den GrĂŒndungsvertrag fĂŒr das neue Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology in Rehovot.

Max-Planck-Forscher zeigen, dass Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans bei der Wahl zwischen zwei Alternativen durchdacht vorgehe
Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas und Bonobos treffen durchdachtere Entscheidungen als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler am Max-Planck-Institut fĂŒr Psycholinguistik in Nijmegen sowie am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig gelangt. Wie die Forscher in Verhaltensexperimenten herausgefunden haben, wĂ€gen Menschenaffen detailliert ab, wenn sie zwischen einer gewinntrĂ€chtigen, aber riskanten Alternative wĂ€hlen mĂŒssen oder einer, die zwar sicher ist, dafĂŒr aber weniger Gewinn verspricht. Schimpansen und Orang-Utans sind dabei offenbar risikofreudiger als Gorillas und Bonobos.

Frei lebende Schimpansen warnen unwissende Gruppenmitglieder hÀufiger vor einer Gefahr als solche, die bereits alarmiert sind.
Viele Tiere stoĂen in Gegenwart von Raubtieren oder anderen Gefahren Alarmrufe aus. Dies geschieht hĂ€ufiger bei Anwesenheit von verwandten oder befreundeten Tieren. Bisher gab es jedoch keine Belege dafĂŒr, dass Schimpansen dabei auch den Wissensstand anderer Gruppenmitglieder berĂŒcksichtigen. Jetzt haben Forscher am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und der University of St. Andrews in GroĂbritannien frei lebende Schimpansen in Uganda beobachtet und dabei herausgefunden, dass diese erkennen, wer ĂŒber welches Wissen verfĂŒgt. Die Schimpansen gaben Alarmrufe zur Warnung vor einer Giftschlange hĂ€ufiger in Gegenwart von unwissenden als in Gegenwart von bereits informierten Gruppenmitgliedern. Neue Informationen mit anderen zu teilen, ist ein wichtiger Schritt auf dem evolutiven Weg zur Sprache, den der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse vermutlich bereits vor sechs Millionen Jahren beschritten hat.

Fachzeitschrift SCIENCE kĂŒrt wissenschaftliche Erkenntnisse des Jahres 2011
Es war eine Sensation als ein Team um Svante PÀÀbo vom Max-Planck Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig im Dezember 2010 das Kerngenom eines mindestens 30.000 Jahre alten Fingerknochens aus der sibirischen Denisova-Höhle sequenzierte und eine neue Urmenschenart identifizierte. Analysen zufolge teilte der Denisova-Mensch eine gemeinsame Herkunft mit dem Neandertaler, schlug aber danach einen anderen evolutionĂ€ren Weg ein. Weitere Untersuchungen von einem internationalen Forscherteam um Max-Planck-Wissenschaftler Mark Stoneking im Jahre 2011 zeigten: Der Denisova-Mensch hat Erbgut an heute lebende Populationen auf Neuguinea, an australische Ureinwohner und philippinische Populationen weitergegeben und war ĂŒber ein groĂes ökologisches und geographisches Gebiet verbreitet, das von Sibirien bis ins tropische SĂŒdostasien reichte.

Im Vergleich zum Neandertaler verfĂŒgt der moderne Mensch ĂŒber einen besseren Geruchssinn
Unterschiede an SchlĂ€fen- und Riechlappen deuten darĂŒber hinaus auf eine kombinierte Verwendung der Gehirnfunktionen hin, die in Verbindung mit Kognition und Geruchssinn stehen. Das haben Forscher vom Spanischen Museum fĂŒr Naturgeschichte (CSIC) in Madrid und vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig herausgefunden. (Nature Communications, 13. Dezember 2011)

Eine Langzeitstudie beziffert erstmalig den relativen Einfluss von Artenschutz in 16 afrikanischen LĂ€ndern und zeigt, wie entscheidend die langfristige PrĂ€senz von Strafverfolgung, Tourismus, Forschung und NROs fĂŒr das Ăberleben von Schimpansen, Bonobos und Gorillas ist.
Aktuellen Studien zufolge verringert sich die Anzahl der afrikanischen Menschenaffen rasant. Viele Gebiete, in denen die Tiere vorkommen, werden kaum verwaltet und geschĂŒtzt. In Zusammenarbeit mit Feldforschern und Verwaltern afrikanischer Nationalparks untersuchten Leipziger Max-Planck-Wissenschaftler, wie sich das Fehlen von Artenschutz-BemĂŒhungen auf Menschenaffen auswirkt. HierfĂŒr wurden wĂ€hrend der letzten 20 Jahre Daten aus 109 Verwaltungsdistrikten in 16 ost-, west- und zentralafrikanischen LĂ€ndern erhoben. Eine langfristige PrĂ€senz von lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und von Strafverfolgungsbehörden hatte einen messbar positiven Effekt auf Schimpansen, Bonobos und Gorillas. Die nationale Entwicklung, die hĂ€ufig als Motor fĂŒr den Artenschutz bezeichnet wird, und eine hohe Bevölkerungsdichte haben sich hingegen negativ auf das Ăberleben der gefĂ€hrdeten Menschenaffen ausgewirkt

Internationales Konsortium entwickelt automatische Methode um zu bestimmen, wann prÀhistorische Sprachen gesprochen wurden
Das internationale Forscherkonsortium ASJP (Automated Similarity Judgment Program) hat eine Methode entwickelt, mit der automatisch der Zeitpunkt bestimmt werden kann, an dem eine prĂ€historische Sprache gesprochen wurde. Das Konsortium ist in der Abteilung Linguistik des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig ansĂ€ssig.

Der Klaus J. Jacobs Forschungspreis wird 2011 an Michael Tomasello vom Leipziger MaxâPlanckâInstitut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie verliehen.
Die Auszeichnung, die mit einer Million Schweizer Franken (rund 815 000 Euro) dotiert ist, wĂŒrdigt auĂergewöhnliche Forschungsleistungen im Bereich der Kinder- und Jugendentwicklung.

Martin Surbeck und Stephanie Westendorff gewinnen jeweils 1000 Euro und ein sechsmonatiges Stipendium an einem Institut eigener Wahl
Eine herausragende Forschungsarbeit mit oder ĂŒber nicht-menschliche Primaten abgeschlossen zu haben â das ist die Voraussetzung, um eine der höchstdotierten Auszeichnungen fĂŒr Nachwuchswissenschaftler in Deutschland zu gewinnen, den Förderpreis des Deutschen Primatenzentrums (DPZ). In diesem Jahr wird der Preis ausnahmsweise zwei Mal vergeben, an Martin Surbeck vom MPI fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und an Stephanie Westendorff vom DPZ in Göttingen. Sie erhalten jeweils 1000 Euro (mit freundlicher UnterstĂŒtzung der Sparkasse Göttingen) und ein sechsmonatiges Stipendium, um an einem Institut eigener Wahl ein primatenbezogenes Forschungsprojekt durchzufĂŒhren.

Bereits VierjÀhrige richten ihre öffentliche Meinung an der Mehrheit aus
Erwachsene und Jugendliche richten ihr Verhalten und ihre Meinung oft entgegen besseren Wissens an ihrer jeweiligen Bezugsgruppe aus. Gilt dies auch schon fĂŒr Vorschulkinder? Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und fĂŒr Psycholinguistik in Nijmegen, Niederlande, haben dieses PhĂ€nomen bei VierjĂ€hrigen untersucht und herausgefunden, dass auch diese bereits einem Gruppenzwang unterliegen. Die Kinder orientierten sich in ihren öffentlichen ĂuĂerungen an der Mehrheitsmeinung Gleichaltriger. (Child Development, 25. Oktober 2011)

Menschen lösen Aufgaben lieber gemeinsam, Schimpansen dagegen nicht
Schimpansen besitzen viele der geistigen Voraussetzungen zu einer menschenĂ€hnlichen Zusammenarbeit mit Anderen. Diese FĂ€higkeiten sind aber möglicherweise nicht alles, was Schimpansen und Menschen unterscheidet, wenn es um Kooperation geht. Wissenschaftler von den Max-Planck-Instituten fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und fĂŒr Psycholinguistik in Nijmegen, Niederlande, fanden nun heraus: Kinder lösten ein Problem lieber gemeinsam als allein, wĂ€hrend Schimpansen keine solche Vorliebe zeigten. In der aktuellen Studie hatten die Forscher dreijĂ€hrige Kindergartenkinder und Schimpansen zwischen einer kooperativen und einer nicht-kooperativen Lösungsvariante wĂ€hlen lassen.

Moderne Menschen könnten Asien anders als bislang angenommen in mehr als einer Migrationswelle besiedelt haben
Der Fund war eine wissenschaftliche Sensation: 2008 gruben russische ArchĂ€ologen die Ăberreste eines ausgestorbenen Urmenschen in der Denisova-Höhle im sĂŒdlichen Sibirien aus. Die Sequenzierung des Kerngenoms, das einem mehr als 30.000 Jahre alten Fingerknochen entnommen wurde, ergab, dass der Denisova-Mensch weder Neandertaler noch moderner Mensch war, sondern eine neue Homininenform. Geringste Spuren des Denisova-Erbgutes finden sich auch heute noch in einigen lebenden Individuen. Die DNA-Vergleiche von modernen Menschen und Urmenschen geben jetzt neue Hinweise darauf, wie menschliche Populationen vor mehr als 44.000 Jahren Asien besiedelten. (American Journal of Human Genetic, 22. September 2011)
Von 23. bis 24. September 2011 findet in Leipzig das GrĂŒndungstreffen der ESHE (âEuropean Society for the study of Human Evolutionâ) statt. Zum Auftakt veranstaltet die Gesellschaft eine wissenschaftliche Konferenz. Ziel der ESHE ist es, die wissenschaftliche Forschung zur biologischen und kulturellen Evolution des Menschen zu fördern. In einem öffentlichen Festvortrag in englischer Sprache stellt Professor Svante PÀÀbo vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie die jĂŒngsten Ergebnisse seiner Forschungsgruppe vor. Der Vortrag "Exploring the Genomes of Archaic Humans" findet am 23. September 2011, 19:00 im Hörsaal 9 der UniversitĂ€t Leipzig, UniversitĂ€tsstraĂe 3, statt. Der Eintritt ist frei.
Ausrichter des diesjĂ€hrigen Treffens der ESHE ist das Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anhtropologie.

Die vielseitige Hand des Australopithecus sediba ist ein besserer Kandidat fĂŒr die Hand des ersten Werkzeug herstellenden Menschen
Handknochen, die man einem einzigen Individuum zu- und auch taxonomisch eindeutig einordnen kann, findet man im Fossilbericht der Homininen selten. Ein internationales Forscherteam um Tracy Kivell vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig beschreibt in einer aktuellen Studie die Ă€lteste und vollstĂ€ndigste Hand eines Homininen nach dem Auftauchen von Steinwerkzeugen, die Hand eines 1,98 Millionen Jahre alten Australopithecus sediba aus Malapa, SĂŒdafrika. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Au. sediba seine HĂ€nde noch zur Fortbewegung in BĂ€umen nutzte, gleichzeitig aber bereits ĂŒber die FĂ€higkeit des menschlichen PrĂ€zisionsgriffes verfĂŒgte, eine Voraussetzung zur Werkzeugherstellung. Die Hand von Au. sediba ist daher ein besserer Kandidat fĂŒr die Hand eines frĂŒhen Werkzeugherstellers als die von Homo habilis. Aus ihr könnte sich spĂ€ter sogar die Hand anderer Homininen der Gattung Homo entwickelt haben.

Moderne Hauspferde besitzen variables Mitochondrienerbgut und konserviertes Y-Chromosom
Unsere heutigen Hauspferde unterscheiden sich wesentlich in den geschlechtsspezifischen Abschnitten ihres Erbgutes: Im Gegensatz zur VariabilitĂ€t im mĂŒtterlich vererbten Mitochondrium ist die Vielfalt im mĂ€nnlichen vererbten Y-Chromosom bei Hauspferden weitgehend verloren gegangen. Forscher des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig untersuchten nun gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam das Y-Chromosom von acht fossilen Wildpferden aus der Eiszeit und einem 2.800 Jahre alten frĂŒhdomestizierten Pferd und verglichen sie mit dem Erbgut heutiger Pferde. Dabei fanden sie heraus, dass die wilden Vorfahren des Hauspferdes eine ansehnliche Y-Chromosom-Vielfalt zeigten.

Der Direktor der Abteilung fĂŒr Vergleichende und Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig, Michael Tomasello, wird mit dem Wiley Preis fĂŒr Psychologie 2011 ausgezeichnet. Der mit 5000 Britischen Pfund dotierte Preis wĂŒrdigt das âLebenswerk eines herausragenden internationalen Forschersâ.

Kinder im Alter von gerade einmal drei Jahren teilen ihre Spielzeugbelohnungen bereitwillig mit einem anderen Kind â aber nur, wenn beide diese zuvor im Rahmen einer gemeinsamen AktivitĂ€t verdient haben. Ein internationales Forscherteam um Katharina Hamann vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig fand nun heraus, dass es sich um ein rein kollaboratives PhĂ€nomen handelt, wenn so junge Kinder miteinander teilen: Wenn Kinder nicht aufgrund kooperativer Handlungen, sondern ohne ersichtlichen Grund oder fĂŒr eine selbstĂ€ndig gelöste Aufgabe belohnt wurden, behielten sie den GroĂteil der Belohnung fĂŒr sich. Bei Schimpansen, den nĂ€chsten Verwandten des Menschen, gibt es hingegen keine Verbindung zwischen dem Teilen von Beute und gemeinsamen Anstrengungen. (Nature, 20. Juli 2011)

Max-Planck-Forum thematisiert zum JubilÀumsjahr die Verantwortung der Wissenschaft
Grundlagenforschung hat oft weitreichende gesellschaftliche Folgen. Die groĂen UmbrĂŒche der Kulturgeschichte wĂ€ren ohne Wissenschaftler nie geschehen â von Kopernikus bis Darwin. Ob auch heute Wissenschaftler das Bild vom Menschen derart revolutionieren werden, ist Thema des Max-Planck-Forums, das am 22.6.2011 in Leipzig gastiert. Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Diskussionsreihe zur Verantwortung der Wissenschaft, mit der die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) an ihre GrĂŒndung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) vor hundert Jahren erinnert. 1948 ging aus der KWG die moderne MPG hervor. Die KWG selbst wurde aufgrund ihrer Verstrickungen mit dem Dritten Reich nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst â eine Geschichte, die der MPG heute besondere ethische Verpflichtungen auferlegt.

Vor etwa drei Millionen Jahren verlieĂen Frauen hĂ€ufiger als ihre mĂ€nnlichen Artgenossen ihre Geburtsgruppe und schlossen sich einer neuen sozialen Gruppe an.
Bisher haben Wissenschaftler indirekt auf den Lebensbereich frĂŒher Vormenschen (Homininen) geschlossen: Der KörperÂbau, der Herkunftsort des Rohmaterials ihrer Steinwerkzeuge oder beispielsweise der Vergleich mit lebenden Primaten half ihnen dabei weiter. Sandi Copeland, Vaughan Grimes und Michael Richards vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig entwickelten nun eine neue Methode. Sie analysierten die Strontiumisotope im Zahnschmelz von A. africanus und P. robustus und konnten dadurch genaue Aussagen treffen, wie groĂ der Lebensradius dieser menschlichen Vorfahren war. (Nature, 2. Juni 2011)

Sozialer Status beeinflusst den Zugang zu hochwertiger Nahrung bei Bonobos
Bei wildlebenden Bonobo-MĂ€nnchen bestimmt der soziale Rang, ob sie von Nahrung, die höher in der komplexen Nahrungskette des Waldes steht, ausgeschlossen werden. Zu dieser Erkenntnis gelangt ein Team von Primatenforschern und Anthropologen am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie aus Leipzig mithilfe von Isotopenanalysen von Haarproben freilebender Bonobos.

Westliche Flachlandgorillas und Cross-River-Gorillas gehen erst seit dem PleistozÀn in Folge von KlimaverÀnderungen getrennte evolutionÀre Wege.
Zwei Arten von Gorillas sind in Ăquatorialafrika beheimatet. Westliche Gorillas (Gorilla gorilla) und Ăstliche Gorillas (Gorilla beringei) begannen sich vor 0,9 bis 1,6 Millionen Jahren getrennt voneinander weiterzuentwickeln. Beide Arten leben heute mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt. Ein internationales Forscherteam um Olaf Thalmann von der UniversitĂ€t Turku in Finnland und Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig fand nun heraus, dass die beiden Unterarten des Westlichen Gorillas, der Westliche Flachlandgorilla und der vom Aussterben bedrohte Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli) erst im Zeitalter des PleistozĂ€ns vor etwa 17.800 Jahren begannen, getrennte evolutionĂ€re Wege zu gehen. (BMC Evolutionary Biology, 01. April 2011)

PreistrĂ€ger entschlĂŒsselte "Ătzi"/Vom Neandertaler zu "VolksÂkrankheiten" des modernen Menschen/FrĂŒhere PreistrĂ€ger erhielten Nobelpreise
Wenn sich die Welt der Laboratoriumsmedizin zu ihrem 21. Kongress (der IFCC WorldLab) vom 15. bis 19. Mai in Berlin trifft, steht am 17. Mai auch eine international mit Spannung erwartete Wissenschaftsauszeichnung auf dem Programm: die Verleihung des Preises fĂŒr "Biochemische Analytik" der deutschen Vereinten Gesellschaft fĂŒr Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL) der von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Biochemie mitgetragen wird. Eine Auszeichnung von auĂergewöhnlichem Rang â schlieĂlich erhielten fĂŒnf der bisher 30 PreistrĂ€ger spĂ€ter einen Nobelpreis.

Max-Planck-Forscher und Zoo-Mitarbeiter laden am Sonnabend, dem 2. April 2011 von 10:00 bis 16:00 Uhr ins Wolfgang-Köhler-Zentrum fĂŒr Primatenforschung ein.
Das Wolfgang-Köhler-Zentrum fĂŒr Primatenforschung â bekannt als "Pongoland" â feiert am 2. April 2011 sein 10-jĂ€hriges Bestehen. Gemeinsam mit den Kollegen vom Zoo Leipzig geben Mitarbeiter der Abteilung fĂŒr Vergleichende und Entwicklungspsychologie von 10:00 bis 16:00 Uhr spielerisch Einblick in den Alltag von Forschern und Menschenaffen.
Das Forschungszentrum entstand als Gemeinschaftsprojekt des Zoos und der Max-Planck-Gesellschaft. Hier versuchen Wissenschaftler aus aller Welt herauszufinden, wie Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans ihre Umwelt wahrnehmen und verstehen. In der mit 30.000 mÂČ gröĂten Menschenaffenanlage der Welt leben mittlerweile fast 50 Tiere.

Die Veröffentlichung des Forscherteams um Svante PÀÀbo vom Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie gewinnt den mit 25.000 Dollar dotierten Newcomb Cleveland Preis 2010 der Amerikanischen Gesellschaft zur FörÂderung der Wissenschaften. Die Preisverleihung findet am Sonnabend, den 19. Februar 2011 um 18:00 Uhr in Washington D.C. statt.
Der aus 4 Milliarden Nukleotiden bestehende Entwurf der Genomsequenz des Neandertalers gewann nun den Newcomb Cleveland Preis 2010 der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (American Association for the Advancement of Science, AAAS). Als Ă€ltester Preis der Gesellschaft wĂŒrdigt der Newcomb Cleveland Preis jĂ€hrlich den Autor bzw. die Autoren einer bahnbrechenden Veröffentlichung der Fachzeitschrift Science. Die von Richard E. Green, David Reich, Svante PÀÀbo und Kollegen in Science am 7. Mai 2010 veröffentlichte Studie "A Draft Sequence of the Neandertal Genome" ("Entwurf der Genomsequenz des Neandertalers") erhĂ€lt nun den AAAS Preis fĂŒr 2010.

Der mit 3.000 ⏠dotierte 3. Preis der "TrophĂ©e de femmes 2011" der Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" geht an die Primatologin Julia Riedel vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie.
Am 03. Februar 2011 zeichnete die Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" in Stuttgart drei Frauen aus Deutschland mit dem Umweltpreis "TrophĂ©e de femmes 2011" aus. Marianne Dötzer aus MĂŒnchen, Eva Klebelsberg aus Stuttgart und Julia Riedel aus Leipzig wurden jetzt im Rahmen einer bewegenden Zeremonie fĂŒr ihr auĂerÂgewöhnliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz geehrt. "Wir wollen mit dieser Auszeichnung Frauen ehren, die sich nachhaltig fĂŒr die Natur engagieren und die sich beispielhaft fĂŒr Umweltschutz einsetzen â ob national oder weltweit", erlĂ€uterte Sabine Fesenmayr von der Umweltstiftung "Fondation Yves Rocher" im Rahmen der offiziellen Preisverleihung.
Schimpansen ziehen RĂŒckschlĂŒsse aus dem Verhalten anderer Schimpansen und richten ihr eigenes Verhalten entsprechend aus
In einer jetzt veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler der Abteilung fĂŒr Vergleichende und Entwicklungspsychologie vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig gezeigt, dass Schimpansen wissen, dass andere Schimpansen ĂŒber direkte Sinneswahrnehmung hinaus auch RĂŒckschlĂŒsse ziehen â und somit nachdenken â und ihre Entscheidungen diesen RĂŒckÂschlĂŒssen anpassen können (Proceedings of the National Academy of Sciences, Februar 2011).

Das Genom eines ausgestorbenen Urmenschen liefert neue Erkenntnissen ĂŒber die UrsprĂŒnge des modernen Menschen
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Svante PÀÀbo vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig hat das Kerngenom eines mindestens 30.000 Jahre alten Fingerknochens sequenziert. Dieser stammt von einem ausgestorbenen Urmenschen, dessen Ăberreste von ArchĂ€ologen der Russischen Akademie der Wissenschaften 2008 in der Denisova-Höhle im sĂŒdlichen Sibirien ausgegraben wurden. Demnach war der Mensch aus Denisova weder Neandertaler noch moderner Mensch, sondern eine neue Homininenform. (Nature, 23. Dezember 2010)
Die Bereitschaft kleiner Kindern zu helfen nimmt ab, wenn sie beobachten wie die Person, die ihre Hilfe benötigt, zuvor einer anderen Person Schaden zugefĂŒgt hat. Auch im Falle, dass diese Person nur die Absicht hatte, jemandem zu schaden und kein tatsĂ€chlicher Schaden entstanden ist, nahm die Hilfsbereitschaft der Kinder ab. Dies ist das Ergebnis zweier neuer Studien mit DreijĂ€hrigen, die von ForscherInnen der Abteilung fĂŒr Vergleichende und Entwicklungspsychologie am Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie durchgefĂŒhrt wurden. (Child Development, November/Dezember 2010)
Vermittelt nach einem Streit der Freund des Gegners, so bewirkt das oft eine Versöhnung der beiden Kontrahenten
Das Leben in sozialen Gruppen bringt Schimpansen zahlreiche Vorteile: Gemeinsam lassen sich Nahrungsressourcen besser verteidigen, Raubtiere vertreiben und Informationen kombinieren. Sogar der Fortpflanzungserfolg scheint bei Primaten zum Teil von der IntensitĂ€t der Freundschaften eines Weibchens abzuhĂ€ngen. Aber beim Zusammenleben in der Gruppe ist auch Diplomatie gefragt. Wie Schimpansen mit gruppeninternen Konflikten und Aggressionen umgehen dokumentierten nun Forscher vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig und der University of St. Andrews (GroĂbritannien) im TaĂŻ-Nationalpark an der ElfenbeinkĂŒste. Die
Wissenschaftler fanden heraus, dass Schimpansen die Beziehung zum Gegner reparieren indem sie sich wieder mit ihm versöhnen. Dabei muss hÀufig ein unbeteiligter Dritter als Vermittler auftreten, weil ein direkter Kontakt zwischen den Gegnern aufgrund der beiderseitigen Angst vor weiteren Aggressionen unmöglich erscheint. (PLoS One, November 15, 2010)

Homo sapiens-Kinder entwickeln sich langsamer als frĂŒher Neandertaler-Kinder
Kinder werden viel zu schnell erwachsen. Diese Ansicht können evolutionĂ€re Anthropologen nicht teilen: Denn beim Menschen dauert die Kindheit wesentlich lĂ€nger als zum Beispiel beim Schimpansen, unserem nĂ€chsten Verwandten unter den Menschenaffen. Ein internationales Forscherteam vom Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie, der Harvard University und der "European Synchrotron Radiation Facility" (ESRF) in Grenoble hat jetzt beim Vergleich von Menschen- und Neandertalerkindern ein Ă€hnliches Muster entdeckt: Mithilfe von Synchrotron-Strahlen, einem prĂ€zisen Röntgenverfahren, konnten die Forscher das Wachstum von zehn jungen Neandertaler- und Homo sapiens-Fossilien nachvollziehen und sichtbar machen. Abgesehen von einer Ăberlappung, die fĂŒr nahe miteinander verwandte Arten typisch ist, entdeckten die Forscher auch signifikante Unterschiede in deren Entwicklung. Moderne Menschen werden, indem sie ihren Reifeprozess ausdehnen, im Vergleich zu Schimpansen und Neandertalern als Letzte "flĂŒgge", was ihnen einen einzigartigen evolutionĂ€ren Vorteil verschafft hat. (PNAS, 15. November, 2010).

Anthropologen in Leipzig haben Speziesunterschiede im Entwicklungsmuster des Gehirns entdeckt, die vermutlich zu kognitiven Unterschieden zwischen modernen Menschen und Neandertalern beitragen
Ob es zwischen Neandertalern und modernen Menschen Unterschiede in geistigen und sozialen FĂ€higkeiten gab, ist eines der groĂen Streitthemen in der Anthropologie und ArchĂ€ologie. Da Neandertaler und moderne Menschen Ă€hnlich groĂe Gehirne hatten, waren Forscher bisher davon ausgegangen, dass auch die kognitiven FĂ€higkeiten dieser Spezies Ă€hnlich waren. Bei lebenden Menschen ist aber die innere Struktur des Gehirns wichtiger fĂŒr Intelligenz als dessen GröĂe. Dieses Muster der Vernetzung im Gehirn wird in den ersten Lebensjahren angelegt. Anhand von AbdrĂŒcken des Gehirns in den SchĂ€delknochen (sogenannte Endocasts) untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig die GestaltverĂ€nderung des Gehirns von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Das Wachstumsmuster der modernen Menschen unterscheidet sich von dem der Neandertaler im ersten Lebensjahr, einer kritischen Phase fĂŒr die kognitive Entwicklung. (Current Biology, 9. November 2010)

Affen sind bei der Futtersuche weniger effizient, wenn sie unbekanntes Terrain betreten
Wenn Mangaben-Affen auf Futtersuche gehen wĂ€hrend sie gerade einen neuen Lebensraum erschlieĂen, wird es fĂŒr die Forscher interessant, denn sie können neue Erkenntnisse zur AnpassungsfĂ€higkeit des rĂ€umlichen LangzeitgedĂ€chtnisses der Tiere gewinnen. Die Wissenschaftler Karline Janmaat vom Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie und Rebecca Chancellor von der University of California (Davis, USA) erforschten eine Gruppe von Mangaben beim Durchstreifen ihres Reviers im Kibale Nationalpark in Uganda. WĂ€hrend der Studie begann die Gruppe, neues Terrain zu betreten und legte dabei pro Tag gröĂere Entfernungen zurĂŒck als im alten Gebiet, da sie die Orte, an denen sich im neuen Revier z.B. die von ihnen bevorzugten FeigenbĂ€ume befanden, noch nicht kannten. Diese Studie zeigt, dass Primaten, die unbekanntes Terrain betreten, vorĂŒbergehend weniger effizient bei der Futtersuche sind, da sie nicht auf ihr rĂ€umliches LangzeitgedĂ€chtnis zurĂŒckgreifen können. (International Journal of Primatology, September 14, 2010)

Hoher sozialer Rang und UnterstĂŒtzung der MĂŒtter sind entscheidend fĂŒr den Paarungserfolg von Bonobo-MĂ€nnchen
Erfolg macht sexy - dies gilt nicht nur beim Menschen sondern auch bei vielen Tieren. Bonobo-MĂ€nner profitieren offenbar davon. Ein Team von Wissenschaftlern um Gottfried Hohmann vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig hat herausgefunden: Je weiter oben ein Bonobo-MĂ€nnchen in der sozialen Hierarchie steht, desto erfolgreicher kann es sich mit Weibchen paaren. Aber auch wer selbst nicht so erfolgreich ist, kann bei den Weibchen punkten. Die Forscher berichten in ihrer Studie erstmalig ĂŒber mĂŒtterliche UnterstĂŒtzung von erwachsenen Söhnen bei ihren kĂ€mpferischen Auseinandersetzungen um den Zugang zu attraktiven Frauen. Martin Surbeck fand heraus, dass die Anwesenheit der jeweiligen MĂŒtter den Paarungserfolg der Söhne verbessert und dazu fĂŒhrt, dass die Paarungen gleichmĂ€Ăiger unter den MĂ€nnchen verteilt sind. Da die MĂ€nner in der Gruppe verbleiben, in der sie geboren wurden und erwachsene Frauen bei Konflikten zwischen MĂ€nnern intervenieren, reicht die mĂŒtterliche FĂŒrsorge bis ins Erwachsenenalter ihrer Söhne und kann sogar deren Fortpflanzungserfolg beeinflussen. (Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences. 01.09.2010)

Etwa eine Million Jahre frĂŒher als gedacht nutzten unsere menschlichen Vorfahren Steinwerkzeuge, um Fleisch und Knochenmark zu verzehren
Neue Funde aus Dikika in Ăthiopien zeigen, dass bereits "Lucys" Artgenossen - Australopithecus afarensis - dieses Verhalten an den Tag legten. Ein internationales Forscherteam um Zeresenay Alemseged von der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften in San Francisco und Shannon McPherron vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig haben in der Afar-Region Knochen entdeckt, die eindeutige Schnitt- und Schlagspuren von Steinwerkzeugen trugen. Unsere Vorfahren trennten damit das Fleisch vom Knochen ab oder brachen den Knochen auf, um an das Knochenmark zu gelangen. Die gefundenen Knochen sind etwa 3,4 Millionen Jahre alt - und damit der erste Beweis fĂŒr ein neues Jagd- und Essverhalten von Australopithecus afarensis. (Nature, 12. August 2010)

Die Analyse des Neandertaler-Genoms ergibt: Menschen und Neandertaler haben sich doch vermischt
Erstmals liegt eine Version der Genomsequenz einer ausgestorbenen Menschenart vor. Forscher des Max-Planck-Institutes fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig prĂ€sentieren gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam einen ersten Entwurf der Gensequenz des vor rund 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertalers. Erste Analysen von vier Milliarden Basenpaaren weisen darauf hin, dass Neandertaler im Genom einiger moderner Menschen Spuren hinterlassen haben.
(Science, 7. Mai 2010)

Dass Bonobos und andere Menschenaffen, wie zum Beispiel Schimpansen, mit dem Kopf schĂŒtteln um miteinander zu kommunizieren, ist bereits seit lĂ€ngerem bekannt. Bisher wurde dieses Verhalten jedoch hauptsĂ€chlich in Interaktionen beobachtet, in denen sich zwei Individuen einander annĂ€hern, zum Beispiel um miteinander ein Spiel zu beginnen. Die Beobachtungen der Forscher Christel Schneider und Katja Liebal von der Freien UniversitĂ€t Berlin und der University of Portsmouth (GroĂbritannien) sowie Josep Call vom Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie zeigen jedoch einen ganz anderen Gebrauch der KopfschĂŒttelgeste. In der in der Fachzeitschrift Primates (24.04.2010) veröffentlichten Studie berichten die Forscher, dass die Tiere mit dem Kopf schĂŒttelten um eine Aktion ihres GegenĂŒbers zu unterbinden. SchĂŒtteln Bonobos also mit dem Kopf um âNeinâ zu sagen?
Die 52. Jahrestagung der Hugo Obermaier-Gesellschaft fĂŒr Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V. findet vom 6.-10. April 2010 in Leipzig statt. Gastgeber ist in diesem Jahr die Abteilung fĂŒr Humanevolution des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie. Der
Direktor der Abteilung, Professor Jean-Jacques Hublin, wird am 7. April 2010 einen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache zum Thema âNeanderthals Revisitedâ halten. Interessenten aus Leipzig und Umgebung sind ab 19:00 Uhr in der Alten Handelsbörse herzlich willkommen.

Max-Planck-Forscher entschlĂŒsselten das mitochondriale Genom eines bisher unbekannten Homininen aus den Bergen Zentralasiens
Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig hat uralte mitochondriale DNA aus einem in SĂŒdsibirien gefundenen Fingerknochen sequenziert. Sie stammt von einer bislang unbekannten Menschenform, die vor etwa 48.000 bis 30.000 Jahren im Altai-Gebirge in Zentralasien gelebt hat. Dieses mitochondriale Erbgut, das von der Mutter an die Nachfahren vererbt wurde, ist ein Hinweis auf eine neue Auswanderungswelle aus Afrika. Sie unterscheidet sich von derjenigen, die Homo erectus, Vorfahren der Neandertaler und des Homo sapiens beschritten haben (Nature, 24. MĂ€rz 2010).
Timothy George Bromage vom New York University College of Dentistry und Michael Tomasello vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig erhalten in diesem Jahr den Max-Planck-Forschungspreis, der mit je 750.000 Euro dotiert ist. "Die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft ehren damit zwei Wissenschaftler, die wesentlich dazu beigetragen haben, die Evolution des Menschen besser zu verstehen", sagt Peter Gruss, PrĂ€sident der Max-Planck-Gesellschaft. "Sie schlagen eine BrĂŒcke zwischen naturwissenschaftlich-evolutionsbiologischer Forschung und den Kulturbeziehungsweise Geisteswissenschaften."

Auch bei Schimpansen gibt es Adoptionen. Dies steht im Widerspruch zu den Erfahrungen, die bislang mit Zootieren gemacht wurden
Sind Schimpansen zu altruistischem Verhalten, beziehungsweise uneigennĂŒtziger Hilfsbereitschaft gegenĂŒber nicht verwandten GrupÂpenmitgliedern in der Lage? Diese FĂ€higkeit wird seit einigen Jahren ausschlieĂlich dem Menschen zugestanden. Doch diese Vermutung, die durch experimentelle Studien mit Zootieren unterstĂŒtzt wurde, muss jetzt revidiert werden. Ein Forscherteam um Christophe Boesch, Direktor der Abteilung Primatologie am Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie, berichtet von 18 FĂ€llen, in denen verwaiste Jungtiere von Gruppenmitgliedern im TaĂŻ-Nationalpark an der ElfenbeinkĂŒste adoptiert wurden. Die HĂ€lfte davon wurde von MĂ€nnchen aufgenommen, die - auĂer in einem Fall - nicht der Vater waren. Die erwachsenen Tiere adoptierten die Waisen ĂŒber mehrere Jahre hinweg und kĂŒmmerten sich intensiv um sie. Schimpansen tragen demnach in freier Wildbahn durchaus Sorge fĂŒr das Wohl anderer nicht verwandter Gruppenmitglieder. Altruismus ist bei ihnen sehr viel weiter verbreitet, als es Studien mit Zootieren bisher nahegelegt hatten (PLoS ONE, 26. Januar, 2010).

Eine GedÀchtnisstudie zu Tanzbewegungen entdeckt grundsÀtzliche interkulturelle Unterschiede
Wenn Ihr Tanzlehrer Sie bittet, "einen Schritt nach links" zu machen, wĂŒrden Sie seiner Instruktion umgehend folgen. Wie aber wĂŒrden Sie reagieren, wenn Sie stattdessen "einen Schritt nach SĂŒden" machen sollen? In einer neuen Studie hat ein interdisziplinĂ€res Forscherteam der Max-Planck-Institute fĂŒr Psycholinguistik (Nijmegen, Niederlande) und evolutionĂ€re Anthropologie (Leipzig) herausgefunden, dass sich Menschen verschiedener Kulturen sehr unterschiedlich an die Bewegungen ihrer eigenen Körper erinnern. (Current Biology, 14. Dezember 2009)

BundesprĂ€sident Horst Köhler verleiht am 5. Oktober 2009 Svante PÀÀbo, Direktor am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie, im Schloss Bellevue das GroĂe Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Er fahndet nach den Unterschieden zwischen menschlichem Gehirn und dem von Menschenaffen. Philipp Khaitovich (36), Nachwuchsgruppenleiter am CAS-MPG Partnerinstitut fĂŒr Computational Biology (PICB), spricht ĂŒber die Faszination, in Shanghai zu forschen, und ĂŒber nötigen Qualifikationen, die junge Forscher mitbringen sollten

In der Fachzeitschrift Psychological Science berichten Harriet Over und Malinda Carpenter vom Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie ĂŒber ihre neue Studie, in der Kleinkinder, die subtile Hinweise auf eine bestehende soziale Bindung bekamen, ihre Tendenz zu helfen steigerten

Auf seiner Reise durch Deutschland macht der Ausstellungszug
âExpedition Zukunftâ vom 13. bis 15. August Station in Leipzig. Der multimedial ausgebaute Eisenbahnzug prĂ€sentiert auf ĂŒber 300 Metern Forschung und Technologie zum Anfassen und Staunen. Zwölf Themenwagen zeigen Trends, die unser Leben ĂŒber das Jahr 2020 hinaus prĂ€gen werden. Im Rahmen der âForschungsexpedition Deutschlandâ des âWissenschaftsjahres 2009â tourt die mobile Ausstellung bis Ende November durch 62 deutsche StĂ€dte. Der Eintritt ist frei.

Vom 13. bis 15. August 2009 macht der Wissenschaftszug "Expedition Zukunft" Station in Leipzig. Aus diesem Anlass laden Forscher der drei Leipziger Max-Planck-Institute fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie, Kognitions und Neurowissenschaften sowie Mathematik in den Naturwissenschaften am 13. und 14. August 2009 zu zwei öffentlichen Themenabenden ein. Eingeladen sind alle interessierten Besucher und Besucherinnen aus Leipzig und Umgebung.

Bereits vor 40 000 Jahren haben sich Menschen gröĂtenteils von Fischen ernĂ€hrt
Dies hat ein internationales Team von Forschern jetzt nachgewiesen. Die Wissenschaftler analysierten dazu Kollagen aus einem Knochen des Skeletts eines der Àltesten Menschen Asiens, das in der Tianyuan-Höhle in der Region Zhoukoudian nahe Peking gefunden worden war. (PNAS, 7. Juli 2009)

Am 30.06.2009 wurde in Leipzig eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem SĂ€chsischem Landesamt fĂŒr ArchĂ€ologie und dem Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie unterzeichnet. Diese schafft nun einen offiziellen Rahmen fĂŒr die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Planern des Projektes âHaus der ArchĂ€ologieâ in Chemnitz und Forschern der Abteilung Humanevolution unter der Leitung von Professor Jean-Jacques Hublin. Dr. Eva-Maria Stange, Sachsens Staatsministerin fĂŒr Wissenschaft und Kunst: "Mit dieser wissenschaftlichen Kooperation werden neueste Forschungsergebnisse in das Haus der ArchĂ€ologie einflieĂen".

Bereits mehr als 20 000 Menschen aus aller Welt haben mit ihrer Unterschrift das am 04. April 2008 in NeuchĂątel (Schweiz) veröffentlichte Manifest fĂŒr die Menschenaffen und die Natur (mAn) unterstĂŒtzt. Um noch zahlreiche weitere Stimmen fĂŒr dieses so wichtige Arten- und Naturschutzprojekt zu sammeln, wenden sich die Initiatoren, zu denen auch Forscher der Abteilung fĂŒr Primatologie des Leipziger Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie um Professor Christophe Boesch gehören, nun mit einem eindrucksvollen Clip an die Ăffentlichkeit.

Auch wenn sie nicht sprechen können - ein Mausmodell verrĂ€t Neues ĂŒber mögliche Funktionen von FOXP2
Unter der Leitung von Wolfgang Enard vom Max-Planck Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam eine wichtige Grundlage fĂŒr das VerstĂ€ndnis der menschlichen Evolution geschaffen: Erstmals entwickelten die Forscher ein Mausmodell, mit dem sich Aspekte der Evolution von Sprache rekonstruieren lassen könnten. Die Forscher untersuchten MĂ€use, die die menschliche Variante des FOXP2-Gens trugen. Die Tiere zeigten Ănderungen in den neuronalen Schaltkreisen der Basalganglien, die beim Menschen vermutlich fĂŒr die Evolution des Sprechens wichtig waren. (CELL, 29. Mai 2009)

Die 3D-Rekonstruktion des Geburtskanals einer Neandertalerfrau gibt Einblicke in die Evolution des menschlichen Geburtsvorgangs.
Forscher der University of California in Davis (USA) und des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie aus Leipzig haben ein virtuelles Abbild des Beckens eines weiblichen Neandertalers aus Tabun (Israel) in 3D erstellt. Der GröĂe des Beckens nach zu schlieĂen, muss die Geburt eines Neandertalerkindes etwa ebenso schwer gewesen sein, wie die eines heute lebenden menschlichen Kindes. Die virtuelle Rekonstruktion wird erstmals allen, die sich fĂŒr die Evolution der Menschheit interessieren, online zum Download zur VerfĂŒgung gestellt. (PNAS, 20. April 2009).

MĂ€nnliche Schimpansen, die regelmĂ€Ăig ihre Beute mit Weibchen teilen, paaren sich deutlich hĂ€ufiger als "geizige" Artgenossen
Primatenforscher des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie aus Leipzig haben herausgefunden, dass Schimpansenweibchen hĂ€ufiger mit den MĂ€nnchen kopulieren, die sie ĂŒber lĂ€ngere Zeit mit erbeutetem Fleisch versorgen (PLoS ONE, 8. April 2009).
Am 26. Februar 2009 fand am Leipziger Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie (MPI-EVA) das Preisgericht zum Studentenwettbewerb Orang-Utan-Auffangstation auf Borneo statt. Ausgelobt wurde der Wettbewerb von Daniel Haun, einem Wissenschaftler der Abteilung fĂŒr Vergleichende und Entwicklungspsychologie des MPI-EVA. Studierende der UniversitĂ€t Kassel und der Technischen UniversitĂ€t Berlin reichten ihre EntwĂŒrfe ein, von denen vier Arbeiten ausgezeichnet wurden.

Gemeinsame Pressekonferenz des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie und der 454 Life Sciences Corporation am 12. Februar 2009
Es ist eine der spannendsten Fragen zur Menschheitsgeschichte: Welche genetischen VerĂ€nderungen haben zur Entwicklung des modernen Menschen beigetragen und schlieĂlich dazu gefĂŒhrt, dass er sich vor etwa 100.000 Jahren von Afrika ausgehend ĂŒber die gesamte Welt verbreiten konnte? Die Forscher des Max-Planck-Instituts fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie hoffen, dass sie im Genom unseres ausgestorbenen Verwandten, des Neandertalers, Antworten auf diese Fragen finden. Deshalb startete Svante PÀÀbo, Direktor der Abteilung fĂŒr EvolutionĂ€re Genetik, vor drei Jahren mit der Sequenzierung des Neandertaler Genoms. Mit finanzieller UnterstĂŒtzung durch die Max-Planck-Gesellschaft konnten PÀÀbo und seine Kollegen mittels speziell fĂŒr dieses Projekt entwickelter Methoden mehr als eine Milliarde DNA-Fragmente sequenzieren, welche aus drei verschiedenen kroatischen Neandertaler-Fossilien extrahiert wurden. Auf der Pressekonferenz am 12. Februar in Leipzig wird das internationale Forscherteam weitere Details vorstellen.
Forscher am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie, an der Durham University (GroĂbritannien) und der Boston University School of Medicine (USA) haben herausgefunden, dass Tierarten, die lĂ€nger schlafen, weniger unter Parasitenbefall leiden und eine höhere Konzentration von Immunzellen im Blut haben als KurzschlĂ€fer (BMC Evolutionary Biology, 09. Januar 2009).
Max-Planck-Institut