24.02.2018 - 20:48
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


22. Februar 2018: Neandertaler dachten wie wir
© P. Saura

Bereits vor mehr als 64.000 Jahren schufen Neandertaler auf der Iberischen Halbinsel Höhlenmalereien

Vor wenigstens 70.000 Jahren hat Homo sapiens durchbohrte Muschelschalen und Farbpigmente benutzt. Vor etwa 40.000 Jahren hat er in Europa mobile Kleinkunst, Schmuck und Höhlenkunst geschaffen. Neandertaler schienen zu solchem Verhalten dagegen nicht in der Lage. Mithilfe der Uran-Thorium Datierung konnte ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dirk Hoffmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig aber nun nachweisen, dass Neandertaler schon vor über 115.000 Jahren symbolische Objekte hergestellt und mehr als 20.000 Jahre vor der Ankunft moderner Menschen in Europa Höhlenkunst geschaffen haben. Die geistigen Fähigkeiten der Neandertaler müssen unseren eigenen demnach ebenbürtig gewesen sein.

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Originalveröffentlichung (Science)

Originalveröffentlichung (Science Advances)

15. Februar 2018: Dramatischer Rückgang von Orang-Utans auf Borneo
© Serge Wich

Weltweite Nachfrage nach Rohstoffen lässt die Zahl der Menschenaffen in den letzten 16 Jahren um mehr als 100.000 Tiere sinken

Die Artenschutzmaßnahmen der letzten 50 Jahre konnten nicht verhindern, dass die Zahl der Orang-Utans auf Borneo weiterhin dramatisch sinkt. Die neuesten Daten, die von einem Forscherteam aus 38 internationalen Institutionen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Liverpool John Moores University in Großbritannien veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass sich die Gesamtzahl der Borneo-Orang-Utans zwischen 1999 und 2015 um mehr als 100.000 Tiere verringert hat.

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Originalveröffentlichung

24. Januar 2018: Langsame und späte Evolution des menschlichen Gehirns
© MPI EVA/ S. Neubauer, Ph. Gunz (Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

Fossilien von Homo sapiens belegen, dass das menschliche Gehirn erst allmählich seine runde Form angenommen hat

In einer Studie beschreiben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, dass sich die für den modernen Menschen typische runde Gehirnschädelform erst spät während der Evolution unserer Art herausgebildet hat. Die Forscher haben die Größe und Form verschiedener Homo sapiens Fossilien analysiert und so herausgefunden, dass sich die Organisation und möglicherweise auch die Funktion unseres Gehirns nur ganz langsam verändert haben und erst vor relativ kurzer Zeit den heutigen Zustand erreicht haben.

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Originalveröffentlichung

19. Dezember 2017: Rache ist süß
© Sven Doering

Schon Schimpansen und Kleinkinder wollen unsoziales Verhalten bestrafen

Damit wir in Gemeinschaften zusammenleben können, müssen wir miteinander kooperieren. Um das zu organisieren, bestrafen wir Mitmenschen, wenn sich diese unkooperativ verhalten. Bisher war unklar, wann sich in uns der Antrieb entwickelt, dieses Verhalten zu bestrafen – und ob diese Eigenschaft eine rein menschliche ist. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Kognitions- und Neurowissenschaften und für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun herausgefunden, dass bereits sechsjährige Kinder und Schimpansen unsoziales Handeln rügen wollen – und dafür sogar Kosten und Mühen auf sich nehmen, um selbst bei der Bestrafung dabei sein zu können.

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Originalveröffentlichung

12. Dezember 2017: Genetik bewahrt Spuren des Widerstands gegen die Herrschaft der Inka
© Chiara Barbieri

Eine Analyse der DNA heutiger Bevölkerungsgruppen der Region Chachapoyas in Peru zeigt, dass die Ausdehnung des Inkareichs in dieser Region vor mehr als 500 Jahren nicht zu einer massenhaften Verdrängung der ursprünglichen Bevölkerung führte

Die Region Chachapoyas in Peru wurde im späten 15. Jahrhundert von den Inka erobert. Das Wissen um das Schicksal der ursprünglichen Bevölkerung basierte bislang größtenteils auf mündlichen Überlieferungen durch die Inka, die erst Jahrzehnte nach der spanischen Eroberung verschriftlicht wurden. Die Berichte der Inka besagten, dass die ursprüngliche Bevölkerung Chachapoyas zwangsweise umgesiedelt und über das Inka-Reich verstreut wurde. Eine jetzt in Scientific Reports veröffentlichte Studie eines internationalen Teams, zu dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte gehören, zeigt dagegen, dass sich trotz der Eroberung durch die Inka die Bevölkerung von Chachapoyas genetisch unterscheidet und nicht von der Bevölkerung des Kernlandes assimiliert wurde. Mark Stoneking vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war ebenfalls an der Studie beteiligt.

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Originalveröffentlichung

24. November 2017: An die Leine!
© Maria Guagnin et al. / Journal of Anthropological Archaeology

Max-Planck-Forscher entdecken die bisher ältesten Abbildungen von angeleinten Hunden

Bei Forschungsarbeiten in der saudi-arabischen Wüste sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Max-Planck-Instituten für Menschheitsgeschichte und für evolutionäre Anthropologie auf bedeutende Zeugnisse früher menschlicher Besiedelung in der Region gestoßen. Mehr als 1400 in Felsen geritzte Abbildungen zeigen Menschen mit Hunden bei der Jagd. Die Forscher schätzen das Alter der Bilder auf mindestens 8000 bis 9000 Jahre.

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Originalveröffentlichung

15. November 2017: Schimpansen passen ihre Kommunikation an den Wissensstand ihrer Artgenossen an
© C. Hobaiter

Forscher zeigen, dass die Produktion von Lautäußerungen bei Schimpansen durch sozial-kognitive Prozesse beeinflusst werden

Menschen berücksichtigen beim Kommunizieren, ob ihrem Gegenüber bestimmte Informationen bereits zur Verfügung stehen und passen den Inhalt ihrer Äußerungen entsprechend an; eine Fähigkeit, die anderen Tieren, zumindest bisher, nicht zuerkannt wurde. Die Wissenschaftler Catherine Crockford und Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Deutschland und Klaus Zuberbühler von der Universität Neuchâtel, Schweiz zeigen jetzt, dass frei lebende Schimpansen aus dem Budongo Forest in Uganda andere Artgenossen nur dann vor einer Gefahr warnen, wenn sie annehmen, dass diese nicht schon von ihr wissen. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die vokale Kommunikation von Schimpansen komplexer ist als bisher angenommen.

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Originalveröffentlichung

08. November 2017: Schimpansen und Mangaben stören die Beziehungen von Artgenossen
© A. Mielke

Die Tiere beobachten Mitglieder ihrer Gruppe bei der sozialen Fellpflege und mischen sich ein, wenn die Aktion ihren eigenen Status oder ihre sozialen Beziehungen gefährden könnte

Menschen schließen nicht nur komplexe und lang anhaltende soziale Beziehungen mit Freunden, Familie und romantischen Partnern. Sie registrieren auch mögliche Bedrohungen, denen diese Beziehungen ausgesetzt sind, und schützen sie eifersüchtig vor Außenseitern. Menschen beobachten auch Veränderungen im Beziehungsgeflecht um sich herum und versuchen Bündnisse zu verhindern, die ihnen langfristig schaden könnten. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigen, dass Rußmangaben und Schimpansen, die in komplexen sozialen Gruppen leben, ebenfalls die Interaktionen ihrer Artgenossen beobachten und aktiv verhindern, dass Freunde neue Bündnisse bilden.

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Originalveröffentlichung

02. November 2017: Die Regierung von Guinea genehmigt die Errichtung des größten Schutzgebiets für westafrikanische Schimpansen
© MPI-EVA/WCF

Die Schimpansenpopulation in Westafrika ist in den letzten 20 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen und wurde daher im September 2016 von der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) als vom Aussterben bedrohte Unterart eingestuft. Infolge dieses dramatischen Rückgangs hat die Regierung von Guinea beschlossen, ihr Ziel umzusetzen und bis 2020 15 Prozent des Landes unter Naturschutz zu stellen. Am 28. September 2017 unterzeichnete Guineas Ministerin für Umwelt, Gewässer und Wälder einen Erlass zur Errichtung des Moyen-Bafing Nationalparks, der auf einer Fläche von 6.426 Quadratkilometern rund 4.000 Schimpansen beherbergen und somit das größte Schutzgebiet für westafrikanische Schimpansen in Guinea sein wird.

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19. Oktober 2017: Freundlichkeit ist wichtiger als Gruppenzugehörigkeit
© Anne Pisor

Menschen suchen Freunde, die einer anderen ethnischen oder religiösen Gruppe als der eigenen angehören, nach deren individuellen Eigenschaften aus

Obwohl die Schlagzeilen weltweit vor allem von Uneinigkeit und Konflikten beherrscht werden, schließen Menschen seit jeher Freundschaften über Gruppenzugehörigkeiten hinweg. Doch nach welchen Kriterien wählen sie Freunde aus, die einer anderen Gruppe angehören? In Zusammenarbeit mit Gartenbauern aus Bolivien haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of California Santa Barbara herausgefunden, dass Menschen sehr ähnliche Kriterien anwenden wie bei der Auswahl von Freunden innerhalb der eigenen Gemeinschaft: In beiden Fällen zählen vor allem individuelle kooperative Eigenschaften. Nur wenn es darum geht, begrenzte Ressourcen aufzuteilen, beeinflussen Gruppeneigenschaften die Wahl.

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05. Oktober 2017: Forscher entschlüsseln neues Neandertaler-Genom
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause

Mit dem Erbgut eines Neandertalers aus Europa lassen sich noch mehr Neandertaler-Spuren im Genom heute lebender Menschen entdecken

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das Erbgut eines Neandertalers in hoher Qualität entschlüsselt, das 1980 in der Vindija-Höhle in Kroatien entdeckt worden war. Nach dem Erbgut eines Neandertalers aus dem Altai-Gebirge in Sibirien, das die Forscher 2014 entschlüsselt hatten, ist dies das zweite in dieser Qualität analysierte Neandertaler-Genom. Im Vergleich zum Neandertaler aus Sibirien ist das Individuum aus Kroatien näher mit den Neandertalern verwandt, die sich mit den Vorfahren jetzt lebender Menschen vermischten. Dank des nun entschlüsselten Genoms können die Forscher mehr Neandertaler-DNA im Erbgut heutiger Menschen identifizieren.

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