24.05.2013 - 05:20
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Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

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30. April 2013: Und die Geschichte ist eben nicht erfunden

"Schimpansen" ist kein Dokumentarfilm und liefert trotzdem faszinierende Fakten über unsere nächsten Verwandten

In der kommenden Woche läuft der Disneynature-Film "Schimpansen" in den deutschen Kinos an. Ein Artikel in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL sorgt nun für Irritationen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle Folgendes klarstellen: Bei dem Film handelt es sich nicht um einen Dokumentarfilm. Trotzdem sind die Inhalte des Films nicht erfunden. Sie beruhen tatsächlich auf den Ergebnissen von über 30 Jahren Freilandforschung, in der diese überaus spannenden Aspekte aus dem Leben unserer nächsten Verwandten in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen wurden. Aus technischen Gründen konnte das Filmteam die Geschichte nicht immer in der chronologisch richtigen Reihenfolge aufnehmen. Dies ist bei Tierfilmen durchaus üblich.

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24. April 2013: Materialverlust schützt Zähne gegen Ermüdungsbruch
Prämolar nach Segmentierung

Computersimulationen zeigen: Die Reduktion der natürlichen Zahnabnutzung könnte die Hauptursache für weit verbreitete Zahnhalsdefekte sein

Wissenschaftler am Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt haben gemeinsam mit Zahntechnikern Belastungsanalysen an menschlichen Vorbackenzähnen durchgeführt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die sehr häufig auftretenden Schmelzabsprengungen am Zahnhals mit der in industrialisierten Gesellschaften reduzierten Zahnabnutzung im Zusammenhang stehen können.

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23. April 2013: Max-Planck-Forschung ganz groß bei Disney
Disneynature "Schimpansen"

Der Film „Schimpansen“, der am 9. Mai in die deutschen Kinos kommt, ist mehr als ein Familienvergnügen, er bringt auch die Wissenschaft auf die Leinwand

Die beiden Regisseure und Produzenten Alastair Fothergill und Mark Linfield ("Unsere Erde") haben für Disneynature im Taï Forest im Westen der Elfenbeinküste einen anrührenden Film gedreht. Aber „Schimpansen“, ist mehr als ein charmanter Familienfilm – es ist tatsächlich ein spannender Blick auf die Forschung von Christophe Boesch und seinem Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

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Tai-Schimpansen - die Wissenschaft zum Film

Im Dschungelcamp - Feldforschung in der Elfenbeinküste

Schimpansen in Gefahr

Vortragsabend - die Wissenschaft hinter dem Film (03. Mai 2013)

15. April 2013: Die Grenzen der Objektivität
Collagenraum

Der Künstler und Fotograf Emanuel Mathias ist Artist in residence am Bauhaus Dessau - am 24. April lädt er zu einem Wahrnehmungsexperiment.

Seit Februar ist der in Halle geborene Künstler und Fotograf Emanuel Mathias Gast am Bauhaus Dessau. Mit einem Stipendium der SYN Kunst Design Wissenschaft erforscht der 32-Jährige zur Frage, ob es eine angemessene Distanz zum Forschungsgegenstand gibt. Mathias vergleicht das mit der Arbeitsweise von Verhaltensforschern in der Primatologie.

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10. April 2013: Botaniker im Regenwald
Blick in die Baumkronen

Schimpansen nutzen botanische Kenntnisse beim Auffinden von Früchten

Schimpansen und andere Tiere nutzen zum Wiederauffinden von Früchten im Regenwald ihr räumliches Gedächtnis. Wie sie diese aber überhaupt erst ausfindig machen, war bisher ungeklärt. Jetzt untersuchten Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie im Taï-National Park an der Elfenbeinküste (Westafrika), welche Strategien die Schimpansen bei ihrer Suche nach den süßen Leckereien anwenden und stellten fest: Die Tiere wissen, dass manche Baumarten zeitgleich Früchte tragen und nutzen diese botanischen Kenntnisse bei ihrer täglichen Nahrungssuche. Wenn also die Früchte eines bestimmten Baums reif sind, inspizieren sie auch andere Bäume besonders aufmerksam, ob sie ebenfalls schon Früchte tragen.

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25. März 2013: Bei Schimpansen sind Jagd und Fleischkonsum Männersache

Max-Planck-Forscher bestätigen Freilandbeobachtungen zum Jagdverhalten und Fleischkonsum erwachsener männlicher Schimpansen mittels Isotopenanalyse

Der regelmäßige Fleischgenuss ist nicht nur für menschliche Primaten charakteristisch. Das zeigten Freilandbeobachtungen unserer nächsten lebenden Verwandten, der Schimpansen, die Wirbeltiere jagen und ihre Beute verspeisen. Welchen Stellenwert Fleisch auf dem Speiseplan der Tiere einnimmt, ist jedoch größtenteils noch ungeklärt, denn Verhaltensbeobachtungen allein können den Fleischkonsum nicht beziffern. Ein interdisziplinäres Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig analysierte jetzt stabile Isotope aus den Haaren und Knochen wilder Schimpansen und verglich das Ergebnis mit den Verhaltensbeobachtungen: Jagd und Fleischkonsum sind bei Schimpansen Männersache. Diese Ergebnisse bestätigen Belege aus Freilandbeobachtungen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste.

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19. März 2013: Neandertalergenom vollständig entschlüsselt

Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat die Genomsequenz des Neandertalers jetzt vervollständigt und stellt diese der Wissenschaftsgemeinschaft heute zur Verfügung.

Im Jahre 2010 präsentierten Svante Pääbo und Kollegen eine erste Arbeitsversion des Neandertalergenoms. Die dazu benötigte DNA hatten die Forscher aus drei Neandertalerknochen aus einer Höhle in Kroatien gewonnen. Jetzt verwendeten sie einen im Jahre 2010 in der Denisova-Höhle in Südsibirien ausgegrabenen Zehenknochen und generierten aus der darin enthaltenen DNA ein hochwertiges Genom dieses Neandertalers.

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23. Januar 2013: Soziales Hormon ist eng mit der Beziehungspflege verbunden
Schimpansen bei der Fellpflege

Oxytocin spielt Schlüsselrolle bei der Pflege kooperativer Beziehungen zu befreundeten Artgenossen

Kooperative Tiere leben länger, und ihr Nachwuchs besitzt bessere Überlebenschancen. Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, welche kognitiven und hormonellen Mechanismen Kooperation erst ermöglichen. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben jetzt herausgefunden, dass das Hormon Oxytocin eng mit der Pflege kooperative Beziehungen bei Schimpansen verbunden ist. Den Forschern zufolge war der Oxytocinspiegel im Urin höher, wenn Schimpansen mit einem befreundeten Tier Fellpflege betrieben hatten. Eine genetische Verwandtschaft oder sexuelle Interessen spielten dabei keine Rolle. Das Hormon Oxytocin, das mittels neuronaler Belohnungssysteme einen positiven Einfluss auf das soziale Gedächtnis hat, spielt also bei Schimpansen eine Schlüsselrolle bei der Pflege sozialer Beziehungen jenseits genetischer Bande. Möglicherweise hilft es ihnen dabei, den Überblick über ihre kooperativen Beziehungen zu mehreren Artgenossen zu behalten.

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21. Januar 2013: Ein Verwandter aus der Tianyuan-Höhle
Bein eines frühen modernen Menschen

DNA-Analyse enthüllt Verwandtschaft zwischen heute lebenden Asiaten und amerikanischen Ureinwohnern mit frühen modernen Menschen aus Peking

Ein internationales Forscherteam um Svante Pääbo und Qiaomei Fu vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Erbgut eines frühen modernen Menschen aus der Tianyuan-Höhle bei Peking entschlüsselt. Die Analyse von DNA aus dem Zellkern und den Mitochondrien dieses Menschen zeigt, dass er eine gemeinsame Herkunft mit den Vorfahren heute lebender Asiaten und amerikanischer Ureinwohner teilt. Ein weiteres Ergebnis: Das Erbgut dieses frühen modernen Menschen enthält keinen größeren Anteil an Neandertaler- oder Denisova-DNA als das von heute in der Region lebenden Menschen.

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17. Januar 2013: Vermischung im Süden Afrikas
Verbreitung Khoisan-Völker

Uralte Khoisan-Abstammungslinien überdauerten in heute lebenden Bantu-Gruppen

Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Lyon untersuchten das Erbgut von 500 Menschen, die verschiedenen Khoisan- und Bantu-Völkern angehören. Die Analyse mitochondrialer DNA zeigt, dass die Khoisan eine größere genetische Diversität besitzen als bisher angenommen. Dabei haben mitochondriale DNA-Abstammungslinien bereits ausgestorbener Khoisan-Gruppen in heute lebenden Bantu-Gruppen überdauert. Grund dafür ist möglicherweise eine Vermischung von Bantu-Immigranten mit Khoisan-Frauen vor etwa 2.000 bis 1.200 Jahren.

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14. Januar 2013: Genfluss von Indien nach Australien vor 4.000 Jahren
by boat

Lange vor der europäischen Besiedlung wanderten Menschen vom indischen Subkontinent in Australien ein

Bisher ging man davon aus, dass Australien zwischen seiner ursprünglichen Besiedlung vor etwa 40.000 Jahren und der Ankunft von Europäern im späten 18. Jahrhundert größtenteils isoliert geblieben war. In einer neuen Studie belegen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig jetzt einen substanziellen Genfluss zwischen indischen Populationen und Australiern vor etwa 4.000 Jahren. Darüber hinaus belegen die Forscher eine gemeinsame Herkunft von Populationen aus Australien, Neuguinea und den auf den Philippinen lebenden Mamanwa. Diese Populationen waren einer frühen südlichen Migrationsroute aus Afrika heraus gefolgt, während andere Populationen die Region erst zu einem späteren Zeitpunkt besiedelten.

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09. Januar 2013: Partikel aus kristallinem Quarz schleifen Zähne ab
Zahnoberfläche

Studie stellt Aussagekraft von Zahnverschleiß zu Ernährungsgewohnheiten ausgestorbener Arten in Frage

Der Zahnverschleiß mit Mustern winzigster Spuren auf abgenutzten Zahnoberflächen hilft Wissenschaftlern, die Ernährungsweise fossiler Säugetiere, einschließlich unserer menschlichen Vorfahren, besser zu verstehen. Mithilfe der Nanoforschung konnte ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig jetzt einige der Gründe für den Zahnverschleiß aufdecken. Die Forscher fanden heraus, dass Quarz-Staub hauptverantwortlich für die Abnutzung von Zahnschmelz ist. In pflanzlichen Nahrungsstoffen enthaltene Silica-Phytolithe hingegen verursachen zwar einen Abrieb am Zahnschmelz, verschleißen dessen Oberfläche aber nur geringfügig. Den neuen Ergebnissen zufolge müssen Wissenschaftler neu überdenken, was Zahnverschleiß tatsächlich über die Ernährungsgewohnheiten von Säugetieren verraten kann. Weiterhin zeigen die Analysen, dass sich Umweltfaktoren wie Dürren und Staubstürme stark auf die Lebensdauer der Zähne auswirken. Die ostafrikanischen Homininen könnten dabei ganz besonders unter Staubstürmen und Partikeln gelitten haben, die von der Arabischen Halbinsel nach Afrika getragen wurden.

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