Forschungsstation: Nyabyeya/Uganda
Das Klima in Uganda ist tropisch wechselfeucht und wird durch die Nähe zum Viktoriasee geprägt. Ganzjährig herrschen konstante Temperaturen zwischen 15 °C und 30 °C. Es gibt zwei Regenzeiten: von März bis Mai sowie von September bis November.
Mit einem Durchschnittsalter von 16 Jahren weist Uganda eine der jüngsten Bevölkerungsstrukturen der Welt auf. Die Amtssprachen sind Englisch und Swahili; etwa 60 ethnische Gruppen sprechen rund 40 weitere Sprachen.
Die Ernährung basiert überwiegend auf stärkehaltigen Grundnahrungsmitteln wie Kochbananen (Matoke), Maniok, Süßkartoffeln und Mais (Posho), die häufig durch Bohnen, Erdnüsse und Gemüse ergänzt werden.
Unsere Forschungsstation befindet sich in Nyabyeya, einem Dorf mit etwa 3.300 Einwohnern im Distrikt Masindi. Die Hauptstadt Kampala liegt rund 240 km entfernt und ist in etwa fünf bis sechs Stunden mit dem Auto erreichbar. Neben den Amtssprachen werden vor allem Alur, Lugbara und Runyoro gesprochen.
Die meisten Menschen verfügen über eine grundlegende Schulbildung, wobei Jungen häufiger die Möglichkeit haben, eine weiterführende Schule zu besuchen. Wenige erreichen eine Hochschulausbildung. Männer sind in unterschiedlichen Berufen tätig – etwa in der Landwirtschaft, als Bauarbeiter oder als Taxifahrer mit Autos und Motorrädern. Frauen arbeiten überwiegend in der Landwirtschaft.
Im Durchschnitt leben 5,3 Personen in einem Haushalt. Etwa 15 % der Haushalte verfügen über Strom, und die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Wasserstelle entspricht einem Fußweg von etwa 18 Minuten. Etwa 80% der Kinder teilen sich ihr Bett mit der Mutter oder mit Geschwistern.
Die Erziehung orientiert sich häufig an traditionellen Rollenbildern und legt großen Wert auf Respekt gegenüber Älteren. Frauen sind in erster Linie für die Kindererziehung verantwortlich, während Männer als Versorger gelten. Gleichzeitig gibt es viele Frauen, die ihre Kinder alleine oder mit Unterstützung der Verwandtschaft versorgen: Laut unseren Erhebungen sind bei etwa 19 % der Kinder die Väter nicht in das Familienleben integriert.
Die Menschen in Nyabyeya und den umliegenden Dörfern stehen unseren Studien sehr aufgeschlossen und positiv gegenüber. Gemeinsam mit unseren ugandischen Forschungsassistentinnen und -assistenten konnte vor Ort eine verlässliche und nachhaltige Forschungsstruktur in Nyabyeya etabliert werden.












