07.04.2020 - 13:35
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartnerin: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


02. April 2020: Vor zwei Millionen Jahren lebten in Südafrika mehrere Gattungen von Homininen
© La Trobe University

Neue Fossilien zeigen, dass Homo erectus früher als bisher angenommen existierte, zu einer Zeit, als auch Australopithecus und Paranthropus in derselben Region lebten

In einem neuen Artikel, der diese Woche in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, hat ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter ein Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, neue Homininen-Fossilien von der Fundstelle Drimolen in Südafrika beschrieben, datiert und in Kontext gesetzt. Ein zwei Millionen Jahre altes teilweise erhaltenes Neurokranium zeigt, dass Homo erectus 100.000 bis 200.000 Jahre früher existierte als gedacht, und dass er sich den Lebensraum in dieser Region Südafrikas mit zwei anderen Homininenarten teilte – Australopithecus sediba und Paranthropus robustus.

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Originalveröffentlichung

01. April 2020: Lucy hatte ein affenähnliches Gehirn
© Philipp Gunz, CC BY-NC-ND 4.0

Drei Millionen Jahre alte Gehirnabdrücke zeigen, dass die Kinder von Australopithecus afarensis lange auf elterliche Fürsorge angewiesen waren

Eine neue Studie der Paläoanthropologen Philipp Gunz und Simon Neubauer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig enthüllt, dass Australopithecus afarensis ein affenähnliches Gehirn hatte. Die berühmte Lucy gehört dieser Urmenschenform an. Das lange Gehirnwachstum lässt jedoch vermuten, dass die Kinder dieser Art so wie bei Menschen lange Zeit auf elterliche Fürsorge angewiesen waren.

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Originalveröffentlichung

30. März 2020: Human ancestors may have regularly climbed trees
[Translate to Deutsch:] © Matthew Skinner

A new study has found evidence that human ancestors as recent as two million years ago may have regularly climbed trees

Walking on two legs has long been a defining feature to differentiate modern humans, as well as extinct species on our lineage, from our closest living ape relatives: chimpanzees, gorillas and orangutans. This new research, based on analysis of fossil leg bones, provides evidence that a hominin species - believed to be either Paranthropus robustus or early Homo - regularly adopted highly flexed hip joints; a posture that in other non-human apes is associated with climbing trees.

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Original publication

17. Februar 2020: Die Ernährungsweise fossiler Wirbeltiere rekonstruieren
© Nicolas Bourgon

Das Verhältnis spezieller Zinkisotope gibt Aufschluss über die Nahrungsgrundlage von Säugetieren in prähistorischen Zeiten

Aus prähistorischer Zeit liegen bisher nur wenig gesicherte Erkenntnisse über die Ernährung der damaligen Tiere und Menschen vor. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben nun eine neue Methode, die Isotopenanalyse von Zinkisotopen an Zahnschmelz fossiler Säugetiere, getestet. Sie stellten fest, dass sich dieses Verfahren sehr gut eignen könnte, um die Ernährung von fossilen Menschen und auch anderen Säugetieren des Pleistozäns aufzuklären und dabei zwischen tierischer und pflanzlicher Kost zu unterscheiden.

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Originalveröffentlichung

14. Februar 2020: Schaffen Affengehirne das auch mit links?
© Simon Neubauer, CC BY-NC-ND 4.0

Hirnabdrücke in Schädelknochen von Affen und Menschen widerlegen die gängige Lehrmeinung, die menschliche Gehirnasymmetrie sei einzigartig

Die linke und rechte Gehirnhälfte sind an unterschiedlichen Aufgaben beteiligt. Diese funktionelle Lateralisierung und die damit verbundene anatomische Gehirnasymmetrie sind beim Menschen gut dokumentiert. Über die Gehirnasymmetrie unserer nächsten lebenden Verwandten, den Menschenaffen, ist jedoch wenig bekannt. Mithilfe von Abdrücken des Gehirns auf der Innenseite des Schädelknochens (Endocasts) widerlegen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nun die gängige Lehrmeinung, die menschliche Gehirnasymmetrie sei einzigartig. Sie haben das gleiche Asymmetriemuster bei Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans gefunden. Menschen hatten jedoch die größte Variabilität dieses Musters. Dies deutet darauf hin, dass sich lateralisierte, einzigartig menschliche kognitive Fähigkeiten, wie Sprache, durch die evolutionäre Anpassung eines vermutlich ursprünglichen, älteren Asymmetriemusters entwickelten.

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Originalveröffentlichung

05. Februar 2020: Svante Pääbo erhält den Japan-Preis 2020
© Karsten Möbius

Der Genetiker Svante Pääbo wird für seine Forschung zur Abstammung des Menschen ausgezeichnet

Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, gilt als Begründer der Paläogenetik, einer Forschungsdisziplin, die sich mit der Analyse genetischer Proben aus Fossilien und prähistorischen Funden befasst. Welche genetischen Veränderungen im Laufe der Evolutionsgeschichte den modernen Menschen ausmachen, erforscht Pääbo durch Vergleiche der DNA-Sequenzen von heute lebenden Menschen, Neandertalern und weiteren menschlichen Vorfahren. Für seine wissenschaftliche Arbeit wird ihm nun der Japan-Preis verliehen, der mit 50 Millionen Yen (etwa 490.000 Euro) dotiert ist.

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