06.12.2019 - 08:59
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartnerin: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


03. Dezember 2019: Wie entsteht Sprache?
© M. Bohn

Neue Studie aus Leipzig gewährt Einblicke in die ersten Schritte

Wie haben sich die knapp 6000 Sprachen der Welt entwickelt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben Forscher des Leipziger Forschungszentrums für Frühkindliche Entwicklung (LFE) der Universität Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie versucht, den Prozess der Entwicklung eines neuen Kommunikationssystems in einem Experiment nachzustellen – mit überraschenden Ergebnissen: Manuel Bohn, Gregor Kachel und Michael Tomasello konnten nachweisen, dass schon Vorschulkinder spontan Kommunikationssysteme entwickeln können, die Kerneigenschaften von natürlichen Sprache aufweisen.

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Originalveröffentlichung

29. November 2019: Affen informieren über Gefahren
© A. Mielke/ MPI f. evolutionäre Anthropologie

Affen arbeiten beim Verbreiten von Informationen innerhalb der Gruppe zusammen und warnen andere, wenn sich eine Schlange in der Nähe befindet

Menschen stehen oft vor der Wahl, ob sie zum Allgemeinwohl beitragen oder sich egoistisch verhalten und andere sich verausgaben lassen möchten. Tiere, die in Gruppen zusammenleben, sind oft Bedrohungen ausgesetzt und Informationen über Gefahren, die sie von anderen erhalten, können möglicherweise Leben retten. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie fanden heraus: Wenn freilebende Rußmangaben im Regenwald auf gefährliche Schlangen stoßen, rufen sie nicht aus Angst oder um Familienmitglieder zu warnen, sondern dann, wenn Informationen sonst möglicherweise nicht alle Gruppenmitglieder erreichen würden.

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Originalveröffentlichung

12. November 2019: Hunde zu verstehen, muss man lernen
© Juliane Bräuer

Unsere Fähigkeit, die Gesichtsausdrücke von Hunden zu deuten, ist nicht angeboren

Menschen können Gesichtsausdrücke von Hunden unterschiedlich gut deuten. Diese Fähigkeit ist abhängig von ihrem Alter und ihrer Lebenserfahrung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie eines deutsch-britischen Forschungsteams. Erwachsene aus Kulturen, die Hunden eher positiv gegenüberstehen, können deren Gesichtsausdrücke am besten deuten. Daraus folgt, dass diese menschliche Fähigkeit nicht angeboren, sondern erlernt ist.

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Originalveröffentlichung

25. Oktober 2019: Leipziger Primatenforschende initiieren weltweite Zusammenarbeit
© Clara Dubois, Leipzig University, LFE

Erste Studie im „ManyPrimates“-Projekt veröffentlicht

Um evolutionäre Fragestellungen zu erforschen, benötigen Wissenschaftler möglichst große und vielseitige Stichproben. Wenn diese an einem Ort nicht zu erreichen sind, können sich Forschungseinrichtungen gegenseitig unterstützen. Vor diesem Hintergrund entstand „ManyPrimates“: ein Projekt, das die globale Infrastruktur zur Erforschung von Primaten verbessern will. Die Initiatoren sind Forschende des Leipziger Forschungszentrums für Frühkindliche Entwicklung (LFE) der Universität Leipzig, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und des Leipziger Zoos.

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Originalveröffentlichung

21. Oktober 2019: Makaken können durch das Jagen von Ratten Palmölproduktion nachhaltiger und effizienter machen
© Anna Holzner

Obwohl sie in Malaysia selbst als Plantagenschädlinge angesehen werden, können Makaken bei der Bekämpfung einer noch schlimmeren Plage helfen

Der Südliche Schweinsaffe, eine Makakenart aus Südostasien, hat in Malaysia keinen sonderlich guten Ruf und zählt gemeinhin als Plantagenschädling. Doch tatsächlich ernähren sich die Affen auch von Ratten, der größten Plage im Palmölanbau, und können damit eine wichtige Ökosystemdienstleistung durch natürliche Schädlingsbekämpfung erbringen. Das fanden Wissenschaftler der Universiti Sains Malaysia (USM), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig (UL) und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) heraus. Gemeinsam untersuchten sie Kosten und Nutzen von Makaken in Palmölplantagen.

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Originalveröffentlichung

16. Oktober 2019: Menschliche Gehirnentwicklung geht eigene Wege
© Enrique Guisado Triay

Neuer Zellatlas der Entwicklung des Menschenaffenvorderhirns beleuchtet dynamische genregulatorische Merkmale, die für den Menschen einzigartig sind

Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, vom Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel und von der ETH Zürich veröffentlichen neue Erkenntnisse zur Gehirnentwicklung beim Menschen und Unterschiede im Vergleich zu anderen Menschenaffen. Die Studie beleuchtet für den Menschen einzigartige Gehirnentwicklungsprozesse und beschreibt wie sich diese Prozesse von denen anderer Primaten unterscheiden.

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Originalveröffentlichung

23. September 2019: Männliche Weißbüschelaffen riechen Fruchtbarkeit von Weibchen
© Almuth Einspanier

Die Männchen können dadurch Zyklusphasen unterscheiden

Forscher der Universität Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben herausgefunden, dass männliche Weißbüschelaffen die fruchtbare Phase von Weibchen durch Unterschiede in deren Körpergeruch erkennen. Mit einer Kombination aus chemischen Analysen und Verhaltenstests haben sie entdeckt, dass weibliche Weißbüschelaffen während ihrer fertilen Phase verschiedene Substanzen freisetzen, die einen besonderen Geruch ergeben. Die Männchen können diese Geruchsunterschiede wahrnehmen .

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Originalveröffentlichung

12. September 2019: Weggehen oder dableiben?
© Marie Manguette/WCS-Congo

Um ihren Fortpflanzungserfolg zu maximieren müssen weibliche Gorillas abwägen, ob sie bei einem älteren Männchen bleiben oder sich einem neuen Männchen anschließen

Wenn sich für den Silberrücken einer Gorillagruppe das Ende seiner Fortpflanzungszeit nähert, stehen die Weibchen vor einem Dilemma: Sollen sie bei ihm bleiben, bis er stirbt oder ihn für ein anderes Männchen verlassen? Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hat nun gezeigt, dass für die Weibchen beide Strategien mit Kosten verbunden sind, ob sie bei einem älteren Männchen bleiben oder zu einem neuen Silberrücken wechseln.

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Originalveröffentlichung

12. September 2019: Dank Sex mehr Kooperation
© Zanna Clay, Lola ya Bonobo Sanctuary

Neue Forschungsergebnisse zeigen, warum gleichgeschlechtlicher Sex für Bonobo-Weibchen so wichtig ist

Um die Ursprünge menschlicher Sozialität zu verstehen, ist auch die Erforschung des Sozialverhaltens unserer nächsten Verwandten, der Bonobos und Schimpansen, wichtig. Anhand von Daten zum Verhalten und Hormonstatus einer Bonobo-Gruppe aus LuiKotale in der Demokratischen Republik Kongo haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie, der Harvard University und des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie nun gezeigt, dass sich bei weiblichen Bonobos gleichgeschlechtlicher Sex positiv auf das soziale Miteinander, einschließlich der Kooperation, auswirkt.

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28. August 2019: Ein Gesicht für Lucys Ahnen
© Dale Omori, Cleveland Museum of Natural History

Forscher beschreiben den bemerkenswert vollständig erhaltenen 3,8 Millionen Jahre alten Schädel eines Australopithecus anamensis aus Woranso-Mille in Äthiopien

Unsere Ahnengalerie wird nun um ein Bild erweitert, nämlich um ein Konterfei von Australopithecus anamensis. Diese älteste bekannte Australopithecus-Art gilt als Vorfahr des Australopithecus afarensis – derselben Art, der die berühmte „Lucy“ angehörte. Doch bisher kannte man von A. anamensis nur fossile Kieferknochen und Zähne. Yohannes Haile-Selassie vom Cleveland Museum of Natural History und Stephanie Melillo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und ihre Kollegen haben den ersten Schädel eines A. anamensis beschrieben, der in Woranso-Mille in der Afar-Region Äthiopiens entdeckt worden war. Dies ermöglicht es ihnen, die Gesichtszüge des menschlichen Ahnen zu rekonstruieren.

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Originalveröffentlichung

27. August 2019: Moralischer durch gemeinsames Spielen?
© Selma Kalhorn

Wie beeinflusst das Spielverhalten von Kindern ihr prosoziales Verhalten?

Diese Frage haben sich Wissenschaftler des Leipziger Forschungszentrums für frühkindliche Entwicklung (LFE) der Universität Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie Leipzig gestellt. Es zeigte sich, dass kooperative Spiele die Bereitschaft, mit anderen Kindern zu teilen, förderte. Ihre neuen Erkenntnisse haben die Forscher jetzt im Fachjournal „PLoS ONE“ veröffentlicht.

Link zur Pressemitteilung (LFE, Universität Leipzig)

Originalveröffentlichung

07. August 2019: Kooperation mit hochrangigen Personen kann den eigenen Status erhöhen
© Chris von Rueden

Langzeitstudie zu den im Amazonasgebiet lebenden Tsimane zeigt, dass Kooperation und Statushierarchie miteinander verknüpft sind

Während andere Tiere häufig durch aggressive Handlungen Status erlangen, ist das beim Menschen für gewöhnlich nicht der Fall. Oft haben diejenigen Personen den höchsten sozialen Status, die von ihren Mitmenschen für besonders wertvoll gehalten werden. Ein internationales Forscherteam hat nun gezeigt: Die Zusammenarbeit zwischen Individuen kann dadurch motiviert sein, Status zu erlangen. Darüber hinaus hängt die Entscheidung, mit wem man zusammenarbeiten will, häufig mit dem jeweiligen Status einer anderen Person zusammen.

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06. August 2019: Gorillas als Nussknacker
© Adam van Casteren, Loango Gorilla Project, PanAF

Forscher beobachten westliche Gorillas in Gabun bei einem unerwarteten Nahrungsverhalten – die Tiere nutzen ihre Zähne zum Knacken von Nüssen

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Washington University in St. Louis haben im Rahmen einer Langzeitstudie eine Population von westlichen Flachlandgorillas im Loango Nationalpark, Gabun, dabei beobachtet, wie sie mit ihren Zähnen die harten Schalen von Coula edulis-Nüssen aufbrechen. Indem sie Daten aus Freilandbeobachtungen und aus mechanischen Tests an Nussschalen miteinander kombinierten, belegten die Forscher: um Zugang zu dieser energiereichen Nahrungsquelle zu erhalten, ist das Gebiss der Gorillas einer extrem starken Beanspruchung ausgesetzt.

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01. August 2019: Wie Menschen und Schimpansen im Regenwald ihr Ziel erreichen
© Karline Janmaat

Je größer die Gruppe, umso geradliniger durchqueren Menschen den Wald in Richtung Ziel, während Schimpansen auf sich allein gestellt zielgerichteter reisen

Wie beeinflussen beispielsweise ein großer Aktionsradius und ein Wegesystem wie Menschen zum Ziel gelangen? Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchten, wie sich die Mbendjele BaYaka in der Republik Kongo und freilebende Schimpansen in der Elfenbeinküste durch den Regenwald fortbewegen. Ähnlich wie die Jäger und Sammler bewegen sich auch die Schimpansen in einer geraden Linie auf ein Ziel zu, doch in Abhängigkeit von der Gruppengröße und Ortskenntnis unterscheiden sich Geradlinigkeit und Geschwindigkeit bei Menschen und Schimpansen deutlich.

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24. Juli 2019: Im Regenwald den Weg finden
© Karline Janmaat

Jäger und Sammler beiderlei Geschlechts nutzen schon von Kindesbeinen an die Sonne zur Orientierung im tropischen Regenwald

Wie finden Menschen im dichten Regenwald, wo die Sicht durch Vegetation stark eingeschränkt ist, Nahrung oder den Weg nach Hause, ohne Karte, Kompass oder Smartphone? Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigen, dass die im Regenwald in der Republik Kongo lebenden Mbendjele BaYaka mit hoher Genauigkeit auf weit entfernte und nicht in Sichtweite liegende Ziele deuten können. Die Treffsicherheit war bei Männern und Frauen gleichermaßen gut; die Leistung der Kinder verbesserte sich, wenn die Sonne am Himmel deutlich sichtbar war.

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24. Juli 2019: Arbeitsgedächtnis von Schimpansen ähnelt unserem
© MPI f. Evolutionary Anthropology

Anders als Menschen verwendeten die Schimpansen keine Suchstrategie, um die Aufgabe zu vereinfachen

Das Arbeitsgedächtnis ist eine grundlegende mentale Fähigkeit, die Menschen andauernd verwenden, etwa um die Kosten eines Einkaufs zusammenzurechnen oder, um sich am Ende dieses Satzes noch an dessen Anfang zu erinnern. Aber wie schlagen sich Schimpansen, die zu den engsten lebenden Verwandten des Menschen zählen, im Vergleich? Ein internationales Team von Wissenschaftlern der Universität von St Andrews, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat sich dieser Frage angenommen.

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16. Juli 2019: Fliegen verbreiten Krankheiten möglicherweise auch unter Affen
© Jan Gogarten, Taï Chimpanzee Project

Fliegen tragen tödliche Krankheitserreger und folgen Affengruppen durch den Regenwald

Auf der ganzen Welt haben Menschen ein ungutes Gefühl dabei, wenn Fliegen sich beim Sommerpicknick auf ihren Speisen niederlassen. Diese Vorbehalte sind begründet, denn frühere Studien zeigten, dass Fliegen unter Menschen und Nutztieren eine Vielzahl von Krankheitserregern verbreiten. In Zusammenarbeit mit Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und dem Taï-Schimpansenprojekt hat ein Forschungsteam um Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut nun gezeigt, dass Fliegen auch freilebenden Affengruppen folgen, die täglich viele Kilometer durch den Regenwald zurücklegen.

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15. Juli 2019: Chimp&See ist zurück!
© Chimp&See

Von der Afrikanischen Goldkatze bis zum Zebraducker – mit Chimp&See können Interessierte die afrikanische Tierwelt hautnah miterleben

Haben Sie sich jemals gefragt, was ein Elefant so treibt, wie ein Pavian sich anhört oder wie es um das Sozialleben von Schimpansen steht? Dann sind Sie damit nicht allein: Tausende von Menschen haben sich bereits der Community von Chimp&See angeschlossen, einem Citizen Science-Projekt von Zooniverse. Über diese Plattform können Interessierte sich anmelden und im Rahmen des "Pan African Programme: The Cultured Chimpanzee (PanAf)" des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie kurze, von Kamerafallen in Afrika aufgezeichnete Videoclips anschauen, einordnen und diskutieren.

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15. Juli 2019: Kindstötung auch durch Säugetier-Mütter
© Alecia Carter

Bei Ressourcenmangel beseitigen weibliche Säugetiere mögliche Konkurrenz für ihren eigenen Nachwuchs

Im Wettbewerb um Nahrung, Partner und andere Ressourcen töten Säugetiere im Extremfall die Nachkommen von Rivalen. Bei manchen Säugetierarten ist Kindstötung sogar die häufigste Todesursache bei Jungtieren. Frühere Studien konzentrierten sich auf einen solchen sogenannten Infantizid durch männliche Tiere. Dieter Lukas vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Elise Huchard vom Institut des Sciences de l'Évolution der Université Montpellier haben jetzt Beobachtungen zusammengetragen, die zeigen, dass bei vielen Säugetierarten auch die Weibchen den Nachwuchs von Konkurrentinnen töten. Dies scheint ihnen erhebliche Vorteile zu bringen.

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02. Juli 2019: Bonobos decken Jodbedarf durch Wasserpflanzen
© Cédric Girard-Buttoz, LuiKotale Bonobo Projekt

Studie gibt erstmals Einblicke, wie freilebende Menschenaffen an das lebensnotwendige Mineral Jod herankommen

Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben im Kongobecken erstmals Bonobos dabei beobachtet, wie sie in den Sümpfen nach jodreichen Wasserpflanzen suchen und diese verzehren. Jod ist ein für die Entwicklung des Gehirns und der höheren kognitiven Fähigkeiten äußerst wichtiger Nährstoff. Dem Forschungsteam zufolge erklären diese Beobachtungen möglicherweise auch, wie prähistorische Menschen in der Region ihren Jodbedarf gedeckt haben könnten.

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26. Juni 2019: Die frühe Geschichte der Neandertaler in Europa
© Oleg Kuchar, Museum Ulm

Die Vorfahren aller späteren Neandertaler lebten schon vor 120,000 Jahren in Europa

Forschende haben am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig Teile des Erbguts von zwei etwa 120.000 Jahre alten Neandertalern aus Deutschland und Belgien sequenziert. Die Analysen dieser Erbgut-Sequenzen ergaben, dass die letzten Neandertaler, die vor etwa 40.000 Jahren lebten, zumindest teilweise von diesen etwa 80.000 Jahre älteren europäischen Neandertalern abstammen. Im Erbgut des 120.000 Jahre alten Neandertalers aus Deutschland fanden die Forschenden außerdem Hinweise auf eine mögliche Abstammung von einer isolierten Neandertalerpopulation oder von Verwandten des modernen Menschen.

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Originalveröffentlichung

03. Juni 2019: Menschliche Vorfahren haben Steinwerkzeuge mehrmals erfunden
© David Feary, License: CC-BY-SA 2.0

Wissenschaftler entdecken die bislang ältesten Hinweise auf systematische Steinbearbeitung

Bisher dachte man, dass unsere Vorfahren frühestens vor 2,58 bis 2,55 Millionen Jahren Steinwerkzeuge systematisch angefertigt und genutzt haben. Die Entdeckung einer neuen Fundstelle in Äthiopien beweist jedoch, dass die Ursprünge der Produktion solcher Werkzeuge älter als 2,58 Millionen Jahre sind. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von David Braun von der George Washington University und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie vermutet, dass Steinwerkzeuge mehrmals auf unterschiedliche Weise erfunden wurden, bevor sie zu einem wesentlichen Bestandteil im täglichen Leben unserer Vorfahren wurden.

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Originalveröffentlichung

29. Mai 2019: Emanuel Mathias - An den Rändern des Feldes
© Emanuel Mathias, Aufzeichnung einer Kamerafalle, Hjalmar Kühl, 25.10.2017; 11:23:18/ 2019

In Situ Ausstellung im Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig

In der künstlerischen Forschungsarbeit „An den Rändern des Feldes“ von Emanuel Mathias wird der beobachtende Freilandprimatologe selbst zum beobachteten Untersuchungssubjekt. Für dieses Vorhaben arbeitete Mathias mit ca. 20 ForscherInnen der Abteilung Primatologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie zusammen und bewegt sich dabei auf den Spuren, die der Forscher während seiner Beobachtungsarbeit im Feld in seinen unterschiedlichen Aufzeichnungs- und Dokumentationsformen hinterlässt. Die Ausstellung kann vom 29.5. bis 19.7.2019 wochentags in der Zeit von 8:00-18:00 Uhr besucht werden (Deutscher Platz 6, Leipzig).

Pressemitteilung [PDF]

Website des Künstlers Emanuel Mathias

23. Mai 2019: Schildkröten auf dem Speiseplan
© Erwan Theleste

Freilebende Schimpansen fressen Schildkröten, nachdem sie deren Panzer an Baumstämmen aufgeschlagen haben

Ein internationales Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Osnabrück hat im Loango Nationalpark, Gabun, erstmalig freilebende Schimpansen beim Verzehr von Schildkröten beobachtet. Die Forscher dokumentieren Beobachtungen dieses möglicherweise kulturellen Verhaltens, bei dem Schimpansen Schildkröten gegen Baumstämme schlagen, so ihre Panzer aufbrechen und sich dann von ihrem Fleisch ernähren.

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Originalveröffentlichung

20. Mai 2019: Bonobo Mütter verhelfen ihren Söhnen zu mehr Nachwuchs
© Martin Surbeck, Kokolopori Bonobo Research

Die Anwesenheit der Mütter beeinflusst den Fortpflanzungserfolg erwachsener Söhne

Bei vielen sozialen Tierarten teilen sich Individuen die Aufgaben der Kindererziehung, doch neue Forschungsergebnisse aus dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigen, dass Bonobo-Mütter sogar noch einen Schritt weitergehen, indem sie Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre Söhne Väter werden. So können Bonobo-Mütter, die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Söhne Väter werden verdreifachen.

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Originalveröffentlichung

01. Mai 2019: Denisovaner waren erste Menschenform im Hochland von Tibet
© Dongju Zhang, Lanzhou University

Unterkiefer eines Denisova-Menschen ist möglicherweise das älteste Fossil eines Urmenschen im Hochland von Tibet

Bisher waren die Denisovaner nur durch einige wenige Fossilfragmente aus der Denisova-Höhle in Sibirien bekannt. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Fahu Chen vom Institute of Tibetan Plateau Research der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Dongju Zhang von der Lanzhou University in China und Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig beschreibt nun einen 160.000 Jahre alten frühmenschlichen Kiefer aus Xiahe in China. Mithilfe der Analyse alter Proteine fanden die Forschenden heraus, dass der Besitzer des Unterkiefers einer Population angehörte, die eng mit den Denisovanern aus Sibirien verwandt war. Diese Population lebte während des Mittleren Pleistozäns im Hochland von Tibet und hatte sich schon lange vor Ankunft des Homo sapiens in der Region an die höhenbedingt sauerstoffarme Umgebung angepasst.

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Originalveröffentlichung

11. April 2019: Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren
© Isabella Apriyana

Erbgut aus Indonesien und Neuguinea offenbart neue Verzweigungen im Stammbaum der Denisovaner

Als der anatomisch moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit seinen engen Verwandten, dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein internationales Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei haben die Forscher und Forscherinnen festgestellt, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.

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Originalveröffentlichung

10. April 2019: Kooperation fördert Kommunikation
© Yitzchak Ben Mocha

Singvögel, die bei der Jungenaufzucht zusammenarbeiten, koordinieren ihre Aufmerksamkeit und tauschen sich intensiv miteinander aus

Wer gut mit anderen zusammenarbeiten kann, kann auch ohne hochentwickeltes Gehirn gut kommunizieren. Das zeigen zwei neue Studien von Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie Seewiesen, des Max-Planck-Instituts für Anthropologie in Leipzig und der Universität Osnabrück an Graudrosslingen. Sie haben entdeckt, dass sich diese Vögel bewusst und zielgerichtet untereinander austauschen und ihre Aufmerksamkeit koordinieren, also „teilen“ können. Diese Merkmale hochentwickelter Kommunikation waren bislang nur beim Menschen bekannt. Die Forscher vermuten, dass die gemeinsame Aufzucht der Jungtiere die Entwicklung der komplexen Kommunikation dieser Vögel befördert haben könnte.

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Originalveröffentlichung (Proceedings of the Royal Society B)

Originalveröffentlichung (Frontiers in Ecology and Evolution)

05. April 2019: Soziale Unsicherheit stresst auch Schimpansen
© Anna Preis

Männliche Schimpansen verzichten bei instabilen sozialen Beziehungen in ihrer Gruppe auf Aggression

Ein internationales Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig beobachtete im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste das Verhalten männlicher Schimpansen in Perioden des verstärkten Konkurrenzkampfes unter den Männchen und sammelte Urinproben der Tiere, um ihren Cortisol-Spiegel zu messen und so ihr Stressniveau zu bestimmen. Obwohl die Männchen tatsächlich gestresster sind, wenn das Hierarchiegefüge innerhalb der Gruppe instabil ist, sind ihre Aggressionsraten geringer. Das deutet möglicherweise darauf hin, dass die Tiere in Zeiten sozialer Instabilität auf aggressive Handlungen verzichten, um die Eskalation von Konflikten zu vermeiden und den Gruppenzusammenhalt zu fördern.

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Originalveröffentlichung

01. April 2019: Menschliches Denken kulturübergreifend betrachtet
© Universität Leipzig

Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig begrüßt Daniel Haun als neuen Direktor

Der Psychologe Daniel Haun wird zum 1. April 2019 neuer Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig. Zuletzt war er Professor für Frühkindliche Entwicklung und Kultur an der Universität Leipzig und Direktor des Leipziger Forschungszentrums für Frühkindliche Entwicklung. Haun interessiert, wie sich menschliches Denken an kulturelle Vielfalt anpasst, diese formt und diese ermöglicht.

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29. März 2019: Neue Ausstellung "Zzzz" im Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum
© Emanuel Mathias, Zzzz (Besucherin), 2019

Elmar Hermann und Emanuel Mathias sind Bildende Künstler, die sich für das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst, bzw. Sprache und Bild interessieren. In der Ausstellung realisieren sie eine Kooperation, die sich mit einfachen Prinzipien visueller Kommunikation beschäftigt.

Sowohl Schimpansen als auch Menschen lassen sich vom Gähnen ihrer Artgenossen anstecken, ein möglicher Beleg dafür, dass beide über Einfühlungsvermögen verfügen. Das Gähnen ist ein reflexartiges Instinktverhalten, das scheinbar alle Wirbeltiere kennzeichnet. Ursache und Zweck des Gähnens sind noch nicht eindeutig geklärt. Neben rein physiologischen Ursachen spielt ein kommunikativer Zweck eine wichtige Rolle. Im Kontext der Ausstellung werden großformatige Fotografien von gähnenden Menschen und Primaten an Fensterscheiben im Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum (Pongoland) des MPI-EVA im Zoo Leipzig angebracht. Diese Ausstellung ist Teil einer größeren Ausstellung "buchstäblich", die vom 21. März bis 28. April 2019 stattfindet.

Link zur Website von Emanuel Mathias

Link zur Website der Ausstellung "buchstäblich"

Ausstellungsprogramm [PDF]

14. März 2019: Menschenaffen reagieren auf Kamerafallen
© K. Langergraber, M. Robbins, S. Lucchesi

Freilebende Menschenaffen bemerken neue Objekte in ihrer Umgebung

Ein internationales Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat Videoaufzeichnungen aus Kamerafallen analysiert, die sie in den Lebensräumen der Menschenaffen in ganz Afrika aufgestellt hatten, um herauszufinden, wie die Tiere auf diese unbekannten Objekte reagieren würden. Die Reaktionen unterscheiden sich je nach Menschenaffenart und sogar zwischen Individuen derselben Art, hatten jedoch alle eins gemeinsam: Die Menschenaffen bemerken die Kameras.

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Originalveröffentlichung

12. März 2019: Gehirnzellen bilden Entwicklungsstörung im Labor nach
© Axel Griesch for Max Planck Society

Gehirnähnliche Zellkulturen liefern Forschern neue Therapieansätze

Heterotopie ist eine Erbkrankheit, bei der die Wanderung von Neuronen während der Gehirnentwicklung gestört ist. Dadurch ist die äußerste Schicht des Gehirns, der Kortex, deformiert. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (MPI) konnten im Labor diese Entwicklungsstörung nachbilden, die zu geistiger Behinderung und Epilepsie führen kann. Sie verwendeten dazu sogenannte Gehirn-Organoide, bei denen sich menschliche Zellen in der Petrischale zu hirnähnlichen Strukturen formieren. Sie beobachteten, dass sich die in den Organoiden enthaltenen Zellen von Patienten in Aussehen und Wanderverhalten von denen Gesunder unterschieden. Insbesondere haben die Forscher einen kompletten Satz molekularer Signaturen entdeckt, der für die krankhaft veränderten Zellen spezifisch ist. Dadurch erhielten sie wertvolle Ansätze und Ideen für Therapiemöglichkeiten. Barbara Treutlein vom MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war an dieser Studie beteiligt.

Link zur Pressemitteilung (MPI für Psychiatrie)

Originalveröffentlichung

07. März 2019: Schimpansen verlieren ihre kulturelle Vielfalt
© Liran Samuni/Taï Chimpanzee Project

Einfluss des Menschen lässt das Verhaltens­repertoire von Schimpansen schrumpfen

Das Verhalten von Schimpansen ist außer­gewöhnlich vielfältig, einige ihrer Verhaltensweisen sind zudem kulturell unter­schiedlich. Ein inter­nationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthro­pologie in Leipzig und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat untersucht, ob sich die Verhaltensdiversität von Schimpansen verringert, je stärker der Mensch in ihren Lebensraum eingreift. Dazu haben die Forschenden das Schimpansenverhalten zahlreicher Gruppen im Freiland miteinander verglichen, die jeweils unterschiedlich starken Störungen durch den Menschen ausgesetzt waren. Ihren Ergebnissen zufolge ist die Verhaltensvielfalt derjenigen Gruppen deutlich geringer, die besonders starken Störungen und Umweltveränderungen durch den Menschen ausgesetzt sind.

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Originalveröffentlichung

05. März 2019: Staub beeinflusst Zahnverschleiß und Kauleistung bei Schimpansen
© Ellen Schulz-Kornas, Roman Wittig

Eine erhöhte Staubbelastung der Nahrung führt bei Schimpansen zu einer verminderten Kauleistung

Vorübergehend höhere Staubanteile in der Nahrung können den Verdauungstrakt von Schimpansen belasten. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig. Eine aktuelle Studie belegt, dass Schleifpartikel, die von staubbeladenen Winden mitgeführt werden, den Zahnabrieb und die Überlebensfähigkeit der Tiere beeinflussen.

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25. Februar 2019: Neue Schimpansenkultur entdeckt
© Cleve Hicks

Studie beschreibt einzigartiges Verhalten von Schimpansen aus der Region Bili-Uéré in der Demokratischen Republik Kongo

Unterschiedliche Kulturen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Schimpansen, einem unserer beiden nächsten lebenden Verwandten. Ein Forschungsteam des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Universität Warschau in Polen beschreibt nun basierend auf den Ergebnissen einer zwölfjährigen Langzeitstudie ein neues Verhaltensrepertoire der östlichen Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii) aus der Region Bili-Uéré im Norden der Demokratischen Republik Kongo.

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18. Februar 2019: Neandertaler aßen wirklich hauptsächlich Fleisch
© MPI f. evolutionäre Anthropologie/ A. Le Cabec

Isotopenanalysen einzelner Aminosäuren aus Kollagenproben von Neandertalern werfen ein neues Licht auf ihre kontrovers diskutierte Ernährungsweise

Eine Besonderheit des modernen Menschen ist, dass er regelmäßig Fisch konsumiert, was sich durch die Analyse von Stickstoffisotopen in Knochen- oder Zahnkollagen nachweisen lässt. Ein internationales Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig maß nun bei zwei späten Neandertalern außergewöhnlich hohe Stickstoffisotopenwerte, was traditionell für den Konsum von Süßwasserfisch steht. Eine Analyse der Isotopenwerte einzelner Aminosäuren ergab jedoch, dass sich der erwachsene Neandertaler nicht von Fisch, sondern von großen pflanzenfressenden Säugetieren ernährt hatte. Der zweite Neandertaler war ein noch nicht abgestillter Säugling, dessen Mutter ebenfalls hauptsächlich Fleisch gegessen hatte. Den Isotopendaten zufolge scheinen sich die Ernährungsgewohnheiten der Neandertaler im Laufe der Zeit kaum verändert zu haben, auch nicht nach der Ankunft des modernen Menschen in Europa.

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Originalveröffentlichung

13. Februar 2019: Werkzeug oder kein Werkzeug?
© Alice Auersperg

Orang-Utans denken ökonomisch und treffen Entscheidungen je nach "Marktsituation"

Flexibler Werkzeuggebrauch bei Tieren steht in enger Verbindung mit höheren mentalen Prozessen, wie zum Beispiel der Fähigkeit Handlungen zu planen. KognitionsbiologInnen und Vergleichende Psychologen der Universität Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität St. Andrews um Isabelle Laumer und Josep Call erforschten Entscheidungsfähigkeit und Werkzeuggebrauch bei Orang-Utans und fanden heraus, dass die Tiere sorgfältig abwägen: Sofort verfügbares Futter fressen oder doch lieber warten und ein Werkzeug verwenden, um damit an ein anderes, besseres Futter zu gelangen? Dabei hinterfragten die Tiere auch Details wie Qualitätsunterschiede beim Futter und ob ein bestimmtes Werkzeug in der jeweiligen Situation funktionieren könnte, sogar wenn die Aufgabe immer komplexer wurde. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie im Zoo Leipzig durchgeführt.

Link zur Pressemitteilung (Universität Wien)

Originalveröffentlichung

06. Februar 2019: Kompetente Schimpansen-Nussknacker
© Christophe Boesch

Schimpansen erlernen Nussknacktechnik und erreichen Expertenkompetenz verhältnismäßig schneller als Menschen

Menschen werden häufig als überlegene Werkzeugnutzer betrachtet, die andere Menschen auf einzigartige Weise in ihren Fertigkeiten unterrichten. Ein klares Verständnis der Unterschiede zwischen Menschen und Tieren zu erlangen wurde bisher jedoch eingeschränkt durch die Schwierigkeit, verschiedene Arten in ihrem natürlichen Umfeld miteinander zu vergleichen. Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des University College London verglich nun Menschen und Schimpansen, die bei der Nahrungssuche im afrikanischen Regenwald die gleiche Nussart zu knacken erlernten.

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04. Februar 2019: Wortreihenfolge einer Sprache beeinflusst Arbeitsgedächtnis
© MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Sprache, die wir sprechen, beeinflusst, wie wir Informationen verarbeiten, speichern und abrufen

Das Gedächtnis spielt in unserem Leben eine entscheidende Rolle. In mehreren Studien wurde bereits untersucht, wie wir Informationen unter verschiedenen Bedingungen speichern und abrufen. Typischerweise werden Informationen, die am Anfang und am Ende einer Liste stehen, besser abgerufen als solche aus der Mitte. Aber sind solche Belege universell und über Sprachen und Kulturen hinweg verallgemeinerbar? Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Federica Amici vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat diese Frage nun untersucht.

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Originalveröffentlichung

30. Januar 2019: Alter der frühesten Denisovaner und Neandertaler in Südsibirien
© Tom Higham, University of Oxford

Neue Studien belegen weit zurückreichende Geschichte von Denisova-Mensch und Neandertaler in Südsibirien

Die Denisova-Höhle im Süden Sibiriens ist weltweit die einzige bekannte Stätte, die zu verschiedenen Zeiten vom rätselhaften Denisova-Menschen und seinem Cousin dem Neandertaler besiedelt war. Zwei neue Studien unter maßgeblicher Beteiligung von Katerina Douka vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, legen nun eine Zeitschiene vor, wann diese beiden altsteinzeitlichen Menschenarten jeweils an dieser Stätte lebten und welche Umweltbedingungen herrschten, bevor sie ausstarben. Die Studien erscheinen am 31. Januar in der Fachzeitschrift Nature.

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Originalveröffentlichung