Direktor: Prof. Dr. Daniel Haun
Die Erforschung des Geistes zählt zu den grundlegendsten Herausforderungen der Wissenschaft. Zugleich ist der menschliche Geist das prägende Merkmal des Homo sapiens. Er ermöglicht es uns, soziales Leben in beispielloser Komplexität zu organisieren, kumulative Kulturen hervorzubringen, Sprache zu entwickeln und unsere Umwelt durch Technologie tiefgreifend zu verändern. Die Ursprünge des menschlichen Geistes zu verstehen, ist daher zentral für die Frage, wer wir als Spezies sind, und dafür, wie unsere geistigen Fähigkeiten von der Welt, in der wir leben, geprägt werden und diese zugleich fortwährend mitgestalten.
Die Abteilung für Vergleichende Kulturpsychologie untersucht Kognition über die gesamte Lebensspanne, in unterschiedlichsten menschlichen Gesellschaften, darunter indigene und in der Forschung bislang unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen, sowie im Vergleich zwischen Arten. Damit verortet sie den menschlichen Geist in seinen biologischen, sozialen und ökologischen Kontexten. Unser Ziel ist es, sowohl die kulturelle Vielfalt des Menschen als auch die universellen kognitiven Mechanismen zu verstehen, die diese Vielfalt ermöglichen und zugleich begrenzen. Auf dieser Grundlage wollen wir zu einer umfassenden Theorie menschlicher Kognition beitragen, die in biologischer Kontinuität verankert ist, kulturelle Vielfalt ernst nimmt und sowohl Stabilität als auch Wandel kognitiver Systeme erklären kann.
Kognition zu verstehen ist nicht nur entscheidend, um zu begreifen, wer wir als Spezies sind. Es ist auch zentral für die Frage, wie wir unsere Zukunft gestalten. Denn nur wenn wir verstehen, warum wir tun, was wir tun, können wir Wege finden, nachhaltig mit uns selbst, miteinander und mit unserer Umwelt zu leben.
















