Rossel Island, Papua-Neuguinea
Die CCP-Rossel-Island-Feldforschungsstation befindet sich auf Rossel Island (Yela), der östlichsten Insel des Louisiade-Archipels in der Provinz Milne Bay, Papua-Neuguinea. Abgelegen und relativ isoliert ist Rossel eine gebirgige tropische Insel in der Salomonsee, bedeckt von dichter Vegetation und geprägt von ganzjährig starken Niederschlägen. Die Bevölkerung lebt in zahlreichen Dörfern, eingebettet in ein soziales und ökologisches Umfeld, das durch Gartenbau, Fischerei, Riff-Sammeln und Austauschbeziehungen strukturiert ist.
Die Bewohner von Rossel sprechen Yélî Dnye, eine äußerst eigenständige Sprache mit unklarer genealogischer Einordnung. Die Insel zieht seit langem anthropologisches und linguistisches Interesse auf sich – aufgrund ihrer ungewöhnlichen Sprache, ihrer reichen kulturellen Traditionen und ihrer hochentwickelten Formen sozialen Austauschs.
Die Subsistenz auf Rossel basiert vor allem auf dem Anbau von Wurzelpflanzen wie Sagopalme, Taro, Yams, Süßkartoffeln und Maniok, ergänzt durch Fischfang und das Sammeln von Schalentieren. Kinder erwerben kulturelles Wissen schon früh in dichten sozialen Netzwerken aus Bezugspersonen, Geschwistern und Gleichaltrigen durch Beobachtung, Mitmachen und alltägliche Interaktion.
Ethnografisch ist Rossel besonders für sein komplexes Muschel-Geldsystem bekannt, über das Austausch, soziale Beziehungen und lokaler Status auf charakteristische Weise organisiert werden. Zusammengenommen machen diese Merkmale Rossel Island zu einem einzigartig wertvollen Feldforschungsort für vergleichende Studien zu Kultur, Kommunikation, Kooperation und menschlicher Entwicklung.









