Pan Cultures

Die Gruppe fragt, welche Bausteine von Kultur artübergreifend geteilt werden und welche sich erst in der menschlichen Evolutionslinie in besonderer Weise ausdifferenziert haben. Zur Bearbeitung dieser Fragen verbindet Pan Cultures vergleichende Kognitionsforschung, Verhaltensbeobachtung, feldbasierte Ansätze und kontrollierte Experimente. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie Menschenaffen voneinander lernen, wie Traditionen innerhalb von Gruppen stabil bleiben, wie sich Verhalten zwischen Populationen unterscheidet und wie soziale sowie ökologische Umwelten kulturelle Ausdrucksformen prägen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem sozialen Lernen: darauf, wie junge Menschenaffen Wissen und Fertigkeiten in komplexen sozialen Welten erwerben, die durch Aufmerksamkeit, Interaktion und wiederholte Gelegenheiten zur Beobachtung anderer strukturiert sind. Die Gruppe untersucht zudem die Verhaltensdiversität auf Populationsebene und fragt, unter welchen Bedingungen Unterschiede zwischen Gruppen auf sozial übertragene Traditionen und nicht allein auf ökologische oder genetische Faktoren zurückzuführen sind. Übergreifend erforscht Pan Cultures, wie Kultur in Kooperation, Kognition und Entwicklung eingebettet ist. Durch die Untersuchung der Gattung Pan leistet die Gruppe einen zentralen Beitrag zu einer vergleichenden Wissenschaft kultureller Kognition und trägt dazu bei, sowohl die evolutionären Ursprünge menschlicher Kultur als auch die eigenständigen sozialen Traditionen anderer Menschenaffen besser zu verstehen.
Gruppenleitung
- Edwin van Leeuwen
- Daniel Haun
- Josep Call
Mitglieder
- Cyril Defosse,
- L.L. (Lotte) Koot