Ein gemeinsames Team des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) und der Universität Leipzig wurde im Paulinum mit dem Preis für besonderes Engagement in der Lehre der Universitätsgesellschaft Leipzig ausgezeichnet. Die Studierenden und Forschenden verbrachten zwei Wochen im Chimfunshi Wildlife Orphanage Trust in Sambia, einem der weltweit größten Schutzstationen für Schimpansen.
Preis für besonderes Engagement in der Lehre




Aufbauend auf langjährigen wissenschaftlichen Verbindungen zwischen Leipzig und Chimfunshi untersuchten Forschende das Verhalten von Schimpansen in großen, naturnahen Gruppen. Gleichzeitig arbeiteten Studierende der Fachrichtungen Biologie, Veterinärmedizin, Psychologie und Erziehungswissenschaften gemeinsam mit Kindern, Lehrkräften und der lokalen Gemeinde.
Das Projekt verband kreative Mathematikangebote mit Geometriematerialien und umfasste Workshops zur nachhaltigen Bienenwachsverarbeitung sowie Aktivitäten zu den Themen Bildung, Artenschutz und Gesundheitsvorsorge. Darüber hinaus setzte es Impulse für zukünftige Kooperationen mit der Region.
Die Jury würdigte den außergewöhnlichen Praxisbezug, die interdisziplinäre Ausrichtung, den konkreten Nutzen für die Gemeinde sowie den Beitrag zum Artenschutz und zur nachhaltigen Entwicklung. „Dieses Projekt zeigt, wie interdisziplinäre Lehre funktioniert, wenn Studierende wirklich eingebunden werden“, betont Prof. Dr. Katja Liebal. Prof. Dr. Daniel Haun ergänzt: „Forschung und Lehre verstärken sich hier gegenseitig: In Chimfunshi konnten wir Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung direkt in die Bildungsarbeit übersetzen und die Studierenden gewannen durch die Zusammenarbeit vor Ort neue Perspektiven, die nachhaltige Partnerschaften fördern.“
Ausgezeichnet wurden: Prof. Dr. Katja Liebal, Prof. Dr. Daniel Haun, Prof. Dr. Simone Reinhold, Dr. Beryl Eusemann, Dr. Kathrin Kopp und Prof. Dr. Wolfgang Blenau.
Über Chimfunshi: Die seit über 40 Jahren bestehende Schutzstation im Norden Sambias wurde zum größten Schimpansen-Schutzgebiet der Welt ausgebaut; 10.000 Hektar Land stehen unter Naturschutz. Chimfunshi bietet geretteten Tieren einen artgerechten Lebensraum und der lokalen Bevölkerung Beschäftigung, Wohnraum, sauberes Trinkwasser, Bildungsangebote und medizinische Grundversorgung. Als international anerkannter Forschungsort ermöglicht Chimfunshi die Beobachtung des Sozialverhaltens, der Kognition und der Kommunikation von Schimpansen in naturnahen Bedingungen und kooperiert regelmäßig mit internationalen Forschungseinrichtungen.
Kontakt:
Sandra Jacob
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
+49 341 3550-122
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