Aktuelle Forschungsergebnisse, darunter eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Turku in Finnland, stellen die traditionelle Annahme einer universal gültigen männlichen Dominanz bei Säugetieren infrage. Die Analyse von Daten aus drei Jahrzehnten über in freier Wildbahn lebende Berggorillas zeigt, dass deren Hierarchien, die lange Zeit als streng männlich dominiert galten, gar nicht so eindeutig sind. So sind die meisten Weibchen mindestens einem erwachsenen Männchen überlegen und können sich in Konflikten durchsetzen sowie den vorrangigen Zugang zu Ressourcen sichern. Die Ergebnisse verdeutlichen die Komplexität der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern bei Menschenaffen und deuten darauf hin, dass das Patriarchat beim Menschen eher ein kulturelles Konstrukt als ein Erbe der Primaten ist.
