20.05.2018 - 11:42
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Aktuelle Pressemitteilungen

Ansprechpartner: Sandra Jacob (E-Mail: info@[>>> Please remove the brackets! <<<]eva.mpg.de, Tel.: 0341-3550 122)


15. Mai 2018: Savannen-Schimpansen leiden unter Hitze-Stress
© Erin Wessling

Regulierung der Körpertemperatur zum Schutz vor Überhitzung ist für in der afrikanischen Savanne lebende Schimpansen eine große Belastung

Als der Mensch im Laufe seiner Evolution offenere und heißere Regionen besiedelte, musste er sich an die neuen Umweltbedingungen anpassen und möglicherweise Schutz vor Überhitzung und eine effizientere Nahrungsverwertung entwickeln. Ein internationales Team um Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat in zwei Studien die physiologischen Parameter von Savannen- und Regenwald-Schimpansen untersucht und ihren Wasser- und Energiehaushalt sowie ihre Stressbelastung verglichen. Demnach ist der Stress, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, für Savannen-Schimpansen eine enorme Belastung.

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Originalveröffentlichung (Journal of Human Evolution)

Originalveröffentlichung (Frontiers in Ecology and Evolution)

25. April 2018: Gorillas und Schimpansen: Mehr als erwartet, dennoch gefährdet
© Emma Stokes/WCS

Laut einer umfangreichen Studie gibt es mehr Gorillas und Schimpansen als bislang angenommen, allerdings leben 80 Prozent von ihnen außerhalb von sicheren Schutzgebieten

Einer Studie zufolge leben in Afrikas Wäldern schätzungsweise noch immer mehr als 360.000 Gorillas und knapp 130.000 Schimpansen – das sind ein Drittel bzw. ein Zehntel mehr als ursprünglich angenommen. Allerdings leben rund 80 Prozent dieser Menschenaffen außerhalb von Schutzgebieten und der Bestand an Gorillas nimmt jährlich um rund 2,7 Prozent ab. Um die Menschenaffen zu retten, müssen die Wilderei, illegale Rodungen und die Zerstörung des Lebensraumes gestoppt werden. Für die neue Studie haben Natur- und Umweltschützer verschiedener Organisationen und Regierungsbehörden Daten über Populationen des Westlichen Flachlandgorillas und des Zentralafrikanischen Schimpansen gesammelt. Es ist die größte jemals durchgeführte Studie über diese Menschenaffen, die ausschließlich im westlichen Zentralafrika leben. Insgesamt nahm die Feldarbeit 167 Personenjahre in Anspruch; die dabei von den Wissenschaftlern zu Fuß zurückgelegten Wege waren länger als die Nord-Süd-Achse Afrikas. Die Studie entstand unter der Leitung der Wildlife Conservation Society (WCS). Zu den Autoren zählt Hjalmar Kühl vom Forschungszentrum iDiv und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

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Originalveröffentlichung

25. April 2018: Rhythmus ist entscheidend für Trommelsprache
© Gaiamedia/ Aexcram

Die im Amazonasgebiet lebenden Boras ahmen den Rhythmus ihrer Sprache mit Trommeln nach, um über große Entfernungen hinweg miteinander zu kommunizieren

Wie kann eine ganze Sprache in Trommelschläge „übersetzt“ werden? Ein internationales Forscherteam, darunter Frank Seifart und Sven Grawunder aus der ehemaligen Abteilung für Linguistik am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Julien Meyer von der Université Grenoble Alpes in Frankreich, hat die Trommelsprache der Boras im nordwestlichen Amazonasgebiet erforscht. Sie haben herausgefunden, dass die Boras nicht nur die Melodie von Wörtern und Sätzen ihrer vom Aussterben bedrohten Sprache mit Trommelschlägen nachahmen, sondern auch ihren Rhythmus. Dies legt nahe, dass Sprachrhythmus bei der Sprachverarbeitung eine wichtigere Rolle spielt als bisher angenommen.

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Originalveröffentlichung

17. April 2018: MPI EVA ist Gründungsmitglied des Leipzig Science Network
© LSN

Leipziger Wissenschaftseinrichtungen streben im neugegründeten Leipzig Science Network eine strategische Zusammenarbeit an

Der Wandel der Rahmenbedingungen für die öffentliche Wissenschaftsfinanzierung, der Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte, die wissenschaftliche Sichtbarkeit sowie zukünftige Drittmittelförderungen sorgen für neue Herausforderungen im Wissenschaftsbetrieb. Mit der Gründung des „Leipzig Science Network“ (LSN) haben Vertreter verschiedener Leipziger Institutionen am 17. April 2018 den Aufbau eines Wissenschaftsnetzwerkes für den Standort Leipzig initiiert. Gemeinsam sollen die vielfältigen administrativen Aufgaben des Wissenschaftsbetriebs zukünftig besser koordiniert und strategisch ausgebaut werden. Auch das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) ist Teil dieses Netzwerks.

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26. März 2018: Multinationales Forscherteam entwickelt neue Qualitätsstandards zur Analyse alter Proteine
© Franziska Irmer

Das neue Forschungsgebiet der Paläoproteomik, das modernste Techniken zur Analyse alter Proteine nutzt, entwickelt sich rasant. Die Definition von Qualitätsstandards und Vorschriften soll nun dazu beitragen, die neue Disziplin auf eine solide Grundlage zu stellen.

Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Institutionen, die an der Spitze des noch jungen Fachbereichs der Paläoproteomik stehen, hat Richtlinien veröffentlicht, um für ihre Disziplin eine solide Grundlage zu schaffen. Von ausgestorbenen Arten über menschliche Ernährung in der Vergangenheit bis hin zur Evolution von Krankheiten – alte Proteine helfen bei der Erforschung dieser und anderer Fragestellungen. Der in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlichte Leitfaden zielt darauf ab, gute Praktiken zu unterstützen und die Erzeugung solider, reproduzierbarer Ergebnisse sicherzustellen. Wissenschaftler Frido Welker vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie ist einer der beiden führenden Autoren des Artikels.

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Originalveröffentlichung

23. März 2018: Deutschland war schon vor 450,000 Jahren von Gletschern bedeckt
© MPI f. evolutionäre Anthropologie

Neue Daten zur zeitlichen Abfolge der Eiszeiten im Mittelpleistozän verschieben erste Vereisung und menschliche Besiedlung Mitteldeutschlands um 100.000 Jahre zurück

Mithilfe modernster Datierungstechniken haben Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie neue Daten zum zeitlichen Ablauf der Elster- und Saale-Eiszeit in Mitteldeutschland gewonnen. Die Forscher haben herausgefunden, dass die erste Vereisung im Quartär, die weite Teile Europas mit Eis bedeckte, bereits vor 450.000 Jahren stattgefunden hat und nicht – wie bisher angenommen – vor etwa 350.000 Jahren. Die Forscher zeigen weiterhin, dass die ersten Menschen Mitteldeutschland nach dem Rückzug dieser Gletscher vor etwa 400.000 Jahren besiedelten.

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Originalveröffentlichung

21. März 2018: Neue Einblicke in die späte Geschichte des Neandertalers
© I. Crevecoeur

Erbgutanalysen von fünf späten Neandertalern geben neue Einblicke in dessen Populationsgeschichte

Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Genome von fünf Neandertalern sequenziert, die vor 39.000 bis 47.000 Jahren lebten. Den Analysen zufolge sind diese späten Vertreter ihrer Art enger mit den Neandertalern verwandt, die Erbgut zu unseren modernen menschlichen Vorfahren beigetragen haben, als ein älterer Neandertaler aus dem Altai-Gebirge, dessen Genom die Forscher zuvor sequenziert hatten. Die neue Untersuchung liefert auch Hinweise darauf, dass gegen Ende der Neandertaler-Geschichte ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden hat.

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Originalveröffentlichung

15. März 2018: Älteste menschliche Genome aus Afrika analysiert
© Abdeljalil Bouzouggar

Forschungsteam findet Verbindungen von steinzeitlichen Bewohnern Marokkos in den Nahen Osten und in Gebiete südlich der Sahara

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung mehrerer Max-Planck-Wissenschaftler hat Genome menschlicher Überreste aus Marokko sequenziert, die rund 15.000 Jahre alt sind. Es handelt sich dabei um die älteste Kern-DNA aus Afrika, die jemals erfolgreich analysiert wurde. Das genetische Erbe der aus der Mittleren Steinzeit Afrikas stammenden Menschen ähnelt teilweise dem der damaligen Bevölkerungsgruppen im Nahen Osten, teilweise gleicht es dem von Menschen, die heute südlich der Sahara leben. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie waren an der Studie beteiligt.

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Originalveröffentlichung

07. März 2018: Homo naledi besaß widerstandsfähige Backenzähne
© MPI f. evolutionäre Anthropologie

Die Zähne des 300.000 Jahre alten Urmenschen aus Südafrika waren besser vor Abnutzung durch Staub und Sand geschützt als die anderer südafrikanischer Urmenschen

Homo naledi besaß hochkronigere und widerstandsfähigere Backenzähne als andere südafrikanische Urmenschen, was für eine besonders verschleißreiche Nahrung spricht. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der University of Durham in Großbritannien und der University of Arkansas in den USA. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Nahrung des Homo naledi viel mehr Staub- und Sandpartikel oder auch mikroskopische Kieselsäurepartikel aus pflanzlichen Quellen enthalten hat als die Nahrung anderer südafrikanischer Urmenschenarten.

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Originalveröffentlichung

22. Februar 2018: Neandertaler dachten wie wir
© P. Saura

Bereits vor mehr als 64.000 Jahren schufen Neandertaler auf der Iberischen Halbinsel Höhlenmalereien

Vor wenigstens 70.000 Jahren hat Homo sapiens durchbohrte Muschelschalen und Farbpigmente benutzt. Vor etwa 40.000 Jahren hat er in Europa mobile Kleinkunst, Schmuck und Höhlenkunst geschaffen. Neandertaler schienen zu solchem Verhalten dagegen nicht in der Lage. Mithilfe der Uran-Thorium Datierung konnte ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dirk Hoffmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig aber nun nachweisen, dass Neandertaler schon vor über 115.000 Jahren symbolische Objekte hergestellt und mehr als 20.000 Jahre vor der Ankunft moderner Menschen in Europa Höhlenkunst geschaffen haben. Die geistigen Fähigkeiten der Neandertaler müssen unseren eigenen demnach ebenbürtig gewesen sein.

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Originalveröffentlichung (Science)

Originalveröffentlichung (Science Advances)

15. Februar 2018: Dramatischer Rückgang von Orang-Utans auf Borneo
© Serge Wich

Weltweite Nachfrage nach Rohstoffen lässt die Zahl der Menschenaffen in den letzten 16 Jahren um mehr als 100.000 Tiere sinken

Die Artenschutzmaßnahmen der letzten 50 Jahre konnten nicht verhindern, dass die Zahl der Orang-Utans auf Borneo weiterhin dramatisch sinkt. Die neuesten Daten, die von einem Forscherteam aus 38 internationalen Institutionen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Liverpool John Moores University in Großbritannien veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass sich die Gesamtzahl der Borneo-Orang-Utans zwischen 1999 und 2015 um mehr als 100.000 Tiere verringert hat.

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Originalveröffentlichung

Video Zusammenfassung

24. Januar 2018: Langsame und späte Evolution des menschlichen Gehirns
© MPI EVA/ S. Neubauer, Ph. Gunz (Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

Fossilien von Homo sapiens belegen, dass das menschliche Gehirn erst allmählich seine runde Form angenommen hat

In einer Studie beschreiben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, dass sich die für den modernen Menschen typische runde Gehirnschädelform erst spät während der Evolution unserer Art herausgebildet hat. Die Forscher haben die Größe und Form verschiedener Homo sapiens Fossilien analysiert und so herausgefunden, dass sich die Organisation und möglicherweise auch die Funktion unseres Gehirns nur ganz langsam verändert haben und erst vor relativ kurzer Zeit den heutigen Zustand erreicht haben.

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