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In der Abteilung für Primatologie werden Fragen bearbeitet, die die Evolution von Sozialsystemen, Kultur und Ökologie von Primaten, insbesondere Menschenaffen, betreffen.
Menschenaffen leben in einer Vielfalt von Sozialsystemen, innerhalb derer wir Fortpflanzungsstrategien, Aspekte von Kognition und kultureller Vielfalt, und Unterschiede im Verhalten zwischen Individuen derselben und aus verschiedenen sozialen Gruppen untersuchen.
Von besonderem Interesse sind die Unterschiede zwischen Menschenaffen und Menschen in grundlegenden sozial-kognitiven Vorgängen, wie Kommunikation, Kooperation, sozialen Interaktionen, Konfliktverhalten oder sozialem Lernen.
Die Forschung in unserer Abteilung befasst sich mit den folgenden sechs Themenbereichen: Fortpflanzungsstrategien, Kognition und Kultur, Sozioökologie, Ansteckungskrankheiten, Schutz wilder Primaten und genetische Populationsstruktur.
Wir verwenden verschiedene Ansätze, um diese Fragen zu untersuchen. In unseren Genetik- und Hormonlaboren untersuchen wir Proben, die nicht-invasiv gewonnen wurden (z.B. Kot oder Haare). Desweiteren analysieren wir nicht-invasiv gewonnene Proben auf das Vorhandensein von Krankheitserregern. Im Rahmen theoretischer Ansätze verwenden wir auf Phylogenie basierende vergleichende Methoden, um die Vielfalt des Verhaltens von Primaten zu erklären. Ausserdem erstellen wir Modelle, um das Vorkommen und die Häufigkeit von Tieren zu erklären und abzuschätzen, und um die Verbreitung von Krankheiten und kulturellen Merkmalen in Populationen von Primaten erklären zu können.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Forschung ist Feldarbeit. Ein Feld-Projekt untersucht seit 1979 unter der Leitung von Christophe Boesch freilebende Schimpansen im Taï Nationalpark in der Republik Elfenbeinküste. Zusätzlich untersuchen Wissenschaftler der Abteilung für Primatologie freilebende Bonobos in Zentralafrika, Berggorillas in Ostafrika, und Flachlandgorillas in Zentralafrika. Wir haben kürzlich ein neues Langzeitprojekt im Loango National Park, Gabun, gegründet. Das Ziel dieses Projektes ist es westliche Flachlandgorillas und Schimpansen, die in der gleichen Umgebung leben, zu habituieren, um die Variabilität von Nahrungsökologie, Sozialleben, Kultur, und Demographie erklären zu können.
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