01.11.2014 - 03:01
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Kontakt

Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie

Deutscher Platz 6
04103 Leipzig

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Jahrbuch

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)

Tätigkeitsbericht

2013: Konkurrenz, Kooperation und Hormone bei Schimpansen und Bonobos [Link zum Text]

2012: Kooperation bei Kleinkindern [Link zum Text]

2011: Was wir von Spucke lernen können [Link zum Text]

2010: Der Zahn der Zeit [Link zum Text]

2009: Wörter mit Migrationshintergrund [Link zum Text]

2008: Neue Erkenntnisse zum Werkzeuggebrauch von wildlebenden Schimpansen [Link zum Text]

2007: Wissen Schimpansen, was andere sehen - oder nur wohin sie schauen? [Link zum Text]

2006: Die Evolution der mRNS-Expression bei Mensch und Schimpanse [Link zum Text]

2005: Proteomik und die Evolution des Menschen [Link zum Text]

2004: Unterschiede und Gemeinsamkeiten menschlicher Sprache [Link zum Text]

Zusammenfassungen

Jahrbuch 2013

Die Erforschung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Verhalten und in der Physiologie von Menschen und Menschenaffen verhilft zu einem immer besseren Verst√§ndnis der menschlichen Evolution. Forscher der Abteilung Primatologie am Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie in Leipzig untersuchen anhand von Verhaltensbeobachtungen und der Messung physiologischer Parameter im Urin frei lebender Menschenaffen, wie sich Konkurrenz und Kooperation auf die Exkretion verschiedener Hormone auswirken.

Jahrbuch 2012

Eine der bemerkenswertesten menschlichen F√§higkeiten ist es, gemeinsam an Problemen oder Aufgaben zu arbeiten, die allein nicht zu bew√§ltigen w√§ren. Studien zur fr√ľhen Entstehung dieser kooperativen F√§higkeiten bei Kleinkindern zeigen, dass diese bereits √ľber ein arttypisches K√∂nnen und Wollen der geteilten Intentionalit√§t verf√ľgen. Sie umfasst die F√§higkeit, Ziele und Aufmerksamkeit gemeinsam mit anderen zu entwickeln und die gemeinschaftliche Motivation, anderen zu helfen und mit ihnen zu teilen.

Jahrbuch 2011

Der menschliche K√∂rper besteht zu mehr als 90 Prozent aus Bakterienzellen. Die Untersuchung der genetischen Variation in Bakterien hat Erkenntnisse √ľber die menschliche Populationsgeschichte, die aus Studien zur genetischen Diversit√§t gewonnen wurden, best√§tigt und dar√ľber hinausgehende Erkenntnisse erbracht. Forscher am Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie beschreiben die Variation im Mikrobiom des menschlichen Speichels, bestimmen die Faktoren, die das Speichel-Mikrobiom eines Individuums beeinflussen, und identifizieren spezielle Bakterienspezies im menschlichen Speichel.

Jahrbuch 2010

Z√§hne sind dank ihrer mineralisierten Zusammensetzung die am h√§ufigsten erhaltenen Elemente im Fossilbericht der menschlichen Evolution. Sie geben Aufschluss √ľber die Entwicklung und Ern√§hrung des Menschen und seiner fossilen Vorfahren sowie der Beziehung zu seiner Umwelt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie nutzen diese biologische Informationsquelle, um herauszufinden, inwiefern sich der Mensch von anderen Primaten unterscheidet und wann und wie unsere fossilen Vorfahren die Schwelle zur anatomischen und kulturellen Modernit√§t √ľberschritten haben.

Jahrbuch 2009

Wenn Sprachen aufeinandertreffen, kommt es zu Wortentlehnungen ("Fremdw√∂rter"). Lehnw√∂rter faszinieren, weil sie √ľber historische Zusammenh√§nge informieren. Bei der Ermittlung entfernter genealogischer Sprachverwandtschaft ist es aber oft unklar, ob √§hnlich klingende W√∂rter gemeinsamen Ursprungs sind oder auf Kontakteinfluss zur√ľckzuf√ľhren sind. In einem Projekt des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie werden Lehnw√∂rter aus 38 Sprachen systematisch erfasst und damit erstmalig allgemeine Trends der Wortentlehnung aufgezeigt.

Jahrbuch 2008

Von allen Lebewesen mit Ausnahme des Menschen setzen Schimpansen Werkzeuge am vielf√§ltigsten und umfassendsten ein. Mit neuen Untersuchungsmethoden erforschen Primatologen am Max-Planck- Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie im Kongobecken den Werkzeuggebrauch von Schimpansen. Dabei entdecken sie bei diesen Menschenaffen komplexe technische Fertigkeiten, die bisherige √§higkeiten und zur materiellen Kultur der Schimpansen √ľbersteigen.

Jahrbuch 2007

K√ľrzlich durchgef√ľhrte Studien legen die Vermutung nahe, dass Affen wissen, was andere Individuen sehen und was sie nicht sehen. Um diese Ergebnisse zu deuten, k√∂nnte man individuell erlernte Verhaltensregeln annehmen, bei denen das Verstehen des Sehvorganges keine Rolle spielt. Allerdings greifen diese Ans√§tze sehr kurz und basieren nur auf Einzelstudien. Die Hypothese, dass Affen unter bestimmten Umst√§nden tats√§chlich wissen, was andere Individuen sehen und nicht sehen, ist wesentlich plausibler.

Jahrbuch 2006

Am Max-Planck-Institut f√ľr evolution√§re Anthropologie wurde die Evolution der mRNS-Expression in
mehreren unterschiedlichen Geweben des Menschen und Schimpansen untersucht. Diese Daten deuten darauf hin, dass die meisten der tausenden von Veränderungen in der Genexpression nicht wegen ihrer vorteilhaften Auswirkungen selektiert wurden. Selektion gegen nachteilige Effekte ist jedoch stark ausgeprägt. Es scheint so zu sein, dass verschiedene Gewebe sich in unterschiedlichem Maße von der Selektion beeinflussen lassen. So ist die Leber am wenigstens eingeschränkt und lässt mehr Veränderungen zu, während das Gehirn die wenigsten zulässt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich in der Genexpression im Gehirn in der Evolution des Menschen mehr Veränderungen vollzogen haben als in der Evolution des Schimpansen.

Jahrbuch 2005

Die neu ausgestatteten Labore des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie werden k√ľnftig entscheidend dazu beitragen, Schl√ľsselfragen der Pal√§oanthropologie zu beantworten. Der Gruppe f√ľr arch√§ologische Forschung in der Abteilung Humanevolution ist es in einem ersten Schritt mit Hilfe der MALDI-TOF/TOF Massenspektrometrie gelungen, das Knochenprotein Osteocalcin aus den √úberresten zweier 75.000 Jahre alter Neandertaler aus Shanidar (Irak), die keine DNA mehr enthielten, zu entnehmen und zu entschl√ľsseln. Dieses bis dato √§lteste sequenzierte Protein verhilft den Forschern nun im Vergleich mit dem Osteocalcin verwandter lebender Arten (Schimpanse, Orang-Utan, Gorilla und moderner Mensch) zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der stammesgeschichtlichen Entwicklung und dem √§u√üeren Erscheinungsbild der Vorfahren des Menschen. Die Daten sprechen f√ľr das hohe Potenzial der Proteine, als Informationsquelle f√ľr genetische Daten zu dienen, wenn dem fossilen Fund keine DNA entnommen werden kann. Sie er√∂ffnen der Wissenschaft die aufregende M√∂glichkeit, mehr Informationen √ľber noch √§ltere Hominiden zu gewinnen.

Jahrbuch 2004

Nur Menschen sind zur Sprache f√§hig. Sie haben jedoch nicht nur eine Sprache, sondern f√ľnf- oder sechstausend verschiedene. Dar√ľber hinaus unterscheiden sich diese verschiedenen Sprachen voneinander und bilden mit ihren mannigfaltigen Lautmustern, W√∂rtern, S√§tzen und Bedeutungen ein schillerndes Kaleidoskop linguistischer Diversit√§t. Die menschlichen Sprachen teilen aber auch grundlegende strukturelle Merkmale, die alle zusammen genommen das erschaffen, was Menschen so besonders macht und sie von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Diese Merkmale sind ein Spiegelbild sprachlicher Universalit√§t. Die Abteilung f√ľr Linguistik des Max-Planck-Instituts f√ľr evolution√§re Anthropologie erforscht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten menschlicher Sprache. Die Forscher interessiert, wie verschieden Sprachen voneinander sein k√∂nnen. Wenn sie an die Grenzen des zwischensprachlichen Vergleichs sto√üen, suchen sie nach solchen Eigenschaften, die allen menschlichen Sprachen gemein sind. Mit der Entdeckung grundlegender Muster linguistischer Diversit√§t und Universalit√§t tr√§gt die Abteilung zum dem gr√∂√üeren Ziel des Instituts bei, die Natur und Urspr√ľnge des Menschen besser zu verstehen.