Mensch-Tier-Beziehungen

Die Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehungen untersucht, wie Menschen tierliche Geistes- und Gefühlsfähigkeiten wahrnehmen und wie diese Vorstellungen moralische Urteile, Verantwortungszuschreibungen und gesellschaftliche Praktiken prägen. Da die empirische Forschung zunehmend belegt, dass nichtmenschliche Tiere über komplexe kognitive Fähigkeiten verfügen, ist die Frage, wie Vorstellungen über tierliche Geisteszustände entstehen und kulturell variieren, zu einer zentralen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderung geworden.
Die Gruppe erforscht, wie Kinder und Erwachsene Tieren Gedanken, Gefühle und Absichten zuschreiben, wie Grenzen zwischen Menschen und anderen Arten gezogen werden und wie solche Überzeugungen den moralischen Status von Tieren, Entscheidungen zum Tierwohl sowie Einstellungen zu Praktiken wie dem Fleischkonsum beeinflussen. Entwicklungspsychologische und kulturvergleichende Ansätze machen sichtbar, welche Aspekte menschlicher Zuschreibungen an tierliche Geisteszustände universell sind, welche kulturell variieren und wie sie sich im Verlauf der Lebensspanne verändern.
Indem die Gruppe vergleichende Kognitionsforschung mit Entwicklungspsychologie und Moralforschung verbindet, schafft sie einen Rahmen, um zu verstehen, wie wissenschaftliches Wissen über tierliche Geistes- und Gefühlsfähigkeiten in die Gesellschaft gelangt – und wie es Mensch-Tier-Beziehungen in ethischen, politischen und ökologischen Kontexten verändert.