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Touchscreen

Im Gegensatz zu den kapazitiven Touchscreens, die zum Beispiel häufig in Smartphones verwendet werden, verwenden die Touchscreens im Wolfgang-Köhler-Forschungszentrum Infrarottechnologie. Der Aufbau besteht aus zwei Hauptbestandteilen: einem Außenrahmen, der über Lichtsignale die manuellen Eingaben des Menschenaffen aufnimmt, und einem Computerbildschirm, der hinter dem Sensor-Rahmen angebracht ist und das Computerprogramm anzeigt. Die im Rahmen integrierten Infrarot-Leuchtdioden und -sensoren bilden ein Gitter aus Lichtstrahlen vor dem Bildschirm. Wird dieses durch eine Affenhand unterbrochen, werden die Koordinaten dieser Unterbrechung an die laufende Software übertragen, die daraufhin entscheidet, was als nächstes angezeigt wird. Touchrahmen und Bildschirm sind dabei durch eine stabile, transparente Platte aus Polykarbonat voneinander getrennt, um kraftvolles Betasten zu ermöglichen und gleichzeitig maximale Sicherheit zu bieten. 

Viele der Schimpansen, Gorillas und Orangutans im Leipziger Zoo haben Erfahrung mit Touchscreenaufgaben und nehmen regelmäßig daran teil. Im Austausch bekommen sie zusätzliche Portionen ihres Lieblingsfutters (z.B. Apfel, Trauben, Bananen oder Erdnüsse). Viele der Affen sind „Touchscreenprofis“ und haben Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Aufgaben. Diese beinhalten beispielsweise einfache Diskriminierungs- und Kategorisierungsaufgaben, bei denen die Affen lernen, Bilder von Katzen und Hunden zu unterscheiden. Einige unserer Schimpansen haben Erfahrung mit seriellen Lernaufgaben, bei denen sie Zahlen oder Bilder in der richtigen Reihenfolge vom Bildschirm entfernen müssen. Andere können sich innerhalb eines Spiels miteinander koordinieren, indem sie einen virtuellen Ball zwischen zwei Touchscreens hin und her spielen. In jüngerer Zeit haben wir begonnen unseren Schimpansen und Orangutans vielfältige virtuelle Umgebungen darzubieten. Bei der Navigation durch solche Umgebungen können sie verstecktes, virtuelles Futter finden. Die Touchscreenstudien bereichern das Leben der Menschenaffen im Zoo und erlauben dabei den Forschenden, interessante Einsichten darüber zu gewinnen, wie Menschenaffen Bilder kategorisieren, welches ihre natürlichen Präferenzen sind, wie ihr Gedächtnis funktioniert und wie sie miteinander kommunizieren.