Chimfunshi
Forschung, Lehre und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften
Die Chimfunshi-Lehrinitiative verbindet Forschung, Lehre und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften in einem gemeinsamen Feldkontext. Aufbauend auf den langjährigen wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Leipzig und dem Chimfunshi Wildlife Orphanage Trust in Sambia ist die Initiative darauf ausgerichtet, akademische Lehre konkret, interdisziplinär und gesellschaftlich eingebettet zu gestalten. Studierende begegnen Forschung, Naturschutz und Wissenstransfer nicht als voneinander getrennten Bereichen. Vielmehr erfahren sie, wie sich diese Aktivitäten in der Praxis gegenseitig stärken können.
Im Kern zielt die Initiative darauf, Studierende in einer Form von Wissenschaft auszubilden, die methodisch anspruchsvoll, kollaborativ und lokal verankert ist. Während Forschende das Verhalten von Schimpansen in großen sozialen Gruppen unter naturnahen Bedingungen untersuchen, arbeiten Studierende aus Biologie, Veterinärmedizin, Psychologie und Bildungswissenschaft gemeinsam mit Kindern, Lehrkräften und Mitgliedern der lokalen Gemeinschaft. Auf diese Weise wird Lehre zu einer praktischen Erfahrung vor Ort, die in bestehende lokale Strukturen eingebettet ist, anstatt eine losgelöste Feldexkursion zu bleiben.
Ein charakteristisches Merkmal der Initiative ist ihr interdisziplinärer Aufbau. Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen bringen komplementäre Perspektiven in ein gemeinsames Projektumfeld ein: Verhaltensforschung, Bildung, Naturschutz und gemeinwohlorientierte Arbeit werden nicht getrennt, sondern miteinander verknüpft. Im preisgekrönten Sambia-Projekt umfasste dies unter anderem kreative Mathematikangebote mit geometrischen Materialien, Workshops zur nachhaltigen Verarbeitung von Bienenwachs sowie Aktivitäten im Schnittfeld von Bildung, Naturschutz und präventiver Gesundheitsversorgung. Die Initiative verbindet damit akademisches Lernen mit praktischer Problemlösung und nachhaltiger lokaler Relevanz.
Besonders charakteristisch für Chimfunshi ist, dass die Initiative zugleich auf mehreren Ebenen Wirkung entfaltet. Für Studierende eröffnet sie unmittelbare Erfahrungen in interdisziplinärer Zusammenarbeit, feldbasierter Lehre und Forschung in einem international anerkannten vergleichenden Forschungssetting. Für die Abteilung stärkt sie die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Forschung und Ausbildung. Für lokale Partner und Gemeinschaften ist sie darauf ausgerichtet, einen konkreten Beitrag zu leisten, anstatt lediglich Daten zu erheben oder kurzfristige Einblicke zu ermöglichen.
Der Standort Chimfunshi ist für dieses Modell von zentraler Bedeutung. Das Schutzgebiet im Norden Sambias ist eines der größten Schimpansenschutzgebiete der Welt und ein international anerkannter Ort für die Forschung zum Sozialverhalten, zur Kognition und zur Kommunikation von Schimpansen. Zugleich ist es in einen breiteren lokalen Kontext von Bildung, Beschäftigung, Naturschutz und Unterstützung der Gemeinschaft eingebettet. Dadurch entsteht ein außergewöhnliches und besonders produktives Umfeld, in dem Forschung, Lehre und gesellschaftliche Zusammenarbeit in einer langfristigen Partnerschaft zusammengeführt werden können.
Insgesamt steht die Chimfunshi-Initiative für eine besondere Form universitärer Lehre: interdisziplinär, forschungsgeleitet, feldbasiert und lokal eingebettet. Ihr Ziel ist es nicht nur, Studierende auszubilden, sondern auch zu zeigen, wie Wissenschaft, Bildung und Partnerschaft so gestaltet werden können, dass sie intellektuell anspruchsvoll, praktisch relevant und langfristig tragfähig sind.
Hier erfahren Sie mehr über das Chimfunshi Wildlife Orphanage.




