25.03.2019 - 02:40
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartnerin: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


14. März 2019: Menschenaffen reagieren auf Kamerafallen
© K. Langergraber, M. Robbins, S. Lucchesi

Freilebende Menschenaffen bemerken neue Objekte in ihrer Umgebung

Ein internationales Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat Videoaufzeichnungen aus Kamerafallen analysiert, die sie in den Lebensräumen der Menschenaffen in ganz Afrika aufgestellt hatten, um herauszufinden, wie die Tiere auf diese unbekannten Objekte reagieren würden. Die Reaktionen unterscheiden sich je nach Menschenaffenart und sogar zwischen Individuen derselben Art, hatten jedoch alle eins gemeinsam: Die Menschenaffen bemerken die Kameras.

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Originalveröffentlichung

12. März 2019: Gehirnzellen bilden Entwicklungsstörung im Labor nach
© Axel Griesch for Max Planck Society

Gehirnähnliche Zellkulturen liefern Forschern neue Therapieansätze

Heterotopie ist eine Erbkrankheit, bei der die Wanderung von Neuronen während der Gehirnentwicklung gestört ist. Dadurch ist die äußerste Schicht des Gehirns, der Kortex, deformiert. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (MPI) konnten im Labor diese Entwicklungsstörung nachbilden, die zu geistiger Behinderung und Epilepsie führen kann. Sie verwendeten dazu sogenannte Gehirn-Organoide, bei denen sich menschliche Zellen in der Petrischale zu hirnähnlichen Strukturen formieren. Sie beobachteten, dass sich die in den Organoiden enthaltenen Zellen von Patienten in Aussehen und Wanderverhalten von denen Gesunder unterschieden. Insbesondere haben die Forscher einen kompletten Satz molekularer Signaturen entdeckt, der für die krankhaft veränderten Zellen spezifisch ist. Dadurch erhielten sie wertvolle Ansätze und Ideen für Therapiemöglichkeiten. Barbara Treutlein vom MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war an dieser Studie beteiligt.

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Originalveröffentlichung

07. März 2019: Schimpansen verlieren ihre kulturelle Vielfalt
© Liran Samuni/Taï Chimpanzee Project

Einfluss des Menschen lässt das Verhaltens­repertoire von Schimpansen schrumpfen

Das Verhalten von Schimpansen ist außer­gewöhnlich vielfältig, einige ihrer Verhaltensweisen sind zudem kulturell unter­schiedlich. Ein inter­nationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthro­pologie in Leipzig und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat untersucht, ob sich die Verhaltensdiversität von Schimpansen verringert, je stärker der Mensch in ihren Lebensraum eingreift. Dazu haben die Forschenden das Schimpansenverhalten zahlreicher Gruppen im Freiland miteinander verglichen, die jeweils unterschiedlich starken Störungen durch den Menschen ausgesetzt waren. Ihren Ergebnissen zufolge ist die Verhaltensvielfalt derjenigen Gruppen deutlich geringer, die besonders starken Störungen und Umweltveränderungen durch den Menschen ausgesetzt sind.

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Originalveröffentlichung

05. März 2019: Staub beeinflusst Zahnverschleiß und Kauleistung bei Schimpansen
© Ellen Schulz-Kornas, Roman Wittig

Eine erhöhte Staubbelastung der Nahrung führt bei Schimpansen zu einer verminderten Kauleistung

Vorübergehend höhere Staubanteile in der Nahrung können den Verdauungstrakt von Schimpansen belasten. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig. Eine aktuelle Studie belegt, dass Schleifpartikel, die von staubbeladenen Winden mitgeführt werden, den Zahnabrieb und die Überlebensfähigkeit der Tiere beeinflussen.

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Originalveröffentlichung

25. Februar 2019: Neue Schimpansenkultur entdeckt
© Cleve Hicks

Studie beschreibt einzigartiges Verhalten von Schimpansen aus der Region Bili-Uéré in der Demokratischen Republik Kongo

Unterschiedliche Kulturen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Schimpansen, einem unserer beiden nächsten lebenden Verwandten. Ein Forschungsteam des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Universität Warschau in Polen beschreibt nun basierend auf den Ergebnissen einer zwölfjährigen Langzeitstudie ein neues Verhaltensrepertoire der östlichen Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii) aus der Region Bili-Uéré im Norden der Demokratischen Republik Kongo.

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18. Februar 2019: Neandertaler aßen wirklich hauptsächlich Fleisch
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ A. Le Cabec

Isotopenanalysen einzelner Aminosäuren aus Kollagenproben von Neandertalern werfen ein neues Licht auf ihre kontrovers diskutierte Ernährungsweise

Eine Besonderheit des modernen Menschen ist, dass er regelmäßig Fisch konsumiert, was sich durch die Analyse von Stickstoffisotopen in Knochen- oder Zahnkollagen nachweisen lässt. Ein internationales Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig maß nun bei zwei späten Neandertalern außergewöhnlich hohe Stickstoffisotopenwerte, was traditionell für den Konsum von Süßwasserfisch steht. Eine Analyse der Isotopenwerte einzelner Aminosäuren ergab jedoch, dass sich der erwachsene Neandertaler nicht von Fisch, sondern von großen pflanzenfressenden Säugetieren ernährt hatte. Der zweite Neandertaler war ein noch nicht abgestillter Säugling, dessen Mutter ebenfalls hauptsächlich Fleisch gegessen hatte. Den Isotopendaten zufolge scheinen sich die Ernährungsgewohnheiten der Neandertaler im Laufe der Zeit kaum verändert zu haben, auch nicht nach der Ankunft des modernen Menschen in Europa.

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13. Februar 2019: Werkzeug oder kein Werkzeug?
© Alice Auersperg

Orang-Utans denken ökonomisch und treffen Entscheidungen je nach "Marktsituation"

Flexibler Werkzeuggebrauch bei Tieren steht in enger Verbindung mit höheren mentalen Prozessen, wie zum Beispiel der Fähigkeit Handlungen zu planen. KognitionsbiologInnen und Vergleichende Psychologen der Universität Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität St. Andrews um Isabelle Laumer und Josep Call erforschten Entscheidungsfähigkeit und Werkzeuggebrauch bei Orang-Utans und fanden heraus, dass die Tiere sorgfältig abwägen: Sofort verfügbares Futter fressen oder doch lieber warten und ein Werkzeug verwenden, um damit an ein anderes, besseres Futter zu gelangen? Dabei hinterfragten die Tiere auch Details wie Qualitätsunterschiede beim Futter und ob ein bestimmtes Werkzeug in der jeweiligen Situation funktionieren könnte, sogar wenn die Aufgabe immer komplexer wurde. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie im Zoo Leipzig durchgeführt.

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06. Februar 2019: Kompetente Schimpansen-Nussknacker
© Christophe Boesch

Schimpansen erlernen Nussknacktechnik und erreichen Expertenkompetenz verhältnismäßig schneller als Menschen

Menschen werden häufig als überlegene Werkzeugnutzer betrachtet, die andere Menschen auf einzigartige Weise in ihren Fertigkeiten unterrichten. Ein klares Verständnis der Unterschiede zwischen Menschen und Tieren zu erlangen wurde bisher jedoch eingeschränkt durch die Schwierigkeit, verschiedene Arten in ihrem natürlichen Umfeld miteinander zu vergleichen. Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des University College London verglich nun Menschen und Schimpansen, die bei der Nahrungssuche im afrikanischen Regenwald die gleiche Nussart zu knacken erlernten.

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04. Februar 2019: Wortreihenfolge einer Sprache beeinflusst Arbeitsgedächtnis
© MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Sprache, die wir sprechen, beeinflusst, wie wir Informationen verarbeiten, speichern und abrufen

Das Gedächtnis spielt in unserem Leben eine entscheidende Rolle. In mehreren Studien wurde bereits untersucht, wie wir Informationen unter verschiedenen Bedingungen speichern und abrufen. Typischerweise werden Informationen, die am Anfang und am Ende einer Liste stehen, besser abgerufen als solche aus der Mitte. Aber sind solche Belege universell und über Sprachen und Kulturen hinweg verallgemeinerbar? Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Federica Amici vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat diese Frage nun untersucht.

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30. Januar 2019: Alter der frühesten Denisovaner und Neandertaler in Südsibirien
© Tom Higham, University of Oxford

Neue Studien belegen weit zurückreichende Geschichte von Denisova-Mensch und Neandertaler in Südsibirien

Die Denisova-Höhle im Süden Sibiriens ist weltweit die einzige bekannte Stätte, die zu verschiedenen Zeiten vom rätselhaften Denisova-Menschen und seinem Cousin dem Neandertaler besiedelt war. Zwei neue Studien unter maßgeblicher Beteiligung von Katerina Douka vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, legen nun eine Zeitschiene vor, wann diese beiden altsteinzeitlichen Menschenarten jeweils an dieser Stätte lebten und welche Umweltbedingungen herrschten, bevor sie ausstarben. Die Studien erscheinen am 31. Januar in der Fachzeitschrift Nature.

Link zur Pressemitteilung (MPI-SHH)

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