24.09.2020 - 14:43
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartnerin: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


18. September 2020: Auch Schimpansen leiden ein Leben lang, wenn sie im Kindesalter die Mutter verlieren
© Liran Samuni, Taï Chimpanzee Project

Männliche Schimpansen, die als Waisen aufwachsen, sind weniger konkurrenzfähig und haben weniger Nachwuchs

Der Tod eines Elternteils ist eines der größten Traumata für ein Kind. Waisenkinder leiden häufig für den Rest ihres Lebens unter diesem Verlust – ein verzögertes Wachstum und gesundheitliche Probleme können die Folgen sein. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch im Kindesalter verwaiste Schimpansen hinsichtlich ihres Wachstums und ihrer Überlebenschancen benachteiligt sind, da sie normalerweise bis in die Pubertät, mit etwa 12 Jahren, fast immer mit ihrer Mutter zusammen sind. Eine neue Studie des Taï-Schimpansenprojekts in der Elfenbeinküste und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig belegt nun, dass verwaiste Söhne darüber hinaus weniger konkurrenzfähig sind und weniger eigene Nachkommen haben als solche, die weiterhin mit ihren Müttern leben. Es bleibt die Frage: Was bieten Schimpansenmütter ihren Kindern, das sie gesünder und konkurrenzfähiger macht?

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Originalveröffentlichung

15. September 2020: Schimpansenverhalten und -kultur sind in variabler Umwelt am vielfältigsten
© R. Drummond-Clarke/GMERC

Freilebende Schimpansen verfügen unter vielfältigeren ökologischen Bedingungen über ein größeres Verhaltensrepertoire

Die kulturelle und Verhaltensvielfalt bei Schimpansen ist für das gesamte äquatoriale Afrika gut dokumentiert, doch bisher war größtenteils ungeklärt, welche ökologisch-evolutionären Mechanismen dieser Vielfalt zugrunde liegen. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat den Einfluss der Umweltvariabilität auf das Verhaltensrepertoire von 144 sozialen Gruppen untersucht. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Verhaltensvielfalt bei den Schimpansen größer ist, die weiter entfernt von historischen Waldrefugien leben, die unter saisonalen Bedingungen leben, und die eher in Savannenwäldern als in dicht bewaldeten Lebensräumen beheimatet sind.

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Originalveröffentlichung

08. September 2020: Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
© Marcin Żarski

80.000 Jahre alter Neandertaler offenbart kulturelle und genetische Verbindungen zwischen Polen und dem Nordkaukasus

Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus einem Zahn aus der Stajnia-Höhle in Polen extrahierte mitochondriale Genom ähnelt eher dem eines Neandertalers aus dem Kaukasus als den zur damaligen Zeit in Westeuropa lebenden Neandertalern. Auch die am Fundort entdeckten Steinwerkzeuge ähneln denen aus südlichen Gebieten, was darauf hindeutet, dass in der Steppen-/Taiga-Umgebung lebende Neandertaler sich zur Nahrungssuche weiter von ihrem Heimatgebiet entfernten als bisher angenommen. Die Flüsse Prut und Dnjestr wurden wahrscheinlich als Hauptkorridore für die Ausbreitung von Polen in den Kaukasus genutzt.

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Originalveröffentlichung

26. August 2020: Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen für Primaten meist völlig ungesichert
© Andrea Donaldson / Colobus Conservation

Studie macht deutlich: Primatenschutz muss besser wissenschaftlich untermauert werden

Weniger als ein Prozent der wissenschaftlichen Literatur über Primaten bewerten die Wirksamkeit von Maßnahmen zu ihrem Schutz. Dies hat ein internationales Team unter Leitung von Forschern des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) und der Universität Cambridge ermittelt. Trotz großer Schutzbemühungen sei dies einer der Hauptgründe für den anhaltenden dramatischen Rückgang von Primaten. Die Studie stellt mehrere Maßnahmen vor, um den Primatenschutz auf eine bessere wissenschaftliche Basis zu stellen.

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23. Juli 2020: Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
© Science Photo Library / Daynes, Elisabeth

Menschen, die einen bestimmten Ionenkanal von Neandertalern geerbt haben, empfinden mehr Schmerzen

Schmerz wird durch spezielle Nervenzellen übertragen, die aktiviert werden, wenn potenziell schädliche Einflüsse auf verschiedene Teile unseres Körpers treffen. Diese Nervenzellen verfügen über einen speziellen Ionenkanal, der eine Schlüsselrolle beim Auslösen des elektrischen Schmerzimpulses spielt, der an das Gehirn übertragen wird. Einer neuen Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Karolinska Institutets in Schweden zufolge empfinden Menschen mehr Schmerzen, die die Neandertaler-Variante dieses Ionenkanals geerbt haben.

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17. Juli 2020: Strategien gegen Handel mit Wildtierfleisch
© Wild Chimpanzee Foundation

Differenzierte Strategien können dabei helfen, Krankheiten zu vermeiden und bedrohte Tierarten zu schützen

Der extensive Handel mit Wildtieren stellt nicht nur eine Bedrohung für viele Arten weltweit dar, er kann auch zur Übertragung von Krankheiten vom Tier auf den Menschen führen. Davon betroffen sind Hunderte von Tierarten, die sich hinsichtlich ihres Schutzstatus und potentiell übertragbarer Krankheiten teils beträchtlich unterscheiden. Doch diese Unterschiede werden bei der Erarbeitung von Strategien zur Eindämmung des Wildtierhandels selten berücksichtigt. Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) zeigt nun, weshalb Menschen verschiedene Wildtierarten jagen, konsumieren oder mit ihnen handeln. Ihrer Forschung zufolge sind differenziertere Lösungsansätze notwendig, um den unkontrollierten Ausbruch von Krankheiten und den Rückgang gefährdeter Arten zu vermeiden.

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24. Juni 2020: Im Freiland sind Schimpansen motivierter zu kooperieren als Bonobos
© Cédric Girard-Buttoz, Taï Chimpanzee Project

Beim Informieren über Gefahren sind territoriale Schimpansen motivierter miteinander zu kooperieren als weniger territoriale Bonobos

Die Fähigkeit des Menschen, in großen Gruppen zusammenzuarbeiten und dabei auch nicht verwandten oder völlig fremden Menschen zu helfen, ist einzigartig. Wie diese Fähigkeit sich herausgebildet hat, wird in Fachkreisen diskutiert. Am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchten Forschende nun mithilfe eines Schlangenmodells die Kooperationsdynamik bei freilebenden Schimpansen (Taï, Elfenbeinküste) und Bonobos (LuiKotale, DCR). Während Schimpansen kooperieren, um ihr Territorium zu verteidigen, tun Bonobos das nicht. Beide Arten unterschieden sich hinsichtlich ihrer sozialen Intelligenz nicht. Schimpansen waren jedoch motivierter als Bonobos, miteinander zu kooperieren um Gruppenmitglieder auf eine Gefahr hinzuweisen. Territorialität und gruppeninterne Kooperation beim Menschen könnten also möglicherweise miteinander in Verbindung stehen.

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18. Juni 2020: Neandertalergene in der Petrischale
© Petra Korlević

Wissenschaftler untersuchen die Neandertaler-DNA in heute lebenden Menschen mittels Stammzellen und Organoiden

Protokolle zur Umwandlung von pluripotenten Stammzellen (iPSC) in Organoide, Mini-Organe, ermöglichen es Forschern Entwicklungsprozesse in verschiedenen Organen zu untersuchen und den Zusammenhang zwischen Genen und der Herausbildung von Gewebe zu entschlüsseln – insbesondere bei Organen, bei denen kein Primärgewebe zur Verfügung steht. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Basel nutzen diese Technologie um die Effekte der Neandertaler-DNA in heutigen Menschen zu untersuchen.

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17. Juni 2020: Ein Neandertaler aus der Tschagyrskaja-Höhle
© Dr. Bence Viola, Dept. of Anthropology, U. of Toronto

Neandertaler lebten in sehr kleinen Gruppen; die Genexpression in den Basalganglien des Gehirns könnte sich verändert haben

Bisher hatten Forschende die Genome von zwei Neandertalern in einer hohen Qualität sequenziert. Einer dieser beiden Neandertaler stammte aus der Vindjia-Höhle im heutigen Kroatien, der andere aus der Denisova-Höhle im sibirischen Altai-Gebirge. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat nun das Genom eines dritten Neandertalers in einer hohen Qualität sequenziert, dessen Überreste in der etwa 106 Kilometer von der Denisova-Höhle entfernten Tschagyrskaja-Höhle gefunden worden waren.

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16. Juni 2020: Schärfung der Forschungsprofile, neue Visionen für die Zukunft
@ MPI-EVA

Leipzig bleibt als Hotspot der Paläogenetik erhalten – Jena bekommt im Zuge von Neuberufungen ein neues Forschungsprofil

Zwei erfolgreiche Schwesterinstitute in der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Sektion der Max-Planck-Gesellschaft mit dem gemeinsamen Thema „Evolutionsgeschichte des Menschen“ – das MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und das MPI für Menschheitsgeschichte in Jena – werden in den kommenden Jahren umstrukturiert, um die Forschungsprofile beider Standorte zur biologischen und kulturellen Menschheitsentwicklung zu optimieren. Einige Emeritierungen am MPI in Leipzig und eine sich teilweise überschneidende Forschungsagenda beider Institute haben die Max-Planck-Gesellschaft zu dieser Umstrukturierung veranlasst, die neue Visionen für die Zukunft beider Institute ermöglicht.

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12. Juni 2020: Die Psychologie des Toilettenpapier-Hamsterns
Nori Blume

Ein hohes Maß an Emotionalität und Gewissenhaftigkeit deutet auf eine ausgeprägte Vorratshaltung hin

Menschen, die sich durch COVID-19 stärker bedroht fühlen und deren Persönlichkeit durch ein besonders hohes Maß an Emotionalität und Gewissenhaftigkeit geprägt ist, haben sich laut einer Studie von Theo Toppe vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Kolleg*innen im März 2020 eher mit Toilettenpapier bevorratet als Menschen, die diese Merkmale nicht haben.

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27. Mai 2020: Schimpansen-Weibchen tragen zum Schutz des Territoriums bei
© Liran Samuni

Um ein Territorium zu erobern und zu bewahren, sind nicht nur männliche sondern auch weibliche Schimpansen wichtig

Beim Menschen scheinen Kriegsführung und Territorialverhalten den Männern vorbehalten zu sein. Auch Schimpansen verhalten sich fremden Gruppen gegenüber feindselig und sind territorial. Sind auch bei ihnen die Männchen federführend? Ein internationales Forscherteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig konnte nun belegen, dass das nur bedingt der Fall ist: Bei westafrikanischen Schimpansen spielen Weibchen und andere Gruppenmitglieder im Wettbewerb mit anderen Gruppen eine wichtigere Rolle als bisher angenommen. Erwachsene Männchen werden vor allem bei der Gebietsvergrößerung aktiv; zur Gebietserhaltung und zu Wettbewerbsvorteilen anderen Gruppen gegenüber tragen alle Gruppenmitglieder bei. Das ergaben ausgiebige Untersuchungen mehrerer benachbarter Schimpansengruppen im Taï Nationalpark (Elfenbeinküste).

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26. Mai 2020: Frauen mit Neandertaler-Gen bringen mehr Kinder zur Welt
© Vadim Guzhva, 123RF Licence

Neandertaler-Variante des Progesteronrezeptors wirkt sich günstig auf die Fruchtbarkeit aus

Eine von drei Frauen in Europa hat den Rezeptor für Progesteron von Neandertalern geerbt - eine Genvariante, die mit erhöhter Fruchtbarkeit, weniger Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft und weniger Fehlgeburten in Verbindung steht. Dies geht aus einer Studie hervor, die in der Zeitschrift Molecular Biology and Evolution von Forschenden des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Karolinska Institutet in Schweden veröffentlicht wurde.

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26. Mai 2020: Ähnlich wie Menschen entwickeln sich Schimpansen langsam
© Tatiana Bortolato, Taï Chimpanzee Project

Schimpansen benötigen mehr als fünf Jahre um Schlüsselkompetenzen zu erwerben

Viele Primaten, insbesondere Menschen, entwickeln sich langsam, da für das Überleben und die erfolgreiche Fortpflanzung notwendige Schlüsselkompetenzen erst erworben werden müssen. Zu Entwicklungsprozessen bei Schimpansen, einem der engsten lebenden Verwandten des Menschen, gibt es erstaunlich wenig Daten. Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun systematisch Entwicklungsmeilensteine bei freilebenden Schimpansen im Taï-Nationalpark (Elfenbeinküste) untersucht und festgestellt, dass auch sie sich langsam entwickeln und mehr als fünf Jahre benötigen, um wichtige motorische, kommunikative und soziale Meilensteine zu erreichen. Dieser Zeitrahmen ähnelt dem des Menschen und deutet auf eine langsame Reifung des Gehirns hin.

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25. Mai 2020: Kulturelle Vielfalt bei Schimpansen
© ANPN Gabon

Schimpansengruppen haben jeweils ihre eigene einzigartige Kultur des Termitenfischens

Die Übertragung kultureller Merkmale von Generation zu Generation findet außer beim Menschen nur bei wenigen Arten statt. Auch Schimpansen verfügen über eine große Vielfalt an kulturellen Verhaltensweisen und Werkzeuggebrauch. Obwohl einige dieser Verhaltensweisen an wenigen Langzeitforschungsstationen bereits gut dokumentiert sind, ist über die gesamte kulturelle Vielfalt verschiedener Schimpansenpopulationen nur wenig bekannt. Um diese Vielfalt besser zu verstehen, haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Jahr 2010 das Projekt „Pan African Programme: The Cultured Chimpanzee“ (PanAf) ins Leben gerufen. Anhand eines standardisierten Protokolls platzierten die Wissenschaftler an über 40 Standorten in Afrika Kamerafallen, sammelten Proben und nahmen ökologische Daten auf.

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Originalveröffentlichung

11. Mai 2020: Ältester Homo sapiens Europas lebte im Jungpaläolithikum
© Tsenka Tsanova, Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Wichtiger kultureller Übergang in Europa fand früher statt als bisher angenommen

Ein internationales Forschungsteam berichtet über neue Fossilien des Homo sapiens aus der Bacho-Kiro-Höhle in Bulgarien. Diese wurden auf ein Alter von etwa 45.000 Jahren datiert und zusammen mit Steinwerkzeugen, den Überresten gejagter Tiere, Knochenwerkzeugen und persönlichen Schmuckgegenständen gefunden. Die neuen Entdeckungen dokumentieren den frühesten bekannten Homo sapiens aus dem Jungpaläolithikum und verschieben den Beginn dieses bedeutenden kulturellen Übergangs in Europa weiter in die Vergangenheit. Die am Fundort ausgegrabenen Steinwerkzeuge verbinden die Bacho-Kiro-Höhle mit Funden in ganz Eurasien, bis in die Mongolei im Osten.

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Originalveröffentlichung (Hublin et al.)

Originalveröffentlichung (Fewlass et al.)

22. April 2020: Neandertaler hatten ältere Mütter und jüngere Väter
© Alexey Stiop, 123RF Licence

Forschende haben das Erbgut von 27.000 Isländern nach Neandertaler-DNA durchsucht

Als die Vorfahren heutiger Menschen vor etwa 50.000 Jahren Afrika verließen, trafen sie auf Neandertaler. Dieses Aufeinandertreffen führte zu einer Vermischung beider Gruppen. Zwei Prozent der DNA von heute außerhalb Afrikas lebender Menschen stammt von dieser Neandertaler-Population ab. Eine großangelegte Studie von Forschenden der Universität Aarhus in Dänemark, gemeinsam mit deCODE genetics in Island und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat anhand der Genome von 27.566 heutigen Isländerinnen und Isländern untersucht, welche Teile in ihrem Erbgut von Neandertalern stammen und welchen Effekt diese haben.

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16. April 2020: „Den Begriff ‚Social Distancing‘ finde ich falsch“
© M. Linton

In vielen Ländern herrschen seit Wochen Kontaktsperren. In der Folge sind die sozialen Kontakte vieler Menschen drastisch reduziert. Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersucht, wie sich Sozialkontakte auf die Gesundheit von Schimpansen auswirken. Einige seiner Erkenntnisse lassen sich durchaus auf den Menschen übertragen. Im Interview erklärt der Wissenschaftler, warum er statt von „sozialer“ lieber von „räumlicher Distanz“ spricht und dass virtuelle reale Treffen zu einem gewissen Grad ersetzen können.

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02. April 2020: Vor zwei Millionen Jahren lebten in Südafrika mehrere Gattungen von Homininen
© La Trobe University

Neue Fossilien zeigen, dass Homo erectus früher als bisher angenommen existierte, zu einer Zeit, als auch Australopithecus und Paranthropus in derselben Region lebten

In einem neuen Artikel, der diese Woche in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, hat ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter ein Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, neue Homininen-Fossilien von der Fundstelle Drimolen in Südafrika beschrieben, datiert und in Kontext gesetzt. Ein zwei Millionen Jahre altes teilweise erhaltenes Neurokranium zeigt, dass Homo erectus 100.000 bis 200.000 Jahre früher existierte als gedacht, und dass er sich den Lebensraum in dieser Region Südafrikas mit zwei anderen Homininenarten teilte – Australopithecus sediba und Paranthropus robustus.

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01. April 2020: Lucy hatte ein affenähnliches Gehirn
© Philipp Gunz, CC BY-NC-ND 4.0

Drei Millionen Jahre alte Gehirnabdrücke zeigen, dass die Kinder von Australopithecus afarensis lange auf elterliche Fürsorge angewiesen waren

Eine neue Studie der Paläoanthropologen Philipp Gunz und Simon Neubauer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig enthüllt, dass Australopithecus afarensis ein affenähnliches Gehirn hatte. Die berühmte Lucy gehört dieser Urmenschenform an. Das lange Gehirnwachstum lässt jedoch vermuten, dass die Kinder dieser Art so wie bei Menschen lange Zeit auf elterliche Fürsorge angewiesen waren.

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30. März 2020: Human ancestors may have regularly climbed trees
[Translate to Deutsch:] © Matthew Skinner

A new study has found evidence that human ancestors as recent as two million years ago may have regularly climbed trees

Walking on two legs has long been a defining feature to differentiate modern humans, as well as extinct species on our lineage, from our closest living ape relatives: chimpanzees, gorillas and orangutans. This new research, based on analysis of fossil leg bones, provides evidence that a hominin species - believed to be either Paranthropus robustus or early Homo - regularly adopted highly flexed hip joints; a posture that in other non-human apes is associated with climbing trees.

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17. Februar 2020: Die Ernährungsweise fossiler Wirbeltiere rekonstruieren
© Nicolas Bourgon

Das Verhältnis spezieller Zinkisotope gibt Aufschluss über die Nahrungsgrundlage von Säugetieren in prähistorischen Zeiten

Aus prähistorischer Zeit liegen bisher nur wenig gesicherte Erkenntnisse über die Ernährung der damaligen Tiere und Menschen vor. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben nun eine neue Methode, die Isotopenanalyse von Zinkisotopen an Zahnschmelz fossiler Säugetiere, getestet. Sie stellten fest, dass sich dieses Verfahren sehr gut eignen könnte, um die Ernährung von fossilen Menschen und auch anderen Säugetieren des Pleistozäns aufzuklären und dabei zwischen tierischer und pflanzlicher Kost zu unterscheiden.

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14. Februar 2020: Schaffen Affengehirne das auch mit links?
© Simon Neubauer, CC BY-NC-ND 4.0

Hirnabdrücke in Schädelknochen von Affen und Menschen widerlegen die gängige Lehrmeinung, die menschliche Gehirnasymmetrie sei einzigartig

Die linke und rechte Gehirnhälfte sind an unterschiedlichen Aufgaben beteiligt. Diese funktionelle Lateralisierung und die damit verbundene anatomische Gehirnasymmetrie sind beim Menschen gut dokumentiert. Über die Gehirnasymmetrie unserer nächsten lebenden Verwandten, den Menschenaffen, ist jedoch wenig bekannt. Mithilfe von Abdrücken des Gehirns auf der Innenseite des Schädelknochens (Endocasts) widerlegen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nun die gängige Lehrmeinung, die menschliche Gehirnasymmetrie sei einzigartig. Sie haben das gleiche Asymmetriemuster bei Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans gefunden. Menschen hatten jedoch die größte Variabilität dieses Musters. Dies deutet darauf hin, dass sich lateralisierte, einzigartig menschliche kognitive Fähigkeiten, wie Sprache, durch die evolutionäre Anpassung eines vermutlich ursprünglichen, älteren Asymmetriemusters entwickelten.

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05. Februar 2020: Svante Pääbo erhält den Japan-Preis 2020
© Karsten Möbius

Der Genetiker Svante Pääbo wird für seine Forschung zur Abstammung des Menschen ausgezeichnet

Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, gilt als Begründer der Paläogenetik, einer Forschungsdisziplin, die sich mit der Analyse genetischer Proben aus Fossilien und prähistorischen Funden befasst. Welche genetischen Veränderungen im Laufe der Evolutionsgeschichte den modernen Menschen ausmachen, erforscht Pääbo durch Vergleiche der DNA-Sequenzen von heute lebenden Menschen, Neandertalern und weiteren menschlichen Vorfahren. Für seine wissenschaftliche Arbeit wird ihm nun der Japan-Preis verliehen, der mit 50 Millionen Yen (etwa 490.000 Euro) dotiert ist.

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