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Sebjan-Küöl, kurz Sebjan, befindet sich ungefähr 400-500 km nördlich von Jakutsk im Werchojansker Gebirge, an einem Zufluss des Flusses Dulgalach, der im Norden wiederum in die Jana fließt. Die längste Zeit des Jahres ist Sebjan nur über den Luftweg mit dem Hubschrauber oder Kleinflugzeug zu erreichen. Nur im späten Winter und in den ersten Frühlingsmonaten kann das Dorf mit Lastwagen auf zugefrorenen Flüssen, der sogenannten „Winter-Landstraße“, angefahren werden.
Sebjan-Küöl wurde im Jahre 1932 gegründet und gehörte zum damaligen Verwaltungsbezirk Sakkyryyr wie auch andere Siedlungen weiter im Norden, in denen überwiegend Ewenisch gesprochen wurde. 1965 wurde der Bezirk Sakkyryyr aufgelöst und Sebjan-Küöl wurde Teil des Bezirkes Kobjaj, was er bis heute geblieben ist.
Sebjan ist ein hauptsächlich ewenisches Dorf mit knapp 800 Einwohnern, von denen ungefähr 85% als Ewenen und der übrige Teil als Sacha (Jakuten) registriert sind. Die isolierte Lage des Dorfes kann wahrscheinlich als Grund für die Tatsache angesehen werden, dass die ewenische Sprache in Sebjan heute teilweise noch an Kinder weitergegeben wird, obwohl Sacha (Jakutisch) als vorherrschende Sprache des öffentlichen Lebens übernommen wird. Die Bewohner Sebjans leben vorwiegend von der Rentierzucht; insgesamt sind es 11 Rentierherden mit über 15,000 Tieren, von denen sich einige Tausend in privater Hand befinden. Das Leben der Rentierhirten von Sebjan-Küöl in den 1990er Jahren ist lebhaft beschrieben in dem Buch „Reindeer People“ (Rentiermenschen) von Piers Vitebsky.
Vitebsky, Piers (2005): Reindeer People. Living with Animals and Spirits in Siberia. London et al: Harper Perennial.
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